105 Ah 12v Eve verliert über Nacht die gesamte Ladung

  • hi zusammen, hi Tom,


    im März 2022 hab ich mir das selbstbau-Set des Akkus gekauft.


    Er hat hatte schon seit längerem Probleme die Spannung zu halten, ich habe es anfänglich auf gestiegene Verbraucher geschoben. Mittlerweile ist es aber schon soweit, dass der Akku ohne angeschlossene Verbraucher am nächsten Morgen komplett leer ist.


    Aufgrund der Aussagen in den anderen Forenbeiträgen gehe ich nicht von einer fehlerhaften Zelle "ab Werk" aus. Aber ggf. habe ich eine Zelle beim Einbau leicht beschädigt. (?) Denn die Zelle 1 hat immer die wenigste Spannung.


    Ich werde die Zellverbindungen / Verschraubungen und Kabel nun noch prüfen.


    Die rasante Selbstentladung wundert mich allerdings schon sehr. Auch hat das BMS mir am Morgen die folgende Meldung gezeigt. "Cell Volt low Level 2". Sollte das BMS da nicht vorher schon abschalten?


    Auch habe ich festgestellt, dass die Ladung nun deutlich schneller geht. Früher hat es mit dem Ladebooster mit max. 20 A schon ca. 5 - 6 Std. gedauert, bis der Akku wieder voll war. Nun zeigt er nach nicht einmal 2 Std. bereits wieder einen 100% soc. -|-


    Habt ihr ggf. einen Tipp oder eine Vermutung, wo ich zuerst suchen soll?


    Vielen Dank schon einmal vorab & VG :)

  • Wenn eine Batterie nach abendlicher Vollaufladung morgens schon wieder leer ist, dann muss die zuvor in der Batterie steckende Ladung ja irgendwohin verschwunden sein. Bei vier Zellen mit je 3,2V/105Ah kommen wir immerhin auf 1,3kWh. Wenn sich die Zellen innerhalb von 10h einfach so "selbst" entladen, würde dabei eine thermische Leistung von dauerhaft 130W frei werden. Die betreffenden Zellen müssten sich also ganz erheblich erhitzen. Also einfach mal prüfen, ob die Zellen nach der Aufladung plötzlich heiß werden.


    Werden sie vermutlich nicht, denn wenn ein Fehler drinstecken würde, dann hättest Du das sicher schon beim Laden bemerkt. Außerdem zeigen alle Zellen im Bild der App in etwa dieselbe Null-Ladung bei durchschnittlich 2,6V. Das BMS hat - vermutlich deshalb - auch abgeschaltet.


    Wenn die Zellen abends 1,3kWh Energie enthalten haben und morgens leer sind, sich an den Zellen (oder dem BMS) aber keinerlei Anzeichen von ungebührlicher Erhitzung finden lassen, dann lässt das nach meinem Verständnis nur einen Schluss zu:


    Ein Verbraucher hat sie leer genuckelt! :P   ^^


    Grüße, Tom

  • Wenn der leere Akku, nach den Einzelspannungen auf dem Screenshot war er völlig entladen, bei einer Ladung mit 20A nach weniger als 2 Stunden voll ist, dann sind die Zellen hinüber. Es wäre dann nicht mal ein Drittel der Nennkapazität eingeladen. Nach 3 Jahren wäre das allerdings untypisch.

    Ich würde mal die Einzelspannung der Zellen nach Ladeende checken.

  • Servus,

    ich finde es bemerkenswert, dass der chg mos nicht grün ist.

    Ich denke, da ist Ladung gar nicht möglich.

    Zuerst würde ich einmal klären, warum das so ist.

    Und dann wieder mal der Standard Tip:

    mit geringem Strom laden, z.B. mit 2A mit Ladewutzel oder regelbarem Netzteil, beobachten, geduldig sein, bis alle Zellen 3.6V haben.

    Das ist Wellness für die leeren Zellen, und kann mehrere Tage dauern.

    Zudem würde ich min cell Voltage Level 1 auf 3.0V und Level 2 auf 2.8V setzen.

    Und das Fon ist auch gut leer, und fb schaut zu.

    Meine Meinung

    lg

    M.anfred

  • Servus Gerry, oder wie auch immer,

    kein Gruss, kein Name.

    Hast Du meinen Beitrag #6 gelesen.

    Laden ist nicht möglich, Laden muss auf GRÜN stehen.

    Woher ich das weiss?

    Ich betreibe 2 Daly und 2 weitere BMS und habe viel experimentiert.

    Vermutungen anstellen, hat bisher zu keinem brauchbarem Ergebnis geführt.

    lg

    Manfred

  • Er schreibt aber:


    Auch habe ich festgestellt, dass die Ladung nun deutlich schneller geht. Früher hat es mit dem Ladebooster mit max. 20 A schon ca. 5 - 6 Std. gedauert, bis der Akku wieder voll war. Nun zeigt er nach nicht einmal 2 Std. bereits wieder einen 100% soc.

    Das war keine Vermutung sondern seine Aussage. Es wird also doch geladen. Ansonsten stimmt die Anzeige 100% soc nicht.

    Um das zu verifizieren sollte er nach Ladeende die Zellspannungen überprüfen. Alles andere, auch dass gar nicht geladen wird, sind Vermutungen.

  • Danke für die vielen Ideen. Ich muss da nun erstmal einige Tests anstellen. Sobald ich das gemacht habe, teile ich hier gern meine Erkenntnisse.


    Btw. Ihr habt beide Recht, der Screenshot wurde direkt nach dem Reset durchgeführt. Zu dem Zeitpunkt hatte der Akku die Ladung wirklich noch nicht angenommen obwohl das Solarpanal bereits Strom geliefert hat. Da ich denn Akku morgens nicht anders zum Laden bringen konnte, gehörte ein Reset leider zu meiner Morgenrutine. Es hat danach immer etwas gedauert, bis das BMS den Ladevorgang wieder gestartet hat.

    VG :)

  • so... der Akku wurde die letzten zwei Tage mit nur mit einem kl. 80Watt Solarpanel (da kamen bisher nie mehr als 3ah raus) ohne Verbraucher geladen. Er zeigt mir wieder 99% soc aber "nur" 12,7 Volt. Ich lasse ihn nun mal ohne weitere Ladung o. Verbraucher stehen und gucke morgen weiter... (dann sollte auch ein richtiges Ladegerät da sein, sodass ich es genauer testen kann).


    Was mir aufgefallen ist: die Zellen können / sollen doch bis 3,6 Volt geladen werden. Liegt es ggf. einfach daran, das ich im BMS die "Cell reference volt" mit 3.2v falsch angegeben habe??? Kann ich das gefahrlos auf 3.6 v stellen?? :/


    Weiter konnte ich den Tipp von Manfred leider auch noch nicht umsetzen. Wo finde ich im BMS denn die Wahl für "cell voltage Level 1&2"


    Vg & THX

  • Nein, die "Cell reference Voltage" beschreibt die Zellen-Systemspannung und die beträgt bei LFP-Zellen 3,2V. Das ist also korrekt.

    Aber du bist vermutlich auf der richtigen Spur, wenn du dem Grund nachgehst, dass der SoC schon nach kurzer Ladezeit wieder 99% anzeigt. Ich würde vermuten, dass das daran liegt, dass die Ladeschlussspannung im BMS auf einen zu niedrigen Wert eingestellt wurde (auf Deutsch /Schutzparameter/Zellenspannung Schutzabschaltung Max.) . Der Wert sollte normalerweise bei 3,65V liegen. Oder die Gesamtspannung wurde zu niedrig eingestellt (/Schutzparameter/Gesamtspannung Schutzabschaltung Max.)


    Grüße, Tom

  • Wenn man so niedrige Ladeschlussspannungen einstellt, sind solche "unerwarteten Nebenwirkungen" wie hier praktisch üblich. Wir hatten solche Themen hier schon einige Male. Immer war der Wunsch einer möglichst langen Lebensdauer der treibende Faktor, wenn ungünstig niedrige Ladeschlussspannungen eingestellt wurden, obwohl LFP-Zellen mühelos eine durchschnittliche Lebensdauer von 10 bis 20 Jahren erreichen. Da frage ich mich dann jedes Mal, wo man mit solchen Einstellungen eigentlich noch hin will.


    Grüße, Tom

  • Servus flwsnst,

    sieh Beitrag #6

    Zellenabschaltung auf 3.6V und Summe 14.4V

    Nicht verwirren lassen, Abschaltung ist schon Level 2, das ist aber vorerst nebensächlich.

    Hau rein, Lader dran und die gequälten Zellen wieder mal ordenlich durchpusten. Die sind ja schon fast ohnmächtig vor Hunger. Der SOC kann zuerst mal unberücksichtigt bleiben. Mehr als 100% werden eh nicht angezeigt.

    2A und warten, und warten, und warten, bis alle Zellen hochkommen. Und ab- und zu mal auf die Einzelspannungen achten, dass der Ladekanal schön grün bleibt.

    Da gibt es ein tolles Ladungs - Spannungsdiagramm von Tom.

    Sollte eine Zelle nicht nachkommen, oder eine Zelle nach oben abhauen, den Ladestrom weiter reduzieren, und, einen aktiven Blancer von microcharge.de drantun. Du hast doch einen Bausatz mit Einzelspannungsabgriff.

    Den externen Balancer nach getaner Arbeit wieder wegtun. Das braucht Strom, nicht viel, aber doch.

    Ausgeglichene Zellen muss man nicht balancieren, das schafft auch der interne Daly Balancer.


    Hab ich das richtig gesehn, das System hat 0 Zyklen? Oder wird das bei einem factory reset genullt.

    Dann wundern mich die eingestellten Daten, ich hätte vermutet, dass die bei einem factory reset wieder vernünftig eingestellt werden. Ich würde das bluetooth Timeout auf max stellen, 65535. Bei so niedriger Einstellung ist jedesmal die Verbindung weg.

    Wo die Ladung dann über Nacht hinverschwindet, ist dann der nächste Schritt.

    Dass das das Daly einen Knall hat, ist eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

    Passt das so, Hr. Gerry?


    lg

    Manfred

  • so ihr lieben, vielen Dank für die Unterstützung!!! Ich glaub das war's. Ich hab die Zellenabschaltung auf 3.6 eingestellt und dann erstmal mit 2a laden lassen. Das ging auch soweit ganz gut.

    Dann eine Nacht "ruhen" gelassen um zu sehen, ob die Zellen die Spannung halten. Die Zellen hatten am nächsten Morgen nur 0.1v im Durchschnitt weniger drauf. Damit kann ich einen Defekt wohl ausschließen :thumbup:


    Ich habe den aktiven Balancer wohl leider etwas zu spät zugeschaltet, sodass ich die zelle 1 noch nicht vollgekriegt habe, bevor die anderen voll waren und somit das BMS abgestellt hat.


    Nun hab ich die Zellabschaltspannung nochmal auf 3,65 v angepasst und mit 1a weiter geladen.


    Bisher war es mir aber auch so noch nicht möglich auch die Zelle 1 ganz hochzuladen. Aber das ist jetzt wohl "Klagen auf hohem Niveau".


    Am kommenden WE werden ich den Akku im Betrieb testen & bin, dank euch, sehr optimistisch.

    VG


    P.S. ...ach so, zum Thema "sollten nach dem reset nicht alle Werte verloren sein?" -> ebenfalls mein Fehler. Ich hab nur einen Neustart durchgeführt, keinen Reset - Sorry :doing:

  • Servus flwsnst

    Danke für die Rückmeldung, das ist wichtig für die Beteiligten, und auch für die Mitleser.

    Gut, dass die Batterie wieder Ladung annimmt.

    Ich würde jetzt nicht übertreiben, und bei den vorgeschlagenen 3.60V bleiben.

    Eine Abweichung zwischen 3.55V und 3.60V ist keine disbalance, das ist die natürliche geringe Streuung der Kapazität und unbedenklich.

    Ich würde die Kapazität ( Ausdruck ist techn. nicht ganz einwandfrei ) z.B. auf 95Ah runterstellen, da ist dann bei 0% Restladung noch etwas Notladung drinnen ohne dass das BMS zumacht oder die Batterie in den Bereich der ungesunden Tiefentladung kommt. Ich habe sehr konservative 3.0V als Entlade Endspannung eingestellt.

    Tom kann ja die Lade- und Entladekurven hier verlinken.

    Meine Meinung.

    lg

    Manfred

  • Hallo Ihr beiden!


    Na, das liest sich doch schon mal gut.


    Dieser Hype um die Zellenbalance bildet meiner Meinung nach zuweilen skurrile Blüten. Daraus sollte man wirklich kein goldenes Kalb machen, denn es passiert dabei gar nichts, außer dass die entnehmbare Kapazität der Batterie - wegen der Zellen-Unbalance - ein klein wenig abnimmt. Das ist aber kein bleibendes Problem, denn sobald die optimale Balance wiederhergestellt ist, ist auch die volle Kapazität wieder da. Also bleibt bei einer Zellen-Unbalance als unerwünschtes Symptom nur die etwas unharmonisch anmutende Anzeige der Zellenspannungen. Aber das ist ja kein Batterieproblem, sondern findet nur im Kopf statt. Die Falten der Sofakissen sollen gefälligst alle gleichmäßig sein, ebenso wie Flecken auf Hemd und Hose heute gemeinhin unerwünscht sind. Es ist eine etwas sonderbare Welt, in der wir leben, in welcher Symmetrien und Harmonien bei vielen Leuten für ihr Wohlbefinden eine große Bedeutung haben. In Wirklichkeit ist das aber alles nur oberflächlich. Und das ist bei einer leichten Zellen-Unbalance auch nicht anders: Ein paar Flecken auf den T-Shirt, nichts weiter...


    Dass die Zellenspannungen im Bereich von Lade- und Entladeschluss immer stark voneinander abweichen, schrieb ich schon? Hier hilft auch kein Equalizer, denn das ist "systemisch". Naja: Natürlich hilft ein Equalizer dabei, wenn man die Zellen randvollknallt und mittels Equalizer auf genau 3,65V nivelliert. Da stehen die Kissenfalten dann paradiesisch, wenn nicht gar militärisch, gerade. Aber warte ab, was passiert, wenn die Batterie nun entladen wird: Da die Kapazitäten der Zellen alle ein wenig verschieden sind, ist es vorhersehbar, dass die Zellenspannungen am Entladeschluss wieder schäbigst auseinanderlaufen. Ach, es ist doch zum Mäusemelken... :motz::D


    Und Manfred: Ich weiß, du meinst es gut. Aber mit dem Entladeschluss bei 3V lungerst du auch unnötig nahe an der "Gerade des Todes" (;) gemeint ist die Spannungskennlinie der LFP-Zellen) herum. Wenn der Batterie zur Abwechslung mal ein hoher Strom entnommen wird, so dass die Zellenspannung dann unter Last wegen des Innenwiederstandes von Zellen und Zellenverbindern etwas absinkt, passiert es schnell, dass das BMS wegen der mit 3V doch recht hoch eingestellten Entladeschlussspannung die Entladung unerwünscht abschaltet. Die meisten Hersteller empfehlen bei LFP-Zellen einen Entladeschluss von 2,2V. Da ist also noch massig platz nach unten. Zumal der Entladeschluss gar nicht mal so besonders lebensdauerverkürzend auf die Zellenchemie wirkt. Das tut eher ein hoher Ladeschluss, jedenfalls wenn man wenigstens 20 Jahre Lebensdauer im Blick hat.


    Grüße, Tom

  • Servus,

    hier wäre wieder mal eine Kurve passend:)


    Spannungsverlauf LiFePO4-Zelle_3 .pdf


    Ich hoffe das passt Dir so, wenn ich Deine eigene Kurve hier einfüge.

    Ja, betr. Hochstromanforderung ist eine niedrige Endladeschlussspannung sinnvoll.

    Dann möchte der Herr Peukert auch noch seinen Senf dazugeben.

    Bez. nutzbarer Kapazität [ Ah / Wh ] ist es wie an der Kurve zu sehen fast wurscht.


    > da gibt es was zur Sommerlektüre am Strand <

    lg

    Manfred

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