LiFePo4 Zellen miteinander verbinden. Länge und Art der Verbinder relevant?

  • Bei dem Teil kann man es leicht von unten feststellen:


    1. Auf der Unterseite sitzt eine gelbe LED. Die muss leuchten. Leuchtet sie nicht, hat das Teil entweder keinen Strom, oder ist defekt.
    2. Ebenfalls auf der Leiterbahnseite sitzen grüne Sicherungswiderstände. Unter der Lupe kann man erkennen, wenn sie defekt sind (siehe Bild). Wie die Dinger so aussehen wie auf dem Bild ist das Teil fritte.


    Oben: Brandloch. Sicherungswiderstand durchgebrannt.




    Der zweite Sicherungswiderständ von links ist verkohlt und ebenfalls durchgebrannt.


    Grüße, Tom

  • Ich habe den Activebalancer mal abgeschraubt. War kompliziert, zum Glück hatte ich einen Winkelschrauber zur Hand. Die Lampe leuchtet und auf Bild "ab1.jpg" sieht man die Rückseite des Balancers. Ich hatte vor zwei Jahren unglücklicherweise 2 Käbelchen von einem anderen Activebalancer berührt und es gab einen ganz kleinen Blitz für ein paar Millisekunden. Der Verkäufer hat mir daraufhin mitgeteilt, dass der Balancer vermutlich hin ist und ich einen neuen kaufen sollte. Das ist wie gesagt der, der bis eben in Betrieb war. Jetzt habe ich den alten Balancer (ab2.jpg) nochmal angeschlossen. Auch dort leuchtet die Lampe. Ich werde mal beobachten, ob sich an der Zellenspannung etwas ändert. Vielleicht ist dieser ja nicht kaputt.

    Achso, es war schwer gute Bilder zu machen. Hoffentlich kann man was erkennen. Ich persönlich würde sagen, da ist nix durchgebrannt.


    Edit: Auf EInkaufszettel LUPE schreiben. Das fehlt mir noch im Haushalt, vielleicht kann man damit mehr erkennen.

  • Blitz klingt nicht gut. Diese Dinger sind empfindlich!


    Ich habe dieselben Typen im Programm und es kommen immer mal wieder Kunden nach dem Kauf und reklamieren. Dann kann ich denen genau dasselbe erklären, was ich hier erklärt habe (LED und Sicherungswiderstände überprüfen) und dann höre ich doch tatsächlich immer mal wieder von gewissen Schlaubergern, SIE hätten aber ganz bestimmt alles richtig gemacht und diese Teile wären schon bei Lieferung defekt gewesen. Ja nee, is klar... oO)


    Es passiert beim Anschluss wirklich schnell, dass mal ein Käbelchen kurz in Kontakt mit einem falschen Batteriepol oder Zellenverbinder bekommt und man glaubt dabei kaum, dass der Equalizer dadurch schon defekt geworden sein könnte - wenn man diesen Kurzschluss denn überhaupt bemerkt hat.


    Ob Deiner noch OK ist, lässt sich aus diesem Abstand in der Tat nicht so gut erkennen, aber Du weist ja nun, worauf Du bei diesem Typ achten musst. Und wenn die gelbe LED noch leuchtet, dann sollte er eigentlich noch arbeiten.


    Grüße, Tom

  • Ich habe damals ja nicht reklamiert, sondern dem Verkäufer ehrlich gesagt was ich getan habe und was passiert habe. Habe daraufhin einen neuen Balancer gekauft und bezahlt.

    Eigentlich sollte man ja auch ZUERST die Drähtchen anstecken und DANN das ganze an-, bzw. abklemmen.

    Aus Fehlern lernt man...

    Im Bild "kaputt.jpg" sieht man den alten Balancer. Bei der dritten Sicherung schaut das "U" nicht mehr gut aus. Ich denke er ist kaputt. Lämpchen leuchtet jedoch.

    Habe dann eben wieder den letzten Balancer angesteckt.

    Und diesmal war da auch ein Blitz!!! Allerdings nicht am Kabelende sondern direkt an der weissen Klemme.

    Doch ich habe alles richtig gemacht und nur den kaputten ab- und den neuen angeklemmt.

    Daraufhin die Sicherungen angeschaut und Bilder gemacht (rechteseite.jpg, linkeseite.jpg). Schaut gesund aus.

    Auch das Lämpchen leuchtet. Ist hoffentlich nix schlimmes passiert.

    Vielleicht sollte ich generell mal einen neuen Balancer kaufen. 50 Euro ist ja nicht so viel und auch wenn der andere geht habe ich einen als Reserve.

  • Soo... ich bin es mal wieder.

    Das System lief jetzt 4 Jahre problemlos.

    Leider haben sich beim unteren Kasten 8 Batterien aufgebläht. Ich habe diesen Kasten nicht gut genug verpresst.

    Interessant ist, dass die 8 Zellen aus dem Jahr 2020 (95 AH) stammen, die restlichen Zellen habe ich 2022 gekauft (105 AH). Diese haben sich kein bisschen verändert von der Form.

    Der obere Kasten hat auch 8 ältere Zellen, aber der Kasten ist wie gesagt besser verarbeitet und die Zellen haben keinen Raum, sich zu verbreitern.

    Das schaut so weit in Ordnung aus.

    Meine Idee ist nun, 8 neue Zellen im Microcharge Shop zu kaufen.

    Allerdings hätten dann 4 Batterieeinheiten jeweils (4x105 + 2x95 AH) und 4 Einheiten (6x105 AH). Wäre das problematisch?

    Zu was würden mir die anderen, bzw. Tom raten?

    Viele Grüße!

    Marlon

  • Es ist normal, dass verschiedene Chargen von LFP-Akkuzellen unterschiedliche Ausprägungen der Neigung zum Aufblähen haben, wobei die Neigung dazu erfahrungsgemäß umso mehr besteht, je älter die Zellen sind. Das liegt einerseits daran, dass die "damaligen" Slurry-Mischungen noch nicht so durchoptimiert waren, wie sie es heute allgemein sind und auch die Schichtdicken der Elektroden früher meist deutlich stärker waren, als man Zellenelektroden heutzutage herstellt. Andererseits haben ältere Zellen meist auch schon eine höhere Zyklenzahl und damit mehr Ladungsdurchsatz erlebt, als Zellen, die erst später hergestellt wurden. Beides trägt zum Effekt der Ausbauchung bei.

    Man kann ausgebauchte Zellen übrigens meist ganz gut wieder "einfangen", wenn man sie erst auf Entladeschluss entlädt, dann im Zellenpack zusammenpresst (bitte daran denken, zuvor die Zellenverbinder abzunehmen...) und dann dauerhaft in diesem Zustand hält. Ich habe das selbst mehrfach ausprobiert und hatte dabei auch ziemlichen Bammel, dass sich beim Zusammenpressen der ausgebauchten Zellen eventuell deren Überdruckventile öffnen, aber das ist zumindest bei meinen Versuchen nie passiert.


    Bzgl. eventueller Beschränkungen Zellen kleinerer und größerer Kapazitäten zusammenzuschalten, kann ich dich beruhigen: Man kann aus elektrochemischer Sicht auch 1Ah-Zellen mit 100Ah-Zellen zusammenschalten, das ist egal. Ob es praktischen Sinn ergibt, wäre eine andere Frage. Bei Zellen der Grundtype "LF90", die ja diese mechanische Zellengröße 19,5x13x3,6cm (Höhe x Breite x Dicke) definiert und zu der ja die 95Ah und die 105Ah-Zellen auch gehören, stellt sich zumindest kein Problem, sie harmonisch zusammenzufügen und miteinander zu kontaktieren.

    Grüße, Tom

  • Super! Danke für die Antwort! Jetzt, da die einzelnen Zellen schon ausgebaut sind... wie entlade ich diese am besten? Habe nur ein einfaches Labornetzteil, damit geht es vermutlich nicht. Also einfach eine Gleichstromlampe dranschliessen und lange warten? Vielleicht hat ja jemand nen Tipp.

  • Für solche Aktionen trenne ich die Zellen aus ihrem Batterieverbund, schalte sie alle parallel und schließe dann einen größeren Stromverbraucher an, der die Zellen bis zur Entladeschlussspannung (bei LFP-Zellen etwa 2,5V) entlädt und danach die Last automatisch abschaltet. Also z.B. ein Akku-Kapazitätsmessgerät wie den EBC-A40L mit 40A Entladestrom. Das geht einigermaßen schnell und stellt zu 100% sicher, dass die Zellen nicht durch versehentliche Tiefentladung beschädigt werden. Wenn kein entsprechendes Gerät zur Verfügung steht, bleibt einem nur, die Zellenspannung bei der Entladung manuell zu überwachen. Da die Entladung mehrerer parallel geschalteter LFP-Zellen aber recht lange dauern kann, ist die Gefahr, die Zellen durch zu tiefe Entladung zu beschädigen, leider recht groß.


    Es ist auch nicht ganz einfach, eine brauchbare Entladelast zu finden, die bei der niedrigen Zellenspannungen bis hinunter auf 2,5V noch ausreichend hohe Ströme aufnimmt. Eine 12V-Lampe reicht wegen der niedrigen Zellenspannung hier natürlich nicht aus.


    Mutige Bastler können notfalls einen selbstgebauten 150W-"Tauchsieder" in Form einer kleinen frei gewickelten Spule bestehend aus lackisoliertem(!) Kupferdraht von ca. 1mm² Querschnitt und einer Länge von 3,5m nehmen, die man zur Kühlung in ein nicht zu kleines Wasserbad legt. Der bei der Entladung der Zellen durch diesen Draht fließende Strom von etwa 50A entlädt die Zellen dann relativ schnell. Der Behälter muss aber die maximal zu erwartenden 100°C Wassertemperatur aushalten können (also keine Plastikschüssel, ein großer Kochtopf oder Blecheimer wären besser geeignet). Dabei muss die Zuleitung von den Akkus her aber wenigstens 10mm² Querschnitt haben, damit sie nicht ebenfalls heiß wird und der Leitungsübergang 1mm²-Draht auf 10mm²-Kabel muss ebenfalls unter Wasser liegen. Und natürlich muss das Ganze im Betrieb überwacht werden, wenn man sich nicht die Bude anzünden will. Also eine Bastelei für unerschrockene Bastler. oO)


    Grüße, Tom

  • Puhh.. klingt aufwendig. Also entweder bestelle ich die Tage 8 neue Zellen oder wage mich an das Experiment. Laut Internet sollten aufgeblähte Zellen entsorgt werden. Naja.. ich schlafe mal drüber. In dem Sinne... bis bald und danke!

  • Wie du vielleicht schon vermutest gehöre ich definitiv zur Kategorie "Bastler".

    Allerdings ist es nicht so einfach, sich Batterien nach Ungarn liefern zu lassen.

    Da wir in wenigen Tagen in Deutschland sind könnte ich sie dorthin liefern lassen. Allererdings kann ich dort nicht basteln kann brauche somit eine schnelle Lösung...

    Tauchsieder ist nicht vorhanden. Ich könnte in der Tankstelle nen 24 Volt Wasserkocher kaufen... mhhhh...


    Du meinst ja, dass eine Art "Ausbeulung" stattfindet. Wann kann ich diese denn erwarten, bzw... muss die Batterie komplett leer sein, damit dieser Zustand eintritt? Und dann vermutlich nicht von jetzt auf gleich, richtig? Hast du da noch konkretere Erfahrungen? :)

  • Die Zellen ziehen sich bei der Entladung nicht (bzw. kaum) wieder von selbst zusammen. Jedoch nimmt das Volumen der Aktivmaterialien deutlich ab, wenn die Zellen entladen werden und danach lassen sie sich leichter durch äußeren Druck wieder flach zusammendrücken. Deshalb mein Tipp, die Zellen vor der Kompression erst zu entladen, damit sie bei der Kompression möglichst wieder zu 100% flach werden.


    Ich habe das wie gesagt schon mehrmals so gemacht und kann sagen, dass es bisher immer funktioniert hat. Der seitliche Pressdruck muss danach natürlich dauerhaft bestehen bleiben, andernfalls bauchen sich die Zellen sofort wieder aus.


    Ein 24V-Wasserkocher hilft bei 3V natürlich nicht weiter, weil der dann nur noch 12,5% des Stroms aufnimmt, den er bei 24V aufnehmen würde. :(


    Grüße, Tom

  • Servus,

    da gabe es einen Beitrag, da wird die Heizspirale eines Bügeleisens mit Bimetall Regler als Senke verwendet.
    Da wird nix umgebaut, einfach mit Klemmen an das originale Stromkabel anschliessen.
    LiPo Warner gibt es runter bis 2.7V.
    Das hab ich noch nicht gemacht, ist einen Versuch wert.

    lg

    M.

    Manfred Kramer

    Wien

  • Nee, das is schon richtig. :thumbup:


    Aber das Problem ist ja, dass du, wenn ich das jetzt richtig zusammenbringe, 40 Zellen von je 100Ah hast. Das sind dann, alle 40 Stück zu einer großen Zelle parallelgeschaltet 3,2V/4kAh. Wenn man nun versucht, diesen 3,2V-Riesenzellenklotz mit einem Tauchsieder zu leeren, kriegt man Probleme.

    Zwar ergibt sich bei einem 24V/250W-Tauchsieder ein Bestriebsstrom an 24V von


    R = 24V² / 250W = 2,3Ω


    I24V = 24V / 2,3Ω = 10,42A


    aber bei nur 3V-Zellenspannung nur kümmerliche


    I3V = 3V / 2,3Ω = 1,3A    =O


    Da würde die Entladung eines 4kAh-Akkus dann


    4kAh / 1,3A = 3077h, oder auch 128 Tage und 5 Stunden dauern.


    Bis dahin ist sogar die Garantie abgelaufen... :-))) :P


    Grüße, Tom

  • Insgesamt habe ich 48 Zellen. 16 Davon sind älter. 8 von den älteren (95AH) haben sich aufgebläht, da sie im schlechter verarbeiteten Kasten und nicht sauber verbresst waren.

    Es geht also um 8 Batterien je 95 AH.

    760/1,3 A... klingt für mich nach ner Sache, welche nach unter einem Monat erledigt sein dürfte. ?

    Oder 2 Wasserkocher kaufen und 2 Wochen warten...

    Aber ich geb dir recht, lange Zeit. Evtl. doch besser ein Gerät zum entladen kaufen...

  • Auf jeden Fall sollte man eine automatische Abschalteinrichtung bei Erreichen der Entladeschlussspannung verwenden. Andernfalls steht man am Ende möglicherweise mit einer Menge unbrauchbarer Zellen da. Frag nicht woher ich das weiß...


    Vor 45 Jahren bin ich mit meinem Elektro-Modellrennbötchen öfter zum Badesee gefahren. Damals haben wir 7,2V-NC-Akkupacks benutzt. Da Ladegeräte seinerzeit noch relativ teuer waren, gab es auch eine Lademethode für Geizige: Widerstands-Ladekabel! Einfach den Akkupack mit einem Widerstands-Ladekabel an die Autobatterie geklemmt und geladen. Klappt super und kostet wenig! :thumbup:


    Die tatsächlichen Kosten der mangelhaften Ladetechnik erschlossen sich mir erst nach einigen Ladezyklen, als ich wiederholt mit interessierten Passanten oder anderen Modellbauern so sehr ins Gespräch vertieft war, dass ich nicht rechtzeitig nach meinen Akkupacks schaute, die natürlich prompt rettungslos überladen wurden. || Die Dinger waren damals genauso teuer wie "richtige" Ladegeräte...


    Grüße, Tom

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