Wichtiges zur Ladung von LFP / LiFePO4-Akkus

  • Das ist ganz einfach: Nichts. Dann wird die Batterie natürlich entsprechend geladen, auch wenn ihr das nicht gut tut. Es wäre ja auch schlimm, wenn ein BMS vorhanden wäre, welches die Batterie aus Vorsicht abschalten würde. Dann würde nämlich die Lichtmaschine binnen kurzem ihren Geist aufgeben, weil die Dämpfung der Starterbatterie fehlt und durch die Lichtmaschine selbst erzeugte Impuls-Überspannungen die Gleichrichterdioden der Lichtmaschine und u.U. weiterer Bordelektronik zertstören. Also fällt eine Abschaltung der Batterie schon aus rein technischen Gründen flach. Es gibt ja auch LiFePO4-Starterbatterien. Das sind meistens ganz einfach vier prismatische LiFePO4-Zellen in Reihe und ein Gehäuse mit Polanschlüssen - und sonst nichts.


    Grüße, Tom

  • Sehr informative Anleitung im 1. Eintrag. Hätte da auch mal ne Frage dazu. So wie ich es verstanden habe, regelt das BMS den Ladestrom nicht herunten, wenn die Temperaturen kälter werden, oder?

    Unser WoMo wird über den Winter nicht bewegt, steht aber am Haus mit Lademöglichkeit. Verbaut ist eine Ultimatron ULS 100ah mit Heizung. Jetzt habe ich in der App gesehen, dass der Ladeschalter bei ca. unter +5°C aus ist. Wenn ich das Fahrzeug jetzt an den Landstrom anschliesse wird so denke ich erst die Batterie erwärmt und dann bei über +5°C wird sie geladen. Da ich den Ladestrom über Landstrom ja nicht begrenzen kann (mir zumindest nicht bekannt), wird die Batterie ja schon im einstelligen Plusbereich mit dem vollen Ladestrom geladen, laut dem Diagramm ist das der Batterie ja nicht gerade zuträglich.

    Sollte das Fahrzeug immer erst auf 20°C aufgewärmt werden, bevor ich den Landstrom anschliesse, oder hab ich das falsch verstanden? Für einen Tipp wie ich sie schonend durch den Winter bekomme wäre ich sehr dankbar.


    VG

  • Richtig: Die BMS regeln den Ladestrom nicht, sondern schalten ihn nur ein oder aus.


    Ebenso richtig: Die Verträglichkeit hoher Ladeströme lässt bei sinkenden Temperaturen nach. Wollte man optimal laden, müsste man eine Ladestromquelle mit temperaturgerelter Ladestrombegrenzung verwenden. Es gibt Ladewandler (Ladebooster), die das können, aber die sind auch recht teuer. Die Batterie vor dem Laden immer auf wenigstens 17°C vorzuwärmen, dürfte kein dauerhaft gangbarer Weg sein.


    In der Praxis wird man wohl meistens mit einem Kompromiss leben können, die Batterie entweder vorzuheizen, den Ladestrom eher im niedrigen Bereich zu halten, oder unterhalb einer bestimmten Temperatur gar nicht mehr zu laden. Und dann gibt es noch Einsatzfälle, da ist die Stromspeicherfähigkeit als solche die wichtigste Eigenschaft einer Batterie und die Lebensdauer spielt nur eine untergeordnete Rolle.


    Grüße, Tom

  • Ok, vielen Dank. Kommt für mich wahrscheinlich nur in Betracht, die Batterie vorzuheizen. Allerdings wird die dann ab ca. +5°C mit vollem Ladestrom per Landstrom geladen. Was ich vorhin vergessen hatte zu erwähnen, dass in der App im Fehlerverlauf bei mir 58 Ereignisse bei " Niedrigtemp-Aufladung(UTC)" stehen, die wahrscheinlich davon sind. Hab mich eigentlich schon damit abgefunden, dass WoMo vor dem Laden aufzuheizen um die Batterie so wenig wie möglich zu stressen. Allerdings müßte ich das mit Gas machen, denn stecke ich den Landstrom dran wird ja die Batterie gleich wieder mit geladen. Danke nochmals, hab aber verstanden wie ich die Sache angehen müßte.

  • Wichtig wäre aber, dass man, wenn das BMS die Ladung wegen einer etwas gestiegenen Batterietemperatur wieder freigibt, nicht gleich zu viel Ladestrom gibt, sondern sich im Bereich von C10 aufhält, also dem Zehntel der Nennkapazität. Das ist der Ladestrom, der bei LiFePO4-Zellen etwa zwischen 5 und 13°C klaglos vertragen wird. Wenn man dagegen bei 5°C gleich mit 50 oder 100A lädt, hat man wieder das Problem mit dem Lithium-Plating.


    Grüße, Tom

  • Hallo Tom, ich sehe man muß immer wieder neue Dinge beachten. Du hast mir noch nicht die Frage zur Einstellung meiner drei Ladegeräte beantwortet. Wäre echt super, dass ich da mal wieder einen Schritt weiter komme.

    Grüße

    Christian

  • Hallo Tom, ich sehe man muß immer wieder neue Dinge beachten. Du hast mir noch nicht die Frage zur Einstellung meiner drei Ladegeräte beantwortet. Wäre echt super, dass ich da mal wieder einen Schritt weiter komme.

    Grüße

    Christian

    Was daran liegt, dass ich mit Deiner Frage nach den "Einstellungsparametern" Deiner Ladegeräte nichts anfangen kann, denn ich weiß ja weder, welche Ladegeräte Du besitzt, noch was man daran einstellen kann. Daher nur grundsätzlich: Die Ladung von LiFePO4-Batterien ist bequem, man braucht sich - abgesehen vom Maximalstrom und der jeweiligen Batterietemperatur - keine großen Gedanken darüber machen, weil das BMS die Batteriezellen weitgehend vor Falschbehandlung schützt.


    Die Ladespannung darf bei LiFePO4 pro Zelle bis zu 3,65V betragen, bei einer vierzelligen LiFePO4-Batterie mit 12,8V Nennspannung also maximal 14,6V. Das ist auch genau die Spannung, die ich zur Ladung empfehle.


    ...


    Und natürlich weiß ich, dass jetzt unweigerlich entrüstete Fragen nach den wenn, ach und aber folgen müssen, weil SO EINFACH kann es ja wohl nicht sein, wo man doch schon bei Bleibatterien immer einen Riesen-Bohau um die richtige Ladespannung gemacht hat, damit einem die Batterien nicht gleich von der Schippe sprangen. Ist es bei LiFePO4 aber nicht! Man darf derart voll geladene LiFePO4-Batterien auch gerne über einige Monate sich selbst überlassen, sie gehen deshalb nicht gleich kaputt.


    Ist allerdings eine längere Lagerung (wenigstens viele Monate, wenn nicht gar Jahre) absehbar, sei die "Lagerladung" von etwa 25% Ladezustand empfohlen, bei der die Alterung der Zellen ein Minimum aufweist.


    Grüße, Tom

  • Danke, bei den Ladegeräte hab ich eigentlich nur 2 Fragen:


    Batterie hat 80 ah mit Vorgaben des Herstellers zur Ladung: 14,5 v +/- 0,1 v und Erhaltungsspannung 13,8 v +/- 0,1 v


    1. Das Schaudt ebl 630 hat nur eine Ladespannung von 14,3 v und nach 4h Ladung eine Erhaltungsspannung von 13,8 v. Wenn ich dieses beim Landstrom über mehrere Tage anlasse, sprich die Batterie ständig auf 100% halte. Sollte ich das lieber vermeiden ?

    2. Schaudt booster dauerhaft auf Lithium mit 14,4 v über lange Fahrten oder die blei Einstellung mit 14,4 v ladung und 13,8 v Erhaltungspannung?

  • 14,4V passen bei LiFePO4 sehr gut. Eine Herabsetzung auf Erhaltensladung ist bei LiFePO4 unnötig. Also kein Problem. LiFePO4 verträgt es auch problemlos, über Tage, Wochen und Monate(!) auf 14,6V (also 3,65V Zellenspannung) gehalten zu werden. Natürlich ist der "kalendarische Verschleiß" bei Spannungen an den Grenzen des zulässigen Spannungsbereiches (oben wie unten gleichermaßen) höher. Aber so lange man LiFePO4 nicht gerade über Jahre hinweg ohne Verwendung lagern will, braucht man sich darum nicht zu kümmern. In 10 Jahren gibt es sicher noch viel bessere Batterien und unsere Ansprüche sind dann noch mal deutlich höher, so dass wir die heute verwendeten LiFePO4 dann vermutlich ohnehin ausrangieren und gegen neue ersetzt werden. ;)


    Grüße, Tom

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