4-8S 100A Daly Smart BMS (blau) schaltet nach Erreichen von Grenzwerten immer wieder an

  • Hallo in die Runde,

    bin Modellflieger und habe mir einen 8S LiFePo mit 8x105Ah EVE Zellen gebaut, dazu ein 4-8S 100A Daly Smart BMS inkl. Balancer. Soweit alles ok

    Da ich die volle Kapa das Akkus nicht brauche, habe ich die Schutzparameter auf MaxZelle=3,5V; MinZelle=3,0V; GesamtVmax=28,0V GesamtVmin=24,4V eingestellt.


    Wird nun eines dieser Einzelzellen-Grenzwerte beim Laden oder Entladen erreicht, schaltet das BMS kurzfristig ab, um nach ca. 10sec wieder zu zu schalten (also wenn der Einzelzellengrenzwert beim Ladenvorgang wieder leicht gesunken ist oder im Falle des Entladens leicht gestiegen ist. Die Status LED geht von grün auf dauerhaft rot, aber wie gesagt, der Lade- oder Entlade-MOS schaltet immer wieder an. Das ist irgendwie nervig, finde aber keine Erklärung. BT Firmware ist 4.1.1.


    Danke für die Unterstützung

    Pasie

  • Wenn man sich die Konfigurationsdaten über die Windows-Software BMS-Tool anschaut, dann stellt man fest, dass es nicht nur Abschaltschwellwerte gibt, sondern auch "Wiedereinschaltschwellwerte".



    Und das muss natürlich auch so sein, denn andernfalls würde ein einmal wegen Überspannung abgeschaltetes BMS ja nie wieder einschalten.


    Diese Wiedereinschaltschwellwerte kann man natürlich auch verändern, wenn man das Verhalten des BMS verändern möchte. Allerdings bezweifle ich, dass es besonders sinnvoll ist, das Delta zwischen Abschaltung und Wiedereinschaltung, also die Hysterese, deutlich zu vergrößern, außer es geht z.B. darum, einen nervtötenden, dauernd aus- und kurz darauf schon wieder einschaltenden Lüfter zum schweigen zu bringen.


    Was stört dich denn am Wiedereinschalten?


    Grüße, Tom

  • Danke Tom,

    das Windows-Software BMS-Tool und die darin enthaltenen Einstellungen kenne ich noch gar nicht, sondern nur die (Basis) Einstellungen in der Android BMS App . Hast recht, beim Laden stört das intermettierende auf und ab des Lüfters des Ladegerätes.


    Aber beim Entladen (bzw. in meiner Anwendung beim Laden der Flugakkus) wird eigenartiger weise der Strom durch das BMS nicht auf 0 komplett abgeschaltet (denn dann würde das Ladegerät komplett reseten und den Ladevorgang nicht alleine wieder starten), sondern es wird der Entladestrom (oder die Spannung) abgesenkt, so dass das angeschlossene intelligente Ladegerät selbstständig den Ladestrom für die Flugakkus absenkt, bis das BMS wieder voll durchschaltet und das Ladegerät ebenso wieder voll durchstartet. Das finde ich blöd, weil ich nicht genau weiss, wie lange das (unbeaufsichtigt) so geht, da wäre ein hartes Abschalten mir lieber.


    Na mal sehen, ich versuche mich mal in dem Windows-Tool, ob ich das irgendwie erzwingen kann.

    Danke noch mal, dass ich weiss, dass alles soweit ok ist.


    Pasie

  • Wenn das BMS, warum auch immer, die Entladestromrichtung abschaltet, muss der Innenwiderstand des BMS über 1MegOhm betragen. Dann darf also kein merklicher Strom mehr von der Batterie zum Verbraucher fließen. Falls das dennoch passiert, ist vermutlich die Schaltendstufe des BMS defekt.


    Solche Defekte sind oft bei die Folge von Kurzschlüssen im Laststromkreis. Dann werden einzelne Power-MOSFETs zerstört, die dann in der Folge einen Schluss zwischen Drain und Source aufweisen, wodurch die Ansteuerung nicht mehr arbeiten kann und die restlichen Endstufentransistoren daran gehindert werden, sauber einzuschalten. Dann fließt der Strom statt dessen über die Substratdioden der Power-MOSFETs und an den Lastanschlüssen des BMS ist ein sehr deutlich erhöhter Spannungsabfall unter Last messbar (>500mV). Dieser Defekt wirkt meiner Erfahrung nach jedoch nur bei eingeschalteter Endstufe, nicht bei ausgeschalteter. Dieser Fehler dürfte deshalb nicht dazu führen, dass ein BMS den Strom nicht mehr sauber unterbrechen kann.


    Was viele nicht wissen:


    Ohne Last führt die Abschaltung eines Daly BMS in keinem Fall dazu, dass die zu messende Ausgangsspannung zwischen Batterie-Pluspol und BMS-Anschluss "P-" auf 0V absinkt, da der Innenwiderstand der heute zur Messung verwendeten Digital-Multimeter meist im Bereich von deutlich über 1 MegOhm liegt und damit ähnlich groß ist wie der Widerstand einer abgeschalteten Power-MOSFET-Endstufe. Deshalb entsteht ein Spannunsteiler (B- / BMS / P- / Messgerät / B+), so dass man bei normal abschaltendem BMS - wie gesagt: wenn keine weitere Last anliegt - durchaus noch 7 bis 9V messen kann. Wer den Zusammenhang nicht kennt zieht daraus dann oft den falschen Schluss, dass das BMS nicht korrekt abschaltet. Was natürlich meistens trotzdem gewährleistet ist, wenn eben nur eine Last vorhanden ist. Dann beträgt die messbare Ausgangsspannung meistens 0V, so wie man es erwarten würde.


    Grüße, Tom

  • Hallo Tom,

    vielen Dank für deine ausführlichen Infos, dass hilft sehr im Verständnis.


    Mein BMS ist erst ein paar Monate alt, hat erst 3 Lade/Entladezyklen hinter sich und einen Kurzschluß habe ich noch nicht provoziert. Habe mal unter Last (17,7A bei 26,2V Akkuspannung) den Spannunsabfall an den BMS Terminals gemessen: 12,3mV. Das müsste also ok sein oder? Wären ja 0,7mOhm.

    Also würde ich davon ausgehen, die MOSFETs sind ok. Werde das erstmal weiter beobachten.


    Habe inzwischen mir die das BMS Tool installiert und so folgende Werte ausgelesen. Wie gesagt, bisher nur die wenigen Parameter über die mobil-App eingestellt. Kannst du mir einen Link für die Erklärung der Level 1..3 geben oder kurz selbst die Level erklären? Mir erscheint es so, dass ich in der mobil-App nur Level 2 einstellen konnte (der over-Wert 3,5V /28V und der under Wert 3,0V/24,4V sind mir bekannt ;-)) und irgendwie verstehe ich dann Level 1 nicht, der wohl vom System her kommt. Hm....das macht irgendwie keinen Sinn. Wie schon gesagt, will am Anfang sehr konservative Werte einstellen, weil ich die max. LiFePo Energie gar nicht voll brauche.

  • Level 1 bedeutet Signalisierung, Level 2 Abschaltung. Was Level 3 sein soll, erschließt sich mir auch nicht. Am besten mal bei Daly nachfragen, die werden das sicher wissen.


    Deine obige Beanstandung des intermittierenden Schaltens des BMS wird verständlich, wenn man Deine Schwellwerte betrachtet: Du hast die Spannungswerte für den Ladeschluss deutlich zurückgenommen und bist damit natürlich näher an den zur Schaltsignalisierung eher ungünstigen geraden Bereich der LFP-Kennlinie herangekommen. Würdest Du den üblichen Schwellwert für Ladeschluss bei LFP-Zellen verwenden (3,65V), würde das System im Grenzbereich zwar immer noch regelmäßig ein- und ausschalten, dies aber deutlich weniger hektisch.


    Man muss berücksichtigen, dass es bei fließenden Lade- bzw. Lastströmen ja auch immer zu einer Überlagerung von Zellenspannung und strombedingtem Spannungsabfall über den Zellen kommt. Das BMS kann aber nur den absoluten Spannungswert messen und nicht beurteilen, wie hoch der jeweilige Anteil des strombedingten Spannungsabfalls am gemessenen Spannungswert ist. Wenn man nun mit größeren Strömen arbeitet, wird der strombedingte Spannungsabfall schnell dominant und ein BMS mit zu knapp eingestellten Schwellwerten beginnt dann schnell viel zu früh abzuschalten.


    Grüße, Tom

  • Servus,

    hier ist einiges durcheinander, z.B. Level 1 höher als Level 2.

    Die Zellen werden mit 3.5V nicht voll und werden nur unzureichend balanciert.

    Ab- und zu sollte die Zelle bis 3.6V geladen werden, zumindest jeden 5. Zyklus.

    Da ist ein Blick in das Datenblatt der Zelle sinnvoll.

    Ich schlage vor, das BMS auf Werkseinstellungen zurücksetzen.

    Sinnvoll balancen ist erst bei höherer Zellspannung möglich. Davor ist die Spannungskurve zu flach.

    Tom hat mehrfach Diagramme zur Lade- und Entladespannung gezeigt. Da ist gut zu erkennen, was Sache ist.

    Der Ladezustand eines LiFePo Systems ist, abgesehen von ganz leer 0% und ganz voll 100%, über die Spannung nicht zuverlässig zu beurteilen.

    Diese ist über lange Zeit unverändert bei ~3.3V Der SOC des BMS wird bei Ladeendspannung automatisch oder auch manuell in der app wieder auf 100% korrigiert. Da haben sich während der Lade- und Entladevorgänge während eines Zyklus Messtoleranzen aufsummiert. Der SOC wird über einen Messshunt ermittelt, und ist nur ein Richtwert.

    Detailiertes Fachwissen ist hilfreich, jedoch ist das Ziel, ein funktionierendes System ohne Eingriffe zu haben. Die allermeisten Anwender kommen gar nicht in diese Situation, weil sie auf Werkseinstellung bleiben. Einzig das BMS bluetooth timeout habe ich auf max. gestellt.

    Bei den LiPo Akkus der Modellflieger ist das einfacher. Da ist der Ladezustand direkt an der Spannung ersichtlich. Ich lade bis 4.1V und beende den Flug bei 3.8V Ruhespannung, das ist auch meine store Spannung.

    Meine Meinung.

    lg

    Manfred

    auch Modellflieger:thumbup:

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