Fragen zum Powerlader 360W in Verbindung mit LiFePO4-Batterien

  • Hallo Tom,


    ich habe bereits viele Produkte bei Dir gekauft. Immer sehr verlässlich und nie enttäuscht. Das an dieser Stelle als Lob an Dich.


    Heute eine Frage:


    Dein Ladegeräte (siehe Foto), sollte bei mir neuerdings eine LifePo4 (siehe auch Bilder) Batterie laden. Kann das Gerät das? Google sagt, dass die Einstellung AGM am nähesten käme aber nicht optimal ist.



    2. Frage. Die Batterie wurde in einem Karton geliefert der mit Schaumstoff ausgekleidet war. Wäre es gut, wenn ich die Batterie im Winter dort quasi wäremisoliert angeschlossen betreibe? Sie würde sonst Aussentemperatur abbekommen.



    Freue mich auf Deine Antworten.


    Vielen Dank und viele Grüße


    Philipp

  • Guten Morgen Philipp,


    es freut mich sehr, wenn meine Produkte Dich zufriedenstellen konnten. :)


    Zu den Fragen:


    Ja klar, die Ladung von LFP-Batterien kann praktisch auch von fast jedem Ladegerät für Bleibatterien erfolgen. Das in den Bildern gezeigte Ladegerät ist aber auch schon ab Werk für LFP-Batterien ausgerüstet. Ich empfehle hierfür ebenfalls die Einstellung für AGM-Batterien, weil die Ladespannung dann den Anforderungen der bei LFP-Batterien verwendeten BMS am besten entspricht. Also Ladespannung 14,4V oder mehr.


    Zur zweiten Frage: Der Batteriekarton wird zur Polsterung für den Versandweg mit Schaumstoff ausgekleidet, damit die Batterie dabei keinen mechanischen Schaden nimmt. Mit der Temperatur hat das nichts zu tun. Winterliche Kälte macht LFP-Batterien auch nicht viel aus. Einzig wenn mit höherem Ladestrom geladen werden soll, sollte die Batterie nicht bei Temperaturen unter 0°C geladen werden. Die meisten BMS berücksichtigen das bereits und verhindern eine Ladung bei Temperaturen unterhalb 0°C. Nur stellt sich dann die Frage, wie man denn LFP-Batterien bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts überhaupt laden kann. Eine thermische Isolierung hilft höchstens für wenige Stunden, wenn die Batterie zuvor Zimmertemperatur besaß. Danach ist sie auch mit einer thermischen Isolierung auf Umgebungstemperatur heruntergekühlt, denn sie erwärmt sich ja im Betrieb praktisch gar nicht. Die einzigen Möglichkeiten in solchen Fällen sind entweder, eine elektrische Heizung für die Batterie vorzusehen (es gibt LFP-Batterien mit integrierter elektrischer Heizung, die hilft in vielen Fällen sehr gut, aber in manchen leider auch nicht wirklich…), oder einfach die Lebensdauerverkürzung bei Kälteladung in Kauf zu nehmen. LFP-Batterien sind ja zwischenzeitlich erheblich billiger geworden, da reißt es kein ganz so großes Loch mehr ins Portemonnaie, wenn man nach 10 Jahren vielleicht eine neue Batterie kaufen muss. Oder man beschränkt sich bei Kaltladungen auf kleine Ladeströme im Bereich von weniger als 10% der Batteriekapazität. Solche Ladungen haben pkaum negativen Auswirkungen auf LFP-Batterien. Bei Fertigbatterien ist es aber oft nicht möglich, die Konfiguration des BMS so zu ändern, dass es Kaltladungen zulässt. Bei Eigenbau-Batterien mit zugänglichem BMS ist das aber meist kein Problem.


    Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.


    Grüße, Tom

  • Hallo Tom,


    herzlichen Dank nochmal für Deine letzte Antwort mit der ich sehr viel anfangen kann.


    Nun ist gestern folgendes passiert:


    Ich hatte mir die gleiche Batterie nochmal gekauft und bin somit laut Aufkleber bei 2x100Ah = 200AH. Die Batterien habe ich getrennt voneinander mit den Ladegerät auf AGM Einstellung geladen damit sie gleich voll sind. Dann habe ich Sie parallel geschlossen. Als Sie bei ca. 70% waren habe ich das Ladegerät angeschlossen. Ich sah wie es anfing zu laden dann habe ich es nicht mehr beachtet. Es ist dann ausgegangen und macht nun keinen mux mehr. Ich kann aber nicht sagen wie lange es noch lief. Hab ich es mit den 200Ah überfordert oder was kann passiert sein? Ich bringe es nicht mehr zum laufen. Kannst Du mir helfen was ich tun soll. Es lief bisher immer sehr zuverlässig.


    Vielen Dank


    Gruß Philipp

  • Hallo Philipp,


    da kann ich aus der Entfernung leider auch nicht viel zu sagen. Es liest sich aber, als wäre das Ladegerät kaputt, denn wenn es ausgeht und sich nicht mehr rührt, dann scheint mir kein anderer Schluss möglich. -|-


    Oder was meinst Du?


    Grüße, Tom

  • Ok

    Aber es ist halt komisch, dass es erst dann nicht mehr ging als ich zum ersten Mal 200Ah geladen hab.


    Was meinst Du?


    Kann man es reparieren? Oder welches Gerät kannst du mir aus deiner Reihe für lifepo4 und andere Typen empfehlen?


    Gruß Philipp

  • Der 360W-Powerlader ist passiv gekühlt, besitzt also keinen Lüfter. Das ist einerseits natürlich wunderbar, weil es keinen Lärm gibt, aber andererseits technisch kompliziert, weil es nur eine Handvoll Bauteile mit geeignetem Bauteilgehäuse gibt, die sich zur Kühlung am Metallgehäuse des Laders montieren lassen, welches dann statt eines kühlenden Luftstroms die im Betrieb entstehende Wärme abführen. Viele Bauteile sind bei solchen passiv gekühlten Konstruktionen daher deutlich schlechter gekühlt als in von Lüftern mit Kühlluft beaufschlagten Geräten. Es geht hier also besonders bei hoher Last deutlich heißer zu, als bei lüftergekühlten Geräten. Diese Baureihe von MeanWell ist trotzdem aber als sehr robust und langlebig bekannt. Da die Gehäuse seitliche Luftschlitze besitzen, empfehle ich zur Unterstützung der Kühlung immer, wenn möglich, eine Montage dieser Geräte in senkrechter Lage durchzuführen, damit eine Konvektionskühlung zusätzlich wirksam werden kann. Wenn große LiFePO4-Batterien geladen werden, fließt für viele Stunden der Maximalstrom, sodass dann die Wärmeentwicklung ihr Maximum erreicht. Ist dann die Kühlung des Gehäuses durch die Umgebungsluft nur teilweise möglich, also z.B. weil die Umgebungsluft selbst eine hohe Temperatur besitzt, steigt das Ausfallrisiko an. Insofern ist es gar nicht verwunderlich, dass das Gerät „ausgerechnet“ bei Anschluss einer großen Batterie mit folgender hoher Dauerlast defekt geworden ist.


    Ob eine Reparatur möglich ist, hängt von der Art des Defekts ab, also welcher bzw. welche Bauteile defekt geworden sind. Meist dürften bei solchen Konstellationen die Schaltendstufe oder der Gleichrichter defekt werden. Diese lassen sich meistens ohne besonderen Aufwand austauschen. Allerdings kommt man bei dem relativ geringen Preis dieser Geräte immer erschreckend schnell an die Grenze der Wirtschaftlichkeit, weil Arbeitszeit in Deutschland bekannterweise teuer ist.


    Wenn die Betriebsbedingungen eher leicht sind, also am Betriebsort ausreichend kühle Luft zur Verfügung steht, spricht eigentlich nichts gegen den Einsatz dieses Gerätes, auch bei großen Batterien und stundenlanger Dauerlast. Bei erschwerten Betriebsbedingungen in Form langer Hochlastphasen bei zugleich erhöhter Umgebungstemperatur, würde ich eher ein lüftergekühltes Gerät empfehlen. Hier besteht allerdings über die Zeit zwangsläufig ein gewisses Verschmutzungsrisiko, weil zusammen mit der Luft auch Staub und Schmutz angesaugt werden, die dann über die Zeit das lüftergekühlte Gerät innerlich so verschmutzen, dass die Kühlung auch dort beeinträchtigt wird und die Ausfallgefahr ansteigt.


    Aus meinem Angebot kann ich Ihnen außer dem Mean-Well 360W-Powerlader, den Du schon hast, durchaus alles empfehlen, was Deinen Leistungsanforderungen – also der Batteriespannung und dem maximal geforderten Ladestrom - entspricht. Für universelle und „ambulante“ Heimanwendungen eignen sich die Geräte von HTRC sehr gut, die es mit 20A und 35A gibt. Sie besitzen Lüfter, sind aber deshalb leider nicht geräuschlos.


    Ich persönlich benutze eigentlich nie Ladegeräte zur Ladung von Batterien, sondern immer Netzteile. Das bringt den Vorteil einer extrem universellen Verwendbarkeit mit sich, weil sich damit sämtliche Akkus und Batterien mit Spannungen von 0 bis 30V laden lassen. Dabei sind dann auch die Ladeströme stufenlos einstellbar. Ein Nachteil dieser universellen Verwendbarkeit von Netzteilen anstatt Ladegeräten sei aber erwähnt: Sie dürfen nicht verpolt angeschlossen werden, denn dann gehen sie kaputt! Also immer darauf achten: Rot ist Schwarz und Plus ist Minus… ;)


    Einen weiteren Vorteil hat die Verwendung von Netzteilen bei der Ladung von Lithium-Batterien zusätzlich noch: Es gibt keinen „Verpolungsschutz“ (weshalb Netzteile auch bei verpoltem Anschluss an Batterien durchbrennen). Dieser Verpolungsschutz, den Ladegeräte naturgemäß immer besitzen, hat nämlich auch entscheidende Nachteile. Z.B. den, dass eine leere Lithium-Batterie, deren BMS die Batterie zur Vermeidung schädlicher Tiefentladung abgeschaltet hat, für Ladegeräte mit Verpolungsschutz sozusagen „unsichtbar“ ist, was eine Aufladung effektiv verhindert. Dieser Verpolungsschutz von Ladegeräten funktioniert nämlich so, dass das Ladegerät erst mal „guckt“, ob es die Batteriespannung „sehen kann“. Und da sieht ein Ladegerät bei Lithiumbatterien, die, wenn sie leer sind, weil sie vom BMS abgeschaltet wurden, leider gar nichts. Und wenn der Verpolungsschutz keine Batteriespannung „sieht“, schaltet er dann die Ladung nicht ein. Ätschibätschi! 😝


    Deshalb nehme ich lieber Netzteile zum Aufladen von Batterien, damit hat man solche blöden Probleme nicht. 😊 Z.B. meine Artikel-Nummern 2030 oder 2031.


    Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.


    Grüße, Tom

  • Mehrere Händler von Wohnmobilen in unserem Bundesland, verwiesen Leuten welche Probleme mit ihren integrierten Ladegeräten hatten schon öfter zu mir. Die meisten schon etwas älteren Ladegeräte bzw. Bordnetzteile, arbeiten überwiegend mit einem Einpuls Sperrwandler im Leistungsbereich um ca. 250 Watt oder max. 20 Ampere Nennstrom. In diesem Zusammenhang gibt es aber auch zwei schwerwiegende Nachteile: Zum einen sinkt der ohnehin für heutige Maßstäber nicht so gute Wirkungsgrad bei Volllast noch weiter ab und die Temperaturentwicklung bzw. Verlustleistung wird dann erheblich höher. Mit klassischen Bleiakkus war das in den meisten Fällen noch eher unproblematisch, weil diese nicht so hohe Ladeströme wie LFP Akkus (bei zusätzlich meist noch dickeren Zuleitungen) ziehen.


    Ein nicht zu unterschätzendes mögliches Problem ist dabei die Überstrom-Schutzschaltung, denn diese spricht nicht immer sofort beim höchstzulässigem Nennstrom an, sondern oft erst viel höher. Läge in diesem Zusammenhang der Ladestrom beispielsweise über 30 Ampere oder tritt gar ein sekundärseitiger Kurzschluß auf, dann schalten die meisten Sperrwandler zuverlässig ab oder die Anlaufschaltung pumpt nur noch in rythmischen Zeitabständen, folglich arbeitet der Wandler im unkritischen Schonbetrieb und es könnte nie etwas zerstörerisches passieren.


    Wenn der Überlastungsschutz allerdings bei beispielsweise "28" Ampere Last noch nicht anspricht, dann sinkt der thermische Wirkungsgrad kontinuierlich weiter in den Keller und der Leistungsteil fährt allmählich in thermische Sättigung, solchen unerwünschten Betriebsbedingungen folgt nicht selten ein unvermeidlicher Supergau mit zerstörtem Leistungsschalter, Schaltregler, aufgeblähten hochohmigen Elkos usw.


    Ich habe in diesem Zusammenhang schon öfter kleinere passiv gekühlte Sperrwandler-Schaltnetzteile mit einer einstellbaren elektronischen Last gequält und deren Parameter unter verschiedenen Lastbedingungen aufgezeichnet, dann sieht man vor allem auch genau wann der Überlastungsschutz allmählich anspricht.



    Wenn man allerdings bei schwächeren Ladegeräten nach diesem Schaltungsprinzip die Ladeleitungen vom Netzteil zum Energiespeicher etwas hochohmiger auslegt und damit folglich unter kritischen Grenzströmen bleibt, dauert zwar der Ladevorgang deutlich länger, aber zu kleine Ladegeräte oder Schaltnetzteile leiden dann thermisch nicht so stark!

  • Interessant. Allerdings weiß ich nicht, von welchem Typ dieser MeanWell-Lader ist. Die 50W-DC/DC-Wandlern, welche ich in größeren Stückzahlen in meine ebenfalls passiv gekühlten Anhänger-Ladeboostern eingebaut hatte, sind bei Überhitzung durch langanhaltende Volllast und schlechte Kühlung regelmäßig der Leistungs-Schalttransistor oder die ausgangsseitige Doppel-Gleichrichterdiode durchgebrannt. Diese Geräte besitzen zwar eine thermische Überlastsicherung, nur scheint sie nicht in jedem Fall richtig zu arbeiten.


    Grüße, Tom

  • Hallo Tom,


    Bei den aufgezeichneten Messwerten handelt es sich um ein klassisches 12V 60 Watt Tischnetzteil welches für 17 bis 22" LCD Industrie Bildschirme, als externe Stromversorgung über einen 5,5 x 2mm Hohlstecker diente. Solange bei diesen Bildschirmen die Hintergrundbeleuchtung moderat eingestellt war und deren DC Leistungsaufnahme unter 35 Watt betrug, funktionierten diese Bildschirme und externen Netzteile viele Jahre problemlos im Dauerbetrieb.


    Wenn dann wieder irgend ein Idiot die CCFL Hintergrundbeleuchtung auf Vollanschlag justierte und folglich deren DC Stromaufnahme auf knapp 4 Ampere anstieg, dann waren nach max. 3 Jahren garantiert die CCFL Röhren und auch die externen Tischnetzteile hinüber. Die jüngeren Bildschirme mit LED Hintergrundbeleuchtung verbrauchten bei ordentlicher Einstellung der Hintergrundbeleuchtung 15 bis max. 20 Watt elektrische Energie und diese kompakten passivgekühlten Tischnetzteile überlebten dauerhaft. Wurde die LED Hintergrundbeleuchtung ebenfalls von hirnlosen Leuten auf Vollgas justiert, fielen manche LED Streifen vom LCD Panel nicht selten schon im ersten Jahr aus. Wir hatten diese Bildschirme und Netzteile früher in Spielautomaten installiert und die liefen dort nicht selten über 8000 Betriebsstunden pro Jahr. Wir hatten auch andere Tischnetzteile, wo die Strombegrenzung schon viel früher ansprach wie beispielsweise diese 12V 4A Ausführung.



    Allen geinsam war aber die Tatsache, dass sie ab ca. 4½ Watt interner thermischer Verlustleistung, garantiert nach wenigen Jahren Dauerbetrieb ausfielen. Auch wenn ein passiv gekühltes und vom Gehäuse ausreichend großes Schaltnetzteil für 100 Watt Ausgangsleistung ausgelegt ist, darf man es bei Dauerbetrieb nur bis max. 50% der angegebenen Nennleistung belasten, andernfalls ist ein frühzeitiger Ausfall vorprogrammiert. Wir hatten unter anderem in diversen Kneipen zahlreiche Unterhaltungsautomaten mit klassischen 150 bis 300 Watt ATX Netztteile, wo deren schwache PC´s deutlich unter 100 Watt Energie zogen. Wenn aber aufgrund von Nikotinverklebungen irgendwann der Lüfter vom Netzteil blockierte, waren diese schnell erledigt und die meisten Elkos hochohmig oder aufgeplatzt!


    Nicht ohne schwerwiegende Gründe wurden später in vielen Tower Pc`s stark überdimensionierte Netzteile mit mindestens 500 Watt Nennleistung und noch deutlich mehr installiert. Denn wenn die Grafikkarte bei rechenintesichen Videospielen bis zu 200 Watt und mehr elektrische Energie zieht, halten erfahrungsgemäß 400 Watt ATX Netzteile nicht dauerhaft!

  • Leider sind heute die meisten technischen Konsumprodukte eher für kurzlebige Einsatzzeiten ausgelegt oder werden entsprechend hoch belastet, damit sie keinesfalls zu lange halten! Mit meiner mittlerweile 45 jährigen Langzeiterfahrung an Spielautomaten kann ich auch beurteilen, welche Komponenten unter welchen Einsatzbedingungen wie kurz oder lange durchhalten können! In dieser Zeit musste ich unter anderem auch mehrere tausend CRT Farbmonitore mit klassischen Bildröhren reparieren uvm.!

  • Für Hersteller wie den Handel ist "geplante Obsoleszenz" unsinnig, weil sie beiden hohe Kosten durch Reklamationen, Service- und Ersatzleistungen bereitet. Denn wenn eine Waschmaschine nach nur fünf Jahren gleich so kaputt ist, dass man eine neue kaufen muss, wird der normal verständige Konsument wohl kaum noch einmal dieselbe Marke kaufen. Weshalb ich von der Mär einer angeblich weit verbreiteten geplanten Obsoleszenz nicht viel halte. Für mich als Händler ist jeder Ausfall eines verkauften Gerätes übel geschäftsschädigend, der Aufwand für Support und Reparaturen oder gar kostenlose Lieferung neuer Geräte sind brutal und kaum unterzubringen, wenn die Margen sehr knapp und die Hersteller weit weg sind. Und nicht selten versuchen unzufriedene Kunden den Händlern dann auch noch eine Lehre zu erteilen und versuchen ihnen durch massenhafte schlechte Berichterstattung übers Netz mutwillig zu schaden. Frag mich bitte nicht, woher ich das weiß... :rolleyes:


    Was es aber gibt, sind billige und dann zwangsläufig schlechte Geräte: Manche HP-Tintenstrahler für EUR 39,- inkl. Tinte halten kaum ein Jahr. Und dann handelt es sich um ausgesprochenes Dünnplastik, was einen Papierstau nach dem anderen erzeugt. Und was die Patronen kosten, das behalte ich lieber für mich. Aber viele Interessenten lassen sich leider von solchen unrealistischen Fantasiepreisen zum Kauf animieren. Dabei könnte doch jeder Dummi im voraus erkennen, dass man für EUR 39,- inkl. 19% Umsatzsteuern keinen auch nur halbwegs brauchbaren Drucker herstellen und verkaufen kann. -|-


    Grüße, Tom

  • Hallo Tom,


    Aus meinen mittlerweile langjährigen Erfahrungen weiß ich, dass gegen Anfang der 2000er Jahre viele Korea Hersteller von Arcade CRT Bildirmen ihre Chassis mit extra billigen China Elkos von Capxon bestückten, da musste man schon wirklich Glück haben wenn so ein neues Chassis mal länger als 2 Jahre oder deutlich über 10000 Betriebsstunden ohne ausgediente Elkos funktionierte. Nach deren erster Reparatur mit ordentlichen japanischen Elkos, kamen solche Geträte selten innerhalb der nächsten 5 Jahre wieder zur Reparatur. Dann aber meistens wegen anderer Verschleißschäden, aber die Japan Elkos waren dann noch meistens vom ESR in Ordnung. So ging es auch mit vielen PC Mainboards und späteren TFT Bildschirmen weiter, welche Anfang um die Jahre 2005 bis 2010 überdurchschnittlich häufig wegen extrem schlechten China Elkos ausfielen. Dann hatten wir auch Mini-ATX Netzteile mit gefälschten Panasonic Elkos in richtig grottenschlechter Qualität, welche schon überwiegend im erster Jahr ausfielen.


    Weiter erhielt ich um 2009 mal 5 baugleiche 22" LG Fernsehgeräte von Bj. 2007, wo beinahe zeitgleich überall mindestens eine der 4 CCFL Röhren defekt war. Die wurden damals zeitgleich in einem kleinen Wettbüro installiert und sind innerhalb von 2 Monaten hintereinander ausgefallen. Das blöde dabei war die Tatsache, dass beim zurücksetzen auf Fabrikseinstellung die Hintergrundbeleuchtung auf 100% vorprogrammiert ist. Außerdem waren beinahe alle Elkos vom Hersteller Samxon völlig am Ende. Ich habe damals 50 neue CCFL Röhren in passender Länge für kleines Geld aus China bestellt, weil ich diese kleinen Fersehgeräte (welche als VGA und HDMI PC Monitore dienten) geschenkt bekam. Ich reparierte alle Exemplate und lötete den Analogeingang für die Intensität der Hintergrundbeleuchtung am CCFL Inverter mit einem Spannungsteiler auf einen festen energiesparenden Wert. 4 von diesen Bildschirmen laufen auch heute noch mit max. 22 Watt Leistungsaufnahme ohne Probleme. Die sind in den letzen 15 Jahren garantiert über 30000 Stunden gelaufen.


    In diesem Zusammenhang könnte ich noch viel mehr schreiben, was aber den Rahmen sprengen würde. Entweder war das in allen Fällen grenzenlose Dummheit der Einkäufer diverser Produzenten bei ihrer Wahl von minderwertigen China Billig-Elkos, oder wie bei den verrückten Fabrikseinstellungen von LG grober Vorsatz.


    PS: Von HP habe ich den letzten Tintenstrahler Deskjet 970 CXI vor über 20 Jahren gekauft, die farbigen Tintenpatronen brauche ich nicht und die leeren habe ich immer von der früheren Firma mitgenommen. Ich habe diese 51645A 42ml Patronen bisher immer mit billigster Nachfülltinte nachgefüllt, wobei man nicht mehr als 10ml nachfüllen sollte weil diese dünne Billigtinte andernfalls austropft. Obwohl schon an die 10 alten Tintenpatronen nicht mehr funktionieren, habe ich noch einen Vorrat welcher für viele Jahre reichen sollte.

  • Hallo Ewald,

    über die Lebensdauer von Elektrolytkondensatoren kann man bei neuen Typen oder unbekannten Marken ja noch keine Erfahrungen haben. Irgendwann um die Nuller Jahre gab es zudem Probleme mit dem Elektrolyt eines bestimmten Produzenten. Genaues weiß ich darüber leider nicht, deshalb das nur am Rande. Aber dass man nur teure Kondensatoren kaufen sollte, weil billige alle schon nach kurzer Zeit ausfallen, ist, zumindest meiner Meinung nach, doch etwas zu kurz gesprungen. Also meiner Meinung nach gibt es diese sagenumwobene geplante Obsoleszenz schlicht nicht. Es mag Einzelfälle gegeben haben, aber mir sind nie welche begegnet.

    Ich bin für mich auf die "Formel" gekommen, dass das Risiko, einen Reinfall zu erleiden, mit sinkenden Preisen zunimmt. Der Schrottfaktor verhält sich also grob gesagt umgekehrt proportional zum Preis. Ich liebe trotzdem so richtig billige Lambda-Sonden (neu, für EUR 7,20 von einem gewerblichen Händler bei ebay, aber ohne Stecker, läuft seit 200.000km), Windschutzscheiben (EUR 90,-, mit Grünkeil) und Kraftstoffpumpen (NoName, zwei Stück für 29,90, auch schon seit 80.000km drin). Aber zuweilen geht das Spielchen natürlich auch nach hinten los. Weshalb ich zur Sicherheit nur Michelin-Reifen kaufe: 4 neue (und frische) Michelin 195/65-15 Sommerreifen für 159,60, inkl. Versand vom Händler. Nach 9 Jahren laufen sie noch immer prima... oO)


    OK, genug angegeben... :S


    Grüße, Tom

  • Hallo Tom,


    bestimmte Wortmarken bei chinesischen Elkos sind auch heute noch "grottenschlecht" und haben nicht selten als Neuprodukte deutlich schlechtere ESR Messwerte wie japanische welche schon 10 Jahre im Dauereinsatz waren. Es gibt mittlerweile auch schon chinesische Markenelkos welche man bedenkenlos kaufen kann, denn die haben aus ihren Fehlern gelernt und werden uns allmählich überholen.


    Ich kann mich noch gut an einem alten Fernsehtechniker im Jahr 1971 erinnern, welcher die damals massenhaft angebotenen japanischen Radio und Fernsehgeräte schlechtredete. Die waren damals gar nicht so schlecht und überberholten in wenigen Jahren die europäische Konkurrenz, das wird sich bei unseren chinesischen Mitbewerbern ähnlich wiederholen!

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