Milwaukee Akku M18 - 5,0 Ah defekt?

  • Guten Tag liebe Foristi,


    zunächst meinen Dank für die unkomplzierte Aufnahme in dieses Forum.


    Im Topic ist mein Problem schon schemenhaft erkennbar.

    Als Handwerker verwende ich einige Akku-Werkzeuge der Firma Milwaukee.


    Nun befindet sich ein Akku darunter (etwa 3 Jahre alt), der nicht mehr so möchte, wie ich das gerne hätte.

    Einmal ins Ladegerät gesteckt, scheint er in nullkommenix geladen zu sein.

    Wenn er dann jedoch in der Maschine verwendet wird, ist es ebenso nullkommenix wieder vorbei mit Leistung.


    Es kann sein, dass mein Sohn ihn mitsamt Maschine zwei Tage und Nächte bei Frost im Auto liegen hatte ...


    Meine frage an die Profis: Muss ich damit rechnen, dass er hinüber ist, oder kann ich ihn retten?


    Mit herzlichem Gruß aus hessisch Sibirien

    Johannes

  • Hallo Johannes,

    Das Ladegerät eines Akkupacks misst während der Ladung den Ladestrom und erkennt bei Unterschreitung eines bestimmten Stromwertes auf Akkupack VOLL. Dann wird die Ladung beendet und die erreichte Vollladung signalisiert. Wenn bei der folgenden Entladung der Akkupack dann ebenso schnell leer ist, dürfte ein Defekt des Akkupacks vorliegen.


    Um was für eine Akku-Technologie handelt es sich denn? Noch die ältere Nickelmetall-Hydrid-, oder schon Lithium-Ionen-Technologie? An der Kälte allein wird es aber bei beiden Technologien kaum gelegen haben.


    NimH-Akkupacks geben gerne den Löffel ab, wenn die erste Zelle im Akkupack schon leer ist, der Rest aber noch genug Spannung aufbringt, um das Gerät noch weiter zu betreiben. Dann erliegt man gern mal der Versuchung, auch bei merklich schwächer werdendem Akkupack noch weiter Ladung zu entnehmen. Das führt dann dazu, dass die erste leere Zelle bei weiterer Entladung des Packs mit umgekehrter Polarität geladen wird <X, was ganz schnell dazu führt, dass die betreffende Zelle dann ganz kaputt geht.


    Bei Li-Ionen-Akkupacks kann das nicht passieren, weil diese immer ein eingebautes BMS (Battery Management System) besitzen, welches den kompletten Akkupack abschaltet, sobald die erste Zelle leer ist. Im Endeffekt nimmt es sich bei solchen Schäden aber nichts, ob es sich um NimH oder Li-Ion handelt, denn mindestens eine Zelle dürfte in jedem Fall am Ende sein.


    In beiden Fällen kann man aber durch Einbau neuer Zellen den Akkupack wieder reparieren. Ich mache das ganz besonders gern bei Akku-Handwerkzeugen mit NimH- oder gar noch den alten NiCd-Akkus, weil ich dann gleich einem Umbau auf moderne Lithium-Ionen-Zellen und BMS durchführen kann. Der Leistungs- und Kapazitätszuwachs ist enorm, die Ladezeit wird meist deutlich verkürzt und die Lebensdauer verlängert sich auch noch ganz erheblich. Das Beste ist aber die auf nahe Null reduzierte Selbstentladung von Li-Ionen-Zellen, im Gegensatz zur alten Nickeltechnik: Selbst wenn solche Akkupacks monatelanbg herumliegen, haben sie noch fast die volle Kapazität!. :love: Und die Kosten für ein paar neue Akkuzellen und das BMS liegen meist kaum über 30,- Euro (für Akkupacks mit 11 bis 15V). Also fast immer ein sehr dankbares Projekt, zumal man zugleich seinen alten Akkuschrauber, oder um was es sich gerade handelt, auch weiterhin verwenden kann. Das spart ordentlich Geld.


    Zum Kauf von neuen Nickel-Akkupacks möchte ich daher lieber abraten, denn zum einen liegen die oft schon sehr lange in den Lagern der Händler (Alterung) und zum anderen ist damit keine Leistungsverbesserung erreichbar. Und dazu ist es meist auch noch teurer.


    Grüße, Tom

  • Servus Johannes,

    >milwaukeetool< ist ein bekannter Hersteller von Akkuwerkzeug mit bestem Ruf.

    Vergleichbar vielleicht mit z.B. Bosch blau

    Ich denke, das ist ein 5S2P LiIon

    >klick<

    >kilck<

    Für einen Handwerker ist es wichtig, dass das Werkzeug zuverlässig funktioniert.

    Ein Akku ist ein Verschleissteil, und der wird mit jeder Verwendung etwas mehr abgenutzt.

    Ich würde den Akkupack ersetzen, und gut ist.

    Das lohnt den Aufwand nicht.

    10 Zellen tauschen ist schon eine gute Spielerei, besonders wenn nicht ein gutes Punktschweissgerät zur Verfügung steht.

    Meine Meinung

    lg

    Manfred

  • Ah...


    Bei solchen Lithium-Akkupacks mit mehreren parallel geschalteten Zellensträngen (um die Kapazität zu erhöhen), kann es passieren, dass wenn so ein Pack hart auf den Boden fällt, dass dann ein Teil der Zellen elektrisch abgetrennt wird, weil ein Strompfad unterbrochen wird. Dann könnte es auch zu dem Effekt des Kapazitätsverlusts kommen.


    Ob es sich lohnt, hängt immer von den Preisen und Qualitäten der käuflich erhältlichen Akkupacks ab. Es gibt ja auch sehr teure Akkupacks. Da lohnt es sich meistens schon beim ersten Akkupack. Ein kleines Punktschweißgerät ist dafür natürlich erforderlich, aber die kosten heute nicht mehr viel.


    hobby-punktschweiss-geraet-fuer-rundzellen.jpg


    Grüße, Tom

  • Lieber Tom, lieber Manfred!


    Ich danke Euch sehr für Eure Hinweise und Tipps.


    Zunächst: Die Akkupacks von Milwaukee sind nicht gerade günstig, wenngleich im WWW mitunter sehr unterschiedliche Preise für ein und den selben Akku aufgerufen werden.

    Und selbstverständlich gilt es auch bei den (mitunter auffällig) günstigen Angeboten zu prüfen, obs denn auch ein "echter" ist.


    Und nein, ein solches Punktschweißgerät nenne ich nicht mein Eigen, finde ergo das hier gezeigte Exemplar allzu verlockend.

    Hintergrund meines Ansinnens, eine Reparatur vorzunehmen ist, dass ich nicht gerne wegwerfe, sondern zunächst immer versucht bin, zu retten, was zu retten ist.

    Vielleicht ist das konservativ und passt nicht mehr so ganz in die heutge Zeit, altersmäßig befinde ich mich immerhin auch schon im Herbst meiner Jugend und habe von meinen Altvorderen gelernt, erstens nicht billig zu kaufen und zweitens nicht immer gleich wegzuwerfen.


    Conclusio: Ich werde mir alsbald ein solches Schweißgerät zulegen, weil ich ein Werkzeugjunkie bin und weil sich der Einsatz eines solchen Tools sicherlich auch erweitern lässt.


    Und, bevor ich Euch nun ein schönes Wochenende wünsche, möchte es mich noch interessieren, wo ich den Qualitativ gute Akkus herbekomme (wahrscheinlich finde ich dutzende Hinweise im Forum?) ...


    Also, nochmals meinen Dank an Euch

    und allen geneigten Lesern ein ganzganz schönes Wochenende!

  • Ich hasse das Wegschmeissen genauso wie Du, da bist Du hier also in bester Gesellschaft. Wenn es um Akkus der Bauform 18650 geht, möchte ich mein Angebot im Shop empfehlen. Das sind Original Samsung-Zellen und diese sind von entsprechend guter Qualität. Musst Du mal schauen, welche Bauform bei deinen Packs verbaut ist.

    Ansonsten empfehle ich bei Kauf solcher Lithium-Ionen-Akkuzellen, ausnahmsweise nicht direkt in China einzukaufen, wenn man gute Qualität erwerben möchte, weil dort die Preise zwar sehr verlockend sind, aber dort leider auch zu 80% mit qualitativ wild überzeichneten Fälschungen gehandelt wird. Und mal abgesehen davon, dass sich gefälschte Billigzellen oft noch nicht mal brauchbar punktverschweißen lassen, ist das Reparaturergebnis hinterher natürlich ein ganz anderes, wenn man brauchbare Qualität verbaut hat. Wenn man Zellen in Deutschland kauft, sind sie natürlich etwas teuerer, aber wenn man nicht zufrieden ist, oder sie schlicht mangelhaft sind, kann man sie wenigstens wieder zurückgeben.

    Grüße, Tom

  • Falls der Werkzeugakku mechanisch in Ordnung ist, dann lade ich mit einem Regelbarem Netzteil mit geringem Strom 0.3A / 20.5V ( 5x 4.1 = 20.5V )

    Dafür gibt es Ladeschalen, zumindest für Bosch blau und grün, Einhell,..

    Dann hat das BMS die Möglichkeit, die 5S2P Anordnung zu balancieren.

    Hier kann die Animation zur Balance hilfreich sein.

    Nutzt's nix, so schadt's nix.

    Schaun mer mal,.....

    lg

    Manfred

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!