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Dispojosch

Akku-Anfänger

  • »Dispojosch« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1

Registrierungsdatum: 08.07.2012

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08.07.2012, 23:00

Trockene Zellen

Es geht hier konkret um LKw- Starterbatterien der Größen 12 V 180 AH oder 12 V 225 AH. Die sind bei uns in der Regel zwischen 2 Jahren (Garantiezeit) und 4 Jahren eingebaut. Gerade in der wäremeren Jahrezeit kommt es oft vor, dass Zellen "austrocknen". Batterie ist ohne sichtbare Beschädigungen, auch die Deckel sind dicht, es sind auch keine nassen Stellen vom evt. Ausgasen sichtbar.
Beim Blick in die Batterie sieht man diverse Ablagerungen auf den Zellen.
Wie kommt es zum Austrocknen der Zellen?

Tom

Moderator

Beiträge: 2 035

Registrierungsdatum: 27.02.2010

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2

09.07.2012, 07:55

Hallo,

in den meisten Fällen liegt es an zu hoher Ladespannung. Ab einer Zellenspannung von etwa 2,45V beginnt eine Bleiakkuzelle zu gasen (das nennt sich dann "Gasungsschwelle"). Dabei wird der Wasseranteil des Elektrolyten in Wasserstoff und Sauerstoff zersetzt. Es muss aber schon ganz schön geblubbert haben, wenn Zellen tegelrecht austrocknen. Also Ladespannung überprüfen, sie sollte unter normalen Umständen 2,4v pro Zelle nicht überschreiten (das sind bei sechszelligen 12V-Batterien dann 14,4V).

Leider kommt es aus elektrochemischen Gründen während des Betriebs eines Bleiakkus zu einer Absenkung der Gasungsschwelle, wenn z.B. Antimon (wird dem Blei zur mechanischen Stabilisierung beigemischt) bei den diversen Umladevorgängen von den positiven zu den negativen Platten "verschleppt" wird und sich dort ablagert. Die Folge ist eine schon bei geringerer Ladespannung einsetzende Gasung. Dieses Problem tritt aber nur bei älteren und stark gebrauchten Batterien auf. Es gibt noch eine Anzahl weiterer zelleninterner Gründe, weshalb der Elektrolytverlust im Laufe der Lebensdauer größer wird.

Eine andere Ursache kann der Kurzschluss einzelner Zellen sein. Hierduch wird die Ladespannung der verbleibenden Zellen stark erhöht, die daraufhin natürlich sehr stark zu gasen beginnen. Ein Zellenkurzschluss ist meist die Folge einer Tiefentladung und führt direkt zum Batteriedefekt.

Unter ferner laufen dann noch im täglichen Betrieb noch ein paar ganz typische, auf den ersten Blick aber doch irgendwie exotisch anmutende Ursachen für Elektrolytverlust: :rolleyes:

  • Bei der Befüllung wurde geschlampt (60 Minuten nach der Befüllung haben die Platten normalerweise so viel Elektrolyt aufgesogen, dass unbedingt noch einmal nachgefüllt werden muss. Bei den Billigläden macht man das - irgendwie logisch - nicht).
  • Batterie wurde beim Ein-/Ausbau oder Transport stark gekippt, so dass Elektrolyt durch die Entlüftung ausgetreten oder von einer in andere Zellen gelaufen ist.
  • Wird eine Bleibatterie "richtig" überladen, entweichen nicht nur Wasserstoff und Sauerstoff als Elektrolyseprodukte ins Freie, sondern gleich noch ein Schwefelsäureaerosol mit. Dieses "Spray" legt sich dann ganz wunderbar auf alle Oberflächen in der nähreren Umgebung und führt dann zu unglaublich rasantem Gammel. Auf diese Weise können sich durchaus einige Kubikzentimeter Schwefelsäure davonmachen.
Ergo: Regelmäßig Schwebespannung (Ladezustand? Zellenkurzschluss?), Ladespannung (Über- oder Unterladung?) und Elektrolytstand prüfen. Dann sollte man Probleme schnell erkennen und kann für Abhilfe sorgen.
Grüße, Tom