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Kevin

Akku-Neuling

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03.02.2017, 15:03

Unterschiedliche Säure-Dichten mit Power-Pulser verbessern?

Erstmal ein nettes Hallo an alle :)!

Ist heute mein 1. Tag offiziell hier, obwohl ich auch hier im Forum und schon so
einige Zeit hin & wieder mal etwas mitlese. Sehr interessant hier und
ich bin immer gern bereit, meinen Wissens-Horizont zu erweitern.
Das Thema "sinnvolle Batterie-Pflege und deren lebensverlängernde Maßnahmen"
beschäftigt auch mich schon seit etlichen Jahren.

Diesbezüglich frage ich mich aktuell, ob ich mir so einen Power-Pulser
auch anschaffen sollte???

Denn leider musste ich in der Vergangenheit und bis dato feststellen, dass oft
eine oder zwei Zellen "in der Säure-Dichte" gern mal von den anderen
Zellen abweichen.

Hier handelt es sich in aller Regel um ganz normale 12V-Starter-Batterien mit
95 bis 120 Ah (mit rausdrehbaren Verschlussstopfen).

Nach ca. zwei bis drei Jahren (egal ob Marken oder No-Name-Batterie) zeigt sich
hier oft eine deutliche Abweichung von einer oder zwei Zellen, wenn ich diese
mit dem Säureheber (vor oder nach Volladung) nachprüfe.

Aktuell habe zum Beispiel eine Batterie, wo der Säureheber
in 4 Zellen ca. 1,22 und in zwei Zellen nur sehr maue ca. 1,12 anzeigt. Die beiden Zellen mit
nur 1,12 liegen nicht nebeneinander, sondern die eine direkt neben dem rechten
Pluspol und die andere zwei Zellen weiter links.

Diese Batterie (100Ah) wird als Starterbatterie im MB-Van
genutzt. Das Fahrzeug wird zu ca. 75%, in eher sog. Kurzstrecke, bei ca. 20-50
km, im allg. Alltag benutzt. Hin und wieder natürlich auch mal längere Urlaubs-
und sonstige Strecken, mit 1000 oder mehr Kilometer am Stück. Die Lichtmaschine
und den Standby-Verbrauch überprüfe ich regelmäßig und alles liegt hier im
grünen Bereich. Nachgeladen wird die Batterie nach Möglichkeit immer, sobald
das eingebaute Voltmeter, nach dem längeren Stand, unter ca. 12,2-12,3V
anzeigt. Das Ladegerät lädt mit den typischen Kurven bis max. 14,4V (schnell bis
ca. 10A oder soft bis ca. 3A) und schaltet dann jeweils in den Erhalte-Modus
von 13,6V.

Im Winter (+ kältere Jahreszeit) wird das Fahrzeug bei
Außentemperaturen unter ca. 7°C zum Anwärmen (ca. 15 bis 35 Minuten) mit einer
Ebersbächer Standheizung versorgt. Die funktioniert zwar grundlegend mit
Diesel, aber deren Betrieb plus Kühlmittel-Umwälzung, braucht natürlich auch
elektrische Energie aus der Starter-Batterie.

Sicherlich wird die Batterie wegen der vielen Standheizung nicht gerade wenig gestresst.
Und so könnte ich mir auch gut vorstellen, das es hier sicherlich auch zu
Sulfatierung usw. kommt und die eine oder andere Zelle deutlich mehr mitnimmt,
als den Durchschnitt.

Jetzt meine eigentlichen Fragen dazu:
Bisher habe ich es ja noch nie mit sog. Pulsern probiert.
1. Könnte hier so ein Power-Pulser, sinnvoll und effektiv, diese
Zellen-Unterschiede wieder positiv beheben bzw. möglichst nahe angleichen, so
dass man dies bei der Säureheber-Prüfung auch gut sichtbar sehen könnte?
2. Gibt es hierzu vielleicht schon irgendwelche Erfahrungen, die ich trotz
Suche-Funktion, hier im Forum, noch nicht gefunden habe?
3. Wirkt sich so ein Power-Pulser überhaupt positiv sichtbar bei der
Säureheber-Prüfung aus?
4. Kann dieser, selbst meine aktuell 4 doch recht mauen Werte von ca. 1,22 wieder mehr in Richtung 1,28 verbessern?
5. Was ist bei den 2x 1,12 noch möglich?
6. Gibt es hier sozusagen irgendwelche Abhängigkeiten (Power Pulser + Säureheber-Prüfung)?

Vielen Dank schon mal und lg
Kevin

Tom

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03.02.2017, 23:55

Hallo,

der Power-Pulsar kann nur eins, nämlich grobes Bleisulfat erst in feines Bleisulfat verwandeln und später dann in Blei und Bleidioxid. Ein wenig steigt die Säuredichte dabei naturgemäß, aber das nur am Rande. Das Problem von dem Du berichtest ist ein anderes.

Wenn bei Bleibatterien die Zellen auseinanderlaufen, dann liegt das in der Regel daran, dass die veränderten Zellen einem erhöhten Verschließ unterlagen und nun beschädigt sind. Die Beschädigung kommt meist daher, dass die betreffenden Zellen zuerst die schwächsten im Zellenverbund waren und daher regelmäßig tiefere Entladezyklen durchlaufen mussten als die anderen Zellen mit höherer Kapazität. Im schlimmsten Fall musste auch mal unter schweren Bedingungen (Winter!) der Motor bei fast leerer Batterie gestartet werden, was dazu führte, dass die nun völlig entladenen schwächsten Zellen der Batterie bis auf Null Volt herunter gedrückt wurden, oder sogar umgepolt wurden. Dann ist natürlich ganz schnell Feierabend mit der Batterie, weil so misshandelte Zellen sich nie wieder richten lassen.

Würde man nun den Power-Pulsar an solche Batterien anschließen um sie wieder in guten Zustand zu bringen, würde man zwangsläufig enttäuscht werden, denn das kann der Power-Pulsar nicht leisten. Hier hilft nur noch das Recycling!

Ohnehin ist es eine ziemlich brotlose Kunst, jede Menge Zeit und Geld in alte verschlissene Batterien zu investieren. Ja, ich weiß, das ist auch eine gewisse Weise reizvoll, besonders wenn man wenig Geld hat. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Nur dass die so erzielbaren Ergebnisse in der Regel nicht mal ansatzweise an die Qualität neuer Batterien heran reichen. Zwar lassen sich alte Batterie meist noch ein Stück weit wieder aufpäppeln, aber über 20 oder 30% der Kapazität einer neuen Batterien wird man dabei kaum hinauskommen. Und bei dem Preis, mit dem neue Batterien heute verschleudert werden, macht das wirklich keinen Sinn mehr. Eine 80Ah-Noname-Neubatterie bekommt man heute für unter 70,- Euro und die funktioniert üblicherweise die ersten Jahre perfekt. Sie nimmt schnell Ladung an, verfügt über eine hohe Spannungslage, auch unter Last und verfügt über eine große Kapazität. Nach einigen Jahren werden die Batterien dann schwächer und irgendwann kommt der Punkt, da sind sie austauschreif.

Wenn die Schwäche eine Folge mangelhafter AUfladung und damit von Sulfatierung ist, kann man häufig durch ausdauerndes Bepulsen wieder einiges der ursprünglichen Kraft zurückholen, aber wirklich wie neu werden solche Batterien meist auch nicht wieder.

Weshalb ich hin und wieder dazu rate, mal eine neue Batterie zu kaufen. -|-

Grüße, Tom

Kevin

Akku-Neuling

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06.02.2017, 20:53

Hallo Tom,

vielen Dank für dieses sehr informative Feedback. Dieses finde ich offen gesagt auch sehr-sehr ehrlich ausgedrückt, was heute leider nicht mehr ganz so selbstverständlich oder besser gesagt, wohl eher nur noch die Ausnahme ist. Denn die große Masse an Verkäufer, hätte dies sicherlich diplomatischer, also deutlich mehr in Richtung "eigenen Umsatzes" ausgedrückt. Aber Du bringst das hier echt neutral und so wie ich finde, auch noch sehr ehrlich dabei rüber..., echt klasse:thumbsup:.

Ja, speziell mit dieser Art Blei-Akkus ist das heute schon so eine Sache. Man macht sich sehr viel Gedanken und zumTeil recht großen Aufwand und dabei bleibt sicherlich auch schnell mal der eigene wirtschaftliche Faktor auf der Strecke. Denn wenn man hergeht, bekäme ich heutzutage, so eine allg. 100Ah-Starterbatterie, ohne großen Namen drauf, auch für unter 100 Mäuse. Mit etwas richtiger Behandlung & Pflege dürfte die im Schnitt ca. 4 Jahre halten. Macht also 25 Mäuse pro Jahr und rund 2 Mäuschen pro Monat. Und der Aufwand die zu tauschen, wenn man nicht gerade zwei linke Hände hat, ist auch nicht die Welt und kostet dann bloß ein wenig Freizeit.

Da kann man sich sicherlich "auf ganz anderen Ebenen" Gedanken zu machen, wo sich Mäuschen-Sparen wohl eher lohnt.
So denke ich zumindest auch nach Deinen Worten, da man hier offensichtlich keine größeren Wunder bei der Säure-Dichte-Anhebung erwarten kann. Hätte aber durchaus sein können und deshalb dachte ich mal, frage ich Jemanden wie Dich, der sich sicherlich damit auskennt.

Aber ganz so einfach mache ich's mir trotzdem nicht. Für den großen Benz, ist so eine Batterie mit arg driftenden Zellen, ab einem gewissen Zeitpunkt nichts mehr und das ganz besonders im Winter. Aber für den Müll finde ich die einfach echt zu schade, da ja hier oft noch bis zu ca. 65% an einfacher Kapazität drinnen steckt. So bekommen die bei uns immer noch eine zweite Lebenszeit z. B. im Caravan, wo diese für etwas Moover, sparsame Beleuchtung und etwas Autarkie noch prima Verwendung finden. Und besonders im Sommer machen die das alle bisher ganz prima und oft noch locker weitere 2-5 Jahre mit. Erst dann dürfen die wirklich zum Recycling, wenn man merkt, die sind auch hier echt am Ende. Naja und Nachschub kommt von unseren Fahrzeugen ja auch mal wieder und so schließt sich der Kreis.

Hin und wieder verschenke ich dabei sogar mal noch die eine oder andere Überzählige an Garagenbesitzer ohne Strom. Mit sparsamer Led-Beleuchtung dran und schon ist irgendwer wieder glücklich. Dann zweimal im Jahr wieder geladen, bis nach Jahren dann irgendwann wirklich auch hier nichts mehr geht. Habe vor fast 10 Jahren mal so ein ausrangierte Batterie (die hatte auch schon so ca. 4 Jahre auf dem Kfz-Buckel) bei jemand Älteren als Garagenbeleuchtung verbaut. Anfangs noch mit 2x 10 Watt auf Halogenbasis (MR16). Seit einiger Zeit sind auch die gegen sparsamere LED's getauscht. Die Batterie steht auf einem kleinen Holzbrett mit vier kleinen Rädern und kleiner Zugdeichsel dran. Dann bewegt, der mittlerweile ältere Herr, das ganze ca. 2x pro Jahr zu seinem Kellerfenster, wo das Ladegerät wartet. Immer wenn ich Ihn mal wieder sehe sage ich nicht guten Tag, sondern: "Was macht denn Ihr Akku?" Und er dann immer mit einem Lächeln zurück: "uns geht's prima". Einmal meinte der auch: "der wird mir bestimmt noch als eigene Grabbeleuchtung dienen". Mittlerweile schon rund 15 Jährchen das Teil, wer hätte das mal gedacht :) .
Ups, ich merke gerade, ich schweife ab, also besser mal Punkt hier.

So ganz, das muss ich hier ehrlich zugeben, ist der Pulser bei mir zrotzdem noch nicht vom Tisch. Denke mal, diese Zellendriftung kommt genau von dem, wie Du beschrieben hast. Also müsste ich einfach deutlich mehr aufpassen, dass so etwas künftig nicht mehr passiert. Denke, das wenn ich nebenbei die Batterien mit dem Pulser "hin und wieder mal" etwas auffrischen würde, so dass dieses auch ein vorschnelles Driften der Zellen verhindern oder zumindest deutlich hinauszögern könnte. Bei im Schnitt 4 Akkus bei uns, wäre das sicherlich eine vernünftige Investition. Müsste mir hier nur was überlegen, wie ich das Ganze bei uns in der Praxis umsetze, so dass durch die ganze Pulserei, so wenig wie möglich Aufwand entsteht. Zumal das Pulsen ja auch recht zeitaufwendig scheint und ich grundlegend ohne Batterie-Ausbau klarkommen möchte. Maximal Pole abklemmen, Pulser dran, mehr sollte nicht sein.
Deshalb noch kurz ein paar Fragen dazu:
1. Wie oft und wie lange würdest Du denn für einen normalen 100Ah-Starter-Akku das Pulsen pro Jahr empfehlen? Gute Pflege der Batterie mal vorausgesetzt und nie mit Unterspannung (also immer mit mind. 12,2 - 12,8V) gefahren + gestartet.
2. Funktioniert die Pulserei bei warmen Temperaturen besser, als z. B. Im Winter (also evtl. auch temperaturabhängig)?
3. Angenommen, bei uns halten die Kfz-Akkus im Schnitt 3-5 Jahre (auch aufgrund viel Standheizungsbetrieb in der kalten Jahreszeit). Was denkst Du, um wie viel länger wäre deren Lebensdauer mit regelmäßiger Pulserei?
4. Lohnen sich Deiner Meinung + Erfahrung nach überhaupt noch Markenbatterien? Oder bezahlt man hier eher für PR usw.?

Vielen Dank + lg
Kevin

Tom

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07.02.2017, 12:10

Hallo Kevin,

danke für den ausführlichen Bericht. Ich lese immer wieder gern, was andere für Erfahrungen machen. Die Geschichte mit den alten Batterien, die man einem zweiten Leben zuführt, kenne ich auch sehr gut. Wir haben eine Sammlung solcher Batterien bei uns auf dem Modellflugplatz, wo sie zur Versorgung der Ladegeräte verwendet werden. Dann und wann wird mal ein Generator gestartet und die Blöcke wieder aufgeladen. Man schleppt sich leider regelmäßig einen Bruch it den Dingern. Blei eben. Nicht wirklich gut geeignet, um ständig herumgetragen zu werden.

Zu den Fragen:

Zitat

1. Wie oft und wie lange würdest Du denn für einen normalen 100Ah-Starter-Akku das Pulsen pro Jahr empfehlen? Gute Pflege der Batterie mal vorausgesetzt und nie mit Unterspannung (also immer mit mind. 12,2 - 12,8V) gefahren + gestartet.

Pulsen dauert! Mal ein oder zwei Tage bepulsen bringt leider nicht viel. Ich merke das selbst immer wieder, wenn ich selbstbenutzte Batterien an den Pulsar hänge. Eine Woche ist da garnix.

Als letztes hatte ich eine Optima RedTop 40Ah am Pulsar, die war schon schlecht, als ich sie vor 5 Jahren für unseren Smart neu(!) gekauft habe. Schon damals hatte sie kaum 17Ah effektive Kapazität. Ob der Hersteller sie so stark überzeichnet, mir ein Montagsmodell geliefert wurde, oder der (ebay-)Verkäufer mir eine reklamierte und/oder verschlissene geschickt hat, ich kann es nicht sagen. Naja, sie war nicht allzu teuer und so hab ich seinerzeit nichts weiter unternommen und sie einfach eingebaut und bin fünf Jahre damit gefahren. Dann hatte sie noch etwas mehr als 5Ah - austauschreif. Für eine Kapazitätsmessung (5Ah) hatte ich sie erst voll geladen, denn komplett entladen und wieder voll geladen. Dann zwei Wochen bepulst. Danach hatte sie 7Ah. Hmm... :whistling: Also wieder voll geladen und seit Anfang Dezember hing der Pulsar nun dran. Ende Januar hatte ich dann wieder eine Kapazitzätsmessung durchgeführt und kam auf "sagenhafte" 18Ah. 8o Dann wieder voll geladen und erneut eingebaut. Die zwischenzeitlich beschaffte und auch schon kurz eingefahrene Batterie steht nun vollgeladen im Keller und wartet schlummernd auf ihren Einsatz. Vielleicht dauert es bis dahin ja noch mal 5 Jahre. Man erkennt daran: Die wirksame Bepulsung einer Batterie kann durchaus sehr lange dauern. Am Fahrzeug wird das daher kaum funktionieren, wenn man es so machen will, dass man einen wirklichen Erfolg damit erzielt.

Ich empfehle daher, soweit vorhanden, zwei Batterien im Wechsel zu verwenden und immer eine während der Wartezeit an den Pulser zu hängen. Dann sind selbst sehr lange Pulser-Zeiten von mehreren Monaten kein Problem und die Wirkung kann sich voll entfalten. Immer wieder überraschend, wie fit solcherart behandelter Batterien aus der Kur kommen. Dann kann sich das Gerät wenigstens bezahlt machen und liegt nicht sinnlos herum. Der Stromverbrauch ist mit maximal 3W auch sehr gering, so dass man die Stromkosten im Grunde außer Acht lassen kann. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass keine strukturellen Schäden an den Batterien vorliegen, wie z.B. Platten- oder Verbinderbrüche, Kurzschlüsse zwischen einzelnen Zellen, oder auch Probleme durch stark erhöhte Selbstentladung einzelner Zellen. Solche Batterien kann man gleich aussondern und ins Recycling geben, denn da hilft leider sonst nichts mehr.

Zitat

2. Funktioniert die Pulserei bei warmen Temperaturen besser, als z. B. Im Winter (also evtl. auch temperaturabhängig)?

2. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Allerdings sehe ich keinen Grund, weshalb sich eine ausgeprägte Temperaturabhängigkeit ergeben sollte. Es müsste also bei Wärme und Kälter gleichermaßen funktionieren.

Zitat

3. Angenommen, bei uns halten die Kfz-Akkus im Schnitt 3-5 Jahre (auch aufgrund viel Standheizungsbetrieb in der kalten Jahreszeit). Was denkst Du, um wie viel länger wäre deren Lebensdauer mit regelmäßiger Pulserei?

3. Ja, wenn ich hierzu eine verlässliche Aussage treffen könnte, das wäre schön. Aber 3 bis 5 Jahre bei Standheizungsbetrieb ist schon mal gar nicht sooo schlecht.

Ich versuchs mal so: Wenn man eine gute Batterie hat, sie weder überlastet (Zyklentiefe <50%), noch misshandelt (Orgeln bis nichts mehr geht, Licht vergessen...) und auch regelmäßig mal voll auflädt, dann sollte sie schon mal einigermaßen lange halten. Mit dem Power-Pulsar geht dann sicher noch ein ganzes Stück mehr, ich würde mal annehmen etwa die doppelte Nutzungsdauer, wenn man der Batterie genügend Zeit zur Erholung gibt. Also wie oben empfohlen zwei Batterien im Wechsel verwenden, eine während der Pausen dann am Pulser.

Nun wird der aufmerksame Leser natürlich denken "He, so ein Schelm: Wenn man zwei Batterien im Wechsel verwendet, dann verringert sich der Verschleiß pro Batterie natürlich auf 50% und eine Verdoppelung der Nutzungsdauer ist dann natürlich kein Problem. Auch ganz ohne Pulsar!" Nein, so ist das natürlich nicht gemeint. Aber es zeigt, wo das Problem liegt, nämlich in der "kalendarischen Lebensdauer": Viel älter als 10 bis 14 Jahre werden Starterbatterien schon aus rein physikalisch/chemischen Gründen nicht und so begrenzt sich eine mögliche Lebensdauerverlängerung zwangsläufig auf etwa diesen Bereich. Geht man also davon aus, dass eine Batterie wie oben beschrieben normalerweise etwa 4 Jahre hält, würde sich die Verwendungszeit bei Verdoppelung der Zyklenzahl im Wechsel mit einer zweiten Batterie und Pausen-Bepulsung auf maximal 15 Jahre begrenzen. Für die einzelne Batterie wären das also etwa 7,5 Jahre. Für Standheizungsbetrieb wären 7,5 Jahre aber unbedingt rekordverdächtig!

Zitat

4. Lohnen sich Deiner Meinung + Erfahrung nach überhaupt noch Markenbatterien? Oder bezahlt man hier eher für PR usw.?

Ich glaube nicht.

Meiner Erfahrung nach ist die qualitative Schwankungsbreite bei NoName-Batterien zwar höher als bei Markenbatterien (man weiß also vorher weniger genau was man hinterher bekommt), dafür zahlt man aber (z.Zt.) auch nur ein Drittel. Aus diesem Grund verwende ich bei Starterbatterien schon länger keine teuren Markenbatterien mehr. Den alljährlichen Batterietests der Autozeitschriften schenke ich aber auch keinen Glauben mehr, dafür sind die getesteten Batterien zuwenige und die Testbedingungen irgendwie unsinnig. Es hat sich meiner Beobachtung nach auch keine Marke einen besonderen Qualitätsnimbus erarbeiten können. Was mich im Grunde auch nicht weiter wundert, denn Bleiakkutechnik ist beileibe keine Raketentechnologie. Bleiakkus sind äußerst simpel aufgebaut.

Man sollte natürlich ein gewisses Qualitätsniveau nicht unbedingt unterschreiten. Aber der deutsche Markt ist da m.E. einigermaßen in Ordnung.

Hier noch zwei Videos über die Batterieherstellung zuhause für unsere Bastler:

Part 1 of 2 Local Battery Manufacturing in Nepalgunj, Nepal, RIDS-Nepal In-house Production

Part 2 of 2 Local Battery Manufacturing in Nepalgunj, Nepal, RIDS-Nepal In-house Production

Grüße, Tom

Kevin

Akku-Neuling

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12.02.2017, 19:32

Hallo Tom,

besten Dank für die wirklich vorbildliche & anschauliche Beantwortung meiner vielen Fragen. Kann mit all diesen Infos auch echt was anfangen. :) :thumbsup: :)
Selbst die zwei Links "mit der Batterieherstellung" waren ebenso informativ. Das würde hier in Deutschland, unter ähnlichen Bedingungen, wohl kaum jemand so hinbekommen. Meinen echten Respekt an diesen Nepalesischen Batterie-Mann!!! :thumbsup:

Mittlerweile bin ich mir jedoch voll im Klaren darüber, dass mir Dein Power-Pulser auch ins Haus kommt. Den werde ich mir also in Kürze mal bei Dir im Shop bestellen. Wirst den ja sicherlich auch ständig dort vorrätig haben.
Also lieber Tom, ich denke mal, Dein Pulser kommt bei mir in dankbare Hände und auf der anderen Seite unterstütze ich jemand Innovativen wie Dich. Sind dann Sprichwörtlich zwei Fliegen mit einer Klappe...

Das Einzigste was mir hier bei der ganzen Pulserei etwas Kopfzerbrechen bereitet, ist der ganze Aufwand beim Ein- und Ausbau dieser Akkus.
Bei unseren Fahrzeugen sind die Batterien nämlich gut versteckt unter den Fahrersitzen verbaut. Zwar gibt es da eine recht große Revisionsöffnung von oben, wo man ganz gut an die Pole + Nachfüllstöpsel kommt. Aber diese ist leider nicht groß genug, um die Batterie hier austauschen zu können. :( :( :(
Da muss also erst der komplette Fahrersitz, dann noch einiges Weitere beiseite geschraubt und schließlich noch die eigentliche Sitzkiste komplett ausgebaut werden. Ist also leider ziemlich recht viel Fummelei.
Selbst mit viel Übung sind hier schnell mal locker mind. zwei Stunden weg, bis hinterher, mit Ersatzbatterie, wieder alles an seinem rechten Fleck ist. Im Caravan ist der Einbauplatz der Batterie ähnlich zeitaufwendig. Zwar keine Fahrersitze, aber dafür ähnlich eng verbaut.

Pulsen, so wie Du schreibst, braucht ja halt so seine Zeit. Also müssen die Batterien hier wohl besser ganz raus, wenn man evtl. mal ca. 8 Wochen am Stück bepulsen möchte.
Denke aber, wenn ich das pro Fahrzeug & Batterie nur 1x pro Jahr mache, hält sich der ganze zeitliche Aufwand dafür noch in akzeptablen Grenzen. Denkst Du, das 1x pro Jahr (wie beschrieben) dafür ausreichend sein könnte oder eventuell doch besser öfters pulsen?

Wie verlässlich ist denn eigentlich Deine LED-Zustandsanzeige am Pulser? Denn einfach mal Pole ab- und Pulser zum Abfragen des Batterie-Zustandes anklemmen, wäre bei allen Fahrzeugen ja recht schnell möglich. Dafür muss der große Bleiklotz ja schließlich noch nicht raus aus dem Fahrzeug.
Bei dann vielleicht "nur" grüner LED-Anzeige könnte man das Fahrzeug, je nach Möglichkeit (Urlaub usw.), doch mal eins bis zwei Wochen zum Pulsen stehen lassen (von der Bord-Elektronik abgeklemmt natürlich). So könnte ich mir evtl. die aufwendige Ausbauzeremonie der Akkus hin und wieder mal ganz sparen.

Ach ja, was ist eigentlich, wenn die grüne LED am Gerät auch verloschen ist. Ist dann der Pulser eigentlich wirklich nahezu 100% fertig mit der Arbeit oder wie lange sollte man einen 100Ah-Akku dann noch ca. am Pulser belassen, damit er hier noch einige Prozentpunkte weiter arbeiten kann?

Eine obligatorische Säure-Prüfung + Füllstand kann ich bei dieser Gelegenheit ja auch noch durchführen.

Ach ja, da fällt mir dazu auch noch eine Frage dazu ein. Kann man eigentlich auch mit einem Säureheber eine Sulfatierung der Batterie ableiten? Angenommen der Säureheber zeigt bei allen Zellen "nach frischer Volladung" trotzdem nur 1,22 g/cm³ an und die Batterie ist dabei gerade mal 2 Jahre alt und ohne nennenswerte Misshandlungen.

Hast Du eigentlich eigene Erfahrungen, was das Laden von Starter-Akkus per Lichtmaschine so angeht? Das heißt Ladespannung des Ladereglers von der Lichtmaschine. Ist es hier auf Dauer gesünder mit dem meistens eh verbauten 14,0V bis 14.1-Regler zu fahren oder auf einen aus dem Zubehör umzurüsten, der dann dauerhaft 14,5V bringen soll. Bei Letzterem wird der Akku ja ganz bestimmt zu 100% voll, aber der Akku wäre dann auch sozusagen am Dauergasen. Bei Stöpseln ja kein Problem, da man hier ja selber destilliertes Wasser nachfüllen kann. Aber wie schauts bei ständig 14,5V mit der Gitterkorrosion aus? Nimmt die hier evtl. nicht schon rapide zu, im Vergleich zu 14,0 bis 14,1V?

So weit so gut. So ein Forum lebt natürlich auch arg vom Info-Austausch. Deshalb werde ich, wenn's recht ist, natürlich auch mal meine Erfahrungen mit dem Pulser hier einbringen. Momentan stehen hier einige Starter-Batterien von ca. 1,5 Jahren bis ca. 7 Jahren zur Verfügung. Zwei davon als wartungsfrei und der Rest zum Glück mit Stöpseln. Mit dem 7 jährigen Methusalem werde ich mal anfangen und mich dann pö à pö zu den jüngeren Jahrgängen vorarbeiten. Vielleicht gibt es hier ja doch ein paar kleinere technische Wunder. Bin offen für alles und lass mich somit einfach mal überraschen.

Habe meinem Frauchen, das mit dem Pulser, heute auch mal etwas näher erklärt. Die meinte: "das ist ja in etwa so, wie bei den herkömmlichen PC-Festplatten (allerdings keine SSD). Damit die Datentechnisch nicht einschlafen musste man zwischenzeitlich auch mal mit einem Defragmentierer dran. Je nach Festplattengröße hat das dann auch oft ewig lange gedauert. Aber dafür wurde man hinterher mit einem deutlich schnelleren Datenverkehr belohnt. Nur statt Datenverkehr gibt's bei der Batterie dann wieder viel mehr Strom-Füllung, prima und leuchtet ein."

Nun ja, für den Starterakku gibts ja auch schon die LiIon-Nachfolger, wo man dann auch nicht mehr defragmentieren/pulsen bräuchte. Nur sind die Preisunterschiede beider Systeme hier noch so arg, so dass Du hier sicherlich noch viele Jahrzehnte Deinen Pulser erfolgreich vermarkten kannst.

lg Kevin

Tom

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12.02.2017, 20:39

Regelmäßige Vollladung bzw. Bepulsung ist bei den meisten Batterie-Anwendungen sehr von Vorteil. Da das aber in gewisser Weise mit den Komfortwünschen der Benutzer kollidiert, unterbleibt es meistens. Bepulsung an eingebauten und angeschlossenen Batterien ist zwar möglich, aber nicht ratsam, denn erstens verringert sich durch das angeschlossene Bordnetz die Pulsintensität beträchtlich (weshalb einfache "Lösungen" mit einfach dauerhaft an die Batterie geklemmten Pulsern auch keinen Effekt haben) und zweitens gefährden die Pulse die Elektronik des Bordnetzes. Drittens würden sie wenigstens Störungen im Radio oder Steuergeräten verursachen. Weshalb ich davon abraten, den Pulser an angeschlossenen Batterien arbeiten zu lassen.

Der Lader kann aber sehr gut an eingebauten Starter- oder Zweitbatterien arbeiten. Das ist überhaupt kein Problem. Weshalb ich in Deinem Fall auch eher den BC1210 empfehle. Der könnte fest eingebaut oder über eine 12V-Steckdose angeschlossen werden, ohne dass man zum Laden extra die Batterie ausbauen müsste.

Der Power-Pulsar ist auch eher für stark sulfatierte Batterien gedacht, die am Lader selbst nicht mehr "hochkommen", weil die Sulfatkristalle schon eine "pathologische" Größe entwickelt haben. Von außen kann man die Frage nur schwer beantworten, wie groß die Bleisulfatkristalle in einer Bleibatterie denn maximal angewachsen sind. Denn erstens sieht man es von außen nicht (auch nicht von innen durch reingucken) und zweitens sind meist ganz verschiedene Kristallgrößen in einer Batterie gleichzeitig vorhanden. Nur für die wirklich dicken Kristalle wird aber der Pulser benötigt. Kleine und mittlere lassen sich auch durch längerfristiges Anlegen einer geeigneten Ladespannung wieder in Blei und Bleidioxid zurück verwandeln. Wenn also wie in dem weiter von von mir beschriebenen Fall eine Batterie einen gewissen "Sockel" an inaktiven Sulfatkristallen gebildet hat, der sich auch über längere Zeit im täglichen Betrieb oder nach tagelangem Laden nicht zurückbildet, dann hilft nur der Pulser weiter, um diesen Sockel abzubauen. Im Grunde kann man dies nur abschätzen, wenn man die bisherigen Betriebsbedingungen der Batterie kennt: Gibt es in der Vergangenheit eine Phase von mehreren Wochen oder gar Monaten, während derer eine Batterie nie voll aufgeladen wurde, wird mehr oder weniger inaktives Bleisulfat vorliegen. Je länger diese Phase dauerte, je tiefer die Batterie während dieser Phase entladen war und je länger diese Phase schon zurückliegt, desto größere und inaktivere Sulfatkristalle sind zu erwarten.

Die LED-Anzeige des Power-Pulsar zeigt direkt die Höhe der Impulsspannung an. Sie ist daher nicht als qualitative Aussage dahingehend zu verstehen, ob eine Batterie noch Bleisulfat besitzt oder nicht! Es ist vielmehr so, dass völlig sulfatierte Batterien so wenig Ladestrom annehmen, dass die Impulsspannung des Power-Pulsars bis 55V hinaus ansteigt. Das zeigen die LED dann an. Soweit die Batterie aber wenigstens noch einigermaßen Ladestrom annimmt, wird in jedem Fall die grüne LED leuchten. Es kann unter bestimmten Bedingungen auch sein, dass die "Ampel" selbst völlig dunkel bleibt, was dann bedeutet, dass die Impulsspannung unter 17V liegt, die Batterie also sehr niederimpedant ist. Eine qualitative Beurteilung wie Du sie Dir vorstellst, ist damit daher leider nicht möglich.

Die optimale Abstimmung des Lichtmaschinereglers nimmt man am besten durch Beurteilung des eigenen Fahr- und Nutzungsprofils des Fahrzeugs und der Batterie vor: Werden viele Kurzstrecken und nur wenig Langstrecken gefahren und sind z.B. Verbraucher wie Standheizung o.ä. installiert, ist eine höhere Ladespannung aus Sicht der Batterie meist von Vorteil (beschleunigte Aufladung und Vermeidung von Sulfatierung). Überwiegt der Langstreckenbetrieb, sollte man die Ladespannung nicht höher als nötig treiben, denn sonst überwiegen die negativen Folgen der Gitterkorrosion. Man erkennt, das Ganze ist fließend, man bewegt sich stets in einem Kompromiss zwischen Sulfatierung einerseits und Gitterkorrosion andererseits.

"Gasung" sollte bei Ladespannungen bis 14,7V allerdings in keinem Fall auftreten. Falls doch ist die Batterie am Ende ihrer Lebensdauer angekommen (Gasungsschwelle gesunken).

Grüße, Tom

Kevin

Akku-Neuling

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14.02.2017, 10:29

Hallo Tom,

danke mal wieder für das prima Feedback.

Allerdings scheine ich ich mich nicht richtig ausgedrückt zu haben. Laden ist bei unseren Fahrzeugen und bei eingebauter Batterie überhaupt kein Problem.
Denn hier gibt es mehrere gute Möglichkeiten, ohne das man hier groß was bauen muss. Brauche dazu nur den Fahrersitz nach vorne schieben, dann die Revisionsabdeckung abnehmen und schon komme ich von oben an die Batterie, deren Anschlüsse und die Stopfen bei Bedarf. Zusätzlich habe ich auch noch eine direkte Ladesteckdose am Sitz, wo ein jedes Ladegerät, über ein passendes Adapterkabel, in nullkommanix schnell angeschlossen ist. Und selbst im Motorraum gibt es zwei Anschlüsse wo man bequem Laden oder sogar auch mal Starthilfe geben oder nehmen kann.
Deshalb brauche ich hier auch kein fest eingebautes Ladegerät, wie von Dir empfohlen.

Nur bei Deinem Pulser funktioniert das dann nicht mehr so bequem, da ich die Kfz, in der Regel, nicht mal zwei Monate dafür rumstehen lassen kann. Also müsste ich hier den aufwendigen Ein- und Ausbau der Batterie in kauf nehmen, da diese leider nicht durch diese Revisionsöffnung passt.
In dem Fall wäre es natürlich so, dass ich hier die zu regenerierende Batterie aufwendig ausbauen und dafür sofort gegen eine frische tauschen würde. So könnte der Pulser sich dann in Ruhe um die alte Batterie im Keller kümmern, wo es zeitlich auch nicht weiter stört.

Ja das mit dem Fahrprofil ist auch bei uns so eine Sache. Mit oft viel kurz bis mittel, aber auch mal 1000 Km, ist hier alles dabei. Da bräuchte man ja fast einen vom Fahrgastraum verstellbaren Regler, um hier allen Ansprüchen ideal gerecht zu werden.

"Gasung" sollte bei Ladespannungen bis 14,7V allerdings in keinem Fall auftreten. Falls doch ist die Batterie am Ende ihrer Lebensdauer angekommen (Gasungsschwelle gesunken).


Mmmmmhhh -|- , also alle meine bisherigen Starterbatterien, egal ob neu oder älter, haben bisher schon so um die 14,4V leicht gegast. Zwar nicht volle Pulle, aber immerhin gut sichtbar, wenn man hier mal die Deckel öffnet. Leichte "Pluberbläschen" sieht man hier in der Regel schon ganz gut nach oben steigen. Und wenn alles ringsum ganz still ist, hört man diese leichte Gaserei auch ganz gut, mit dem Ohr direkt am Akku.
Habe auch zwei verschiedene Ladegeräte und sogar mit noch ein Multimeter dran, so dass hier die Spannung sogar temperaturabhängig überwacht wird. Die liegt dann je nach Fall auch so zwischen ca. 14,30 bis 14,45V. Bei 14,7V (auch das kann ich an denen einstellen) würden die auf jeden Fall schon sehr deutlich gasen. Sind wie gesagt, alles normale Starterbatterien, also keine AGM, Gel oder wie auch immer.

lg Kevin

Tom

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14.02.2017, 12:02

OK, unter Gasung verstehe ich jetzt eine lebhafte Gasentwicklung. Ansonsten gasen Starterbatterie durchaus auch bei Stillstand und Schwebespannung, da kommt dann und wann auch mal ein Bläschen hoch. Das ist also normal. Wenn aber schon unterhalb 14,7V eine lebhafte Gasentwicklung auftritt, dann ist das in der Regel auf Antimonvergiftung der negativen Platten mit der Folge einer reduzierten Gasungsschwelle zurückzuführen. Sprich, beim Laden blubbert es dann deutlich stärker, weil mehr Wasserstoffgas erzeugt wird. Auch wird sich die Batterie dann deutlich stärker erwärmen. Wenn das nicht weiter stört, muss man solche Batterien nicht zwingend gleich wegschmeißen, nur muss man halt den Vorgang kennen und dann wenigstens den aus der Batterie austretenden Säurenebel über einen Schlauch ins Freie leiten, damit einem nicht der Batteriekasten wegrostet. Da Starterbatterien oft relativ viel Antimon zur Bleihärtung und Erhöhung der Zyklenfestigkeit enthalten, tritt dieses Problem dort auch öfter auf als bei AGM- oder Gal-Akkus, weshalb meist auch ein zentraler Entgasungsanschluss für einen Schlauch vorhanden ist (seitlich oben).

Das erste Probleme mit dem Ladeanschluss habe ich wohl verstanden, nur macht es eben keinen Sinn, den Power-Pulsar über eine solche Steckverbindung einzuspeisen. Denn einerseits wird das Bordnetz unvermeidlich mit schädlichen Spannungsimpulsen geflutet und zweitens die (in der Batterie) nützlichen Spannungsimpulse durch die Belastung durch Kabelkapazitäten und Bordnetz "flachgebügelt", was sie unwirksam(er) macht. Weshalb ich eben davon abrate.

Grüße, Tom

Kevin

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14.02.2017, 12:59

Hallo Tom,
Das erste Probleme mit dem Ladeanschluss habe ich wohl verstanden, nur macht es eben keinen Sinn, den Power-Pulsar über eine solche Steckverbindung einzuspeisen. Denn einerseits wird das Bordnetz unvermeidlich mit schädlichen Spannungsimpulsen geflutet und zweitens die (in der Batterie) nützlichen Spannungsimpulse durch die Belastung durch Kabelkapazitäten und Bordnetz "flachgebügelt", was sie unwirksam(er) macht. Weshalb ich eben davon abrate.
das hatte ich auch nicht vor. Hatte mir ja schließlich auch Deine sehr gut beschriebene Bedienungsanleitung, samt Warnungen diesbezüglich, durchgelesen. Und zwar bevor ich hier das erst Mal gepostet habe. Deshalb wollte ich den Akku, für diese doch längere Pulser-Zeitspanne, besser auch ausbauen. Wechselakku ist ja vorhanden. War mir einfach nur nicht im Klaren darüber, ob und wie oft ich mir das mit dem Batterie-Ausbau so antue, da zeitlich leider nicht gerade ohne...

Das mit der Gasung habe ich jetzt, so relativiert, auch verstanden. Hatte mich schon arg gewundert, ob bei meiner Technik hier was nicht stimmt oder ob ich was mit den Augen & Ohren habe. Und das ältere oder schwache Batterien etwas mehr Gasen, war mir auch schon bekannt. Säurenebel-Schlauch ins Freie ist natürlich auch immer dran.

Regelmäßige Vollladung bzw. Bepulsung ist bei den meisten Batterie-Anwendungen sehr von Vorteil.
Regelmäßig klingt gut... Wie oft würdest Du denn an meiner Stelle das Pulsen mit ausgebautem Akku machen? Einmal pro Jahr, nach LED-Kurztest oder wie auch immer? Meinen Einsatzbereich der Batterien habe ich Dir ja schon grob mitgeteilt. Also Einsatzbereich im Winter mit viel Standheizung (Diesel-Betrieben). Als schwach ermittelte Batterien, werden dann in der Regel im Caravan für etwas Mover und Autarkie unterwegs eingesetzt. In der Regel ist da eine drin fest verbaut und je nach Reise kann ich da noch zwei mitnehmen und bei Bedarf umschalten. An diese beiden Zusatz-Akkus komme ich auch jederzeit gut ran und deren Ein- und Ausbau ist auch in 5 Minuten erledigt.
Mittlerweile sind wir auch am überlegen, dauerhaft nur mit einer oder zwei Batterien zu fahren. Allerdings dann mit Solar auf dem Dach und auch hier eine neue Batterie.

lg Kevin

Tom

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14.02.2017, 16:33

Richtiges Vollladen sollte wenigstens ein Mal jährlich erfolgen, besser aber öfter. Alle zwei Monate voll aufzuladen dürfte nahe am Optimum sein.

Grüße, Tom

Kevin

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15.02.2017, 09:18

Hallo Tom,

okay und wie oft dann in etwa extra Pulsen?

lg Kevin

Tom

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15.02.2017, 11:49

Zitat

okay und wie oft dann in etwa extra Pulsen?
Da kann ich Dir keinen festen Turnus nennen, was schon daran liegt, dass eine Puls-Session wie beschrieben durchaus einige Wochen dauern kann. Immerhin will man seine Batterien ja auch wenigstens so hin und wieder mal benutzen.

Jedenfalls ist pro Jahr ein Mal vier Wochen am Stück pulsen besser als 30 mal einen Tag. 8o

Grüße, Tom

Kevin

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15.02.2017, 12:52

Hallo Tom,

na da bin ich jetzt aber froh, dass Du nicht 2-3x pro Jahr gesagt hast :) . Werde es erst mal mit 1x pro Jahr/Batterie versuchen und anhand deren Ergebnisse dann weiter entscheiden.

Dein Pulser ist ja jetzt ganz frisch bestellt und sobald er hier ist, werde ich die ganze Sache mal in Ruhe austesten.
Für den Anfang werde ich mir jetzt einfach mal den ältesten Akku, so ca. 4 Wochen, vornehmen und mal schauen, was bei rum kommt. Anschließend sind dann, bei etwas wärmerem Wetter, so nach und nach die anderen dran.

Hast Du evtl. noch einen Tipp zu einer möglichst aussagefähigen Kapazitätsmessung? Sind ja alles vom Typ her schon zum Teil gut benutzte C10 mit 95-100 Ah. Ist es hier besser eine Halogenlast (beim Entladen bis auf 11,6 V) von 50, 75 oder 100 Watt zu nehmen?
Habe noch etliche MR16-Fassungen und entsprechende 12V-Leuchtmittel von 10; 20; 35 und 50 Watt. Kann mir daraus ja schnell was Passendes zusammenstellen. Ansonsten habe ich auch noch entsprechende 12V Kfz-Leuchtmittel von 10 bis 55 Watt und könnte die genauso nehmen.

lg Kevin

Tom

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15.02.2017, 15:51

Wichtig ist, dass man die Entladung zum richtigen Zeitpunkt beendet. Weshalb ich am liebsten eins meiner Modellbau-Ladegeräte verwende und dann mit ca. 5A Dauerstrom entlade, bis 10,5V Entladeschlussspannung erreicht sind. Für die Lebensdauer besser ist es, wenn man nur bis etwa 11V entlädt, dann belastet die Messung die Batterie nicht so stark. Meistens hat man aber keine Möglichkeit die Entladeschlussspannung vorzuwählen und dann nimmt man eben, was man kriegen kann.

Sehr gut eignen sich auch Halogenspots 12V/50W, die kosten wenig und blenden nicht. Dann braucht man nur noch eine Schaltung, die rechtzeitig abschaltet. Ich glaube, sowas muss ich mal bauen. Ist ja ganz simpel.

Ansonsten würde ich aus der Entladestromstärke keine Wissenschaft machen. Man will ja nur wissen, wie viel Kapazität so ungefähr drinsteckt und muss daher nicht auf die Einhaltung des genauen Entladestroms von C10 oder C20 achten.

Grüße, Tom