Sie sind nicht angemeldet.

Denis_O

Akku-Meister

  • »Denis_O« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 136

Registrierungsdatum: 04.09.2014

  • Nachricht senden

1

12.06.2017, 09:37

Verhalten Ladebooster bei zu hoher Eingangsspannung

Hallo Tom,

Wie verhält sich der Ladebooster, wenn die Eingangsspannung über 14.4 V liegt? Falls er dann als PWM step-down converter arbeitet, sollte es dann doch möglich sein, den Ladebooster als Solarzellenregler für den Wohnwagen zu benutzen, oder?

Gruss

Denis

Tom

Moderator

Beiträge: 2 039

Registrierungsdatum: 27.02.2010

  • Nachricht senden

2

12.06.2017, 14:10

Hallo Denis,

die zulässige Eingangsspannung der in den 12V-Ladeboostern verwendeten Gleichspannungswandlern liegt zwischen 9 und 16V. Dabei wird die Ausgangsspannung immer konstant auf dem eingestellten Wert gehalten. Die Eingangsspannung darf also über oder auch unter der Ausgangsspannung liegen.

Das ist jetzt natürlich kein Solar-MPPT, lässt sich aber trotzdem sehr schön verwenden, um spannungsempfindliche 12V-Verbraucher von der doch recht stark schwankenden Batteriespannung (schwankt immerhin zwischen 10,5 und 15V) zu entkoppeln.

Ich nehme diese Gleichspannungswandler ebenfalls für Solar-Anwendungen, um 12V-Computer, 12V-Switch, 12V-Telefonanlage und 12V-Fritzbox hier Zuhause wechselweise automatisch aus Solarpanelen, Batterien oder Netzstrom zu versorgen. Funktioniert prima und mit deutlich geringeren Verlusten als mit normalen USVs. 8o Allerdings verwende ich einen eigenen Solar-Laderegler zwischen Solarpanelen und Batterien. Der Gleichspannungswandler liegt nur zwischen dem Regler und den Verbrauchern.

Grüße, Tom

Denis_O

Akku-Meister

  • »Denis_O« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 136

Registrierungsdatum: 04.09.2014

  • Nachricht senden

3

12.06.2017, 15:17

Super! Ich dachte an so etwas:

[SOLARPANEL] => [LADE-BOOSTER] => [12V BLEIGEL BATTERIE ALS PUFFER] => [ENDVERBRAUCHER]

Wie verhält sich der Ladebooster, wenn die Eingangsspannung zusammenbricht, zB wenn die Solarpanele nur sagen wir mal 2A@ 11V liefern, der Verbraucher aber 4A@14,4V zieht?

Arbeitet der Lade-booster dann als Konstantspannungsquelle für angeschlossene Verbraucher (mir reduzierter Leistungsabgabe) oder zieht er die Spannungsquelle (Solarpanele) so weit runter wie es nur geht (bis zum Kurzschluss), um zu versuchen, am Ausgang 5A @ 14,4V den Verbrauchern zu verfügung zu stellen?

Tom

Moderator

Beiträge: 2 039

Registrierungsdatum: 27.02.2010

  • Nachricht senden

4

12.06.2017, 17:22

Das weiß ich nicht, Aber da ein Solarpanel eine ziemlich instabile Last ist, wird das so kaum funktionieren. Wie gesagt enden die Bereichsgrenzen der zulässigen Eingangsspannung unten bei 9V, oben bei 16V. Beide Grenzen können von den meisten Solarpanels über- oder unterschritten werden und dann kommt der Wandler in den "verbotenen Bereich". Keine Ahnung wie der sich dann verhält. Möglich, dass er gar nicht erst anläuft, oder dass er auch Schaden nimmt.

Warum verwendest Du keinen Solar-Laderegler? Die sind doch für diese Problem gebaut worden.

Ich verwende den Wandler nur zur Bereitstellung einer festen Ausgangsspannung von 12V für die Last. Die Batterie sitzt auf jeden Fall vor dem Wandler.

Grüße, Tom

Denis_O

Akku-Meister

  • »Denis_O« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 136

Registrierungsdatum: 04.09.2014

  • Nachricht senden

5

12.06.2017, 23:17

Als Stabilisierte Festspannungsquelle mit 14,2V Ausgang benutze ich den Ladebooster schon lange. Das Problem mit gut gebauten und wirklich durchdachten Geräten liegt darin, dass man versucht, immer mehr rauszuholen, bis sie irgendwann komplett überfordert sind.

Ich habe da ein paar schöne Beispiele mit Unimogs, deren Getriebe irgendwann abgefräst waren, weil sie im Winter in den Vogesen vorne Schnee geräumt und gleichzeitig hinten steckengebliebene LKW's abgeschleppt haben...

Oder von R60/2 BMW's die von den Behörden so malträtiert wurden, bis die ZylinderDECKEL blau rauchen. Auch bei den Motoren sind Kolbenfresser dann irgendwann möglich.

nur w123er Mercedes scheinen so ungefäht alles mitzumachen, ohne zu meckern.

Deswegen meine Frage, wie weit man den Lade-booster zweckentfremden kann, ohne das das Gerät schaden nimmt.

Hier kann/sollte gute (deutsche)Ingenieurskunst ihre Trümpfe ausspielen und billigstware aus China haushoch überlegen sein. Ich zitiere hier gerne mal eine Zeile aus dem film Apollo 13, als es darum geht, den LEM als Antriebsquelle für den Rückweg zur Erde zu benutzen. Dazu der Flight Director: "I don't fuckin' care what it was designed for, I need to know what it CAN do"

in meinem Fall ist es zwar nicht ganz so kritisch (obwohl...), aber in 6 Wochen geht's ab nach Wacken zum Festival, und dort muss ich dafür sorgen, das ich literweise Bier kühlen kann. Eine Woche lang. Mit dem Wohnwagen wird's wohl zu kompliziert, da die Kumpels alle nur Zelte haben. Ich muss also jetzt schnell eine Möglichkeit finden, um mit flexiblen Solarpanelen, USV-Akkus und evtl. mit dem Ladebooster die Kühlbox versorgen zu können.

Da fällt mir ein...du hast ja aus der Bucht ein PWM-Solarregler gekauft, der ungebraucht bei Dir rumliegt...Ich könnte dir das Teil evtl abnehmen...

Tom

Moderator

Beiträge: 2 039

Registrierungsdatum: 27.02.2010

  • Nachricht senden

6

13.06.2017, 07:51

Hier kann/sollte gute (deutsche)Ingenieurskunst ihre Trümpfe ausspielen und billigstware aus China haushoch überlegen sein. Ich zitiere hier gerne mal eine Zeile aus dem film Apollo 13, als es darum geht, den LEM als Antriebsquelle für den Rückweg zur Erde zu benutzen. Dazu der Flight Director: "I don't fuckin' care what it was designed for, I need to know what it CAN do"
Ja, eine schöne Szene. Sie zeigt auch exemplarisch, wie gern die Menschen versuchen, sich hinter Formulierungen zu verstecken.

Im übrigen muss ich gestehen, dass es mit der "deutschen Ingenieurskunst" bei meinen Ladeboostern nicht weit her ist. Da stecken taiwanesische Gleichspannungswandler und eine minimale Außenbeschaltung "made in Germany" drin. Weshalb ich die Ladebooster schon aus Kostengründen nicht für die Solarlösung verwenden würde (auch die beiden integrierten Relais verbrauchen dafür zu viel und sinnlos Strom), sondern lieber gleich zu MeanWell ginge.


Zitat

Da fällt mir ein...du hast ja aus der Bucht ein PWM-Solarregler gekauft, der ungebraucht bei Dir rumliegt...Ich könnte dir das Teil evtl abnehmen...
Der ist hier momentan noch in Benutzung. Ich hab hin und her gerechnet und dabei festgestellt, dass sich der MPPT-Aufwand allein für zwei 100Wp-Panele mit 12V-Systemspannung nicht lohnt. Zwar verliere ich bei Volllast und einigermaßen leerem Akku rund 5V x 10A = 50W, aber wann ist schon jemals Volllast. Außerdem würde der Wandler auch nur einen Wirkungsgrad von bestenfalls 80% aufweisen. Bei Teillast bisweilen noch weniger. Da kommt man schnell bei einem Gewinn von Null an.

Und da mir der chinesische ebay-Händler nach der Reklamation gleich 50% des Preises erstattet hat, will ich mal nicht so sein und den Regler auch brav benutzen. Bisher tut er ganz annehmbar. Im Prinzip wirklich kein Grund, frech "MPPT" dranzuschreiben, denn er ist praktisch und leicht einzustellen und arbeitet ohne Fehl und Tadel, also empfehlenswert. Nur der Betrug ist eben Mist.

Grüße, Tom

Denis_O

Akku-Meister

  • »Denis_O« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 136

Registrierungsdatum: 04.09.2014

  • Nachricht senden

7

13.06.2017, 10:27

Es lohnt sich definitiv nicht, alles selber herzustellen. Mittlerweile sind komplette Module oft billiger als die Einzelbauteile, wenn man es selbst machen würde. Selbst IGBT-Transistoren lassen sich auch aus diskreten Bauteilen selbst bauen. Es ist zwar lehrreich und man sollte es sogar einmal machen, aber für die Produktion würde ich doch lieber “fertige” IGBT’s einsetzen. DC-DC Wandler gibt’s auch wie Sand am Meer. Der Trick besteht darin, diese Module so zu kombinieren, dass es ein sinnvolles Endprodukt ergibt. DAS meine ich mit Ingenieurskunst, und nicht langweilige Schaltungen einfach nachzubauen, was sogar noch teurer sein würde.

Ich überlege mir jetzt, ob ich nicht denselben Solarregler bestellen sollte. Falls der Verkäufer immer noch sein Regler als MPPT anstatt PWM verkäuft, werde ich dann auch reklamieren.

Tom

Moderator

Beiträge: 2 039

Registrierungsdatum: 27.02.2010

  • Nachricht senden

8

13.06.2017, 13:41

Es lohnt sich definitiv nicht, alles selber herzustellen. Mittlerweile sind komplette Module oft billiger als die Einzelbauteile, wenn man es selbst machen würde. Selbst IGBT-Transistoren lassen sich auch aus diskreten Bauteilen selbst bauen. Es ist zwar lehrreich und man sollte es sogar einmal machen, aber für die Produktion würde ich doch lieber “fertige” IGBT’s einsetzen. DC-DC Wandler gibt’s auch wie Sand am Meer. Der Trick besteht darin, diese Module so zu kombinieren, dass es ein sinnvolles Endprodukt ergibt. DAS meine ich mit Ingenieurskunst, und nicht langweilige Schaltungen einfach nachzubauen, was sogar noch teurer sein würde.
Ja, ist so.

Zitat

Ich überlege mir jetzt, ob ich nicht denselben Solarregler bestellen sollte. Falls der Verkäufer immer noch sein Regler als MPPT anstatt PWM verkäuft, werde ich dann auch reklamieren.
Das ist einer von denen, die erst negativ bewertet werden wollen, bevor sie anfangen zurückzurudern. Er wollte ja auch, dass ich die negative Bewertung zurücknehme. Klar, hab ich gesagt, mach ich. Aber er sollte dann nicht mehr "MPPT" ins Angebot schreiben. Erst wollte er's rausnehmen, dann aber nicht mehr. Ohne zu bescheissen scheinen die Dinger sich schlechter zu verkaufen.

Grüße, Tom

psy

Akku-Versteher

Beiträge: 67

Registrierungsdatum: 14.05.2014

  • Nachricht senden

9

13.06.2017, 14:20


in meinem Fall ist es zwar nicht ganz so kritisch (obwohl...), aber in 6 Wochen geht's ab nach Wacken zum Festival, und dort muss ich dafür sorgen, das ich literweise Bier kühlen kann. Eine Woche lang. Mit dem Wohnwagen wird's wohl zu kompliziert, da die Kumpels alle nur Zelte haben. Ich muss also jetzt schnell eine Möglichkeit finden, um mit flexiblen Solarpanelen, USV-Akkus und evtl. mit dem Ladebooster die Kühlbox versorgen zu können.

bei der Anwendung kannst du den Laderegler weglassen und einfach nur eine Diode vor das Panel setzen
alles andere beschert dir zu viele Verluste

Denis_O

Akku-Meister

  • »Denis_O« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 136

Registrierungsdatum: 04.09.2014

  • Nachricht senden

10

13.06.2017, 15:35

Daran habe ich auch schon gedacht, nur hat eine Diode leider auch auch Verluste, und die Batterie wird nie voll

psy

Akku-Versteher

Beiträge: 67

Registrierungsdatum: 14.05.2014

  • Nachricht senden

11

14.06.2017, 08:55

Hi Denis,
die Batterie wird trotzdem voll (sofern genug Sonne).
Nur mit Diode kannst du sie sogar überladen, was bei hohem Bedarf und wenig Solarleistung aber nicht passiert.
Meist nimmt man ja ein 18V Panel.

Denis_O

Akku-Meister

  • »Denis_O« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 136

Registrierungsdatum: 04.09.2014

  • Nachricht senden

12

14.06.2017, 09:53

Gut, bei den ebay-Preisen kann man aber schon ein PWM regler für 10 EUR frei Haus bekommen.