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Torsten

Akku-Meister

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06.05.2019, 18:40

Batteriepflege bei "wartungsfreien" Starterbatterien mit Zellenstopfen

Ich frage mich, ob es ratsam ist bei eigentlich als wartungsfrei verkauften Starterbatterien, welche aber unter dem Aufkleber Zellenstopfen haben die sich öffnen und verschließen lassen (zum Beispiel die originale Varta VW-Batterie 61 Ah 540 A EN 1j0 915 105 ad), etwas destilliertes Wasser nachzufüllen? ?(
Verändert sich durch das nachfüllen nicht das Säureverhältnis, sprich also wird das nicht verdünnt und Batteriesäureprüfer zeigen hinterher verkehrte Werte an?

Hier im Forum habe ich gelesen, dass diese wartungsfreien Batterien auf den Bleiplatten eine andere Beschichtung haben als die älteren - nicht wartungsfreien - mit Zellenstopfen. Kleines abschweifen am Rande, früher bei den Autobild Werkstätten-Tests war das ein beliebter, im Testauto eingebauter Fehler: "Batteriefüllstand zu niedrig". Wenn ich mich recht entsinne, war das ein Fehler der sehr häufig übersehen wurde.
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Tom

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07.05.2019, 07:53

Ich frage mich, ob es ratsam ist bei eigentlich als wartungsfrei verkauften Starterbatterien, welche aber unter dem Aufkleber Zellenstopfen haben die sich öffnen und verschließen lassen (zum Beispiel die originale Varta VW-Batterie 61 Ah 540 A EN 1j0 915 105 ad), etwas destilliertes Wasser nachzufüllen? ?(
Verändert sich durch das nachfüllen nicht das Säureverhältnis, sprich also wird das nicht verdünnt und Batteriesäureprüfer zeigen hinterher verkehrte Werte an?

Hier im Forum habe ich gelesen, dass diese wartungsfreien Batterien auf den Bleiplatten eine andere Beschichtung haben als die älteren - nicht wartungsfreien - mit Zellenstopfen. Kleines abschweifen am Rande, früher bei den Autobild Werkstätten-Tests war das ein beliebter, im Testauto eingebauter Fehler: "Batteriefüllstand zu niedrig". Wenn ich mich recht entsinne, war das ein Fehler der sehr häufig übersehen wurde.

Das Problem bei solchen Batterien ist die meist fehlende Füllstandsmarkierung: Man kann nicht sehen, wo genau "voll" ist. Also müsste man, will man alles 100%ig richtig machen, vor dem Nachfüllen 1. voll aufladen, dann 2. das spezifische Elektrolytgewicht messen und dann 3. genau so viel demineralisiertes Wasser nachfüllen, bis das Zielgewicht 1,28kg/l wieder erreicht wird. Problematisch dabei: 1. Der Elektrolyt muss vor und nach der Messung ordentlich durchmischt werden, um für eine Messung überhaupt homogen genug zu sein. 2. Muss man die original Elektrolytkonzentration des Batterieherstellers kennen. Nicht jede Batterie wird mit 1,28kg/l-Schwefelsäure befüllt. Die Sache ist also nicht ganz trivial, wenn man sie "richtig" machen will. In der Praxis wird man ein paar größere Schlucke Wasser auffüllen, möglichst gleichviel in alle Zellen, die Deckel wieder verschließen und ein eventuell vom Optimum abweichendes spezifisches Elektrolytgewicht als nur schwer vermeidbar akzeptieren. Die Werte welche Säureheber hinter anzeigen bleiben aber richtig. Nur die (sowieso etwas grobschlächtige) Ableitung des Ladezustands vom Elektrolytgewicht verändert sich zwangsläufig. Aber die hat bei der ausgetrockneten Batterie ja auch schon nicht mehr gestimmt.

Für "wartungsfreie" Bleibatterien werden die Gitter-Legierungen natürlich auf möglichst geringen Wasserverbrauch hin optimiert. Es hätte ja auch keinen Zweck, wollte man eine Batterie mit antimongehärteten Gittern und entsprechend niedriger Gasungsschwelle, bzw. hohem Wasserverbrauch ohne die Möglichkeit liefern, Wasser nachzufüllen. Was die Hersteller bis auf den Austausch von Antimon durch Kalzium da noch alles verändern, weiß ich aber nicht.

Bei dem genannten Werkstatttest habe ich mich schon damals gefragt, wie die das hinkriegen, den Elektrolytstand abzusenken, ohne den Elektrolyten durch das ständige werkstattseitige Nachfüllen von Wasser immer weiter abzusenken. Ohnehin eine ganz schlechte Methode "Fehler einzubauen", die in der Praxis nicht vorkommen und dann zu bemängeln, dass sie weder gesucht noch gefunden wurden. Wenngleich ich den Fehler Batterie-Wasseverlust gerade noch als praxisgerecht akzeptiere. Den Fehler "Wischerblattgummi mit dem Messer zerschnitten" aber nicht.

Grüße, Tom

psy

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3

07.05.2019, 10:49

schau und leuchte mal in die Zellen rein
da sind so Plastikstäbe die müssen eingetaucht sein, dann ist genug Wasser drin.
natürlich nur im vollgeladenen Zustand

Torsten

Akku-Meister

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4

15.05.2019, 18:24

Das Problem bei solchen Batterien ist die meist fehlende
Füllstandsmarkierung: Man kann nicht sehen, wo genau "voll" ist. Die Werte welche Säureheber hinter
anzeigen bleiben aber richtig. Nur die (sowieso etwas grobschlächtige)
Ableitung des Ladezustands vom Elektrolytgewicht verändert sich
zwangsläufig. Aber die hat bei der ausgetrockneten Batterie ja auch
schon nicht mehr gestimmt.

Das ist einer der Vorteile von "originalen Varta-Starterbatterien": Diese haben alle ein durchscheinendes, graues Gehäuse wo man mit einer starken Taschenlampe an der Seite hineinleuchten und damit sehr gut den aktuellen Füllstand ablesen kann. Auch gibt es eine Minimal und Maximal-Markierung. Also steht zumindest einem Auffüllen auf die ungefähr gleiche Füllstandshöhe nix im Wege :thumbsup:

Das ist gut, dass die Werte hinterher einigermaßen richtig bleiben. War glaub' ich auch bischen ein Denkfehler meinerseits ;(

Für "wartungsfreie" Bleibatterien werden die Gitter-Legierungen natürlich auf möglichst geringen Wasserverbrauch hin optimiert. Es hätte ja auch keinen Zweck, wollte man eine Batterie mit antimongehärteten Gittern und entsprechend niedriger Gasungsschwelle, bzw. hohem Wasserverbrauch ohne die Möglichkeit liefern, Wasser nachzufüllen. Was die Hersteller bis auf den Austausch von Antimon durch Kalzium da noch alles verändern, weiß ich aber nicht.

Ich glaube, da muss es noch andere Legierungen außer Kalzium geben: Es heißt ja immer Calcium/Calcium Batterien haben einerseits geringere Selbstentladung und sind (angeblich) für 14,7 Volt Ladespannung vorgesehen. Nun macht ja nicht die Beschichtung oder die Elektrolytart die jeweilige Ladespannung erforderlich, sondern eher die Art der Nutzung (zyklisch/standby-use), aber wenn sogar die Hersteller zwischen den genannten wartungsfreien und "normalen" Nassbatterien unterscheiden ist da vielleicht doch was dran :S

Übrigens: Alle der weiter oben beschriebenen Original-Varta-Batterien die mir bislang untergekommen sind, haben zumindest herausdrehbare Stopfen, obwohl als wartungsfrei gekennzeichnet und man aber den Aufkleber entfernen muss, um an die darunterliegenden Stopfen zu gelangen :!:
Nun sind die originalen Varta-Batterien, welche man ausschließlich über den Werktstatthandel beziehen kann (mir ist es jedenfalls noch nicht gelungen, als Privatperson eine solche neu im Internet zu finden) deutlich teurer als deren Brüder gleicher Kapazität, welcher man über den Zubehörhandel beziehen kann. Ob sich dieser Mehrpreis in einer besseren Haltbarkeit niederschlägt, weiß ich nicht. Angeblich wären die Bleigitter etwas dicker :?:
Hat dazu jemand belastbare Aussagen?
Bei dem genannten Werkstatttest habe ich mich schon damals gefragt, wie die das hinkriegen, den Elektrolytstand abzusenken, ohne den Elektrolyten durch das ständige werkstattseitige Nachfüllen von Wasser immer weiter abzusenken. Ohnehin eine ganz schlechte Methode "Fehler einzubauen", die in der Praxis nicht vorkommen und dann zu bemängeln, dass sie weder gesucht noch gefunden wurden. Wenngleich ich den Fehler Batterie-Wasseverlust gerade noch als praxisgerecht akzeptiere. Den Fehler "Wischerblattgummi mit dem Messer zerschnitten" aber nicht.

Naja...also denke schon dass es möglich ist, dass einzelne Zellen einen niedrigeren Füllstand als andere haben. Ist bei einem meiner Prüflinge - wo garantiert noch nicht nachgefüllt worden ist, weil der Aufkleber absolut unversehrt ist - auch der Fall. Hier handelt es sich zwar um eine "wartungsfreie", aber bei der älteren Generation mit offensichtlichen Stopfen und antimongehärteten Gittern ist das bestimmt öfter der Fall gewesen. Außerdem stand es damals wohl im Inspektionshandbuch. Zum Teil wurde es damals beim dem Kunden übergebenen Zettel über die bei der Inspektion erledigten Dinge auch abgehakt, aber einfach nicht erledigt! Natürlich sind mit dem Messer zerschnittene Wischerblattgummis eher unrealistisch. Aber Wischergummis, deren Wischkante vom Gummi abgetrennt ist, habe ich bei nachlässigen Autofahrern schon mehrmals gesehen. Dies kann passieren, wenn die Gummis spröde sind und bei Frost zu früh gewischt wird. Oder eine Politesse im Winter den auf der Scheibe angeklebten Gummi hochzieht, um eine Botschaft zu hinterlassen :P

Grüße, Torsten

Tom

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5

16.05.2019, 06:33


Oder eine Politesse im Winter den auf der Scheibe angeklebten Gummi hochzieht, um eine Botschaft zu hinterlassen :P

Das solltest Du ihr mal abgewöhnen. :whistling:

Zitat

aber wenn sogar die Hersteller zwischen den genannten wartungsfreien und "normalen" Nassbatterien unterscheiden ist da vielleicht doch was dran :S

Ach Ihr immer mit Euren Versuchen, dieser popeligen Bleiakkutechnik noch irgendwelche Geheimnisse zu entlocken. Nach diesem hemmungslosen Quatsch der Ladegeräte-Hersteller, ihre Ladegeräte als "speziell-passend" für Batterien mit flüssigem Elektrolyten, Batterien mit Glasvlies, Batterien mit Kieselgur, Batterien in runden Gehäusen und nicht zuletzt Batterien in roten, blauen, gelben und weißen Gehäusen anzupreisen und für alles auch noch ganz spezielle Ladeprogramme anzubieten, habe ich zwar inzwischen begriffen wie Marketing funktioniert, habe aber den Glauben in die "Schwarmintelligenz" der Kunden verloren. Wir leben nun mal im Zeitalter von Amazon. Und verkauft wird, was Amazon ganz vorne anbietet (und das blinkt, tschiept und glänzt...). Punkt!

Zum Thema Batterie-Lebensdauer kann ich nur auf 40 Jahre praktische Erfahrungen zurückblicken, zu denen sich noch seit 15 Jahren viele "schwierige Fälle" hinzu gesellen, die ich in meiner Zeit als gewerblicher Batterie-Problemlöser konfrontiert wurde. Um es auf den Punkt zu bringen: Mir ist kein Fall bekannt, bei dem wirklich erkennbar gewesen wäre, dass Noname-Bleibatterien eine merklich kürzere Lebensdauer aufgewiesen hätten als die feinsten Markenbatterien. Dabei, das muss ich zugeben, neige ich durchaus auch dem "Markenfetischismus" zu, halte mich also gern an Bewährtes. Einzig: Bei Bleibatterien taugt das nix! Letztlich sind doch alle ausgelutschten Bleibatterien durch mehr oder weniger Zyklisierung verschlissen, oder durch Falschbehandlung gemeuchelt worden.

Gerade wieder eine schmelzneue "Langzeit"-Batterie in den Strichachter eingebaut: Ach, wie problemlos funktionieren doch erntefrische Noname-Batterien. Und wie rottig sind alte Markenbatterien mit verblichenen Markenlogos... :P

Grüße, Tom

Torsten

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17.05.2019, 18:01


Zum Thema Batterie-Lebensdauer kann ich nur auf 40 Jahre praktische Erfahrungen zurückblicken, zu denen sich noch seit 15 Jahren viele "schwierige Fälle" hinzu gesellen, die ich in meiner Zeit als gewerblicher Batterie-Problemlöser konfrontiert wurde. Um es auf den Punkt zu bringen: Mir ist kein Fall bekannt, bei dem wirklich erkennbar gewesen wäre, dass Noname-Bleibatterien eine merklich kürzere Lebensdauer aufgewiesen hätten als die feinsten Markenbatterien. Dabei, das muss ich zugeben, neige ich durchaus auch dem "Markenfetischismus" zu, halte mich also gern an Bewährtes. Einzig: Bei Bleibatterien taugt das nix! Letztlich sind doch alle ausgelutschten Bleibatterien durch mehr oder weniger Zyklisierung verschlissen, oder durch Falschbehandlung gemeuchelt worden.

Gerade wieder eine schmelzneue "Langzeit"-Batterie in den Strichachter eingebaut: Ach, wie problemlos funktionieren doch erntefrische Noname-Batterien. Und wie rottig sind alte Markenbatterien mit verblichenen Markenlogos... :P

Grüße, Tom

Das ist mir beim Thema Bleibatterien mittlerweile auch klar. Anders sieht es bei 1,2Volt Rundzellen aus - lieber ne schon etwas betagte Eneloop als ne neuwertige Billigzelle...aber das gehört hier eher weniger hin.

Trotzdem: Damit sprichst du den Markenbatterien irgendwie sehr deutlich den Mehrpreis ab. Ich würde nur sagen: Gemessen an der meist nur geringfügigen Mehrleistung sind sie leider VIEL zu teuer... Andersrum gefragt: Was ist mit der gepriesenen Langlebigkeit durch dickere Bleiplatten? Wenn die Originalbatterie vergleichsweise 7 Jahre hält, die frei verkäufliche, ebenfalls als "super" angepriesene aber nur 4 Jahre? Was ist mit Markenbatterien die werben, einen niedrigeren Innenwiderstand (ab Werk) zu haben (und das laut der handelsüblichen Tester auch so ist!) als die Mitbewerber?

Tom

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7

17.05.2019, 22:06

Bei den Eneloops bin ich voll bei Dir, da gibt es wirklich nichts besseres. Die Zellen der "Vor-Eneloop-Zeit" waren aber auch zu Katastrophen verkommen mit ihren zwar enormen Kapazitäten, aber den noch enormeren Selbstentladeraten (kein Wunder: Sinterzellen mit einem Hauch von Separatorfolien). Wenn ich nach zwei Wochen die Digitalkamera benutzen wollte, waren die Akkus nach kaum 5 Bildern leer. Aber so ist das eben mit dem Marketing: Große Zahlen (mA/h. MHz, Watt, PS...) verkaufen sich nun mal gut. Die Kapazität steht drauf, unter der Selbstentladerate kann sich aber keine Sau was vorstellen und draufstehen tut sie auch nicht. Also baut man vorzugsweise Zombi-Produkte mit Riesenzahlen, die nichts taugen. -|-

Das Thema der dickeren Bleiplatten dürfte ein Internetmärchen sein. Starterbatterien haben nun mal anwendungsbedingt (hohe Startströme, also möglichst kleiner Innenwiderstand) möglichst großflächige Bleigitter. Großflächig in einem Gehäuse mit festgelegten Abmessungen bedeutet mehrere parallel geschaltete Gitterplatten pro Zelle. Nun bekommt man aber nur eine begrenzte Anzahl paralleler Platten pro Zelle ins Gehäuse, so dass sich die Plattenfläche nicht mehr ohne weiteres steigern lässt. Würde man die Platten jetzt auch noch dicker machen, würden zwangsläufig weniger davon ins Gehäuse passen, was zu geringerer Plattenoberfläche und daher wieder zu steigendem Innenwiderstand führen würde. So geht es also nicht. Was möglich WÄRE, ist das Gehäuse größer zu machen und so die gleiche Menge dickerer Platten unterzubringen. Das mindert aber Kapazität und Startleistung, bezogen auf die Gehäusegröße. Bei AGM-Starterbatterien geht man den Weg, die Vlies-Separatoren sehr dünn zu halten und den Plattenstapel maschinell unter Druck zu packen und auf diese Weise etwas Raum zu gewinnen, den man dann wahlweise für dickere Platten oder eine Platte mehr verwenden kann. Die Herstellungspreise berührt das - meiner Kenntnis nach - allerdings kaum. Und so dürfte der Preis einzig Marketinggründe haben, in der Form, dass große Marken höhere Preis erzielen und NoNames eben billiger verkaufen.

Grüße, Tom

Torsten

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18.05.2019, 02:22

Das Thema der dickeren Bleiplatten dürfte ein Internetmärchen sein.
Starterbatterien haben nun mal anwendungsbedingt (hohe Startströme, also
möglichst kleiner Innenwiderstand) möglichst großflächige Bleigitter.
Großflächig in einem Gehäuse mit festgelegten Abmessungen bedeutet
mehrere parallel geschaltete Gitterplatten pro Zelle. Nun bekommt man
aber nur eine begrenzte Anzahl paralleler Platten pro Zelle ins Gehäuse,
so dass sich die Plattenfläche nicht mehr ohne weiteres steigern lässt.
Würde man die Platten jetzt auch noch dicker machen, würden
zwangsläufig weniger davon ins Gehäuse passen, was zu geringerer
Plattenoberfläche und daher wieder zu steigendem Innenwiderstand führen
würde. So geht es also nicht. Was möglich WÄRE, ist das Gehäuse größer
zu machen und so die gleiche Menge dickerer Platten unterzubringen. Das
mindert aber Kapazität und Startleistung, bezogen auf die Gehäusegröße.
Das ist wieder mal sehr interessant zu lesen. Sowas findet man nirgends anders als eben hier :thumbup:
Und so dürfte der Preis einzig Marketinggründe haben, in der Form, dass große Marken höhere Preis erzielen und NoNames eben billiger verkaufen.
Das meine ich damit nicht. Hast du mal die Preise verglichen zwischen den Original herstellerseitig verbauten Varta und den frei verkäuflichen Varta namens Black Dynamic, Blue Dynamic und Silver Dynamic? Alle 3 unterscheiden sich preislich etwas, wovon die Silver Dynamic in der firmeninternen Marketinglogik als die hochwertigstens und teuersten der genannten gelten. Und trotzdem sind diese preislich immer noch deutlich niedriger als die "originalen". Landläufig höre ich dass immer wieder im Bekanntenkreis, dass diejenigen welche sich gegen die "originale" Batterie entscheiden letztlich unzufriedener als mit den original, herstellerseitig verbauten Starterbatterien waren ?(

Wenn dickere Bleiplatten ausscheiden, käme vielleicht anderes, gegenüber dem freien Markt hochwertigere Materialien/bessere/exklusive Fertigungstechniken in Betracht? Irgendwie will mir (noch :?: ) nicht in den Kopf, dass der gewaltige Mehrpreis der Originalen nur Nepp sein soll :wacko:
Grüße, Torsten

Tom

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9

18.05.2019, 08:02

Das meine ich damit nicht. Hast du mal die Preise verglichen zwischen den Original herstellerseitig verbauten Varta und den frei verkäuflichen Varta namens Black Dynamic, Blue Dynamic und Silver Dynamic? Alle 3 unterscheiden sich preislich etwas, wovon die Silver Dynamic in der firmeninternen Marketinglogik als die hochwertigstens und teuersten der genannten gelten. Und trotzdem sind diese preislich immer noch deutlich niedriger als die "originalen". Landläufig höre ich dass immer wieder im Bekanntenkreis, dass diejenigen welche sich gegen die "originale" Batterie entscheiden letztlich unzufriedener als mit den original, herstellerseitig verbauten Starterbatterien waren ?(
Wenn dickere Bleiplatten ausscheiden, käme vielleicht anderes, gegenüber dem freien Markt hochwertigere Materialien/bessere/exklusive Fertigungstechniken in Betracht?

Natürlich gibt es Spielraum bei der Reinheit, Menge und Qualität der verwendeten Materialien, oder auch bei der Herstellungsqualität der Einzelteile. Die Frage ist nur, ob sich diese Unterschiede wirklich "statisch" in Batterie-Lebensdauer und -Leistung niederschlagen, oder nicht eher in einer größeren Schwankungsbreite der Batterie-Qualität. Man sieht ja beides bei - mal abseits von Batterien geschaut - Billigprodukten. So habe ich z.B. mal einen Werkzeugwagen beim Chinamann gekauft, der aus ausgesprochen dünnem Blech gefertigt war. Sowas ist natürlich Mist und ein ständiges Ärgernis, aber eben die Folge, wenn der Preis gnadenlos tief sein muss. Hier würde ich von "statisch niedriger Qualität" sprechen Viel verbreiteter erscheint mir aber, dass "flusiges Schnellschnell" bei der Herstellung von Billigartikeln gegenüber Markenprodukten die Regel ist. Mit der erwähnten Folge hoher Serienstreuung und Ausschussraten.

Bei dem von Dir erwähnten Beispiel, dass die Bekannten mit den nachgekauften Batterien weniger zufrieden sind als mit den Originalen vom Fahrzeug-Hersteller, kommt mir aber die Betrachtung der Betriebsbedingungen zu kurz. (Ein ohnehin bei Batterien viel zu wenig betrachteter Aspekt.) So kann ich mir gut vorstellen, dass später nachgerüstetes elektrisches Zubehör die Batterie stärker belastet und so schneller verschleißen lässt. Oder nachlassende Lichtmaschinen- und Kabelleistung zu schlechterer Batterieladung führt. Auch allgemein schlechter anspringende Motoren können diese Folge haben. Kling zugegeben irgendwie aus den Fingern gesaugt, kann aber genauso gut zutreffen. Um diese Rätsel belastbar zu klären müsste man jeden Einzelfall genau beleuchten bzw. die Batterien einer genauen Untersuchung unterziehen. Also auch metallurgisch. Aber wer kann und tut das schon?

Zitat

Irgendwie will mir (noch :?: ) nicht in den Kopf, dass der gewaltige Mehrpreis der Originalen nur Nepp sein soll :wacko:
Grüße, Torsten

Das ist Marketing. Guck Dich doch um: ALLES ist Marketing! Es gibt doch nichts mehr, was heute nicht nach markttechnischen Gesichtspunkten durchleuchtet und "optimiert" wird. Vergleiche einfach mal die Batterie-Einkaufspreise der Automobilhersteller für deren Fahrzeug-Serienfertigung und die Aftermarket-Batteriepreise (leider problematisch, an solche Daten zu kommen). Aber aller bisherigen Erfahrungen nach dürfte sich aber ein Hersteller-EK von kaum 30% der Aftermarket-Preise ergeben. Auch möglich, dass die Fahrzeug-Hersteller klare Vorgaben bzgl. der Haltbarkeit der Batterien machen, die der Zubehörhandel nicht macht.

Grüße, Tom

psy

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10

20.05.2019, 15:04

wobei der Gewichtsunterschied zwischen billigen und teuren Batterien schon enorm ist (bei gleicher aufgedruckter Kapazität)
meine Optima Yellow Top 75Ah bringt stolze 26kg auf die Waage
die 74Ah (Hammer) billig Batterie gut 10kg weniger
die teure 75Ah (Moll K2) immerhin gut 4kg mehr als die Billigbatterie

Tom

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11

20.05.2019, 17:11

Die Yellow-Top ist aber auch eine ausdrücklich zyklenfeste Batterie, hat also sinnvollerweise "dickere Platten" als die Red-Top-Starterausführung. Naja, Platten haben beide natürlich keine, sondern Wickel. Aber eben deutlich dicker als bei Startertypen. Und weil das "Gitterblech" dicker ist, ist es kürzer und weil der Gesamtwickel kürzer ist, ist deutlich weniger Separatoranteil vorhanden. Deshalb passt mehr Blei rein. 8o Was die Batterie schwerer macht.

Grüße, Tom