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NewMoonOnMonday

Akku-Anfänger

  • »NewMoonOnMonday« ist der Autor dieses Themas

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Registrierungsdatum: 27.08.2019

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27.08.2019, 13:34

Ich suche eine Empfehlung für ein Batterieladegerät (12V KfZ Batterien)

Hallo und guten Tag, ich bin seit einigen Tagen Besitzer eines neuen Pkw und möchte gleich zu Beginn die Pkw Batterie richtig pflegen/warten. Als erstes möchte ich gern mal wissen um welchen Batterietyp es sich handelt. (siehe beigefügtes Foto) Der Verkäufer konnte mir dazu keine Angaben machen und bis ins Autohaus habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft. Im Handbuch spricht man diverse Batterietypen an und nimmt nicht genauen Bezug auf die vermutlich eingebaute.
Ist es eine AGM oder normale Bleibatterie? Im Fahrzeug verbaut ist ein Navigationssystem( 8Zoll Bildschirm), zwei Sitzheizungen und diverse Elektronikkleinkram....Ich finde das 45Ah recht klein ausfallen, aber es soll die Originalbatterie sein....

Weiterhin möchte ich beim Laden dieser Batterie diese im Fahrzeug verbaut lassen. Welches Ladegerät wird mir dafür empfohlen, ohne dass die Bordelektronik beschädigt wird?

Ich hatte früher ein "Ctek mxs 5.0" zur Ladung eines AGM Akkus im Auto genutzt und hier wurde mir auch immer nach 2-3h Volladung angezeigt, aber das Startstop (ISG) System verweigerte dennoch seine Aufgabe. Autohaus sagte, Batteriespannung muss über 85% sein sonst funktioniert das System nicht. Die Batterie war 5 Jahre alt und das StartStop System ging zum Schluss gar nicht mehr.

Beim NEUEN Auto möchte ich diesmal alles besser machen.Vielleicht könnt ihr mir helfen. Ich danke schon jetzt.... :thumbsup:
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »NewMoonOnMonday« (27.08.2019, 14:11)


Tom

Moderator

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Registrierungsdatum: 27.02.2010

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2

27.08.2019, 15:15

Vorsicht: Viel Text

Hallo,

zwar besitzen AGM-Batterien gewisse Vorteile gegenüber Blei-Batterien, die ohne Glasvliesmatten mit herkömmlichen Separatoren aufgebaut sind (aber natürlich auch ein paar Nachteile). Aber aus elektrischer Sicht ergeben sich kaum Unterschiede. Und auch wenn ich jede Woche mehrere(!) Anfragen bzgl. der für AGM-Batterien geeigneten Gerätschaften bekomme, ändert das nichts daran, dass die elektrischen Bedürfnisse von AGM- und "Nicht-AGM"-Batterien im Grunde dieselben sind. Auch die Tatsache, dass es heute fast nur noch Batterie-Ladegeräte mit einer Umschaltung zwischen AGM- und "Nicht-AGM"-Batterien gibt, ändert an dieser Feststellung nichts. (Das muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen... ;( ) Denn ab einer gewissen Massivität der Kundenanfragen bietet der denkende Mensch den Kunden eben das an, was sie haben wollen. Auch wenn es keinen Sinn ergibt. -|- Besonders dann, wenn man dafür noch ein paar Euro extra auf den Preis aufschlagen oder sich sonst einen Wettbewerbsvorteil sichern kann. Denn man muss einfach daran scheitern, alle Verwender mühsam einzeln und glaubhaft darüber aufzuklären, dass der Kaiser nackt ist.

Aber zurück zur Anfrage. Um was für eine Batterie es sich bei der gezeigten genau handelt, wird vermutlich nur der Hersteller hinreichend genau beantworten können. Kurioserweise wissen die Stellen bei den Herstellern, welche die Kunden bei Anfragen erreichen, meist am allerwenigsten, um was es sich im einzelnen handelt. Einfach mal selbst ausprobieren... Bei einem Fahrzeug mit Start-/Stop-Automatik kommen aber aus Gründen der Lebensdauer meist AGM-Batterien zum Einsatz. Man könnte auch Starterbatterien ohne Glasvliesmatten verwenden, würde aber vermutlich nur eine verringerte Lebensdauer erzielen. In welchem Verhältnis sich die Lebensdauerverkürung in Beziehung zum geringeren Preis von normalen Starterbatterien verhält, müsste man im Einzelfall ausprobieren. Ich vermag das nicht vorherzusehen. Es hängt sicher auch von dem Grad der Zyklisierung ab (also der zyklischen Entladetiefe) und diese wird vermutlich bei höherer Zyklisierung AGM-lose Batterien zunehmend eher zermürben.

Im normalen Fahrzyklus halten bei Start/Stop-Systemen aber auch AGM-Batterien nur begrenzte Zeit. Hiermit meine ich zwei bis maximal vier Jahre. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch mal Ausnahmen gäbe, sondern nur, dass man besser nicht damit rechnen sollte, dass die eigene Batterie nun gerade nennenswert älter wird. Das ist auch nicht zwangsläufig die Folge schlechter Technik oder von Batterie-Misshandlung, sondern einfach dem Funktionsprinzip von Bleiakkus geschuldet: Bei jedem Ladungswechsel wird aktives Material stark verändert und umgeschichtet, der Leketrolyt verindet sich mit dem Aktivmaterial, die Aktivmateriel "pumpt" stark bzgl. des Volumens, die Platten werden also permanent mechanisch gestresst. Es braucht nicht zu verwundern, dass das Plattengefüge diese Beanspruchung nur begrenzte Zeit aushält. Solche Probleme gibt es bei NiCd/NimH oder Lithium-Akkus nicht, entsprechend ist deren Lebensdauer auch unter stark zyklisierenden Betriebsbedingungen ungleich höher als bei Bleiakkus.

Zurück zur Frage des geeigneten Ladegerätes. Ergänzend zu dem oben geschriebenen nur dieses: Ein Grundübel programmgesteuerter Ladegeräte wie z.B. denen von CTEK ist, dass sie im Zweifelsfall die Ladung viel zu früh beenden. Genau das hast Du in Deinem Posting beschrieben: Nach 2-3 Stunden wird Vollladung angezeigt. ?( Dazu sollte man sich mal die Frage stellen, wie denn ein Bleiakku-Ladegerät überhaupt feststellt, wann ein Akku "voll geladen" ist. Denn da gibt es ja in diesem Sinne keinen Informationsaustausch zwischen Akku und Ladegerät. Das Ladegerät tut also nichts weiter, als dass es den Ladestrom beobachtet und bei Unterschreitung eines bestimmten Schwellwertes einfach davon ausgeht, dass der Akku voll ist. Dann schaltet das Ladegerät die Ladung ab und signalisiert "Vollladung". Dabei weiß das Ladegerät nicht einmal, ob ein großer oder ein kleiner Akku angeschlossen ist und kann entsprechend die passende Größe des Abschaltschwellwertes auch gar nicht sinnvoll bestimmen. Wenn man jetzt z.B. mit einem für große Akkus entworfenem Lader kleine Akkus lädt, führt das bei Bleiakkus regelmäßig dazu, dass der zu groß dimensionierte Lader den angeschlossenen Akku viel zu früh "abwirft", also nicht voll auflädt. Dasselbe passiert, wenn der Hersteller des Ladegerätes eine "stark konservative" Ladekennlinie bevorzugt, um (zur Vermeidung eventueller Regressforderungen des Kunden wegen Schäden durch überladene Akkus) bloß kein Risiko einzugehen. Dann hat der Kunde aber leider den "Schaden", dass ihm die Akkus wegen der dauernden Minderladung sulfatieren. Ach, dieser Bleiakku-Ladegerätemarkt wäre es allein schon wert, ein Buch darüber zu schreiben. Das muss ich beizeiten mal machen. Aber für heute reicht es. ^^

Nimm meinen BC1210 'modified' , der hat bisher immer gepasst, weil er einerseits die o.g. Probleme elegant umschifft und andererseits die nötige Präzision bei der Einstellung mitbringt, um trotz grenzwertig hochgezüchteter Ladespannung in der Lage ist, um Probleme mit überladenen Akkus sicher zu vermeiden.

Grüße, Tom

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