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hgebauer

Akku-Meister

  • »hgebauer« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 61

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16.01.2013, 12:04

Säureschichtung

Hallo Herr Rücker.
Habe in einem anderen Posting von Ihnen Ihren Hinweis auf die "Akku-Bibel" (Moderne Akkumulatoren richtig einsetzen von A. Jossen und W. Weydanz) gefunden. Ein wertvoller Hinweis!
Hätt ich mir das Buch eher besorgt, hätte ich mir einige meiner doofen Fragen in meinen vorigen Posting (Fragen zur Gasungsspannung) sparen können.
Die Autoren beschreiben darin u.a. die sehr nachteiligen Folgen der Säureschichtung und klassifizieren die Bleiakkus nach ihrer Neigung zur Säureschichtung:
Nassbatterien: hoch
AGM: mittel
Gel: keine.
Sie nennen auch Maßnahmen zur Verhinderung:
Nassbatterien: Regelmäßige Gasungsladung oder Elektrolytumwälzung (in der Regel mit Druckluft).
AGM: Betrieb liegend.
Nun zu meinen Fragen:
Naßbatterien: Kann man davon ausgehen, dass beim Einsatz im KFZ bereits die Erschütterungen während des Fahrbetriebes für eine ausreichende Durchmischung sorgen? Gibt es dazu Untersuchungen?
AGM: Sehen sie den Betrieb in liegender Stellung als praktikabel an? Andere Probleme dadurch? Erfahrungen? Empfehlenswert?

Beste Grüße
Helmut

Tom

Moderator

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2

16.01.2013, 14:06

Hallo,

die Frage ob Erschütterungen des Fahrbetriebs bei Nassbatterien zur ausreichenden Durchmischung des Elektrolyten führen, hatten wir auch schon an anderer Stelle. Nur soviel: Die Stärke der Elektrolytschichtung hängt größtenteils von der Zyklisierung ab. Stark zyklisch verwendete Bleiakkus neigen also viel stärker zur Säureschichtung als Standby-Akkus. Daher möchte ich die Antwort auch entsprechend verfassen: Soweit es sich um normal verwendete Autobatterien handelt, die kaum zyklisch verwendet werden und wenn "normaler" Fahrbetrieb durchgeführt wird, wird man mit Autobatterien keine Probleme hinsichtlich einer schädlichen Säureschichtung bekommen. Bei stark zyklisch verwendeten Rollstuhlbatterien sieht das natürlich anders aus, wenn nicht gerade regelmäßig Offroad-Parcours befahren werden. Es handelt sich dabei um meine persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Bleiakkus und den Erfahrungen meiner Kundschaft, soweit mir hierzu Daten vorliegen. Ob es auch prfessionelle Untersuchungen zum Thema Elektrolytschichtung bei Fahrzeugbatterien gibt, weiß ich leider nicht.

Elektrolytdurchmischung mit Druckluft ist natürlich nur bei Akkus möglich, wo diese Möglichkeit ausdrücklich vorgesehen ist. So wird logischerweise ein Einspeisepunkt für Druckluft im unteren Zellenbereich benötigt sowie eintsprechende Ausströmer und nicht zuletzt auch eine wirksame Einrichtung um Elektrolytpartikel aus der austretenden Luft abzuscheiden, damit ätzender Schwefelsäure nur in zulässiger Menge nach außen befördert wird.

Meines Wissens erlauben alle Hersteller von AGM- und Gel-Akkus den Betrieb ihrer Akkus in sämtlichen Lagen. Ausnahme: Ladung! Da es sich bei AGM- bzw. Gel-Akkus ind er Regel um sogenannte "verschlossene" Akkus handelt, die einen Druckausgleich mit der Außendruck nur über automatisch schließende Ventile ermöglichen, kann unter normalen Entladebedingungen schon deshalb nichts austreten, weil hierbei kein Überdruck auftritt und die Ventile geschlossen bleiben. Anders kann es sich bei der Aufladung verhalten, wenn Zellen zum Ende der Ladung zu gasen beginnen. Dann würden ab einem bestimmten Überdurck diese Ventile öffnen und Gase sowie vor dem Ventil stehende Flüssigkeiten ins Freie entlassen. Bei aufrecht stehendem Akku werden Flüssigkeiten normalerweise durch Erdanziehung (unter Bedingungen der Schwerelosigkeit auch durch Adhäsion und Kohäsion) unten (bei Ad- und Kohäsion zwischen den Elektroden) gehalten und können daher normalerweise nicht an die oben liegenden Ventile geraten. Bei liegendem oder gar auf dem Kopf stehendem Akku kann das anders sein.

Ich selbst betreibe einige AGM-Akkus auf der Seite liegend (z.B. Modellbau-Startkisten mit 12V/7Ah-AGM-Akkus), was aber bisher noch nie zu merklichem Austritt unerwünschter Flüssigkeiten führte (dafür läuft bregelmäßig Modellkraftstoff wegen irgendwelcher Undichtigkeiten von Pumpen, Schläuchen oder Anschlussnippel durch die Kisten... :S ). Aber wie gesagt, die Akku-Hersteller machen hierzu üblicherweise nur vorsichtige Angaben. Wenn der Austritt von Wasser oder Elektrolyt also unbedingt verhindert werden muss, wird die Aufladung von AGM- und Gel-Akkus nur in der "normalen" Position, also aufrecht stehend, empfohlen.

Grüße, Tom

Maik

Akku-Anfänger

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06.09.2019, 23:21

Hey Leute!
Alter Post aber die Materie ändert sich in diesem Bereich nicht so schnell. Daher mag ich ihn mal aus der Versenkung holen! Bzgl. AGM liegend Lagern etc ...

Meine beiden Akkus 12v 230Ah haben anscheint Platten die Spiralförmig angeordnet sind. Denn seitlich des Akkus sind je Seite 2 leicht rundliche Ausbeulungen zu sehen und zu fühlen ( bei leichtem Druck am Gehäuse ). Gilt hier dann auch - liegend im Bezug auf Säureschichtung vorteilhaft - ? Die Ventile liegen nicht außen am Gehäuse sondern mittig im erstem 1/3 ( Gehäuse tiefe ). Also technisch gesehen müsste 1/4 des liegendem Akkus mit Flüssigkeit gefühlt sein, damit überhaut etwas durch das Ventil laufen würde.

Lieben Gruß und vielen Dank im vor aus :thumbsup:
Maik

Tom

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4

06.09.2019, 23:35

Bei AGM-Akkus spielt Säureschichtung bei der Lagerung eher keine Rolle, da sich der Elektrolyt im Glasvlies allein durch die Schwerkraft nicht mehr nennenswert mischen kann. Eine einmal entstandene Säureschichtung wird bei AGM-Akkus daher langanhaltend zurückbleiben.
Grüße, Tom

Maik

Akku-Anfänger

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5

07.09.2019, 12:26

Vielen Dank für deine Antwort :thumbup: