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immer wieder

Akku-Neuling

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20.11.2019, 17:32

leiden Auto und Motorrad Batterien nicht bei langer Erhaltungsladung ? bzw. kann man Batterien auch kaputtladen z.B. unter 14,5 Volt ?

Hallo Gemeinde

Vielen Dank für die schnelle Aufnahme.
Hoffe bin hier in der richtigen Rubrik.

Habe folgende Frage, die mir bisher keiner so wirklich klar erklären bzw. ausschließen konnte.
Es kommt mir so vor, als ob man hier tiefer in die Materie geht und das hier wissen könnte.

Seit längerem stelle ich mir die Frage, ob Auto und Motorrad Batterien bei längerer (wochen- monate langer) Erhaltungs-Ladung leiden bzw. vlt. sogar schneller kaputt gehen könnten,
als wenn man sie z.B. mal alle 2- 3 Monate mal für 48 Std. drann hängt und gut ist.

Ich lade bis jetzt meine Batterien eher mal 24 Std. alle 2 Monate.
Trotzdem stelle ich mir die Frage, was ist besser um die Lebensdauer nach oben zu schrauben.

Ich spreche vor allem von Roller, Motorrad und Auto Batterien. ( 4 Ah, 10 Ah und 70 AH)
Gel und Bleisäure, die ich über Winter ausbaue.

Irgendwie sind mir in den letzten 2 Monaten eine 70AH, eine 12 AH hops gegangen und eine 100 AH beginnt zu schwächeln.
Kann natürlich Zufall sein. Aber ich überlege, ob es evt. an der Pflege und Erhaltungsladung bei 13,3 Volt liegen könnte.

Realistisch gesehen, fahren Autos, wenn überhaupt relativ sehr selten 24 Std am Stück bei 14,5 V und noch unwahrscheinlicher bei 13,3 Volt wochenlang durch die Gegend. :D ?(

Ich benutze chip gesteuerte Ladegeräte wie z.B. Optimate 4 für die kleinen Batterien bis 50 AH und ein anderes elektronisch gesteuertes bis 120 Ah.

Was mit auch aufgefallen ist, das manche kleine Batterien bereits bei 13,63 Volt in die Erhaltungsladung gehen und andere eben bei normalen 13,3 V.

Im vorraus vielen Dank für Eure evt. Antworten.

Euch einen schönen Abend :)

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »immer wieder« (20.11.2019, 18:43) aus folgendem Grund: Ergänzung


Tom

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20.11.2019, 18:16

Eine sehr vernünftige Frage. :thumbup:

Auf der eine Seite leert die Selbstentladung auch eine randvolle Batterie mindestens binnen Jahresfrist, soweit nicht ein angeschlossenes Bordnetz das schon deutlich früher tut. Auf der anderen führt die dauerhafte Spannungserhöhung durch Erhaltensladung die Gitterkorrosion der positiven Batterieplatten. Optimal wäre wohl eine Erhaltensladung bei genau auf 13,3 bis maximal 13,5V kalibrierter Spannung. In der Praxis bin ich immer gut damit gefahren, die Batterien von in der dunklen Jahreszeit in der Halle abgestellten Fahrzeuge erst voll aufzuladen und dann abzuklemmen, um jegliche äußeren Entladeströme zu verhindern. Wenn ich dann nach fünf bis sechs Monaten die Fahrzeuge wieder in Betrieb genommen habe, reichte die Restladung in jedem Fall zum Anlassen. So halten die Batterien sehr lange.

Ein schönes Beispiel für die Wirkung der Erhaltensladung ist an Stand-By-Batterien von USVs und Alarmanlagen zu beobachten. Die sind bei mir leider regelmäßig alle drei bis vier Jahre Fritte, obwohl ich die Ladespannung schon von 13,8V auf 13,5V abgesenkt habe. Vorher haben sie kaum zwei Jahre durchgehalten.

Grüße, Tom

immer wieder

Akku-Neuling

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3

20.11.2019, 21:34

Hallo Tom

Vielen Dank für Deine schnelle Antwort. :thumbup:

Ist diese Gitterkorrosion, sowas wie die Sulfatisierung oder hat das damit nichts zu tuen ?

Entstehen diese durch Ladung oder durch Lagerung ohne Ladung ?

MFG

Tom

Moderator

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20.11.2019, 22:35

Unter Gitterkorrosion versteht man die Umwandlung der positiven Ableitgitter aus Blei in Bleidioxid. Zuerst im Grunde eine nützliche Reaktion, weil Bleidioxid die AKtivmasse der positiven Elektrode ist, wodurch sich die Kapazität sogar erhöht. Das Problem ist nur, dass Bleidioxid krümelig ist wie Rost. Sind die positiven Bleigitter erst komplett korrodiert, bricht die Gitterplatte an vielen Stellen und der Plattenverbund bricht regelrecht zusammen. Die Stromwege werden dabei unterbrochen.

Mit Sulfatierung hat das aber nichts zu tun, Sulfatierung ist ein ganz anderer Prozess.

Grüße, Tom

Torsten

Akku-Meister

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21.11.2019, 21:11

Ist diese Gitterkorrosion, sowas wie die Sulfatisierung oder hat das damit nichts zu tuen ?

Entstehen diese durch Ladung oder durch Lagerung ohne Ladung ?


Im Prinzip schon richtig geschrieben. Gitterkorrosion ensteht durch (Erhaltungs-)ladung, Sulfatierung (nicht Sulfatisierung) entsteht durch Lagerung entladener bzw. teilgeladener Batterien (dies gilt auch und insbesondere im eingebautem Fahrzeug).

Im Prinzip sind Gitterkorrosion und Sulfatierung zwei entgegengesetzte Vorgänge. Wenn eine Batterie unter ausreichend hoher Ladespannung gehalten wird, ist das Risiko von Sulfatierung geringer, die von Gitterkorrosion aber ungleich höher. Sulfatierung entsteht, wenn Ladung fehlt und die Batterie lange sich selbst überlassen wird.

Zwar ist durch die sogenannte Säureschichtung auch beides gleichzeitig möglich, aber dann wird's kompliziert.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Torsten« (21.11.2019, 21:25) aus folgendem Grund: Konkretisierung.


Torsten

Akku-Meister

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21.11.2019, 21:23

Hallo Gemeinde, Vielen Dank für die schnelle Aufnahme.
Hoffe bin hier in der richtigen Rubrik.
Herzlich willkommen!
Habe folgende Frage, die mir bisher keiner so wirklich klar erklären bzw. ausschließen konnte.
Es kommt mir so vor, als ob man hier tiefer in die Materie geht und das hier wissen könnte.
Hier wird dir geholfen. Ich habe mich in den letzten Monaten intensiv mit der Ladung, Wartung und entsulfatierung von Bleibatterien auseinandergesetzt. Soviele (richtige!) Infos wie hier, bekommst du im deutschsprachigem Raum sonst nirgends möchte ich mal behaupten :thumbsup:
Seit längerem stelle ich mir die Frage, ob Auto und Motorrad Batterien bei längerer (wochen- monate langer) Erhaltungs-Ladung leiden bzw. vlt. sogar schneller kaputt gehen könnten, als wenn man sie z.B. mal alle 2- 3 Monate mal für 48 Std. drann hängt und gut ist.
Letzteres klingt auf jeden Fall sinnvoller, da monatelange zu hohe Erhaltungsladespannung die Gitterkorrosion fördert.
Ich lade bis jetzt meine Batterien eher mal 24 Std. alle 2 Monate.
Trotzdem stelle ich mir die Frage, was ist besser um die Lebensdauer nach oben zu schrauben.
Kommt auf deinen Nutzungszyklus an. Das kann man hier nicht pauschal einfach so beantworten.
Ich spreche vor allem von Roller, Motorrad und Auto Batterien. ( 4 Ah, 10 Ah und 70 AH)
Gel und Bleisäure, die ich über Winter ausbaue.
Da musst du unterscheiden. Zwar nicht zwingend wegen der Art der Batterien, sondern eher wegen dem Einbau im Fahrzeug. Insbesondere Rollerbatterien gehen schnell mal durch Überladung hops, da Roller im Normalfall keine gescheiten und hochwertigen Lichtmaschinenregler haben. Heißt: Je schneller du fährst, desto höher steigt die Ladespannung an. Dadurch vertrocknen die Batterien im wahrsten Sinne des Wortes...Abhilfe schafft der Überspannungsschutz im Shop des Forenbetreibers :whistling:
Irgendwie sind mir in den letzten 2 Monaten eine 70AH, eine 12 AH hops gegangen und eine 100 AH beginnt zu schwächeln.
Kann natürlich Zufall sein. Aber ich überlege, ob es evt. an der Pflege und Erhaltungsladung bei 13,3 Volt liegen könnte.
Wie alt sind die? Irgendwann steigen auch die besten und treuesten Batterien aus, wenn sie einfach zu alt und durch hohen Ladungsdurchsatz über die Zeit verschlissen sind. Keine Batterie ist ein Perpetum Mobile, dass heisst der Prozess zwischen Ladung und Entladung bedeutet Stress für die Batterie und über die Zeit verschleißen eben selbst gut behandelte Batterien.
Realistisch gesehen, fahren Autos, wenn überhaupt relativ sehr selten 24 Std am Stück bei 14,5 V und noch unwahrscheinlicher bei 13,3 Volt wochenlang durch die Gegend. :D ?(
Und selbst wenn dies so wäre, würden die Batterien auf diese Weise trotzdem nicht annähernd zu 100% voll werden. 80-90% sind je nach den Umständen gut möglich, aber insbesondere die letzten 10% einer Batterie lädt man nur mit einer stabilen Spannungsquelle in die Batterie. Keine Chance, die Batterie im laufenden Betrieb (das heißt wenn gleichzeitig Entladeprozesse stattfinden) derart voll zu bekommen.
Ich benutze chip gesteuerte Ladegeräte wie z.B. Optimate 4 für die kleinen Batterien bis 50 AH und ein anderes elektronisch gesteuertes bis 120 Ah.
Mir ist das Ladegerät nicht bekannt. Allgemein gilt aber, dass die allermeisten Automatiklader (auch teure von hierzulande bekannten Herstellern) nicht geeignet sind eine Batterie wirklich voll zu bekommen (Ausnahmen bestätigen diese Regel). Die meisten aber schalten viel zu früh ab. Eine Alternative bietet der Forenbetreiber in seinem Shop an. Nochmal: :whistling: :D
Was mir auch aufgefallen ist, das manche kleine Batterien bereits bei 13,63 Volt in die Erhaltungsladung gehen und andere eben bei normalen 13,3 V.
Unwichtig, siehe oben. Jede Batterie ist anders und es ist für die meisten Lader nicht leicht sich an alle anzupassen.
Im voraus vielen Dank für Eure evt. Antworten. Euch einen schönen Abend :)
Gern :)

immer wieder

Akku-Neuling

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21.11.2019, 23:21

Hallo

Sorry, dass ich jetzt erst antworte.

Vielen Dank für Eure super antworten.

Sowas wie hier habe ich mir schon lange vorgestellt, aber nie gefunden.

Leute die solche Fragen einfach normal beantworten.

Ich werde das erst alles Sacken lassen und komme die Tage wieder.
Bin grad etwas im Stress.

Ihr seit ein richtig guter Haufen, mit top kompetenten Antworten.

Much thx.

MFG