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AndyTHL

Akku-Neuling

  • »AndyTHL« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 14

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1

17.01.2020, 17:07

In welchem Zustand ist meine Batterie? Was nun tun?

Hallo,
erstmal möcht ich euch alle begrüßen, ich bin dann mal der Neue. 8)
Ich heisse Andreas. Komme aus dem Südwesten...so südwest, südwester gehts nicht. :D


Ja, mich interessiert, in welchem Zustand meine Batterie ist.(Bars Silver, Calcium/Calcium Nassbatterie, 2,5Jahre alt, 70tkm)
Und ob es sich lohnt noch Zeit reinzustecken, oder soll ich sie zum Schrott bringen.


Also nun am Sylvester Tag, 31.12., fiel morgens als ich starten wollte meine Batterie aus.
Sie machte kein Mucks mehr, hörte nur leicht das Klicken des Anlasser's.
Besagte Uhrzeit, war es noch kalt und nachts wahrscheinlich frost. Gefroren.

In der Zeit zuvor, war ich mit meinem Diesel meist kurzstrecke gefahren...

Dann stellte ich paar Stunden später fest, dass sich die Batterie soweit entladen hat,
dass mein Kofferaum elektrisch nicht mehr aufging.

So nun war es der 2.1. und ich rief morgens den Adac.
Dieser war auch flott da. Er nahm seinen Start Booster, oder wie das tragbare ding heißt, und verband mit meiner Batterie.
Auch sagte sein Messgerät nur noch 6 oder 5,5Volt.

So nun mit dem Booster ging mein auto nicht zu starten...
Dann verband er den Lkw, Lkw lief, mit der Autobatterie...
Auch mit diesem allein, konnte ich noch immer nicht, mein Auto starten.
Weil wohl meine Batterie derart einen kurzen verursachte...

Als er den Booster und den Lkw mit der Batterie verband, wir noch 1-2Minuten warteten, konnte ich mein Auto endlich starten.
Der Adac maß dann noch den Generator.
Ich denke es waren so 14,8V. Bei morgenkälte...
War da doch recht winterlich...

Der Adac wollte mir natürlich neue Batterie verkaufen, meinte Zellenschluss usw...
Ich lehnte ab, und bestellte nach Rücksprache mit mehreren Mechanikern, eine im Netz.


Nun neue hatte ich soweit verbaut...



Nach paar Tagen maß ich mal an der alten, obigen Batterie, die inzwischen im Treppenhaus stand.
10,5V...
Da ich nicht wusste ob Zellschluss oder nicht, hängte sich sie an dem Tage mal 10 minuten, unter Sichtkontrolle, an's Ladegerät.
Spannung erhöhte sich, sackte dann aber wieder am nächsten Tag auf 10,5V ab.
Dann wieder so 10-20 Minuten angehängt... Spannung war am nächsten Tag wieder 10,5V.

Nachdem sie immer ein bischen gekommen war, das Ladegerät nicht mehr brummeln musste, und Ladespannung besser aussah,
hängte ich sie mal ne halbe Stunde oder ne Stunde ran.

Siehe da, die Spannung fiel nicht mehr ab, höchstens 0,1V, wie nach der Beruhigung.
Also hatte sie nächsten Tag 12,1V und behielt diesen Wert auf mehrere Tage... :thumbup:

Danach bekam ich mein Ctek mxs 5.0.
Da ich mich nicht getraute neues Gerät an neue Batterie anzuschließen, musste auch diese Batterie, also die mit 12,1V herhalten. 8)

Zu meiner Verwunderung startete das CTek gleich mit den ersten 2 Led's an.
Ist das richtig, hängt das von der Spannung ab?
Ich dachte erstmal wird mit Schritt 1 desulphatiert. -|-
Nach wenigen Minuten leuchtete schon die dritte Led...

Ich steckte ja das Gerät um ca. 11:30 Uhr ein...
Im laufe des Mittags vielleicht bis so 16 Uhr wanderte die Spannung langsam in Schritt 3 bis 14,2V hoch.
Dabei wurde das Gerät auf der Unterseite auch sehr warm.

Ich glaube es waren dann recht genau 14,20V als das Gerät umschaltete auf Led 4.

Ich gewann vertrauen und lies erstmal das Gerät machen... 8)

Heute Nacht um 4 Uhr dann, sah ich dann 7 Led's an.
Und glaub Grün(led 7) blinkte langsam.

Naja, dachte dann, bissl Floaten tut gut. Ließ sie erstmal dran.

Um 7 oder 8 Uhr heute Morgen hab ich dann ausgesteckt.
Davor war die 7. Led(grün), dauer an.
Ich glaub die Spannung betrug vor dem Ausstecken 14,38V.

So nach etwas Beruhigung, 10-20 Min hatte ich 12,92V.

Mittags 12Uhr so 12,91V.

Und um 15Uhr so 12,90V.

Und nun sind es wohl 12,88V.

Achso, die Batterie hat noch einen Indikator.
Als ich aufwachte Nachts um 4, war der glaub schwarz, wie Darth Vader. :rolleyes:
Ich erschrak, der war sonst immer grün.


Um 11 Uhr heute war er wieder schönes Grün, wie auf der Tabelle daneben, für Ok.


Nun wollte ich euch fragen, wie soll ich mit der Batterie verfahren? :rolleyes:
Soll ich irgendwelche Test's machen, oder iss die Batterie trotzdem schrottreif, obwohl sie lud?


In Ebay Kleinanzeigen will sie bis jetzt keiner haben...

Evtl der Werkstatt oder dem Schrott geben.:S


Gruss, Andy

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »AndyTHL« (17.01.2020, 20:04)


Torsten

Akku-Meister

Beiträge: 107

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2

17.01.2020, 18:06

Hallo,
erstmal möcht ich euch alle begrüßen, ich bin dann mal der Neue. 8)
Ich heisse Andreas. Komme aus dem Südwesten...so südwest, südwester gehts nicht. :D

Hallo Andreas,
schön dass du hierher gefunden hast. Mal sehen, wie lange du auch bleibst :whistling: ;)
Ja, mich interessiert, in welchem Zustand meine Batterie ist.(Bars Silver, Calcium/Calcium Nassbatterie, 2,5Jahre alt, 70tkm)
Und ob es sich lohnt noch Zeit reinzustecken, oder soll ich sie zum Schrott bringen.
Nach allem was dein ziemlich langer Beitrag dazu sagt, scheint sie noch zu funktionieren. Wie gut man sie noch verwenden kann - nun das müsste ein Kapazitätstest zeigen. Ohne den ist einzig und allein anhand der Dauer am Ladegerät und der verbleibenden Ruhespannung keine verlässliche Aussage möglich. Wahrscheinlich war sie aber einfach nur entladen. 2,5 Jahre ist nun keine wirklich lange Nutzungsdauer. Selbst der ADAC, der eher defensive Werte vorschlägt geht von 4-5 Jahren Nutzungsdauer aus (was zwar ohne Kenntnis des Nutzungsschemas auch unseriös ist, aber für den Normalnutzer immerhin ein Anhaltspunkt).


So nun war es der 2.1. und ich rief morgens den Adac.
Dieser war auch flott da. Er nahm seinen Start Booster, oder wie das tragbare ding heißt, und verband mit meiner Batterie.
Auch sagte sein Messgerät nur noch 6 oder 5,5Volt.
Ziemlich optimistisch dein Gelber Engel. Bei 6 Volt Restspannung noch was mit dem Startbooster reißen zu wollen ;(

So nun mit dem Booster ging mein auto nicht zu starten...
Dann verband er den Lkw, Lkw lief, mit der Autobatterie...
Auch mit diesem allein, konnte ich noch immer nicht, mein Auto starten.
Weil wohl meine Batterie derart einen kurzen verursachte...
Als er den Booster und den Lkw mit der Batterie verband, wir noch 1-2Minuten warteten, konnte ich mein Auto endlich starten.
Die Batterie hat keinen Kurzen verursacht. Nur vermutlich so viel Strom gezogen - da dermaßen entladen - dass bei dir im System keine nennenswerte (Start)-Spannung anlag. Was du beobachtet hast und letztlich zum Erfolg geführt hat, war ein Ladungsausgleich durch die Parallelschaltung der Batterien. Dabei hat deine entladene sich an der Batterie des Spenderfahrzeuges "gelabt" und somit etwas eigene Spannung aufgebaut. In Verbindung mit weiterer Energiezugabe hat die Spannung deiner Batterie dann gereicht, um den Anlasser bei dir durchzudrehen.

Der Adac wollte mir natürlich neue Batterie verkaufen, meinte Zellenschluss usw...
Ich lehnte ab, und bestellte nach Rücksprache mit mehreren Mechanikern, eine im Netz.
Recht so, die Batterien vor Ort sind meistens deutlich teurer als wenn man sie nach etwas Recherche vom Händler bestellt. Zumal die Aussage mit dem Zellenschluss auch reichlich unseriös ist.

Nach paar Tagen maß ich mal an der alten, obigen Batterie, die inzwischen im Treppenhaus stand.
10,5V...
Da ich nicht wusste ob Zellschluss oder nicht, hängte sich sie an dem Tage mal 10 minuten, unter Sichtkontrolle, an's Ladegerät.
Spannung erhöhte sich, sackte dann aber wieder am nächsten Tag auf 10,5V ab.
Dann wieder so 10-20 Minuten angehängt... Spannung war am nächsten Tag wieder 10,5V. Nachdem sie immer ein bischen gekommen war, das Ladegerät nicht mehr brummeln musste, und Ladespannung besser aussah,
hängte ich sie mal ne halbe Stunde oder ne Stunde ran. Siehe da, die Spannung fiel nicht mehr ab, höchstens 0,1V, wie nach der Beruhigung.
Also hatte sie nächsten Tag 12,1V und behielt diesen Wert auf mehrere Tage... :thumbup:
Warum zunächst so zögerlich? Eine Batterie wird nicht in 10-20 Minuten aufgeladen, selbst dann nicht wenn das Ladegerät ordentlich Strom zur Verfügung stellt. Ohne zu wissen, wie stark das Ladegerät ist, alles Kaffeesatzleserei. Aber da du schreibst, du hast dir dann ein Ctek mit 5 Ampere Ladeleistung organsiert, wird es vermutlich noch schwächer gewesen sein. Das man schaut, was die Batterie macht während sie lädt ist nun nicht verkehrt. Aber besser als immer wieder vom Strom zu nehmen ist zu schauen ob alles normal aussieht und dann die Batterie weiter Strom ziehen lassen. Wenn eine Batterie 60Ah Kapazität aufgedruckte Kapazität hat, dann dauert es bereits mit 5 Ampere Strom rechnerisch schon 12 Stunden (Ladungsverluste noch unberücksichtigt), um geladen zu werden. Was willst du da bei einer völlig entladenen Batterie innerhalb 10-20 Minuten erreichen? ;)


Danach bekam ich mein Ctek mxs 5.0.
Da ich mich nicht getraute neues Gerät an neue Batterie anzuschließen, musste auch diese Batterie, also die mit 12,1V herhalten. 8)
Wieso nicht? Lade wenn du kannst ruhig mal deine neue Batterie nach. Und auch im Gebrauch öfter mal (so 1x im Monat), insbesondere wenn du dein bisheriges Nutzungsschema beibehälst.

Zu meiner Verwunderung startete das CTek gleich mit den ersten 2 Led's an.
Ist das richtig, hängt das von der Spannung ab?
Ich dachte erstmal wird mit Schritt 1 desulphatiert. -|-
Nach wenigen Minuten leuchtete schon die dritte Led...
Versprich dir nicht zuviel von der Kurz-Desulphatierung herkömmlicher Automatiklader. Das dauert viel, viel länger als die paar Minuten die deren Ladeprogramme dafür vorsehen. Das ist nichts, was seriös einen effektiven Nutzen hätte.
Ich steckte ja das Gerät um ca. 11:30 Uhr ein...
Im laufe des Mittags vielleicht bis so 16 Uhr wanderte die Spannung langsam in Schritt 3 bis 14,2V hoch.
Dabei wurde das Gerät auf der Unterseite auch sehr warm. Ich gewann vertrauen und lies erstmal das Gerät machen... 8)
Um 7 oder 8 Uhr heute Morgen hab ich dann ausgesteckt.
Davor war die 7. Led(grün), dauer an.
Ich glaub die Spannung betrug vor dem Ausstecken 14,38V.
Normal. Wenn Strom fließt, wird automatisch auch Wärme erzeugt. Das ist aber grundsätzlich ein gutes Zeichen. Eine Batterie die bei Anschluss an ein Ladegerät mehrere Stunden ordentlichen Strom zieht zeigt dass sie zumindest gut Strom aufnimmt. Schlechter wäre es, wenn sie bereits kurz nach Anschluss "voll" wäre. Dann wäre nämlich die Kapazität vermutlich ziemlich im Eimer.

So nach etwas Beruhigung, 10-20 Min hatte ich 12,92V. Mittags 12Uhr so 12,91V. Und um 15Uhr so 12,90V. Und nun sind es wohl 12,88V.
Vernünftige Werte. Zuviel Elektrolyt hat sie vermutlich über ihre Lebensdauer noch nicht verloren. Ein weiteres gutes Zeichen.

Nun wollte ich euch fragen, wie soll ich mit der Batterie verfahren? :rolleyes:
Soll ich irgendwelche Test's machen, oder iss die Batterie trotzdem schrottreif, obwohl sie lud?

Kapazitätstest machen und dann entscheiden. Mit 20-30Ah Restkapazität ist sie (je nach aufgedruckter Originalkapazität) noch ganz gut einsetzbar. Deutlich darunter eher ein Fall für den Verwerter. P.S.: Wenn du dir einen Verwertungsnachweis geben lässt, kannst du in der Regel das Batteriepfand (7,50€) für die neu bestellte wiederholen. Würde ich aber nach allem was du geschrieben hast als zu schade empfinden. Tipp: Frage mal im Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft, ob jemand noch einen alten Trümmer stehen hat, bei dem "Hopfen & Malz" verloren ist und gib anstelle deiner - die sich noch ganz vernünftig anhört - lieber diesem zum Verwerter und lass dir das - vielleicht am besten auf der Rechnung der neuen quittieren. Aber lass dir nicht zuviel Zeit. Die meisten Händler wollen den Nachweis binnen 4-Wochen-Frist haben.

Gruß, Torsten

AndyTHL

Akku-Neuling

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3

17.01.2020, 18:37

Mal ein Bild, von dem Teil.

Anfangs war ich stolz, sie zu haben...

Deswegen bekam sie auch liebevoll, den Aufkleber oben. :love:
»AndyTHL« hat folgendes Bild angehängt:
  • WP_20200114_003.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »AndyTHL« (18.01.2020, 03:47)


AndyTHL

Akku-Neuling

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4

18.01.2020, 03:55

Der Zwischenbericht von Torsten gefällt mir. :)
Ich denk mir, ich kann sie bald guten gewissen's abgeben.

Hab vor 2,5 Jahren viel Zeit aufgewendet, um die Batt rauszusuchen.
Schön wenn sie noch bissl geht.
Nummer 5 lebt, man muss nur an sie glauben. 8o

So verstoßen und im Shredder landen zu lassen, hätt mir nicht gefallen.

AndyTHL

Akku-Neuling

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5

18.01.2020, 04:01

@Torsten
Bringt eigentlich der CCA Test was, um über die Batterie ne Aussage zu treffen?

Kapazität lässt sich ja nicht so einfach messen, oder?

Torsten

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6

18.01.2020, 16:51

@Torsten
Bringt eigentlich der CCA Test was, um über die Batterie ne Aussage zu treffen?

Hallo Andy,
ein wenig bringt es schon. Aber es ist ein Messwert von vielen die nötig sind, um die Restlebensdauer und Einsatzfähigkeit einer älteren Starterbatterie zu beurteilen. Damit muss es leider heißen: Erfahrung ist alles. Es ist aber auf jeden Fall unsinnig, sich allein auf diesen angezeigten Wert der Tester zu verlassen, aber noch unsinniger ist die Bewertung von "gut/verwendbar" oder "schlecht/ersetzen" was die Geräte anhand einer internen Tabelle dazu ausgeben. Wenn du ein wenig hier im Forum liest, wirst du früher oder später über die Geräte und ausführliche Erklärungen dazu stolpern.
Kapazität lässt sich ja nicht so einfach messen, oder?

Nein, im Prinzip ist es sehr einfach. Dazu musst du die Batterie nur über eine Last belasten. Empfehlenswert bei Starterbatterien ist es, etwa ein Zwanzigstel der aufgedruckten Kapazität zu veranschlagen (sog. Wert C/20). Näherungsweise kann dieser Wert aber auch etwas höher oder niedriger sein - es geht ja vor allen darum einen Anhaltspunkt zu gewinnen. Wann gilt eine 12Volt Batterie nun als "leer"? Gemeinhin wird bis auf ca. 1,75Volt/Zelle - d. h. für eine 12Volt Batterie bis auf 10,5 Volt hinab entladen. Und hier ist die größte Gefahr eines Kapazitätstests, wenn man über kein geeignetes Entladegerät verfügt, was bei erreichen dieser Spannung automatisch die Last wegnimmt - sonst besteht die Gefahr einer für die Bleibatterie unnötig schädlichen Tiefentladung. Der Kapazitätstest ist Stress genug für eine Bleibatterie und schädigt diese etwas, aber ohne diesen geht es nunmal nicht.

Man kann sich ziemlich einfach dadurch behelfen, indem man eine handelsübliche 50 Watt Halogenlampe als Last an die Batterie anschließt (sind mit 4,17Ampere ziemlich genau die Zwanzigstel Last) und die Spannung an der Batterie mit einem einfachem Multimeter überwacht. Zeit aufschreiben und drauf achten, dasss die Lampe nichts ankokeln kann. Gerade wenn die Spannung einer Batterie dann unter 11,50 Volt absinkt kann es je nach Gleichmäßigkeit der Zellen in der Batterie minütlich zu einem abrupten Spannungsabfall kommen - dass eine Zelle im Batterieverbund schlechter ist als die anderen kommt ziemlich häufig vor, ich würde sogar behaupten das ist die häufigste Ursache für gestorbene Autobatterien. Aber das zeigt die Gleichmäßigkeit der Entladung an sich. Man hat da als jemand der schon einige Kapazitätstests durchgeführt hat Erfahrungswerte anhand des Spannungsabfalls und der entnommenen Kapazität, sprich ich kann meistens nach ein, zwei Stunden schon sagen ob die Batterie noch vergleichsweise gut sein wird oder ob eine eher geringe Kapazität zu erwarten ist.

Jedenfalls ist so ein Kapazitätstest kein Hexenwerk. Man sollte die (vollgeladene) Batterie im Idealfall vor dem Kapazitätstest ein paar Tage rumstehen lassen - so schließt man aus, das eine galoppierende Selbstenladung den Test falsch-positiv beeinflusst: Vollladung der Bleibatterie (das dauert mindestens 10 Stunden, unabhängig vom verwendeten Ladegerät), Kapazitätstest (im Idealfall bis zu 20 Stunden), erneute Volladung der Batterie (möglichst rasch danach). Da ein echter Kapazitätstest selbst ohne diesen zusätzlichen Test wegen der Selbstentladung so zeitaufwändig ist, wird dieses nützliche Feature praktisch in keiner Werkstatt mehr angewendet. Dabei gibt einzig der Kapazitätstest einen guten Anhaltspunkt über die zu erwartende Restlebensdauer. Das kann kein Tester in paar Sekunden (auch wenn dir bei den Profis die so ein Gerät verwenden anderes eingeredet wird).

Grüße, Torsten

AndyTHL

Akku-Neuling

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19.01.2020, 00:42

Hallo,
also vorhin, 1,5 Tage nach dem Laden, zeigt die Batterie immer noch 12,81V.
Denke das ist gut, oder? :whistling:

Jetzt hast du so viel geschrieben, hab es auch schon früher genau durchgelesen...

Aber nun war Samstag Abend, hab die Anzeige nochmals frisch geschaltet(Ebay Kleinanzeigen)... Tagsüber an Bildern und Beschreibung gefeilt... War nun wohl alles optimal.
Um 21 Uhr ca. meldeten sich 2.

Der erste schrieb so "15€?"... auf meinen Festpreis von 18€...

Ja hatte die Tage schon höhere Beträge eingegeben, aber nun wollte ich halt weg, das Teil...
Schon ganzes Batterien und Ladegeräte Sammelsurium im meinem Abstellraum. :rolleyes:

Ich sagte dann nein zu dem Typen, hatte ja ganz klar 18€ Festpreis geschrieben. ;)
Irgendwo hab ich auch mein Stolz und das Laden/Regenerieren war auch arbeit.

So kurz darauf schrieb ein netter Herr...
Fragte aber an, wegen Versand.
War eigentlich nicht darauf eingestellt, sagte ihm aber, dass Hermes auch günstig von Shop zu Shop versendet...
Hier vor Ort hab ich nen ganz fähigen Hermes Shop, zu dem ich öfters gern hingehe, und dort Frühstücke. :rolleyes:

Wir einigten uns dann recht schnell. Der Mann überwies daruf, auf mein Konto.


Für das Geld, wird sie wohl nicht so schnell beim Schrott landen... :)

Finde es gut, wenn Sie noch nicht geschreddert wird. :love:

Nr.5 lebt und darf nun andere Gerätschaften in Bewegung versetzen. 8)

Tom

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8

19.01.2020, 08:36

Der Postversand solcher Nassbatterien ist außerordentlich kritisch, weil die Batteriesäure natürlich schnell ausläuft, wenn das Paket auf dem Kopf steht. Deshalb schreiben die Versandunternehmen (DHL, DPD, GLS, HERMES...) auch ausdrücklich vor, dass (u.a.) keine Nassbatterien versandt werden dürfen. Falls dieses Verbot nicht beachtet wird und es treten dann Schäden durch ausgelaufene Batteriesäure o.ä. auf, wird natürlich der Absender für die entstandenen Schaden haftbar gemacht. :| Weshalb ich das lieber lassen würde. Es hilft auch nicht, wenn man auf dem Paket irgendwo "OBEN" vermerkt, weil das bei der heutigen automatisierten Sortierung natürlich keiner liest. Aus diesem Grund gibt es für solche Waren nur die Möglichkeit des Spezialversands, oder gleich Lieferung via Spedition. Was natürlich kostet.

Im übrigen finde ich es äußerst erheiternd, dass Leute für kaputte Batterien 18,- Euro plus Versandkosten ausgeben, wo brauchbare fabrikneue schon ab 60,- Euro inkl. Versand angeboten werden. :whistling:

Grüße, Tom

Reiner106

Akku-Meister

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9

19.01.2020, 11:38

Evtl. hab ichs überlesen und jemand ist schon drauf eingegangen - auf dem Bild ist "Calcium" zu sehen..
Alle meine Calcium Batterien brauchten immer höhere Ladespannugen als die "üblichen Starterbatterien"... Schalte Dein CTEK mal auf AGM Testweise für eine Ladung...

Tom

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10

19.01.2020, 13:09

Ich habe wirklich lange nach Gründen gesucht, weshalb Batterien mit Kalzium als Legierungsmetall höhere Ladespannungen benötigen, aber keine gefunden. Weshalb ich diesen Punkt mal unter "Gerüchte" abgeheftet habe. Bleizellen mit Kalzium als Härtungszuschlag laden sich praktisch gleich wie die sonst verwendeten Bleizellen mit Antimon als Härtungszuschlag. In beiden Fällen ist bei der Festlegung der Ladespannung die Berücksichtigung des Entlade-Nutzungsschemas zur Vermeidung von Sulfatierung meiner Erfahrung nach erheblich wesentlicher.

Hast Du denn irgendwelche Unterschiede im täglichen Gebrauch mit "Kalzium-Batterien" bemerkt?

Übrigens ist "Kalzium" für Bleiakkus entgegen der gängigen Werbeaussagen kein besonders wichtiger Stoff. Er ersetzt einfach nur Antimon, weil Antimon (wegen des erhöhten Wasserverbrauchs) schlecht mit der heute bei Starterbatterien geforderten Wartungsfreiheit harmoniert: Wie soll man sinnvoll die Schraubstopfen weglassen, wenn man spätestens alle zwei Jahre Wasser nachfüllen muss? Leistungsfähiger werden Bleizellen durch die Zugabe von Kalzium jedenfalls nicht.

Grüße, Tom

Reiner106

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11

19.01.2020, 13:10

Danke, sehr spannend.
Ist es dann Zufall, dass meine Kalzium Kandidaten auch höhere Ruhespannungen haben?

Tom

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12

19.01.2020, 13:13

Danke, sehr spannend.
Ist es dann Zufall, dass meine Kalzium Kandidaten auch höhere Ruhespannungen haben?
Das rührt, wie wir ja erst selbst vor kurzem bemerkt haben, offenbar von einer deutlich erhöhten Ladespannung her. Dieses Phänomen tritt aber bei mit Antimon legierten Bleiakkus ganz genauso auf. Man erhöht die Ladespannung und die Ruhespannung steigt. Und jetzt frag mich bitte nicht woran das liegt.

Grüße, Tom

Ewald

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13

19.01.2020, 13:57

Hallo Tom,

im Zusammenhang mit Deinem letzten Beitrag, sind meine persönlichen langjährigen Erfahrungen etwas anders. Früher gab es nur Nassbatterien mit antimonlegierten Platten, welche bei alten einspurigen Fahrzeugen häufig ohne Laderegler nur mit Konstantstrom (in Form einer simplen Gleichrichterdiode) geladen wurden. Auch vollgeladene Nassakkus überschritten früher beim weiterladen mit durchschnittlich C10, nur selten Zellenspannungen über 2,7 Volt. Ersetzt man heute bei alten Motorrädern ohne Laderegler einen animonlegierten Energiespeicher gegen neue kalziumlegierte Bleiakkus, dann sind Zellenspannungen über 2,9 Volt keine Seltenheit.

Deshalb muss man bei kalziumlegierten Bleiakkus nach dem unterbrechen von Ladeströmen, auch viel länger mit höheren Leerlaufspannungen rechnen!

Als überzeugter Langzeitnutzer von ausgedienten Starterbatterien, lege ich naturgemäß großen Wert auf hohe CCA Ströme, bzw niedrigem Innenwiderstand. Alte Dieselmotoren (wie beispielsweise VW 1,9L AAZ Turbodiesel), springen erfahrungsgemäß bei allen Witterungsverhältnissen sofort an, solange alle Glühstifte intakt sind. Folgleich reicht eine Restkapazität von 5Ah problemlos, um solche Motoren jederzeit zuverlässig anzulassen. Kritisch wird es erst wenn der Kälteprüfstrom unter 450 Ampere nach EN Norm absinkt, dann dreht der Anlasser nicht mehr kräftig genug durch und der Kaltstart misslingt.

Ich nütze für meine mehrspurigen Selbstzünder überwiegend ausgediente Altbatterien >12V 60Ah, wenn diese noch ca. 15 Ah speichern können. Ich diesem Zusammenhang stecke ich auch dauerhaft energiesparende Netzladegeräte mit 13,2 bis max. 13,4 Volt Ausgangsspannung an. Solche Schrottbatterien nütze ich immer noch mehrere Jahre, bis deren mögliche Speicherkapazität deutlich unter 5Ah absinkt.

Tom

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14

19.01.2020, 15:12

Hallo Tom,

im Zusammenhang mit Deinem letzten Beitrag, sind meine persönlichen langjährigen Erfahrungen etwas anders. Früher gab es nur Nassbatterien mit antimonlegierten Platten, welche bei alten einspurigen Fahrzeugen häufig ohne Laderegler nur mit Konstantstrom (in Form einer simplen Gleichrichterdiode) geladen wurden. Auch vollgeladene Nassakkus überschritten früher beim weiterladen mit durchschnittlich C10, nur selten Zellenspannungen über 2,7 Volt. Ersetzt man heute bei alten Motorrädern ohne Laderegler einen animonlegierten Energiespeicher gegen neue kalziumlegierte Bleiakkus, dann sind Zellenspannungen über 2,9 Volt keine Seltenheit.
Hallo Ewald,

dass die Ladespannung bei antimonfreien Bleibatterien bei der (Über)Ladung mit C10 höher ansteigen als bei antimonhaltigen Batterien, liegt einfach daran, dass Antimon, besonders im fortgeschrittenen Batteriealter, die Gasungsschwelle herabsetzt. Diese Erfahrung kann ich also bestätigen.

Zitat

Deshalb muss man bei kalziumlegierten Bleiakkus nach dem unterbrechen von Ladeströmen, auch viel länger mit höheren Leerlaufspannungen rechnen!
Da sehe ich jetzt aber nicht den Zusammenhang, denn die Leerlaufspannung liegt ja so weit unterhalb der Gasungsschwelle, dass die hier keinen Einfluss mehr haben kann.

Ein etwas doofes Problem ist, dass mir kein Weg bekannt ist, um Antimon- und Kalzium-Batterien voneinander zu unterscheiden, um dann mal zu prüfen, ob es bzgl. der Leerlaufspannung nach einer Ladekur mit erhöhter Spannung Unterschiede in der Leerlaufspannung gibt.

Grüße, Tom

Reiner106

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15

19.01.2020, 18:58

Hallo Ewald,

interesant, hat mich zum Nachdenken gebracht. Mir ist noch keine Starterbatterie untergekommen, die noch ausreichend Kaltstartstrom liefern konnte und gleichzeitig mehr oder weniger nur noch einen Bruchteil der Kapazität... Du scheinst aber erfolgreich mehrere solcher Kandidaten im Einsatz zu haben seit Jahren - kann das mit dem Ladestrom zu tun haben? Würde ein Kandidat, der nur noch wenig Kapa hat mit sehr großen Ladeströmen wieder an CCA gewinnen?

Ewald

Akku-Meister

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16

19.01.2020, 23:39

Wenn ein 12 Volt 70 Ah Nassakku nach einer klassischen Ladung nur noch bescheidene 350 A Kälteprüfstrom nach EN Norm abgibt, besteht erfahrungsgemäß kaum noch Hoffnung, jemals mehr als 450 Ampere zu erreichen und damit erfolgreich Dieselmotoren >1500 ccm zu starten. Hat man allerdings eine 12 V 60Ah Starterbatterie welche in der Sammelbox (bei Autoverwertern) noch an die 400 Ampere drückt, dann stehen die Chancen gut, diese wieder auf annähernd 500 Ampere Prüfstrom aufzupäppeln.



Für dieses Exemplar bezahlte ich vor ca. 10 Jahren 5 Euro und die leistete mir noch etwa 5 Jahre gute Dienste, bevor sie wirklich unbrauchbar war. Überdurchnittlich hohe Selbstentladeraten sind (dank permanenter Erhaltungsladung) unproblematisch, solange nicht die schwächste Zelle völlig am Ende ist.

Schlechte Verbraucherbatterien sollte man allerdings entsorgen, wenn ausreichend Speicherkapazität benötigt wird. Nur starten ist stattdessen einfach realisierbar, siehe aufgezeichneter Energiverbrauch für einen Startvorgang, (Warmstart) an einem 250 ccm Zweizylinder Motorrad.



Ich wollte diese Messergebnisse am Anfang kaum glauben, habe aber mehrmals mit bescheidenen 100 mA Ladestrom nachgeladen und wieder gestartet, die Messergebnisse fielen immer recht ähnlich aus.

Torsten

Akku-Meister

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17

20.01.2020, 01:54

Hallo Ewald,

interessant, hat mich zum Nachdenken gebracht. Mir ist noch keine Starterbatterie untergekommen, die noch ausreichend Kaltstartstrom liefern konnte und gleichzeitig mehr oder weniger nur noch einen Bruchteil der Kapazität...



Doch, doch - mittlerweile kann ich mit meiner reichhaltigen Erfahrung sagen, dass dieses Phänomen sogar sehr häufig vorkommt, vermutlich durch eine einzige schlechte Zelle im Batterieverbund. Zwar haben viele dieser Kandidaten gegenüber der aufgedruckten Kaltstartleistung teils 20-30% eingebüßt, aber durch die extrem auf (Kaltstart)-Leistung aufgebohrte Gitterstruktur handelsüblicher Starterbatterien sind auch bei älteren Batterien noch genügend Reserven vorhanden. Man vergleiche nur mal folgendes: Eine Batterie mit 750A (EN) hat bei 30% Einbuße immer noch über 500A Kaltstartleistung. So eine Batterie bin ich den Sommer über gefahren und war ziemlich erstaunt, als der Kapazitätstest vor dem Winter nur noch rund 10Ah ergeben hat. Trotzdem war stets genügend Leistung da, um den Anlasser meines - zwar nur ein nicht ganz so leistungshungriger Benziner, dafür hatte ich mitunter Standzeiten von mehr als einer Woche bei rund 35mAh Stromaufnahme - ordentlich durchzudrehen. Weitere Prüflinge mit nicht allzu stark abweichenden Kapazitäten und ganz ähnlichen Messergebnissen der Kaltstartleistungen sind durch meine Hände gegangen. Zum Beispiel eine Batterie der 90Ah-Klasse mit rund 715A (EN) bei nur noch rund 17Ah Kapazität. Wenn man es genau überlegt, kann es eigentlich nur so sein, dass bei so guten Kaltstartleistungen und so schlechten Kapazitätsmessungen eine schlechte Zelle im Verbund ist. Die anderen guten Zellen stützen die schlechte in Hinblick auf die Kaltstartleistung, trotzdem bricht die schlechte Zelle bei andauernder Belastung ziemlich rasch ein, was dann zu der relativ geringen Kapazität führt. Bei solchen Kapazitätswerten ist es meiner Erfahrung nach dann immer so, dass nicht die ganze Batterie entladen wird, sondern die Batterie nur bis dahin wann die schwächste Zelle aufgibt. Das führt zum Phänomen, dass eine derartig Kapazitätsgetestete Batterie nach abklemmen von der Last nicht dauerhaft unterhalb der 12,0 Volt Ruhespannung bleibt (wo eine entladene 12 Volt Batterie eigentlich sein sollte), sondern relativ schnell wieder auf 12,4x Volt oder noch höher ansteigt.

Grüße, Torsten

Torsten

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18

20.01.2020, 02:05

Hallo Tom,
Der Postversand solcher Nassbatterien ist außerordentlich kritisch, weil die Batteriesäure natürlich schnell ausläuft, wenn das Paket auf dem Kopf steht. Deshalb schreiben die Versandunternehmen (DHL, DPD, GLS, HERMES...) auch ausdrücklich vor, dass (u.a.) keine Nassbatterien versandt werden dürfen. Falls dieses Verbot nicht beachtet wird und es treten dann Schäden durch ausgelaufene Batteriesäure o.ä. auf, wird natürlich der Absender für die entstandenen Schaden haftbar gemacht. :| Weshalb ich das lieber lassen würde. Es hilft auch nicht, wenn man auf dem Paket irgendwo "OBEN" vermerkt, weil das bei der heutigen automatisierten Sortierung natürlich keiner liest. Aus diesem Grund gibt es für solche Waren nur die Möglichkeit des Spezialversands, oder gleich Lieferung via Spedition. Was natürlich kostet.
das kann ich so nicht stehenlassen. Nahezu alle Internetversender von Nassbatterien bedienen sich handelsüblicher Versandunternehmen. In der Regel werden die Batterien mit einer Transportsicherung - die Gasungsöffnung links und rechts der Batterien - versehen. Mir ist jedenfalls noch kein derartiger Versender untergekommen, der seine Nassbatterien per Spedition zum Einzel-Endkunden geliefert hat. Was ja auch für beide Seiten viel zu teuer/unwirtschaftlich wäre...

Im übrigen finde ich es äußerst erheiternd, dass Leute für kaputte Batterien 18,- Euro plus Versandkosten ausgeben, wo brauchbare fabrikneue schon ab 60,- Euro inkl. Versand angeboten werden. :whistling:
Grüße, Tom
Das ist sogar noch ziemlich billig. Guckt in der Bucht, da gibts noch ganz andere Summen für teils deutlich ältere Batterien in noch fragwürdigerem Zustand - und zwar regelmäßig. An Andy: Freut mich, dass du deine Batterie losgeworden bist und diese jetzt ein zweites Leben antreten kann. Aber auch wenn ich oben vielleicht was anderes schrieb: Ich teile Tom's Einschätzung, dass ein Versand einer Nassbatterie nicht ganz ohne ist. Am besten man nimmt dazu die gleiche Verpackung, mit der die neue vom Versender gekommen ist. Diese sind in der Regel speziell aufgepolstert die helfen dass die Batterie stabil im Karton ist. Außerdem gibts genau die beschriebenen Hinweise zur Lage der Batterie auf dem Karton aufgedruckt.


Grüße, Torsten

Tom

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19

20.01.2020, 08:59

Das Grundproblem besteht ja schon darin, das sich die meisten Privatverkäufer gebrauchter Nassbatterien über dieses Problem gar nicht im klaren sind. Und falls doch, steht meist nicht der passende Stopfen zur Verfügung, bzw. es mangelt an der nötigen Kenntnis, dass, bzw. wo dieser einzusetzen sei. Schau halt mal in die Versandbedingungen der Spediteure, da steht bei jedem mir bekannten drin, dass solche auslaufgefährdeten Gegenstände, zumal wenn sie mit Gefahrstoffen gefüllt sind, nicht über sie versandt werden dürfen. Außerdem müssen solche Pakete entsprechend der Norm für Gefahrstoffe gekennzeichnet werden. Machen die privaten Verkäufer bloß nie.

Der Grund, weshalb man auch mit fast völlig kapazitätsfreien toten Fischen oft noch selbst größere Diesel starten kann ist ganz simpel: Die Elektrodenfläche ist noch da. Und die allein bestimmt über den Innenwiderstand. Da muss nicht mehr viel Aktivmaterial in Form von Bleistäuben drauf sein oder drin stecken, aber die Fläche bringt halt den Strom. Nur dass nach wenigen Sekunden das ganze restliche Aktivmaterial entladen ist und dann gehts natürlich bergab.

Dieses Problem, dass der Innenwiderstand allein von der Fläche der Elektroden bestimmt wird, die Kapazität aber von der Menge des noch kontaktierten Aktivmaterials, ist eben auch der Grund, weshalb diese Knopf-drücken-und-Wert-ablesen-Messgeräte bei der Beurteilung, ob die Batterie den Winter noch durchhält, nutzlos sind. Die gucken nur auf die Elektrodenfläche. Aber die ist meist selbst dann noch gut, wenn in einer 40g leichten 9V-Taschenradiobatterie schon mehr Energie steckt, als in einer alten 20kg-100Ah-Starterbatterie. :P

Mit der Energie einer 9V-Batterie könnte man übrigens auch einen Motor starten, jedenfalls wenn, man die komplette Ladung binnen einer Sekunde entnehmen könnte und nicht groß vorgeglüht werden muss.

Grüße, Tom

Reiner106

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20

20.01.2020, 13:09

Vielen Dank für Eure Ausführungen. Wieder ein paar Hirnwindungen neu verdrahtet :)

Versand: Ich habe beruflich einiges mit Versand und Verpackung zu tun - und teile absolut die Warnung, Nasszellen "per Paket" zu verschicken. Das kann gut gehen - aber wehe, wenn nicht....