Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Das MicroCharge-Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

EMV Guru

Akku-Versteher

  • »EMV Guru« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 43

Registrierungsdatum: 08.11.2014

  • Nachricht senden

1

09.11.2014, 13:24

Höhe der Versorgungsspannung, Ladeerhaltung mit Konstantspannung

In den Datenblättern von Akkuherstellern findet man meist Spannungsangaben für den Betrieb von Akkus mit Konstantspannung (Standby Use). Solche Anwendungen findet man z.B. in USVs oder Alarmanlagen. Bei Panasonic Gelakkus wird für den "Standby Use" ein Spannungsbereich von 13,6 - 13,8 bei 25°C angegeben. Dies deckt weitgehen sich mit Toms Vorgabe den Power-Pulsar auf 13,5 V einzustellen.

Unbelastet zeigen Akkus eine Spannung von etwa 12,8V. Zur Erhaltung eines vollen Ladeszustandes muß man die Selbstentladung eines Akkus durch Zuführung eines entsprechenden Stromes kompensieren. Bei der Annahme von einer Selbstentladung von 50% pro Jahr entspräche der Selbstentladestrom bei einem 28Ah Akku etwa 28Ah/(365d*24h)=3,2mA. Beim Anlegen einer Spannung von 12,74V fließt bei einem meiner Akkus tatsächlich in Strom in dieser Größenordnung. Stelle ich 13,5V ein ist die Stromaufnahme deutlich höher, es fließt also mehr Strom als für die Kompensation der Selbstentladung nötig ist.

Bei meinem 28Ah Panasonic AGM Akku habe ich folgende Werte gemessen:

12,74V 10mA
12,80V 28mA
12,90V 41mA
13,00V 54mA
13,10V 60mA
13,20V 62mA
13,30V 63mA
13,40V 65mA
13,50V 67mA
13,60V 70mA

Der Akku wurde mit einer längeren Tiefentladung mißhandelt und hat nur noch eine geringe Kapazität. Ich habe diese Kurve aufgenommen um den Ist Zustand festzuhalten und werde die Messung nach Anwendung mit dem Power-Pulsar wiederholen.

Was ist der Hintergrund weshalb man nicht mit Laderhaltungsspannungen im Bereich der Leerlaufspannung arbeitet sondern mit einem Wert, der deutlich darüber liegt?

Falls die Antwort bereits irgendwo im Forum zu lesen ist, bitte ich um Nachsicht mit mir als "Akkuanfänger", daß ich die entsprechende Stelle nicht gefunden habe.

Tom

Moderator

Beiträge: 2 066

Registrierungsdatum: 27.02.2010

  • Nachricht senden

2

09.11.2014, 13:47

Hallo,

ich habe den Beitrag mal zur Bleiakkutechnik verschoben, weil er hier besser passt.

Zur Frage. Die Antwort bringt auch mich an meine fachlichen Grenzen. Ich denke, es hat damit zu tun, dass gemessene 10mA Ladestrom nicht ausschließlich für die Umwandlung von Bleisulfat in Blei und Bleidioxid verwandt werden, sondern auch noch einige Nebenreaktionen ablaufen. Darunter sind beispielsweise die Wasserzersetzung und die Zellenkorrosion zu nennen. Solche Nebenreaktionen laufen zu einem Teil schon bei normaler Schwebespannung ab, jedoch in steigendem Maße bei erhöhter Zellenspannung. Beim Laden eines Akkus muss auch die Gegen-EMK überwunden werden. Das ist auch der Grund, weshalb sich bei einer Parallelschaltung eines vollen und eines leeren Akkus nicht zwangsläufig zwei halbvolle einstellen, sondern der Umladevorgang nach längerer Zeit so etwa bei einem zu 80% und einem zu 20% gefüllten Akku endet.

Physikalisch Interessierte mit einiger Mathematik-Praxis mögen einmal dem obigen Link folgen.

Grüße, Tom

EMV Guru

Akku-Versteher

  • »EMV Guru« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 43

Registrierungsdatum: 08.11.2014

  • Nachricht senden

3

09.11.2014, 16:13

Ladeerhaltung mit Konstantspannung

Hallo Tom,

danke, das Beispiel mit den zwei Akkus ist sehr anschaulich und nachvollziehbar. In die Chemie möchte ich auch nicht einsteigen. Was sagt denn die Praxis? Mit einer Spannung von 13,5V wird sich ein 6 Zellen Bleiakku nicht entladen. Verliert denn ein Akku an Kapazität wenn er dauerhaft an 12,8V angeschlossen wird?

Gruß

Carsten

Tom

Moderator

Beiträge: 2 066

Registrierungsdatum: 27.02.2010

  • Nachricht senden

4

09.11.2014, 16:27

Wenn überhaupt, dann sicher nur sehr, sehr langsam. Eine Aufladung ist mit so geringen Spannungen aber nicht möglich.

Grüße, Tom

EMV Guru

Akku-Versteher

  • »EMV Guru« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 43

Registrierungsdatum: 08.11.2014

  • Nachricht senden

5

09.11.2014, 19:28

Überwintern eine Motorradbatterie

Hallo Tom,

dann stellt sich mir nun die Frage wie ich einen nagelneuen, vollständig geladenen Akku überwintere:

1) nichts anschließen, kühl stellen (geringere Selbstentladung), verlangsamte chemische Prozesse (optimal im Gefrierschrank?)
2) Stützung mit 12,8V
3) Erhaltungsladung mit 13,5V
4) Erhaltungsladung mit Power Pulsar

Schöne Grüße

Carsten

Bandit1973

Akku-Meister

Beiträge: 367

Registrierungsdatum: 28.07.2012

  • Nachricht senden

6

09.11.2014, 19:47

dann stellt sich mir nun die Frage wie ich einen nagelneuen, vollständig geladenen Akku überwintere:
kurzzeitige hohe Stromentnahme, und dann über den Winter abgeklemmt in ein kühles Eck stellen.... Fertig!!!

warum kaufst dir einen Nagelneuen Akku zum Überwintern?
Kauf ihn doch erst im Frühling :D :D

Tom

Moderator

Beiträge: 2 066

Registrierungsdatum: 27.02.2010

  • Nachricht senden

7

09.11.2014, 20:11

Ganz genau. :thumbup:

Gefrierschrank wäre theoretisch zwar noch besser, ist aber praktisch keine wirklich sinnvolle Option, denn da besteht die Gefahr, dass der Elektrolyt eines entladenen Akkus einfriert, was dem Akku wegen der sich bildenden Eiskristalle sehr schaden würde. Wenn er nicht gar dabei platzt. Also am besten zwischen 5 und 15°C voll geladen im Keller einlagern.

Grüße, Tom

EMV Guru

Akku-Versteher

  • »EMV Guru« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 43

Registrierungsdatum: 08.11.2014

  • Nachricht senden

8

09.11.2014, 20:21

Überwinterung gut erhaltener Akku

Nagelneu hatte ich rein theoretisch geschrieben, extreme Beispiele sind oft anschaulicher. Ich denke Deine Empfehlung gilt auch für einen Akku in gut erhaltenem Zustand?

Gruß

Carsten

Bandit1973

Akku-Meister

Beiträge: 367

Registrierungsdatum: 28.07.2012

  • Nachricht senden

9

09.11.2014, 20:28

Ich denke Deine Empfehlung gilt auch für einen Akku in gut erhaltenem Zustand?


Jep :thumbsup: :thumbsup:

Wichtig ist die Stoßbelastung.... Impfen mit kleinen Bleisulfat-Kristallisationskeimen...
Dann kann sich der Akku wohl über den Winter entladen, ist aber im Frühling leicht wieder Aufzuladen.