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Kundenanfrage

Akku-Gott

  • »Kundenanfrage« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 343

Registrierungsdatum: 15.04.2010

Über mich: Unter diesem Konto werden viele technischen Kundenanfragen und gegebenen Antworten zu Akkus, Installationen und MicroCharge-Produkten, die mich per eMail erreichen, in (anonymisierter) Kopie gepostet. So ist es möglich, einerseits die per eMail ankommenden Kundenanfragen direkt per eMail zu beantworten und andererseits die Forenuser an dem gegebenen Lösungsvorschlägen teilhaben zu lassen.

Thomas Rücker

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1

29.10.2018, 10:28

Korrekte Messung der Batteriekapazität

Hallo Tom,

ich hätte eine Frage zur Kapazitätsmessung einer 12V 100Ah AGM die ich im Camper zur Versorgung
von Kühlbox (Pmax=35W) und Standheizung(Pmax 30W) nutze, der Akku ist ca. 1 Jahr alt und ich habe zur groben
Ladezustandsbeurteilung ein Voltmeter im Innenraum.
Bei Nutzung achte ich darauf dass die Akkuspannung möglichst selten unter 12,2 V sinkt,
trotzdem habe ich den Verdacht dass die Akkukapazität stark nachgelassen hat und will deshalb mal die Kapazität prüfen (pi mal Daumen).

Welchen Testaufaufbau kannst Du als Batterieexperte empfehlen, langt es wenn ich eine 12V 21W Glühbirne als Last an den vollen Akku hänge
und dann z.B. jede Stunde die Spannung an den Polen messe, wenn ja bis zu welcher Entladeschlussspannung sollte ich den Test durchführen
- f.d. Vergleich nahe zur Herstellerangabe, bzw. vielleicht gibt es auch ein preiswertes Mess-/Ladegerät (aus der Modellbaufraktion?) welches die entnommenen Ah anzeigt...?

Danke im voraus

Torsten

Tom

Moderator

Beiträge: 2 033

Registrierungsdatum: 27.02.2010

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2

29.10.2018, 10:41

Hallo Torsten,

die Entladung zur Kapazitätsmessung erfolgt üblicherweise in 20 Stunden. Also 100Ah /20h = 5A. Da wäre die kleine 21W-Lampe mit ihren kaum 2A Strombedarf doch etwas unterdimensioniert. Am billigsten ist die Verwendung einer 12V/50W-Halogenlampe, die rund 4,3A aufnimmt. Das kommt den geforderten 5A noch am nächsten. Dann bis 10,5V hinunter entladen. Aber möglichst nicht tiefer, das würde den Akku schädigen und aus diesem Grund empfehle ich auch entsprechende Kapazitäts-Messgeräte mit selbsttätiger Abschaltung zu verwenden, da (zumindest ich) den korrekten Abschaltzeitpunkt meistens verpasse. Man guckt eben nicht dauernd hin und zum Ende hin sinkt die Spannung dann doch überraschend schnell ab. Spätestens bei den empfindlichen Lithium-Akkus ärgert man sich dann, wenn man bei der Messung den Akku auf diese Weise – unnötig - zerstört hat.

Bei besonders preiswerten Kapazitäts-Messgeräten tritt leider das Problem auf, dass die billigen nur sehr kleine Entladeströme ermöglichen, da sie die bei höheren Strömen entstehende Verlustwärme nicht loswerden. Dafür braucht es nämlich einen größeren Kühlkörper mit Lüfter. Mein Tipp wäre deshalb mein Kapazitätsmessgerät ‚true-blue‘Kapazitäts-Messgerät 30V/10A 'True-Blue', das für genau solche Messungen entwickelt wurde.

Modellbau-Ladegeräte besitzen zwar auch oft Entladeprogramme, leiden aber in der Regel auch an dem oben geschilderten Problem, nämlich deutlich zu kleiner Entladeströme für große 100Ah-Batterien, wie sie in Kraftfahrzeugen verwendet werden. Oft sind sie auch gar nicht zur Anzeige so großer Kapazitäten eingerichtet, denn je nach Konstruktion ist auch schon mal bei 65,54Ah Feierabend und die Zählung beginnt lustigerweise wieder bei Null (16bit-Überlauf), oder bricht ab. Zuletzt sind sie heute meistens auf Lithium-Akkus eingerichtet, was oft gar keine praktikablen Messparameter für Bleiakkus ermöglicht.

Grüße, Tom