Beiträge von Tom

    Falls 150AH-APP monitoring data calibration instructions V2.pdf gemeint ist: Hier handelt es sich um die Eingabe der mit einem externen Messgerät ermittelten Lade- und Entladeströme, um in der App eventuell falsch angezeigte Ströme zu korrigieren. Die korrekte Messung der Ströme ist gleichermaßen wichtig für die korrekte Arbeit der Lade- und Entladestrombegrenzung (um Überlastung aber auch verfrühte Abschaltung zu verhindern), sowie der Ermittlung des korrekten Ladezustands (es handelt sich dabei um eine so genannte saldierende Messung, die Lade- und Entladeströme werden gemessen und in ihrer zeitlichen Wirkung dem Ladezustand hinzugefügt oder von ihm abgezogen). Darum sollte die App Lade- wie auch Entladeströme möglichst genau anzeigen.



    Mann legt also einen Ladestrom an, misst ihn mit einem geeigneten Messgerät und gibt den vom Messgerät abgelesenen Wert in Milliampere in der Maske ein (es müssen auch nicht unbedingt 25A sein, wie im Bild gezeigt. 3,28A gehen genauso, wie 142,8A.). Dasselbe macht man mit dem Entladestrom, der fließt, wenn man einen Verbraucher aus der Batterie speist. Die Messströme sollten mindestens 2A betragen, da der Mess-Shunt im BMS unterhalb dieses Stromwertes nicht korrekt anzeigt.


    Normalerweise braucht man aber die Strommessung nicht zu kalibrieren. Ich hatte dazu jedenfalls noch nie eine Notwendigkeit erkennen können. Drum hatte ich wohl die Frage zunächst auch nicht verstanden.


    Grüße, Tom

    Ist doch cool, wenn sich das Problem über Software lösen lässt. :)


    Ich hab das eben mal an einem 4S/200A Smart-BMS R05W-GE07, das ich hier gerade in eine neue Batterie eingebaut habe, reproduziert und kann sagen, bei dieser Ausführung tritt das Problem nicht auf. Wenn ich -20°C einstelle, dann lässt es auch bis -20°C die Ladung zu. -|-


    Ich empfehle Kontakt mit Daly aufzunehmen, dort das Problem zu schildern und um Hilfe zu bitten. Wenn es sich um ein Firmware-Problem handelt, sollte eine verbesserte Firmware das Problem beseitigen. Über die Sinowealth-Windows-Software kann man das machen. Nur braucht man dafür eben die passende Firmware. Nenne Daly Deine BMS-Version (steht auf dem Typenschild), dann schicken sie Dir sicher das Gewünschte.


    Btw: Kann es vielleicht sein, dass der Fehler gar nicht im BMS liegt, sondern im Solarregler? Nur mal so laut überlegt...


    Das Problem mit der Ladezustandsanzeige ist bei praktisch allen Herstellern dasselbe. Das ist technisch nämlich sehr anspruchsvoll und weiß Gott nicht so trivial, wie man zunächst annehmen würde. Ein Analog/Digital-Wandler mit Mess-Shunt braucht schon eine sehr hohe Auflösung, um einerseits Ströme bis 500A messen zu können, andererseits aber auch kleine Ströme im Bereich weniger Milliampere. Zudem werden immer nur getaktete Einzelmessungen (Dips/Samples) durchgeführt, die fließenden Ströme sind aber nicht selten wellenförmig und manchmal regelrecht komplex. In Einzelfällen zeigt die Ladezustandsanzeige dann zwangsläufig Grütze an. Entlädt man mit relativ hohen Strömen, die gleichmäßig fließen, ist die Anzeige meiner Erfahrung nach sehr genau.


    Grüße, Tom

    D.h. trotz Einstellung des BMS auf eine Temperatur unterhalb der vom BMS selbst angezeigten Temperatur, hat es die Ladung verhindert? Schön schräg. Es dürfte sich um einen Software-Fehler handeln.


    Btw: Übrigens dürfte es von solcherart Fehlern noch so einige mehr geben. So hat sich ja z.B. inzwischen herumgesprochen, dass Daly-BMS Ströme unter 2A nicht detektieren können. Offenbar reicht die Auflösung des integrierten AD-Wandlers in Verbindung mit dem Mess-Shunt hierzu nicht aus. Nun, das allein wäre ja noch zu verschmerzen. Aber in der Folge führt das dazu, dass auch die Ladezustandsanzeige solche "kleinen" Ströme komplett missachtet. Auch damit könnte man ja wenigstens noch leben, aber offenbar wird auch noch die Batteriespannung selbst von der Ladezustandsanzeige nicht vernünftig ausgewertet, so dass z.B. durch kleine Ströme völlig entleerte Batterien zuweilen noch immer als voll geführt werden, obwohl die Batteriespannung schon deutlich unter 12V beträgt. :doing:


    Erst heute durfte ich mir von einem deswegen zurecht genervten Kunden anhören, dass es sich bei der Daly-Ladezustandsanzeige wohl um einen schlechten Witz handeln würde. :motz:


    Grüße, Tom

    Die sterben langsam aus... ;) Aber schön, wenn's jetzt klappt. Manchmal hat man irgendwo einen Wackler drin und dann beginnen die BMS schon mal zu nerven. Ganz besonders, wenn eines der Balancerkabel einen Wackelkontakt am Ringkabelschuh hat. Kommt relativ oft vor, besonders wenn die von Amateuren verkrimpt werden. (Ja, das ist mir selbst auch schon passiert... 8o)


    Grüße, Tom

    Welche Temperatur zeigt das BMS denn überhaupt an? Ist die Anzeige plausibel? Ich vermute mal, es wird eine deutlich niedrigere Temperatur als die tatsächliche Umgebungstemperatur angezeigt und die angezeigte Temperatur liegt unterhalb der eingestellten Mindesttemperatur. In diesem Fall wird der NTC entweder defekt oder nicht richtig eingesteckt sein.


    Wenn unter Parametereinstellungen/Temperaturschutz/Ladeschutz bei niedrigen Temperaturen -20°C eingestellt sind, dann sollte das BMS auch nicht oberhalb -20°C mit der Fehlermeldung Ladetemperatur ist zu gering Level 2 die Ladung verhindern. Kenne ich jedenfalls nicht so.


    Versuche mal einen Neustart über Parametereinstellungen/Systemeinstellungen/Neustart des Systems und prüfe dann, ob der Fehler fortbesteht und ob der o.g. Temperaturschutz tatsächlich auch auf MINUS, also -20°C eingestellt ist.


    Im Übrigen sieht mir Deine App etwas veraltet aus. Lösch die mal und installiere die aktuelle. Bei der sieht die Unterrubrik Temperaturschutz jetzt so aus:



    Grüße, Tom

    Glaub ich nicht, dass das BMS wirklich defekt ist, wenn Du es nicht gerade falsch angeschlossen hast. Miss mal die Spannungen am Balancerstecker des BMS nach, ob die Abstufung da korrekt ist. Also ausgehend von 0V am schwarzen Minus-Kabel zum nächsten, muss sich jeweils eine um 3 bis 3,5V höhere Spannung ablesen lassen. Wenn das gegeben ist und auch der NTC-Temperaturfühler angeschlossen ist, sollte sich die Batterie durch einen kurzen Ladestromimpuls von wenigstens 2A starten lassen. Was sagt denn die App?


    Und Vorsicht: Manchmal lässt man sich von den schwarzen Pluspolen der Zellen verwirren und schließt die dann falsch herum ans BMS an. Ist mir selbst auch schon mal passiert! Dann ist das BMS leider schrottreif. Deshalb hab ich mir mal auffällige Plus- und Minus-Aufkleber anfertigen lassen, damit das nicht mehr passiert.


    Grüße, Tom

    Hallo Norbert,


    im Prinzip beschreibst Du das mit der Lebensdauer und den Spannungen völlig richtig. Für ausgesprochen lang anhaltende Dauerladungen wie z.B. bei manchen Solaranlagen war mein Hinweis auch nicht gedacht. Das habe ich vielleicht nicht deutlich genug herausgestellt.


    Mir geht es um den normalen Betrieb von LiFePO4-Batterien z.B. in Wohnmobilen, wo Ladeprogramme und Ladeschlussspannungen von Ladeboostern und Ladegeräten sinnvoll gewählt werden müssen und dann oft die Rede davon ist, dass man aus Gründen der Batterielebensdauer unbedingt eine Erhaltensladung mit stark verminderter Erhaltensladespannung und komplizierte Ladeprogramme benötigen würde. Hier wird ja nicht bis zum St. Nimmerleins-Tag geladen, sondern zumeist höchstens mal für ein paar Tage am Stück, oft sogar nur für einige Stunden. Für diese kurzen Ladezeiten bringt es aber praktisch keinen Gewinn an Lebensdauer, wenn man die Ladespannung reduziert. Statt dessen bekommt man aber regelmäßig Probleme mit dem BMS, weil die Ladezustandskontrolle nicht mehr richtig arbeitet und der Ladezustand der Batterie nach teilweisen Entladungen falsch angezeigt wird. Und dann klingelt hier wieder das Telefon... :wacko:


    Ich bin aber ohnehin der Meinung, dass dem Verschleiß von Lithium-Akkus bei hohen oder niedrigen Spannungen meist mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird, als die Sache selbst eigentlich wert ist. Denn es hat sich offenbar herumgesprochen, dass es bestimmte Lagerspannungen für Lithium-Akkus gibt, bei der sie sich besonders wohl fühlen und nun scheint eine große Zahl von Anwendern zu glauben, dass sie sich bei anderen Spannungen entschieden "unwohler" fühlen und dann schnell kaputt gingen. Schaut man aber nach den Verschleißgründen von Lithium-Akkus in der Praxis, findet man bei den Frühausfällen hauptsächlich Falschbehandlung (Stauchungen, Krafteinwirkung auf die Zellenpole, Kurzschluss, Temperaturen zu hoch oder zu niedrig, völlig falsche Betriebsparameter), Überlastung (zu hohe Lade- und Entladeströme) und allgemeine Überschreitung der zulässigen Betriebsdaten. Ich beziehe mich an dieser Stelle allerdings auf Li-Ion- und LiPo-Akkus, weil die LiFePO4-Zellen ja erst seit kurzer Zeit ausreichende Verbreitung gefunden haben und mir persönlich auch noch überhaupt keine(!) LiFePO4-Ausfälle bekannt geworden sind (außer wenn DHL mal wieder eine Lieferung hingeschmissen hat und sie dadurch stark verbeult wurden, aber selbst dann funktionieren sie in der Praxis noch verblüffend problemlos). Bei den etablierten Lithium-Systemen findet man jedoch weit überwiegend die völlig natürliche "kalendarische Lebensdauer" als Ursache für den Leistungs- und Kapazitätsabfall bei den Gerätebatterien (damit sind die Batterien gemeint, die fest eingebaut sind) und Überlastung und mangelhaftes Cellbalancing bei den im Modellbau verwendeten LiPo-Zellen. Langanhaltende Versorgung am oberen Bereich der zulässigen Zellenspannung gehört aber zumindest meiner Erfahrung nach eher nicht zu den verbreiteten Ausfallgründen von Lithium-Akkus.


    Allerdings war auch schon zu "Bleiakku-Zeiten" ein verbreiteter Hang zu besonders strengen akademischen Betrachtungen der Ladespannung zu beobachten. Ganz offenbar ist die Ladespannung ein besonders gut verständlicher Parameter für "Batterie-Laien", wenn ich das an dieser Stelle ein wenig genervt bis süffisant bemerken darf, denn seit jeher drehen sich die Diskussionen der Akku-Jünger um "die richtige" Ladespannung für Blei, AGM und GEL-Akkus. Oder wie ich schon vor Jahren mal ätzte: Um die richtige Spannung für rote, grüne und blaue Akkus... 8o


    Grüße, Tom

    Immer wieder kommt bei Ladegeräten oder Ladeboostern die Frage auf, ob LiFePO4-Batterien eine extra Erhaltensladespannung brauchen, bzw. es wird meistens sogar stillschweigend davon ausgegangen, dass dem so sei. Das stimmt aber nicht, denn bei LiFePO4-Akkus kann die Ladesschlussspannung auch dauerhaft an der Batterie anliegen, ohne dass diese hierdurch geschädigt wird.


    Der Grund ist simpel: LiFePO4-Akkus sind völlig anders (und zwar sowas von völlig anders...) aufgebaut als Bleiakkus, so dass für sie auch komplett andere Betriebsvorschriften gelten. So gibt es bei LiFePO4-Akkus z.B. keine Sulfatierung wie bei Bleiakkus, die entsprechend auch nicht durch eine kurzzeitig erhöhte Ladespannung abgebaut werden müsste. Auch gibt es bei LiFePO4-Akkus weder Gitterkorrosion, noch die bekannte Gasungsschwelle wie bei Bleiakkus, so dass man zu deren Vermeidung die Erhaltensladespannung auch nicht abzusenken braucht.


    Jetzt gibt es aber Stimmen, die sagen, es könne aber doch für den Akku nicht gut sein, wenn er dauerhaft im Bereich der Ladeschlussspannung gehalten wird, weil doch dessen empfohlene "Lagerspannung" von 3,2V/Zelle eine deutlich niedrigere ist, als die 3,6V/Zelle Ladeschlussspannung. Ja, das stimmt natürlich, nur sollte man sich überlegen, was genau man mit dem Akku vor hat: Will man ihn wirklich "lagern", also ohne Benutzung aufbewahren? Nur in diesem Fall bringt es tatsächlich einen Gewinn an Lebensdauer, wenn man die Zellenspannung auf 3,2V bringt und den Akku dann kühl und trocken einlagert. Er erreicht dann in der Tat eine maximale Lagerfähigkeit.


    Im normalen Betrieb liegen aber völlig andere Verhältnisse vor! Hier müssen die Akkus in der Lage sein, auf Knopfdruck möglichst die volle Kapazität abgeben zu können. Das funktioniert natürlich nur, wenn sie zuvor auch voll aufgeladen werden. Würde man hier 3,2V Lagerspannung anwenden, wären die Zellen aber höchstens zur Hälfte gefüllt. Dafür wird man sich kaum einen großen und teuren LiFePO4-Akku gekauft haben und diesen Klotz die ganze Zeit mit sich schleppen.


    Man muss sich auch überlegen, dass der Akku bei einer Absenkung der Ladeerhaltensspannung deutlich unterhalb der Ladeschlussspannung danach immer ein Stück weit entladen würde, bevor das Ladegerät wieder Ladestrom nachliefert: Die Ladeschlussspannung bei vierzelligen LiFePO4-Batterien beträgt 14,6V. Die verbreitet von Ladegeräten benutzte Erhaltensladespannung liegt aber bei 13,8V. Das sind immerhin 0,8V Spannungsunterschied und um diese 0,8V würde die vierzellige Batterie nach Umschaltung auf Erhaltensladung erst entladen werden müssen, bevor das Ladegerät bei Versorgung mit "Landstrom" die Versorgung der Verbraucher wieder übernimmt. Hier würde also eine völlig unnötige Zyklisierung der Batterie erfolgen, die Lebensdauer kostet! Zudem würde sich wie erwähnt die verbleibende Restkapazität vermindern.


    Daher mein Tipp:


    Laden Sie Ihre "LiFePOs" also ruhig randvoll auf und halten Sie die Ladeschlussspannung dauerhaft aufrecht, wenn Sie zugleich das Bordnetz über das Ladegerät versorgen möchten. Das schadet den LiFePO4-Akkus nicht! Wenn sie voll aufgeladen sind, nehmen sie von sich aus keinen weiteren Ladestrom mehr auf. Eine "Überladung" kann bei Ladung mit Konstantspannung (IU-Kennlinie) also gar nicht stattfinden und Ihre LiFePOs stehen Ihnen stets mit voller Leistung zur Verfügung. Auch wenn auf diese Weise die Akkusspannung deutlich über der empfohlenen Lagerspannung liegt, wird die im Betrieb erreichbare Lebensdauer von etwa 10 Jahren nicht spürbar verkürzt. Im Gegenteil: Denn dadurch dass nun die unnötige Zyklisierung vermindert wird, erhöht sie sich sogar. Und das bei stets voller entnehmbarer Kapazität der LiFePO4-Batterie. :)


    Übrigens entladen sich LiFePO4-Zellen deutlich langsamer von selbst als Bleiakkus das tun. Die Ladung bleibt meistens über mehrere Jahre erhalten. Zwar sinkt der Ladezustand bei voll geladener Batterie relativ schnell auf 80% ab, ab diesem Punkt sinkt er aber nur noch langsam weiter ab. Hohe Temperaturen beschleunigen die Selbstentladung, niedrige verlangsamen sie.


    Grüße, Tom

    Da antworte ich mal von hinter her: Wenn Du mit Strom keine besonderen praktischen Erfahrungen hast, dann solltest Du nicht ausgerechnet mit dem schwierigsten Bereich anfangen, nämlich 230V-PC-Schaltnetzteilen (technisch tückisch und nicht zuletzt gefährlich) und dann noch bei hohen Leistungen. Denn das erfordert unbedingt ausreichend Erfahrung. Andernfalls sammelst Du die hierbei. Aber das hast Du sicherlich nicht vor (weil teuer und schmerzhaft). Ein Trimmpoti auszubauen und gegen ein externes Poti auszutauschen ist kein Hexenwerk, aber dabei sammelst Du ebenfalls schon Deine ersten Erfahrungen mit komplexer Leistungselektronik unter Netzspannung. Davon rate ich einem Anfänger ausdrücklich ab. Gerade PC-Netzteile sind in äußerst gedrängter 3D-Technik aufgebaut. Ich schraube solche Teile nicht mehr auf, denn damit habe ich bisher massig Arbeitszeit verballert, aber letztlich doch stets Schiffbruch erlitten. "Normale" Leistungsnetzteile schon, die baue ich auch um, kein Problem. Wenn Du es billig haben möchtest, dann suche ein defektes 900W-Manson-Netzteil für unter 100,- Euro, repariere es (das wird zwar etwas dauern, aber danach kannst Du schon mal Schaltnetzteile reparieren :)) und dann hast Du ein solides Netzteil, dass auch zur Ladung von Batterien geeignet ist und nicht viel Lärm macht. PC-Netzteile wirst Du kaum so hingefrickelt kriegen, dass Du mit ihnen Batterien praktisch brauchbar laden kannst. Glaubs' mir, oder finde es selbst heraus. Das haben schon viele probiert, ohne letztlich für längere Zeit Erfolg zu haben.


    Ich hab den Beitrag mal verschoben, weil es hier ja nicht um Lithium-BMS geht, sondern eher um die Ladung von LiFePO4-Batterien.


    Grüße, Tom

    Hallo Norbert,


    PC-Netzteile brauchen hauptsächlich auf der 3,3V-Schiene viel Strom, weil das die Spannung ist, mit der die Gleichspannungswandler des Mainboards gespeist werden, die daraus die ca. 0,8V für die CPU umspannen. Du brauchst den Strom aber auf der 12V-Leitung des Netzteils. Genau genommen kommst Du mit 12V auch gar nicht aus, denn eine Batterie bestehend aus 4 LiFePO4-Zellen braucht wenigstens 13,8V Ladespannung. Die BMS meist sogar 14,6V, damit sie korrekt auf Vollladung erkennen. Das Netzteil würde also völlig falsch belastet werden, was viele Netzteile dann auch übel nehmen, weil der 12V-Zweig nicht zur alleinigen Benutzung ausgelegt ist. Üblicherweise werden ca. 80% der Leistung der 3,3V-Schiene entnommen. Als letztes spielt uns zur Ladung von Batterien der Überlastschutz solcher Netzteile einen Streich, weil der bei Überschreitung des maximal zulässigen Stroms diesen nicht auf das Maximum begrenzt, sondern das Netzteil gleich ganz abschaltet. Damit wird man beim Batterieladen also nicht glücklich.


    Besser geht's mit Netzteilen, die nur eine Spannung anbieten und, ganz wichtig, deren Überlastverhalten nicht zur Abschaltung oder zum Pulsen führt, sondern einfach nur den Strom begrenzt. So ein Netzteil ist z.B. das Meanwell MSP-600-3.3. Es bietet 3,3V Ausgangsspannung bei maximal 120A. Dabei kann die "Ladespannung" auch noch bis auf 3,7V erhöht werden. Ideal für LiFePO4-Zellen. Ich benutze diese Netzteile, um Vierergruppen von LiFePO4-Zellen mit dicken Kupferschienen aufzuladen und zugleich zu balancieren. Dabei teilt sich der Strom natürlich auf die vier Zellen auf, was bei vier Stück 300Ah-Zellen parallel dann nur noch 30A je Zelle und damit C/10 entspricht. Ich kann Dir aber sagen, dass sich bei 120A Dauerstrom selbst ein fettes 35mm²-OFC-Kabel merklich erwärmt. Außerdem röhren die Lüfter ziemlich laut, denn so hohe Ströme lassen auch im Netzteil hohe Temperaturen an den Bauteilen entstehen, die natürlich abgeführt werden müssen. Macht bei mir nichts, weil ich einen Extra-Batterieraum habe, wo ich Batterien lade und Kapazitätsmessungen durchführe. Da ist es immer laut.


    Auch gut geeignet zur Ladung von 12,8V LiFePO4-Batterien ist das Meanwell SP-750-12, es marschiert maximal 70A bei 14,6V. Die Spannung ist einstellbar und auch den Maximalstrom kann man relativ einfach mit einem nachträglich angebautem Regler herunter regeln. Ideal zum Laden von vierzelligen 300Ah LiFePO4-Blöcken. Sind zwar auch "nur" C/4 und nicht C/2 (bzw. 0,5C, was dasselbe bedeutet), aber zum Laden im Grunde mehr als genug.


    Wenn es leiser sein soll, bevorzuge ich das gute alte Manson SP9600, bzw. eines dessen diverser Derivate (z.B. Voltcraft SPS-1560). Diese Type gibt 60A bei maximal 15V ab und ist dabei so leise, dass zumindest ich wunderbar daneben schlafen kann. Verwendet man zwei davon parallel, wird das Licht der Straßenbeleuchtung merklich dunkler und der Stromzähler übertönt die zwei Netzteile... ;) Auch das QJE PS-1560 ist mit 15V und 60A sehr kräftig, wenngleich etwas lauter als die Manson-Type. Dafür ist es aber auch deutlich kleiner und billiger.


    Grüße, Tom

    Da geht es um Symmetrie. Deshalb schrieb ich auch, dass in solchen Fällen "Kabel ausreichenden Querschnitts" verwendet werden sollen. Das bedeutet bei hochbelasteten Batterien, dass man, je nach Länge des Kabels, einen Kabelquerschnitt oberhalb des Querschnitts der restlichen Verbinder verwenden sollte. Bei "normaler" Belastung (also sagen wir mal bis etwa 100A oder 1.500 Watt) wird man aber mit 35mm²-Kabeln auskommen.


    Grüße, Tom

    Ja natürlich, das kann man so machen. Anstatt eines normalen Polverbinders würde man hierfür natürlich ein isoliertes Kabel ausreichenden Querschnitts verwenden. Aus technischer Sicht ist das genau dasselbe, als würde man einen normalen Zellenverbinder verwenden. Natürlich müssen auch die dünnen Leitungen des BMS (Balancer) entsprechend verlängert werden, aber das dürfte ja kein Problem sein.


    Grüße, Tom

    Die einzigen Lithium-Akkus die u.U. brennen, sind LiPos in der Coffeebag. Aber auch die nur sehr selten. Die früheren Horrorgeschichten über ganz plötzlich von selbst hochgegangene LiPo-Batterien, wie sie im Modellbau verwendet werden, oder Einzelzellen in Smartfons, waren m.E. größtenteils mangelhafter Verarbeitung geschuldet. Dass LiIon-Batterie für Elektrowerkzeuge zu brennen beginnen, kenne ich nicht. Höchstens dass so ein Teil mal durch ein defektes BMS oder Verarbeitungsmängel einen Kurzschluss bekommt und dann heiß wird und schlimmstenfalls zu qualmen anfängt.


    Was die übliche Ladung bei Lieferung betrifft, stimme ich Dir zu: Die Batterien sind meist etwa halb oder zwei Drittel voll. Da ist wie gesagt die Lagerladung, damit sind sie am längsten haltbar. Also auffallend ist das schon, wenn komplett leere Batterien geliefert werden, das kenne ich auch nicht so.


    Grüße, Tom