Beiträge von Tom

    Der maximale Entladestrom ist hauptsächlich eine Preisfrage. Möglich, dass die Lebensdauer bei Überschreitung des maximalen Entladestrom einer Zelle etwas sinkt, aber 10A sind bei normalen 18650er-Zellen meiner Erfahrung nach unkritisch, so lange sich die Zellen nicht unzulässig erhitzen. Wenn Du auf Nummer sicher gehen und lieber mehr Geld ausgeben möchtest, suche Zellen, die höhere Ströme machen: 18650er-Markenzellen mit Lötfahnen(!) in Shops suchen und nach deren Typbezeichnung dann die zugehörigen Datenblätter googeln. Da stehen dann die Grenzdaten drin.


    Die Kapazität von Zellen mit höherer Strombelastbarkeit ist naturgemäß geringer, da dort wegen der geforderten höheren Ströme die Ableitfolien dicker sind. So bleibt im Gehäuse weniger Raum für die eigentlichen Aktivmaterialien, was sich dann eben in einer geringeren Kapazität ausdrückt.


    Grüße, Tom

    Ja natürlich, das könnte man so machen. In der Schubse ist ja auch genau so ein Gleichspannungswandler als Batterie-zu-Batterie(B2B)-Ladegerät eingebaut, um die Starterbatterie aus der Stützbatterie zu unterstützen. Würde man die Stützspannung von den bisherigen 13V auf 14,4V anheben, bekäme man ein waschechtes Ladegerät.


    Es gibt auch nur einen Grund, weshalb ich das bisher nicht so gemacht habe und zwar liegt der in der Problemverlagerung von der Starter- auf die Stützbatterie begründet, denn wenn man eine normale Blei-Stützbatterie so derartig hoch belasten würde, hätte man mit dieser nahezu dieselben Probleme wie diejenigen mit der Starterbatterie, die man mit der Saftschubse ja nun gerade beseitigen will und dann hätte man ja nichts gewonnen. Also habe ich die Stützspannung zur Starterbatterie auf eben diese 13V gesetzt, damit aus der Stützbatterie keine Ladung in die Starterbatterie transportiert wird, sondern nur eine Entlastung stattfindet.


    Optimal wäre es natürlich, wenn man bei der Stützbatterie endgültig von den bleiakkubedingten Problemen wie langsame Ladungsannahme durch Sulfatierung ganz wegkäme, indem man bei der Stützbatterie auf Lithium-Batterie umsteigt. Blöd nur, dass das mit dem momentanen technischen Design der Schubse nicht gut funktioniert, weil einerseits die Spannungsschwellen der internen Schutzschaltung auf Bleibatterien ausgelegt sind, die bei Lithium-Batterien nicht richtig passen und andererseits der Ladestrom bei laufendem Motor dann nicht nur für die Saftschubse, sondern auch für Lithium-Batterien oftmals viel zu hoch ansteigt. Bei Bleibatterien gibt es ja keine nötige Ladestrombegrenzung, bei Lithium-Batterien dagegen sehr wohl. Eine technisch saubere Lösung einer brauchbar funktionierenden Ladestrombegrenzung ist leider technisch aufwändig und würde den Kostenrahmen der kleinen Saftschubse deutlich sprengen. Deshalb wurde die im Grunde ideale Paarung einer großen Blei-Starterbatterie mit einer kleinen Lithium-Stützbatterie bisher nie realisiert. Es ist eben technisch sehr aufwändig und damit teuer.


    Grüße, Tom

    Über einen strombegrenzten Gleichspannungswandler. Allerdings ist der nicht ganz einfach zu integrieren, weil der Strom für die Saftschubse ja in beiden Richtungen fließen können muss.


    Ich würde aber erst mal messen, wie hoch der Ladestrom unter ungünstigen Bedingungen denn überhaupt ist, bevor ich besondere Maßnahmen ergreife.


    Grüße, Tom

    In erster Linie zu geringer Ladestrom. In zweiter dann Spannungsverlust im normalen Stützbetrieb, hierdurch erhöhter Energieverbrauch durch erhöhten Aufnahmestrom, um die niedrigere Spannung auszugleichen und zuletzt zu frühes Abschalten wegen vermeintlich drohender Tiefentladung.


    Sonst eigentlich nichts.


    Grüße, Tom

    Ja, genau so meinte ich das sinngemäß. Es geht darum, möglichst die Kabellänge zu finden, bei der in der Spitze etwa 60A fließen. Das Kabel länger zu machen, führt dann aber wieder zu unerwünschten Effekten. Ganz wichtig: Gemeint ist das Pluskabel zwischen Schubse und Stützakku, nicht das zwischen Starterbatterie und Schubse. Das sollte möglichst niederohmig sein, damit die Schubse auch unter Last korrekt schaltet.


    Grüße, Tom

    OK, die 150A-Lichtmaschine ist natürlich schon krass stark für das kleine Relais in der Schubse, aber anscheinend hat sie es trotzdem irgendwie überlebt. Auch die größere Stützbatterie wird daran vermutlich nicht viel ändern können. Ich rate dennoch dazu, den Ladestrom bei angehobener Drehzahl und zu Beginn der Ladung bei entleerter Stützbatterie zu messen und, wenn er deutlich zu hoch liegt, die Verbindungsleitung zwischen Schubse und Stützakku als Nadelöhr zu verwenden. Das geht sehr gut, indem man z.B. zusätzlich ein bis zwei Meter 6mm²-Kabel einfügt, welches dann als Strombegrenzung wirkt.


    Die "Stützleistung" beschreibt dagegen nicht die Ladeleistung, die bei laufendem Motor in den Stützakku fließt, sondern die maximale Leistung des integrierten Gleichspannungswandlers, der den Maximalstrom bestimmt, der bei stehendem Motor aus der Stützbatterie zur Starterbatterie fließt. Also das genaue Gegenteil.


    Grüß0e, Tom

    Die Sau der angeblich zerstörerisch hohen Ausgleichsströme beim Zusammenschalten von vollen und leeren Bleiakkus ist ja jahrelang durch diverse Foren getrieben worden, ohne dass hierdurch jemals irgendwelche Schwierigkeiten aufgetreten sind.


    Allerdings:


    Bei LiFePO4-Batterien ist das anders!


    Denn weil Lithium-Batterien einerseits gegenüber Bleiakkus eine knallharte Spannungslage aufweisen, also bei weitem nicht im selben Maße wie Bleibatterien in der Spannung nachgeben, wenn hohe Lade- oder Entladeströme fließen und sie andererseits gegenüber zu hohen Ladeströmen sehr empfindlich reagieren, kann es hier eben doch zu Schäden kommen, wenn man solche Batterien mit anderen mit stark unterschiedlichen Ladezuständen hart zusammenschaltet.


    Bestes Praxisbeispiel ist z.B. eine weitgehend entladene LiFePO4-Bordbatterie im Wohnmobil, die über Trenn-Relais oder Trenn-MOSFET an die primäre Bordelektrik angeschlossen ist. Wird der Motor gestartet, wird sofort danach die Bordbatterie mit dem Primärnetz (also Starterbatterie und Lichtmaschine) verbunden. Wenn die (Blei-)Starterbatterie in diesem Moment aufgrund ihres Ladezustands eine deutlich höhere Spannungslage aufweist als die LiFePO4-Bordbatterie, fließt zwangsläufig sofort ein Strom von meist deutlich mehr als 100A und zwar viel länger, als er zwischen einer vollen und einer leeren Bleibatterie fließen würde! Hinzu kommt noch die Lichtmaschine, die problemlos noch einmal 100A oben drauf sattelt, so dass jetzt deutlich mehr als 200A (es können durchaus auch mal 400 - 500A sein!) in die LiFePO4-Bordbatterie fließen. Das findet die natürlich gar nicht gut und reagiert ihrerseits sofort mit massivem Lithium-Plating! Einzelne Vorgänge dieser Art werden vielleicht unbemerkt bleiben, aber wenn man Lithium- oder LiFePO4-Batterien genauso simpel an das primäre Bordnetz anschließt wie früher Bleiakkus, werden Enttäuschungen kaum ausbleiben. Zumal man die oft viel zu hohen Ladeströme ja nicht erkennt, wenn nicht gerade ein Batteriemonitor mit Ladestromanzeige eingebaut ist, sich Kabel fühlbar erhitzen oder Sicherungen durchbrennen.


    Hinzu kommt die ausgesprochene Empfindlichkeit von LiFePO4-Batterien gegenüber hohen Ladeströmen bei Kälte (Temperaturen unter 0°C): Hier sind oft schon Ladeströme von 50A zuviel des guten!


    Daher sei an dieser Stelle der Rat gegeben, Lithium-Batterien immer über Ladewandler bzw. Ladebooster (beides meint dasselbe, nämlich strombegrenzende Gleichspannungswandler) an das Primärnetz anzuschließen. In diesem Fall werden die Ladeströme stets auf den Maximalstrom des Ladewandlers begrenzt. Sie können unter keinen Umständen höher ansteigen! Die zusätzliche Geldausgabe für einen Ladewandler ist natürlich nach der Ausgabe von viel Geld für die Lithium-Bordbatterien höchst unwillkommen, aber dieses Geld ist wegen der deutlichen Lebensdauerverlängerung der Lithium-Batterie definitiv optimal angelegt. Beachtet man diesen wesentlichen Unterschied in der Behandlung von Lithium-Ionen und LiFePO4-Batterien, verlängert sich deren Lebensdauer ganz wesentlich. Zwar sind LiFePO4-Akkus noch nicht lange genug auf dem Markt, um abschließend belastbare Aussagen über die zu erwartende Lebensdauer machen zu können, jedoch legen alle bisher verfügbaren Daten die Annahme nahe, dass 10 Jahre und mehr problemlos erreichbar sind. Dies natürlich nur, wenn man die teuren Batterien nicht misshandelt...


    Grüße, Tom

    Hallo Alfred,


    meistens ja, man kann nur vorher nie genau sagen, wie gut die Wirkung hinterher sein wird. Meine bisher besten Erfolge habe ich durch langzeitige Aufladung bei sehr hoher Spannung erzielt: Zwei bis drei Tage bei 15,5 bis 16V, mit nicht zu hohem Strom und unter Beobachtung, damit defekte Batterien nicht unkontrolliert zu gasen beginnen. Danach sind die meisten Batterie wie ausgewechselt, die Kapazität legt kräftig zu und die Spannungslage auch. Dies geht allerdings mit normalen Ladegeräten nicht, dafür benötigt man einstellbare Netzgeräte wie z.B. meine Ladewutzel. Bei derart hohen Ladespannungen empfiehlt es sich aber, die Batterie beim erreichen höherer Spannungslagen auf Erwärmung zu kontrollieren. Meistens bleiben sie kalt oder werden höchstens lauwarm. Allerdings können beschädigte Batterien hierbei endgültig ausfallen und einen Zellenkurzschluss erleiden. Man merkt das beim Laden daran, dass die Batterie sich deutlich erhitzt und nach faulen Eiern stinkt. Das ist nichts schlimmes, sondern nur der Beweis, dass die Batterie schrottreif ist und daran 'eh nichts mehr zu retten war. Aber wie gesagt passiert das nur selten und bei völlig verschlissenen Batterien. Meistens wird sich dagegen eine sehr deutliche Kräftigung einstellen. Um diese erhöhte Leistung auf Dauer zu erhalten, sollte man, je nach Batterieverwendung, alle paar Wochen bis Monate eine Ladekur bei erhöhter Ladespannung durchführen. Ich garantiere, dass man seine Batterien danach kaum wiedererkennen wird.


    Grüße, Tom

    Nobel geht die Welt zugrunde... ^^


    Zwar kann man das Kapazitätsmessgerät 'True-Blue' auch auf die Betriebsart "Stromsenke" umschalten, nur zum Ladegerät wird es deswegen natürlich nicht.


    Was ich Dir empfehlen möchte sind diese kleinen chinesischen Monitore, die Spannung, Strom, Amperestunden, Wattstunden und die jeweiligen Maximalwerte speichern, aufsummieren und anzeigen. Einziger Nachteil: Die Kapazitätsanzeige in Ah scheint nur in 16bit ausgeführt zu sein und endet entsprechend bei 65Ah. Danach geht es dann wieder mit Null Ah weiter. Ich benutze sie gern für Ladegeräte, um die eingeladene Kapazität zu überwachen. Klappt super! :)



    Grüße, Tom


    PS: Ich hab noch einige davon auf Lager...

    Wenn kein Katalysator (teuer, weil mit Platin beschichtet) in den Batteriezellen vorhanden ist, an dem das im normalen Betrieb entstehende Knallgas rekombinieren kann, bleibt nur der Weg durch den sich aufbauenden Überdruck das Knallgas über die Sicherheitsventile ins Freie abzuleiten, wenn man vermeiden will, dass die Batterie "dicke Backen" macht. Das passiert übrigens nicht nur beim Laden, sondern ständig, auch in völliger Ruhe. Und ganz besonders bei Alterung der Batterie.


    Grüße, Tom

    Das sind reine Step-Up-Wandler, mit denen hab ich auch eine Weile experimentiert, auf der Suche nach geeigneten Gleichspannungswandlern für Ladebooster. Problem dabei: Wenn man die als B2B-Lader verwendet, kann es bei einem größeren Spannungsunterschied zwischen Batterie A und Batterie B zu unerwünscht hohen Strömen kommen, weil Step-Up-Wandler solche Ströme nicht begrenzen können. Außerdem ist dieser Wandler für eine reine Hochspannungsladung sowieso erheblich zu stark (eventueller thermal runaway, der sich wegen des hohen Wandlerstroms immer wieder selbst verstärkt.).


    Bei Speisung aus einem Netzgerät geeigneter Leistung bestehen diese Probleme nicht, aber da kann man ja gleich einen Ladewutzel verwenden.


    Grüße, Tom

    Viel mehr gutes tun als sie regelmäßig mal mit deutlich erhöhter Spannung (15,5V sind sehr gut) aufzuladen und sie während der Standzeiten vom Fahrzeug komplett abzuklemmen, kann man nicht. Aber unter den beschriebenen Bedingungen wird sie sehr alt werden.


    Grüße, Tom

    Hallo,


    ja, das wird interessant. Ich hatte auch mal ein paar Red Top-Batterien und muss sagen, besonders begeistert war ich davon nicht. Die haben recht schnell an Kapazität verloren.

    image.jpgUnter normalen Umständen entdeckt man im PKW meist recht spät, wenn die Starterbatterie fertig ist, da der Anlassvorgang selbst nur ein gutes Sechstel(!) der Energiemenge benötigt, die in einer kleinen 9V-Transistorradio-Batterie zu gespeichert ist. Glaubste nicht? Aber es stimmt wirklich.


    Kurze Rechnung: Ein durchschnittlicher Anlassvorgang dauert 1 Sekunde, der durchschnittlicher Anlasser nimmt dabei so etwa 250A Strom auf. Das sind also etwa 1 Sekunde x 250A x 11V = 2.75Ws = 0,76Wh.


    Eine 9V-Batterie besitzt etwa 550mA Kapazität, wenn man sie langsam entlädt. Das sind 9V x 0,55Ah = 4,95Wh. Das Verhältnis zwischen beidem beträgt also 4,95Wh / 0,76Wh = 6,5. Da muss eine Starterbatterie also schon wirklich schön völlig leer oder eben schrottreif sein, wenn sie einen Motor nicht mehr zu starten vermag...


    Dann also mal mit dem Power-Pulsar ein paar Wochen desulfatieren und noch mal die Kapazität messen. Vorher am besten so randvoll wie möglich laden, das beschleunigt den Desulfatierungsprozess. Man kann auch mit einem Netzteil 15,5V für mehrere Tage auf die Batterie geben, dass bringt meistens auch schon überraschend gute Kapazitätssteigerungen und geht deutlich schneller als eine Desulfatierung mit dem Power-Pulsar (der eher für völlig taube Batterien entwickelt wurde, die gar keine Spannung mehr halten und keinen Ladestrom annehmen).


    Viel Erfolg!


    Grüße, Tom