Moin
Nun habe ich das System selbst beim Kunden testen können und habe einige interessante Dinge festgestellt.
1. Das BMS ist einwandfrei und läuft ohne Probleme. Nun habe ich halt ein BMS in Reserve.
2. Die beiden Victron 150/85 Solarladeregler verursachen das Phänomen der Abschaltung des Wechselrichters.
Da der Akku aus acht Zellen besteht habe ich vermutlich einiges an Toleranzen zwischen den Zellen. Die Zellen driften bei Volladung bis zu 300 mV auseinander. Bis etwa 98% sind es lediglich 60 mV. Dies verursacht die Problematik das der Akku schon bei 14,1 V voll ist, da ja eine Zelle "zu früh" für die Abschaltung sorgt. 3,65V für die höchste und zum Abschaltzeitpunkt (SOC100%) ca. 3,35V für die niedrigste Zelle. Dadurch verschenke ich natürlich auch etwas an Kapazität. Mal schauen ob ich den Block nochmal zerlege und bei allen Zellen den Innenwiderstand messe, und sie neu zusammen stelle, um so ein bisschen mehr Balance zu bekommen.
Was ist jetzt das eigentliche Problem. Die Laderegler habe ich zunächst auf Lithium eingestellt, welche 14,2V als Ladeschlussspannung eingestellt hatten. Dies habe ich auf 14,4V angehoben. Nach einigen Messungen habe ich dann festgestellt das der Akku, aufgrund der Zelldifferenz, früher abschaltet. Die Laderegler geben aber noch Vollgas mit bis zu 125A. Für das BMS kein Problem. Allerdings steigt die Spannung am Laderegler in dem Moment wo das BMS abschaltet kurzzeitig auf über 16V an. Deswegen hat der Wechselrichter abgeschaltet und sofort wieder eingeschaltet. Die Victrons "schießen" mit der Spannung quasi über wenn die Last abfällt. Ich habe die Ladeschlussspannung dann auf 14,1V eingestellt und das Problem war weg. Der Laderegler senkt ja kurz vor erreichen der Ladeschlussspannung den Strom kontinuierlich ab. Das sorgt dann für einen "weichen" Übergang im Abschaltmoment da der Akku ja bereits bei 14,1V "voll" ist. Der Balancer mit seinen 8A kann da leider nicht gegenhalten.
Meint ihr das es Sinn macht die Zellen zu messen und so zu "mischen" das alle Zellenpärchen ungefähr auf gleiche Werte des Innenwiderstands kommen?
Ein zusätzliches Nachladen der Zellen auf die Ladeschlussspannung, mit einem Laborladegerät, scheint mir wenig Zielführend zu sein, da Sie ja über Nacht alle auf ein gleiches Niveau gelevelt werden. Vor dem morgendlichen Laden durch die Solarladeregler liegt die Zelldifferenz bei 0,05V. Das kann kurzfristig mal helfen, aber ist wohl auch keine Dauerlösung.
Habt ihr eventuell noch eine andere Idee um die nicht genutzte Kapazität doch noch einigermaßen zu "aktivieren"?
Danke und Gruß
Olli