Daly 300A BMS lässt keinen Ladestrom fließen

  • Moin


    Nun habe ich das System selbst beim Kunden testen können und habe einige interessante Dinge festgestellt.


    1. Das BMS ist einwandfrei und läuft ohne Probleme. Nun habe ich halt ein BMS in Reserve.

    2. Die beiden Victron 150/85 Solarladeregler verursachen das Phänomen der Abschaltung des Wechselrichters.


    Da der Akku aus acht Zellen besteht habe ich vermutlich einiges an Toleranzen zwischen den Zellen. Die Zellen driften bei Volladung bis zu 300 mV auseinander. Bis etwa 98% sind es lediglich 60 mV. Dies verursacht die Problematik das der Akku schon bei 14,1 V voll ist, da ja eine Zelle "zu früh" für die Abschaltung sorgt. 3,65V für die höchste und zum Abschaltzeitpunkt (SOC100%) ca. 3,35V für die niedrigste Zelle. Dadurch verschenke ich natürlich auch etwas an Kapazität. Mal schauen ob ich den Block nochmal zerlege und bei allen Zellen den Innenwiderstand messe, und sie neu zusammen stelle, um so ein bisschen mehr Balance zu bekommen.


    Was ist jetzt das eigentliche Problem. Die Laderegler habe ich zunächst auf Lithium eingestellt, welche 14,2V als Ladeschlussspannung eingestellt hatten. Dies habe ich auf 14,4V angehoben. Nach einigen Messungen habe ich dann festgestellt das der Akku, aufgrund der Zelldifferenz, früher abschaltet. Die Laderegler geben aber noch Vollgas mit bis zu 125A. Für das BMS kein Problem. Allerdings steigt die Spannung am Laderegler in dem Moment wo das BMS abschaltet kurzzeitig auf über 16V an. Deswegen hat der Wechselrichter abgeschaltet und sofort wieder eingeschaltet. Die Victrons "schießen" mit der Spannung quasi über wenn die Last abfällt. Ich habe die Ladeschlussspannung dann auf 14,1V eingestellt und das Problem war weg. Der Laderegler senkt ja kurz vor erreichen der Ladeschlussspannung den Strom kontinuierlich ab. Das sorgt dann für einen "weichen" Übergang im Abschaltmoment da der Akku ja bereits bei 14,1V "voll" ist. Der Balancer mit seinen 8A kann da leider nicht gegenhalten.


    Meint ihr das es Sinn macht die Zellen zu messen und so zu "mischen" das alle Zellenpärchen ungefähr auf gleiche Werte des Innenwiderstands kommen?


    Ein zusätzliches Nachladen der Zellen auf die Ladeschlussspannung, mit einem Laborladegerät, scheint mir wenig Zielführend zu sein, da Sie ja über Nacht alle auf ein gleiches Niveau gelevelt werden. Vor dem morgendlichen Laden durch die Solarladeregler liegt die Zelldifferenz bei 0,05V. Das kann kurzfristig mal helfen, aber ist wohl auch keine Dauerlösung.


    Habt ihr eventuell noch eine andere Idee um die nicht genutzte Kapazität doch noch einigermaßen zu "aktivieren"?


    Danke und Gruß

    Olli

  • Interessant. Ich kann aber kaum glauben, dass Victron Solarregler die Ausgangsspannung so hoch über die eingestellte Ladeschlussspannung hinaus ansteigen lassen. Das ist für elektronischen Regler schon sehr ungewöhnlich. Ist mir so auch noch nie begegnet. Naja, irgendwann ist wohl immer das erste Mal.


    Dass zum Ende der Ladung die Zellenspannung stark auseinanderlaufen ist aber völlig normal: Die Zelle mit der kleinsten Kapazität im Zellenverbund ist eben als erste voll. Besonders ausgeprägt tritt dieses Phänomen bei Verwendung von sehr genau arbeitenden Equalizern auf, die ja größtenteils im mittleren Ladungsbereich die Zellen balancieren und bei hohen Ladeströmen naturgemäß nicht dagegenhalten können.


    Verwendet man statt dessen die passiven Balancer im BMS und stellt dabei auch noch eine Einsatzspannung bei Spannungsabweichungen von mindestens 20mV ein, tritt dieses Problem kurioserweise meist nur stark gemildert auf, zumindest wenn die Zellen vor der Montage gemeinsam auf Top balanciert wurden, also auf zeitgleiches Erreichen des Ladeschlusses. Nur dass dann die Kapazitätsunterschiede natürlich um so eher bei Erreichen des Entladeschlusses auffallen, der bei auf Top balancierten Zellen dann eben früher einsetzt.


    Ich empfehle dennoch jedem Kunden, das möglichst immer das BMS durch Ermittlung der ersten voll geladenen Zelle die Lade-Abschaltung von sich aus vornehmen zu lassen, anstatt eine extern von der Ladestromquelle vorgegebene Ladeschlussspannung als Abschaltkriterium zu verwenden, weil das in der Praxis zumeist deutlich besser funktioniert. Zumindest treten dann die bei vielen Kunden gefürchteten grob falsch anzeigenden Phantom-Ladezustandsanzeige nicht mehr auf, weil die spätestens bei der Level 2-Abschaltung des Charge-MOS immer hart auf 100% gesetzt werden. Genau damit gibt es aber oft Probleme, wenn man die Ladeschlussspannung der Ladestromquelle niedrig wählt, so dass das BMS selbst nie diesen Abschaltlevels erreicht. Oft merkt die Ladezustandserkennung des BMS dann nicht, dass die Batterie zu diesem Zeitpunkt als voll aufgeladen gilt und erreicht die 100% dann nie.


    Grüße, Tom

  • Der Victron kann ja noch viel höhere Spannungen ausgeben. Bis ca. 60V je nach Akkutyp. Es entsteht bei Abschaltung des BMS ein "überschwingen" der Spannung da ja die Ladeleistung von z.B. 800W abrupt wegfällt. Der Victron ist dann wohl zu träge diesen Zustand zu erkennen und "kompensiert" die fehlende Last durch Spannungserhöhung. Wenn kein Stromabnehmer mehr da ist, muss halt die Spannung hoch um die Leistung zu stabilisieren.


    Ich habe die Spannung nicht so eingestellt dass der Victron vorgibt wann Schluss ist, sondern das BMS schaltet bereits vor erreichen der eingestellten Spannung ab. Ich mindere damit jedoch das "überschwingen" der Spannung da ja vorher die Leistung reduziert wird, was dann den Effekt er Spannungserhöhung abmildert.


    Besser wäre es natürlich wenn man selektierte Zellen hätte die von ihren Werten her näher beieinander liegen. Ich hatte angenommen das dies bei A+ der Fall ist.


    Meinst du das es hilft die Zellen alle einmal manuell auf 3,65V zu bringen, und den aktiven Balancer dann zukünftig wegzulassen? Das Problem wird doch dann bald wieder auftreten. Es gibt ja keine Zellen die identisch sind. Der Innenwiderstand ist ja auch noch ein Faktor welcher zu unterschiedlichem Verhalten der Zellen führt.


    Besser wäre es natürlich wenn Victron dafür sorgt das in deren Lithium Ladekurve kein überschwingen der Spannung stattfindet. Denn das ist das eigentliche Problem bei meinem Kunden.


    Bei mir tritt das Problem auch sehr selten mal auf. Besonders bei starker Sonne. Allerdings habe ich nicht die Möglichkeit die Spannung anzupassen da ich Votronic Regler in meinem WoMo habe. Ich lebe dann damit das mein Bedienpanel wegen Überspannung abschaltet. Da ich aber dauerhaft auch verschiede Lasten an meinen Reglern habe die das Phänomen abmildern, ist es halt nur sehr selten.


    Mein Kunde allerdings hat nur einen Wechselrichter dran der das "abfangen" muss. Ich habe verschiedene ausprobiert. Alle haben das gleiche Verhalten gezeigt. Aber nur bei hohen Strömen vom Laderegler. Bei niedrigen Strömen tritt das Problem nicht auf. Deswegen habe ich die Ausgangsspannung gesenkt um das Phänomen in den Griff zu kriegen. Schade nur um die verschenkte Kapazität.


    LG

    Olli

  • Das wäre das von mir angesprochene Top-Leveling: Alle Zellen parallel schalten und sorgfältig bis auf 3,65V aufladen. Dann werden auch danach alle in etwa zeitgleich den Punkt erreichen, an dem die Spannung bei der Aufladung plötzlich stark zu steigen beginnt. Zugleich sollte man einerseits die Zellenspannung, ab der überhaupt noch ein Balancing stattfindet, auf 3,4V oder höher festlegen und auch die Zellen-Differenzspannung, ab der ein Balancing durchgeführt wird, auf mindestens 20mV setzen. Beides ist bei Daly-BMS ja problemlos möglich. Wenn man es so macht, dann wird eine spätere Unbalance nur noch von den verschiedenen Selbstentladeraten der Zellen hervorgerufen. Der Zellen-Innenwiderstand wird daran aber keinen Anteil haben, denn der Strom ist in einer Reihenschaltung ja an jeder Stelle gleich groß und damit unabhängig von verschiedenen Innenwiderständen der Zellen.


    Einen Equalizer kann man dann aber natürlich nicht mehr verwenden, denn der brächte die so gefundene Ordnung durch die anfangs erfolgte Top-Balance zwangsläufig sofort wieder durcheinander, weil der natürlich in erster Linie immer in dem Bereich eine Balancierung vornimmt, in dem die Zellen sich hauptsächlich befinden und das ist ja aufgrund der Spannungscharakteristik von LFP-Zellen der Bereich zwischen 3,1 und 3,4V, also deutlich unterhalb des zuvor durchgeführten Top-Levelings.


    Überschwingen ist mir in dieser heftigen Form bei Spannungsreglern noch nicht untergekommen: Jedes popelige China-Netzteil fängt den Spannungsanstieg innerhalb weniger Mikrosekunden wieder ein, wenn die Last eines dort zuvor angeklemmten Verbrauchers abgetrennt wird. Dabei steigt die Netzteil-Ausgangsspannung zwar zwangsläufig etwas an, dies aber nur sehr kurzzeitig und auch nur in geringem Maße. Außer, wenn die Lastausregelung wegen erheblicher konstruktiver Schwächen oder zu langsamer OP-Amps schlecht arbeitet. Hast Du mal bei Victron angefragt, was die dazu sagen? Ich halte diesen Effekt jedenfalls für einen nicht gerade unerheblichen technischen Fehler, wenn die Überspannung bei Lastabfall so stark wird und so lange bestehen bleibt, dass sogar schon Wechselrichter wegen Überspannung in die Abschaltung getrieben werden. Denn wäre das normal, müssten bei Victron ja ständig die Telefone klingeln, weil dieses Problem doch fast überall auftreten müsste.


    Bei meinem Balkonkraftwerk mit EPEVER MPPT-Solarregler mit 11,1V/100Ah-LiPo-Batterie, wo Webserver, Firewall, Fritzbox und noch eine große externe Archiv-Festplatte hinter einem DC/DC-Wandler dranhängen, der aus allem wieder saubere 12V macht, habe ich das Experiment mit der Ladeabschaltung durch das BMS gerade mal selber ausprobiert. Da passiert aber praktisch überhaupt nichts weiter. Am Ausgang des Solarreglers sieht das dann so aus:


    Bild 1: Ausgangsimpuls mit 480mV-Spitze durch plötzlichen Lastabwurf und Ausregelung des Solarreglers bei Abschaltung der Speicherbatterie


    Da musste ich aber schon den vorsorglich nachgeschalteten 2.200µf-Kondensator am Ausgang abklemmen, um überhaupt einen erkennbaren Anstieg der Ausgangsspannung zu provozieren, denn bei verbundenem Kondensator wird der natürlich komplett weggebügelt.


    Weshalb ich auch überhaupt nicht verstehe, ist, warum die Eingangskondensatoren des Victron-Wechselrichters nicht denselben Effekt haben, wie mein kleiner 2.200er, den ich an die Ausgangsklemmen meines EPEVER geklemmt habe. In größeren Wechselrichtern hängen oft Zehntausende Mikrofarad direkt an den Eingangsklemmen. Da muss ein Regler über einen längeren Zeitraum schon richtig viel Energe reindrücken, damit die Spannung unzulässig hoch ansteigt, so dass der Wechselrichter einen Fehler meldet.


    Grüße, Tom

  • Ich habe hier nur Victron Laderegler. Der Wechselrichter ist zum einen ein Wattstunde Gerät mit 2KW und der andere ein SwitchMode Gerät mit 3KW von Reimo. Also unterschiedliche Techniken die beide das gleiche Phänomen zeigen.


    Ich habe gestern versucht die Zellen einzeln nach und nach anzugleichen. Bis auf 4mV ist mir das ganz gut gelungen. Da ich für mein Labornetzteil ja Energie aus dem Wechselrichter benötige, ging parallel schalten leider nicht. Ich schaue mal was der Akku heute macht wenn wieder Energie von den Ladereglern kommt. Den Balancer habe ich erstmal raus genommen. Zudem habe ich den Strom der beiden Laderegler auf je 50A begrenzt.


    Ich werde berichten. Es bleibt spannend :)


    Gruß

    Olli

  • Wichtig wäre, dass die Zellen am Ladeschluss, also bei 3,6 bis 3,65V ausgeglichen werden, wenn man möchte, dass beim späteren Laden alle in etwa zeitgleich den Ladeschluss erreichen. Bei einer bereits montierten Batterie mit Equalizer wäre es das Einfachste, die Batterie (inkl. BMS natürlich!) zum Laden an ein Netzteil anzuschließen, welches dauerhaft wenigstens 14,6V zur Verfügung stellt. Das BMS wird dann immer in Intervallen laden, bis die erste Zelle den Ladeschluss erreicht und dann für eine Weile abschalten. In dieser Zeit kann der Equalizer seine Arbeit erledigen und die Zellen auf Ladeschluss ausgleichen. Das ist die bequemste Lösung, weil man den Umbau einer Batterie in eine Menge parallel geschalteter Einzelzellen zum gemeinsamen Laden mit 3,65V einspart, aber es kann, je nach bestehender Unbalance, auch eine Weile dauern, bis der Equalizer alle Zellen sauber ausgeglichen hat. Es würde aber auch länger dauern, wenn die Zellen parallel geschaltet und dann zusammen geladen werden, denn so viel Strom hat man zum Laden bei niedriger Spannung ja meist nicht zur Verfügung.


    Wenn das erledigt ist, wird der Equalizer entweder ausgebaut oder zumindest außer Betrieb gesetzt, damit die Zellen ihren "Balance On Top"-Zustand auch dauerhaft beibehalten. Andernfalls würden sie im Betrieb zwangsläufig wieder auf den Spannungsbereich balanciert, in dem sie größtenteils betrieben werden (also meist die Mitte um 3,3V).


    Dann noch das BMS entsprechend konfigurieren, dass ein Balancing erst bei Zellenspannungen oberhalb von 3,4V aktiviert wird und dann sollte die Batterie langfristig mit dieser Konfiguration arbeiten und das BMS erst bei deutlich höherer Spannung den Ladestrom abschalten. So kann man die Batteriekapazität unter den hier gegebenen Umständen optimal nutzen und die Probleme mit den abschaltenden Wechselrichtern sollten gelöst sein.


    Eine Strombegrenzung in den Solarreglern dürfte nicht erforderlich sein und damit verschwendet man ja auch nicht unerhebliche Energiemengen.


    Grüße, Tom

  • Ich hatte es genauso gemacht wie du beschrieben hast. Das hat auch ganz gut funktioniert. Allerdings sind die Spannungswerte auf meinem sehr genauen Multimeter (PeakTech 3440 mit Fluke 9100 auf 6 Digits kalibriert) nicht die gleichen wie im BMS. Hier sind Unterschiede von bis zu 60mV. Gibt es eine Möglichkeit die Anzeigewerte der Zellspannung neu zu kalibrieren? Der passive Balancer balanciert dann ja nicht wirklich korrekt. Auch ist der Spannungswert ein anderer.


    Gruß

    Olli

  • Huh? =O


    So große Messungenauigkeiten kenne ich von Daly-BMS nicht, außer wenn in den A/D-Wandler irgendwas eingeschlagen ist. Die Stromanzeige kann mit der handelsüblichen Windows-Software kalibriert werden, aber die Spannungen m.W. nicht.


    Da mach bitte mal eine Vergleichsmessung mit einem weiteren Messgerät, bevor du am BMS etwas änderst. Nicht, dass dein sehr genaues Multimeter vielleicht doch nicht so genau ist, wie du glaubst.


    Grüße, Tom

  • Ich habe mit dem Multimeter alle Zellen gemessen. Also sollten alle die gleiche "Abweichung" haben wenn das Gerät ungenau sein sollte. Mein Messgerät ist von Fluke kalibriert und hat eine Grundgenauigkeit von 0,01%. Es kann bis zu vier Stellen hinter dem Komma messen. Die Abweichung der Messung liegt bei 450mV bei 0,0001V, und bei 900V bei 0.4V. Das Protokoll von Fluke habe ich vor mir liegen. Die Abweichung sollte aber im Vergleichsfall unerheblich sein. Da sie immer gleich ist solange ich das selbe Messgerät verwende. Wenn Das BMS sauber kalibriert wurde, sollten alle Zellen die selbe Abweichung zu meinem Messgerät haben. Dies ist aber nicht der Fall. Eventuell ist das aber auch "meckern" auf hohem Niveau. Allerdings misst der Hersteller des BMS ja auf drei Stellen hinter dem Komma. Das wird schon seinen Grund haben. Die letzte 4. Stelle habe ich bei meinem Messgerät wohlwollend vernachlässigt um einen besseren Vergleich zum BMS zu haben.


    Die Abweichungen zwischen der Anzeige im BMS und dem Messgerät sind: 1. Zelle -0,002V, 2. Zelle -0,005V, 3. Zelle -0,006V, 4. Zelle -0,002V. Das BMS zeigt also höhere Werte als ich gemessen habe. Das sehe ich jetzt mal als Messtoleranz an. Wie geht den der passive Balancer damit um? Eigentlich wird die Zelle mit der höchsten Spannung belastet. Da hier aber ein "Messfehler" vorliegt, kann dies auch mal eine falsche Entscheidung des Balancers hervorrufen. Bei den älteren Liontron kann man über die Overkill-App genau sehen wann welcher Balancer arbeitet. Zudem lässt sich die Messung kalibrieren. Solange mein Messgerät eine feste Messungenauigkeit hat, ist nur wichtig das die Anzeigen von BMS und Messgerät synchron sind. Und das auch in ihrer Abweichung untereinander. Dann kann der Balancer korrekt arbeiten.


    Bei dem Akku wird aber im Gesamtvergleich bei einer Zelle 0,004V Zuviel am BMS angezeigt. Eigentlich hat jedoch eine andere Zelle eine höhere Spannung. Es wird dann vermutlich die Zelle mit der Spannung die als höchste angezeigt wird belastet. Also wird diese kontraproduktiv entladen. Dies könnte wohl irgendwann zu einem höherem Zellendrift führen. Oder habe ich da jetzt einen Denkfehler?


    Ich habe mich übrigens vorhin versehen: Es sind nicht 60mV sondern nur 6mV Differenz. :doing:


    Gruß

    Olli

  • 6mV Messabweichung eines BMS können im Grenzfall natürlich schon mal vorkommen, denn ein BMS ist schließlich ein BMS und kein reinrassiges Messgerät. -|-


    Solcherart gemessenen Spannungen kann man generell auch nur bei zu 100% stromloser Batterie wirklich glauben, da es bei fließendem Strömen naturgemäß immer zu mehr oder weniger großen Spannungsabfällen an manchen Übertragungsstellen kommt, welche die zu messenden Spannungen dann überlagern und damit teilweise ganz erheblich verfälschen. Nicht selten sind auch schlecht gemachte Vercrimpungen an Balancerkabeln die Ursache von "unerklärlichen" Spannungsabweichen, welche dann fälschlicherweise für reinrassige Zellen- oder BMS-Defekte gehalten werden, bevor man ihrer eigentlichen Ursache auf die Schliche kommt.


    Weil ich mit dieser Form von Problemen im Umgang mit Kunden leider sehr oft zu tun habe, diese auch fast alle auf dieselben störenden Übergangswiderstände an Zellenpolen, Zellenverbindern, Kabeln, Kabelschuhen, Schrauben und Steckverbindern zurückzuführen sind und ich auch immer wieder mal grob falsch messenden Messgeräten begegne, stehe ich solchen Meldungen allgemein kritisch gegenüber. Nicht ganz unberechtigt, wie auch an der Verwechslung von 6mV mit 60mV erkennbar ist. Denn Fehler kommen nun mal vor. Klar ist auch manchmal ein defektes BMS schuld, aber diese Fälle halten sich zum Glück in engen Grenzen.


    Bei 6mV Messabweichung würde ich aber von jeder Art von Intervention abraten, denn viel besser kann es kaum werden und 6mV sind wirklich kein Problem bei der korrekten Funktion von BMS.


    Grüße, Tom

  • Danke für deine Rückmeldung. Da ich nun wieder los muss, kann ich nicht weiter prüfen wie sich das System jetzt verhält. Ich habe die Zellen im Stromlosen Zustand gemessen. Die Messung sollte also passen.

    Die Laderegler sind jetzt auf 14,6V eingestellt, und derzeit gibt es kein überschwingen beim Abschalten des ChargeMOS bei erreichen der Ladeschlussspannung, da der Strom ja vorher runter regelt. Ich hoffe das bis Oktober alles reibungslos läuft. Dann kann ich den Zustand nochmal prüfen und feststellen wie die Zellen sich im Zusammenspiel mit dem BMS bis dahin verhalten und entwickelt haben.


    Gruß

    Olli

  • Servus miteinander,


    ich habe mich gerade angemeldet, da ich tatsächlich das gleiche Phänomen wie der TE bezgl. meines Daly BMS hatte, bzw. immer noch habe.


    Also von vorne, ich habe in meinem Bully schon vor gut zwei Jahren eine selbstgebaute LiFePo4 (4S mit 120Ah) mit einem 60A Daly BMS der H-Serie unter dem Fahrersitz verbaut.


    Geladen wurde bisher der Akku über einen Votronic 1212-30 Ladebooster, bzw. einen Victron Smart Solarladeregler 75/10 und wenn Landstrom verfügbar über ein Victron Blue Smart Ladegerät. Was bisher auffällt, alle Geräte sind Smart, bis auf den Votronic 1212-30😂. Achso, einen 100A Batteriemonitor mit Smartshunt von Votronic habe ich auch eingebaut☺️


    Bis letzten Winter hat alles wunderbar funktioniert. Anfang 2026, als es dann mal so richtig kalt würde, habe ich festgestellt, dass die Batterie nur noch 11,5V hatte und das BMS abgeschalten hatte, so wie es sein soll. Ich ging davon aus, dass es an der Temperatur lag, da es unter dem Fahrersitz ewig dauert bis es mal über die 0°C klettert. Ich habe darauf hin dden Akkupack ausgebaut. Und in der Wohnung mit dem Ladegerät aufgeladen.


    Als es nun wärmer wurde hab ich die Batterie wieder eingebaut und alles angeschlossen. Ich habe schon vorher den "offiziellen" Massepunkt (ist so ein mikriger M6 Bolzen an den man kaum hinkommt) im Bus nicht verwendet, sondern einem M10 Bolzen in der Sitzkiste.


    Als ich nun die Batterie eingebaut habe und den Motor gestartet hatte, hat der Booster die Batterie mit 30A geladen. Ich habe den Motor wieder aus gemacht und habe mit dem Landstrom Ladegerät getestet. Auch das hat prima funktioniert. Mir ist aufgefallen, dass lt. der Daly App nachdem ich das LS Ladegerät abgezogen hatte für ca. 10 Minuten ca. 1,2A aus dem Akku gezogen wurden. Ich dachte, das es irgend ein Verbraucher wäre, evtl. Die Standheizung. Ich habe danach am Votronic die Spannungen gemessen und das BMS hatte abgeschaltet (Starterbatterie 12,7V und am P- gegen Masse 12,8V.


    Das BMS ließ sich im Bus überhaupt nicht mehr resetten, habe dann alles wieder ausgebaut. Leider blieb das BMS tot. Somit ging ich erstmal von einem Fehler im BMS aus. Ich habe mir dann ein neues BMS gekauft (K-Serie). Gleiches Schauspiel, BMS funktioniert und lädt, genauso wie das Ladegerät, danach für ca. 10 Minuten zieht anscheinend der Votronic sporadisch 1,2A und dann ist das BMS hin. Beim zweiten Anschalten hatte ich nur den Booster am Akkupack, somit muss ja der Votronic das Problem sein, oder???


    Jetzt meine Frage an die Schwarmintelligenz, sind Daly BMS (zumindest H- und K-Serie tatsächlich so empfindlich bei einer schlechten Masse? Kann das tatsächlich der Fehler sein? Es hat ja 2 Jahre prima funktioniert. Ich habe sogar noch vom Massepunkt im Fahrersitz ein 16mm2 Kabel auf die Schraube gelegt und von da aus gehe ich mit einem Masseband auf den Messshunt.

    Falls die Masse das Problem ist, würde dann ein Booster mit galvanischer Trennung, wie z.b. der Vichtron Orion 12/12-30 das dritte BMS, dass ich mir nun zulegen muss vor dem erneuten Abrauchen bewahren?


    Vielen Dank schon mal für die fachkräftige Unterstützung bei meinem nun schon ca. 6 Wochen andauernden Problem...


    Grüße in die Runde

    Schrammi

  • Hallo,

    als erstes empfehle ich immer, bei Abschaltungen des BMS dessen Statusmeldungen zu überprüfen, um zu erfahren, weshalb das BMS die Ladung bzw. Entladung abgeschaltet hat. Die Statusmeldung gibt entsprechende Hinweise, ob es an der Temperatur liegt, an der Zellen- oder Gesamtspannung, oder an was es sonst so liegt. Natürlich kann man vermuten, dass bei einer Batteriespannung von nur noch 11,5V das BMS wegen Spannungsunterschreitung einer Zelle abgeschaltet hat, aber das ist eben nur eine Vermutung. Und natürlich gilt dasselbe auch bei Kälte, wenn eine relativ hohe Abschalttemperatur konfiguriert wurde, die in unseren Breiten erreicht wird. Aber besser ist es immer, zu wissen, warum das BMS etwas tut, als es nur zu vermuten. Man vermute ja öfter mal falsch und dann sucht man in der Folge natürlich auch an der falschen Stelle... -|-


    Defekt werden Daly BMS meiner Erfahrung nach nur sehr selten und wenn, dann liegt es entweder an herstellungsbedingten Hardwarefehlern, an einsatzbedingter Feuchtigkeit, welche die Anschlüsse und Leiterplatte beschädigt hat, oder an Falschbehandlung (Balancerkabel vertauscht, oder Im Betrieb das dicke blaue Kabel zwischen BMS B- Anschluss und Zellenblock-Minuspol unterbrochen).


    Herstellungsbedingte Hardwarefehler dürften statistisch kaum zwei mal hintereinander vorkommen, das wird es hier also wohl eher nicht sein.

    Kann Feuchtigkeit die Ursache des Problems sein? Etwas Kondenswasser ist damit nicht gemeint, sondern wenn das BMS selbst im Wasser hängt. Das verträgt es nicht. Unter dem Sitz eines Fahrzeugs aber normalerweise wohl auch eher selten der Fall, soweit es sich nicht um ein Boot oder zumindest Amphibienfahrzeug handelt, oder der Besitzer nicht gerade sein Auto mit dem Hochdruckreiniger von innen reinigt.


    Ob der Minusanschluss des Fahrzeugs zuverlässig ist, kann ich von hier aus natürlich nicht erkennen. Wenn es sich um eine auf festes Karosserieblech geschweißte Schraube handelt, dann sollte der Anschluss brauchbar sein. Bewegliche Teile der Sitzverstellung sind als Masseanschluss einer Batterie aber natürlich ungeeignet, soweit nicht extra ein zuverlässiges Masseband zur Verbindung der beweglichen Sitzkonsole mit der Fahrzeugkarosserie vorhanden ist.


    Was bei sehr vielen BMS immer wieder zu Schwierigkeiten führt, ist der Balanceranschluss des BMS und dessen Verbindung zu den Akkuzellen, sowie die Ausführung der Zellenverbinder und Anschlusskabeln an den Zellenanschlüssen. Häufig wird die für einen zuverlässigen Betrieb der Batterie erforderliche Zuverlässigkeit der Anschlusskabel an diesen Stellen unterschätzt und was ich schon für hingerotzte Balancerkabel gesehen habe, will hier bestimmt keiner wissen (falls doch, veranstalte ich gerne mal einen Balancerkabel-Geisterbahn-Abend...).


    Man sieht: Ich rudere hier mit den Armen in Fehlermöglichkeiten und da wäre es wirklich schön, wenn du mal bei auftretendem Fehler das BMS befragen würdest, wo es ihm den zwickt. Das würde die Fehlersuche enorm abkürzen.


    Kurze Hausaufgabenliste:

    1. Balancerstecker abziehen und diesen, sowie die Steckbuchse im BMS auf Auffälligkeiten wie Korrosion untersuchen.
    2. Zellenverbinder und Balancerkabel an den Zellenpolen ebenso auf guten elektrischen Kontakt und festen Sitz/ausreichend gute Vercrimpung untersuchen. Optimalerweise am Balancerstecker die Zellenspannungen einzeln nachmessen und mit den an den Akkuzellen zu messenden vergleichen.
    3. Wenn keine Funkverbindung zwischen BMS und Smartfon aufzubauen ist, mal den Bluetooth-Transceiver (das runde schwarze Dongle-Teil mit der Taste dran) vom Stecker des Anschlusskabels abziehen. Drei Mal abziehen und wieder zusammenstecken hilft gegen schlechte Steckerkontakte Wunder. Das mache ich bei jedem einzelnen Bluetooth-Transceiver, den ich mit oder ohne BMS an Kunden ausliefere immer vor dem Verpacken, weil die Dinger wirklich Probleme mit diesem Steckverbinder haben. Nach drei Mal abziehen und wieder einstecken hat man üblicherweise Ruhe.
      Auch daran denken, dass das BMS das Bluetooth-System nach Ablauf einer Stunde nach der letzten Benutzung von Bluetooth bzw. Batterie (mindestens eine Stunde lang weder Lade- noch Entladestrom führt bei Standard-Konfiguration immer zur BT-Abschaltung!) abschaltet. Man muss dann erst den kleinen Knopf am Bluetooth-Transceiver drücken, oder kurz einen Strom von mindestens 1,5A fließen lassen, damit sich Bluetooth wieder einschaltet.

    Die Lade- und Entladefunktion der Batterie sind von der oben unter Punkt 3. genannten Bluetooth-Abschaltung aber nicht betroffen, denn selbstverständlich bleibt das BMS was Lade- und Entladeströme angeht immer "online". Wäre ja auch sehr unpraktisch, wenn sich die Lade- oder Entladefunktion dauernd von selbst abschalten würden. :doing:


    Etwas erklärungsbedürftig ist die Funktion des Temperaturschutzes des BMS:


    Meist wird im BMS eingestellt, dass ein Ladeschutz bei 0°C konfiguriert ist. Das bedeutet, dass die Ladung bei Unterschreitung von 0°C abgeschaltet wird. Die Entladefunktion bleibt davon aber meist ausgenommen, da es ja keinen Grund gibt, auch diese bei Erreichen des Gefrierpunkts abzuschalten, denn LiFePO4-Akkuzellen dürfen problemlos bis mindestens -20°C entladen werden, ohne Schaden zu nehmen. Aber das nur am Rande


    Wenn im BMS ein Ladeschutz von 0°C konfiguriert wurde, würde man denken, dass die Ladung spätestens ab +1°C wieder aktiviert würde. Das ist aber nicht der Fall! Statt dessen wird eine so genannte Hysterese von 4 bis 5°K bis zur Einschaltung einer zuvor abgeschalteten Ladefunktion einghalten. Man macht das aus rein technischen Gründen, weil es bei zu naher Lage von Abschalttemperatur und Wiedereinschalttemperatur andernfalls gern zu Schwingungsvorgängen kommt. Meiner Erfahrung nach reichen 2°K Temperaturdifferenz zwischen Abschalt- und Wiedereinschalttemperatur aber völlig aus, nur kann man über die Smartfon-App nur die Abschalttemperatur konfigurieren, nicht aber die Wiedereinschalttemperatur ("Alarm Recovery Level 2"). Letzteres geht nur über die Windows-Software. Wenn man über diese Hysterese zwischen Aus- und Wiedereinschalttemperatur nicht Bescheid weiß, versteht man natürlich das Verhalten des BMS nicht.

    Grüße, Tom

  • Hey Tom,

    vielen Dank erst einmal für die schnelle und vor allem umfassende Antwort auf meinen Post. Das ist wirklich beeindruckend mit welcher Motivation Du hier dieses Forum betreibst!

    als erstes empfehle ich immer, bei Abschaltungen des BMS dessen Statusmeldungen zu überprüfen, um zu erfahren, weshalb das BMS die Ladung bzw. Entladung abgeschaltet hat.

    Also mein altes BMS (H-Serie) hat ja wenigstens noch einen Zugriff über die App zugelassen. Leider stand da unter Statusinformationen eine satte 0, also nix. Die App zeigt weder irgendweche Auffälligkeiten oder Fehlermeldungen im Fehlerfall. Man bemerkt nur, dass das BMS den Akku nicht lädt. Weder im Auto, wenn der Fehler auftritt, noch danach, als ich den ganzen Pack ausgebaut bei mir auf dem Schreibtisch stehen hatte.

    Herstellungsbedingte Hardwarefehler dürften statistisch kaum zwei mal hintereinander vorkommen, das wird es hier also wohl eher nicht sein.

    Hm, also das schließe ich ebenfalls aus. Wenn das zutrifft geh ich direkt Lotto spielen:D


    Kann Feuchtigkeit die Ursache des Problems sein?

    Das BMS, bzw. der Akku und auch alle Ladegeräte, bzw. Verbraucher sind alle miteinander salztrocken.

    Was bei sehr vielen BMS immer wieder zu Schwierigkeiten führt, ist der Balanceranschluss des BMS und dessen Verbindung zu den Akkuzellen

    Also ich habe alle Ringkabelschuhe nach dem crimpen sogar noch nachgelötet. Die elektrische Verbindung ist perfekt und ich habe mehrmals am Sense-Stecker die Spannungen nachgemessen. Sind aufsteigend und identisch mit den Zellspannungen.-|-


    Wenn keine Funkverbindung zwischen BMS und Smartfon aufzubauen ist, mal den Bluetooth-Transceiver (das runde schwarze Dongle-Teil mit der Taste dran) vom Stecker des Anschlusskabels abziehen. Drei Mal abziehen und wieder zusammenstecken hilft gegen schlechte Steckerkontakte Wunder. Das mache ich bei jedem einzelnen Bluetooth-Transceiver, den ich mit oder ohne BMS an Kunden ausliefere immer vor dem Verpacken, weil die Dinger wirklich Probleme mit diesem Steckverbinder haben.

    BT funktioniert ja beim H-Serie BMS noch, im Gegensatz zum K-Serie BMS. Das Ding ist einfach tot. Keine LED die Blinkt, BT wird garnicht erkannt, auch im Handy sehe ich den BT Adapter vom alten, aber nicht vom neuen. Den Knopf hab ich bestimmt schon ne dreiviertel Million mal gedrückt, leider ohne Ergebnis.

    Wenn im BMS ein Ladeschutz von 0°C konfiguriert wurde, würde man denken, dass die Ladung spätestens ab +1°C wieder aktiviert würde.

    Ja, aber die Temperatur schließe ich ziemlich sicher aus. Das war nur ein Faktor als ich im Januar bemerkt hatte, dass das BMS abgeschaltet hatte. In den letzten Wochen waren immer Plussgrade. Als ich das letzte mal getestet habe waren es 15 Grad plus und nach 10 Minuten hat sich das BMS abgeschaltet.


    Ich hab Dir mal Screenshots vom alten BMS gemacht, da kann ich ja noch drauf zugreifen. Beim neuen waren die Einstellungen gleich.


    Man merkt an der App garnicht, dass das BMS abgeschaltet hat. Erst wnn man die Spannung an B- zu B+ (13,33V), bzw. P- zu B+ (zwischen 12,5 und 13V, ist jedesmal unterschiedlich) mist. Anfänglich dachte ich, man kann noch entladen, aber das war nur während der 10 Minuten, danach geht in beide Richtungen nix mehr-|-.


    ChatGPT ist sich ziemlich sicher, dass es ein Masse Problem ist, ich bin mir da nicht so sicher. Die Frage ist nur, was passiert, wenn ich jetzt ein neues (drittes!) BMS anschließe? Ich bin gerade ziemlich ratlos.


    Gruß Schrammi

  • Die KI ist bei Fehleranalysen meiner Erfahrung nach sauschlecht und plappert einfach nur bezugslos nach, was sie an anderer Stelle zu dem Thema aufgeschnappt hat. :rolleyes:


    Schau auch mal auf die stilisierten Schaltersymbole der App, wenn das BMS keinen Lade- bzw. Entladestrom durchlässt:


    Wenn die Verbindung zur App funktioniert und es werden die Schaltersymbole als eingeschaltet (grün) angezeigt, während zugleich kein Strom durchs BMS fließt, dann bedeutet dieser Widerspruch mindestens ein (teilweise?) abgestürztes BMS, oft aber auch ein defektes. Bei deiner ziemlich alten Classic-Variante mit der Firmware aus 2021 würde ich mal ein Firmware-Update versuchen. Mit etwas Glück behebt das euer Problem.


    Im täglichen Support mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Kunden Fehler als erstes dort suchen, wo es kompliziert wird und sie kaum die Möglichkeit haben, die Zusammenhänge richtig zu diagnostizieren. Das führt dann im Umkehrschluss leider dazu, dass die eher einfachen Ursachen viel zu selten überprüft werden. Da wird z.B. kaum jemals nach popeligen Wackelkontakten geschaut, aber gleich erstmal das BMS ausgetauscht, nach Ersatz verlangt oder wenigstens die Firmware erneuert. Viele Laien sind auch sehr von ihren elektrobaulichen Fähigkeiten überraschend überzeugt, so dass dort dann kaum noch Überprüfungen der eher einfachen Ursachen durchgeführt werden. Besonders Leute mit beruflich elektrotechnischem Hintergrund fallen (mir) in dieser Hinsicht immer wieder auf. Wenn sowas dann bei mir landet und ich lächerliche Popelfehler finde, gucke ich regelmäßig in peinlich berührte Gesichert. ?( OK, das Ganze ist natürlich Erfahrungssache und da bin ich naturgemäß im (unfairen) Vorteil.


    Bei den neuen HKMS-BMS kann man auch gut den Fehlerspeicher auslesen, der zuweilen auch Widersprüche ausleuchtet. Bei der Classic-Variante habe ich allerdings noch keine Software-Version gefunden, die das zuverlässig vermag.

    Grüße, Tom

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