Zufällig habe ich gesehen, dass der Themenstarter Informationen zu einen größeren 40 Ah Brocken anstelle kleinerer Grubenlampen NiCd Akkus wollte. Im Garten von meiner Frau versorgt seit mehreren Jahren, ein etwas überdimensionierter fünf Doppelzelliger 12 Volt 70 Ah Akkublock mehrere kleine LED leuchten, mit einem Gesamtstrom von durchschnittlich 150 mA. Diesen schweren Brocken habe ich für kleines Geld erworben und hatte eigentlich keine standesgemäße Verwendung dafür.
Die kleinen LED Leuchtmittel werden regelmäß mit einem Dämmerungsschalter automatisch eingeschaltet und je nach Jahreszeit wird pro Tag durchschnittlich 1,5 bis 2,25 Ah Ladung aus dem Akkublock entnommen. Bei Tageslicht sorgt ein 12 Volt 20 Watt Solarpanel für elektrischen Energienachschub, wobei ich aufgrund des moderaten Ladestromes von max. 1,15 Ampere, bisher auf einen Laderegler verzichtete. An Hochsommertagen mit vielen Sonnenstunden, habe ich schon öfter knapp über 15,5 Volt Klemmenspannung gemessen. Dabei betrug aber die Temperatur in der Holzkiste nicht selten um die 30°C, die Klemmenspannung stieg aber nicht weiter an. Allerdings musste ich pro Jahr mindestens 50 mL destiliertes Wasser pro Kammer nachfüllen. Weil ich aber wissen wollte was dieser immerhin schon 17 Jahre alte Brocken noch kann, habe ich ihn in den Keller geschleppt und mit 500 mA Entladestrom an einem IMAX B6 Modellbaulader langsam entladen, siehe folgendes Diagramm.

Nach 71 Ah entnommener Ladung habe ich die Niedriglastspannungen aller einzelnen Zellen gemessen und war sehr positiv überrascht wie klein deren Streuung war. Dann zeichnete ich eine vollständige Ladung mit max. 3 Ampere Ladestrom (ebenfalls mit dem gleichen IMAX B6) durch um das verwendete 12 Volt 5 Ampere Tischnetzteil nicht sinnlos zu quälen.

Der augeschnittene 30 Liter Kanister dient zu auffangen von ausgetretener Kalilauge, welche aber bei meinen moderaten Ladeströmen nur ganz selten entweicht. Einzig der Innenwiderstand war nach der jahrelangen Schonbelastung mit sehr kleines Strömen etwas höher, als ich den großen Brocken erstmals in Betrieb nahm. Denn vor und nach der aufgezeichneten Entladung, konnte ich nur 170 Ampere Prüfstrom nach EN Norm (allerdings bei ca. 20°C Umgebungstemperatur) messen.

Nach dem vollständigen Entlade/Ladzyklus, betrug der Prüfstrom bei ca. 22°C am Akkublock 220 Ampere nach EN Norm. Wahrscheinlich könnte ich diesen Wert mit mehreren Entlade/Entladezyklen noch deutlich steigern, was aber für meinen aktuellen Anwendungszweck kaum Vorteile bringt. Soweit ich in diversen Foren nachlesen konnte, hat Saft bei dieser Akku Generation der Kalilauge auch Öl beigemischt, um dessen Haltbarkeit erheblich zu verlängern. Das größte Haltbarkeitsproblem soll angeblich die allmähliche Anreicherung mit Sauerstoff sein, was man mit einem Ölfilm stark verzögern kann. Ob es sich bei meinem Akku um NIFE, NiCD oder ein Mischprododukt aus NiCd und Eisen handelt, kann ich nicht mit Sicherheit unterscheiden. Nach der Spannungslage und eher moderaten Selbstentladung tippe ich auf NiCd Technik. Wegen des niedrigen Prüfstromes und nicht wirklich erkennbaren Memoryeffekt, können in keinem Fall gesinterte Elektroden verbaut sein. Dann wohl eher ein Mischprodukt aus NIFE und NiCd Technik, wo der Hersteller SAFT garantiert viel Erfahrung hat.
Von der Langzeithaltbarkeit sind diese Dinger erstaunlich gut, ich sehe keine dringende Notwendigkeit die Zellen zu selktieren oder den Elektrolyt in nächster Zeit zu erneuern.