Zu den Ctek-Ladern. Die Geräte laden nach Stromstärke/Zeitfaktor. Bei 0,3...0,8 A wird abgeschalten oder nach einer gewissen Zeitspanne. Ich wollte das Ladegerät mal überlisten und habe eine 40 W-Glühlampe der Batterie parallel geschalten, um einen höheren Ladestrom vorzutäuschen. Fehlanzeige! Nach einer gewissen Zeit schaltete die Kiste ab.
Hier ein paar Beispiele (Ctek 7 und 5):
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Neue Batterie 62 Ah, 21,8 Ah entladen, sofortige Aufladung Modus "Normal" - 21,5 Ah eingeladen nach 5 Stunden. Ohne Berücksichtigung des Wirkungsgrades: nicht schlecht.
2
Neue Batterie 62 Ah, 21,6 Ah entladen, sofortige Aufladung Modus "Normal" - 20,1 Ah eingeladen nach 5 Stunden. Ohne Berücksichtigung des Wirkungsgrades: Hm.
Auf intakte, nicht ansulfatierte Batterien reagiert das Ctek recht gut (gilt für alle Automatiklader). Dieser Fall wird selten eintreten, lediglich bei sofort bemerkter Entladung im Fahrzeug.
In den meisten Fällen geht es aber um einen schleichenden Kapazitätsabbau der Batterie innerhalb von Wochen, Monaten oder Jahren. Diese Batterien sind dann ansulfatiert, haben einen leicht höheren Innenwiderstand, den die Automatiklader fälschlicherweise als guten Ladezustand ansehen und zu zeitig abschalten. Tatsächlich benötigen diese Batterien eine höhere Ladespannung (nach DIN 24 Stunden mit 16 V oder Tom`s Methode 15,6 V 48 Stunden) oder eine stark verlängerte Ladezeit (14,8 V über mehrere Tage). Die Testergebnisse sehen entsprechend aus. Alle Batterien stammen aus Kundenfahrzeugen, die vom Kunden selbst oder von Werkstätten nach Startschwierigkeiten und zumeist mit Lastlostestern (Innenwiderstandsmessung) für defekt erklärt wurden:
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95 Ah, 5 Jahre im Transporter eines Brennstoffhändlers im Einsatz, Leerlaufspannung 12,3 V = 60 % Ladezustand = 57 Ah.
Ladung mit Ctek 7, Normalmodus. Nach 4 Stunden ist Ctek fertig, Batterie ist vollgeladen, Ctek geht in den Ladeerhaltungsmodus und hat in dieser Zeit 8 Ah eingeladen = Ladezustand jetzt 65 Ah.
24 Stunden später, im Ladeerhaltungsmodus mit 13,6 V, sind 17 Ah eingeladen = 79 Ah. Der Ladestrom bei dieser niedrigen Spannung beträgt nach diesen 24 Stunden 0,2 A = Zuladung pro 24 Stunden 4,8 Ah. Also werden noch mindesten 2 Tage benötigt, um die Batterie noch nicht mal voll zu bekommen. Denn je höher der Ladezustand der Batterie steigt, um so geringer wird der Ladestrom bei konstanter Spannung. Er wird auf 0,1 A sinken = 2,4 Ah Einladung innerhalb 24 Stunden. Und der Wirkungsgrad wurde auch noch nicht berücksichtigt: 120 % Einladung für 100 % Ladung.
4
70 Ah, 4 Jahre alt, Leerlaufspannung 12,3 V = 60 % Ladezustand = 42 Ah.
Ladung mit Ctek 7, AGM-Modus (14,8 V). Nach 3,5 Stunden hat Ctek fertig, geht in den Ladeerhaltungsmodus und hat in dieser Zeit 7,9 Ah eingeladen = Ladezustand jetzt 50 Ah. Nach weiteren 43 Stunden breche ich ab. Eingeladen wurden jetzt insgesamt 14 Ah. Ladezustand also 56 Ah!!!
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Absaar 11 A Automatiklader:
Neue Batterie 62 Ah, vollständig entladen, sofortige Aufladung,
13°° Uhr Start mit 11,9 V 6,9 A
13.30 Uhr 12,4 V 5,7 A
14°° Uhr 12,5 V 5,1 A Gerät zeigt 80 % Ladung an (bei rund 6 Ah Einladung!)
23.55 Uhr Abschaltung, da 14,4 V erreicht, Ladestrom 3,1 A, eingeladene Kapazität 50 Ah.
6
Absaar 11 A Automatiklader:
Neue Batterie 62 Ah, vollständig entladen, sofortige Aufladung,
Bei reell 5 Ah Ladezustand zeigt das Ladegerät einen Ladezustand von 80 % an!
Nach 12 Stunden schaltet das Ladegerät ab und hat 45 Ah eingeladen (ohne Berücksichtigung des Wirkungsgrades).
Alle Batterien bekamen von mir noch eine, je nach Bedarf, 24 Stunden Ladung mit 16 V und einen einstündigen Kopfstand zur Beseitigung der Säureschichtung (Nachahmer: Entgasungsöffnung(en) zukleben).
Ich liebe Automatikladegeräte sehr, weil die Kunden viel häufiger zu mir kommen: "Ich habe meine Batterie schon mehrmals aufgeladen - die muß kaputt sein." Wer kann da widersprechen? Nebenbei: Die ungeregelten Ladegeräte von Absaar sind bestens zur Aufladung geeignet. Bin noch am Testen.
Rainer