"Hochspannungsladung" von Bleiakkus

  • Vielen Dank für Eure Antworten und Nachfragen.

    Ich werde dem nochmal genauer nachgehen und melde mich dann noch mal.


    PS Tom.: Ich habe bestimmt fast 10 Ladegeräte hier (Vom AbsaarTrafo über Victron bis zur Chinaplatine Xy-L30a). Der Wutzel scheint in meiner Sammlung noch zu fehlen :-)

  • Eine Frage zum Verständnis: der Ladewutzel bringt doch max. 2A, wenn ich das richtig verstanden habe. Bei einer empfohlenen Ladung von 10% bzw. 5% der Nennkapazität kämen damit nur Batterien mit 20~40 Ah auf ihre Kosten. Reicht es bei Batterien -wie bei mir- mit 75 und 115 Ah aus, die Ladezeit entsprechend zu verlängern, oder bleibt dann der Effekt auf der Strecke?

    Und: falls es ausreicht, welche Zeiten müsste man dann anpeilen? Bleibt es bei 24/48h, oder müssen es bspw. bei 115Ah um die 60h oder mehr sein?

    Sicher muss man das Ganze im Blick behalten, aber auf welche Zeiten muss man sich einstellen?

  • Der kleine Ladewutzel ist nicht dazu gedacht leere Batterien aufzuladen, sondern dazu, bereits weitgehend aufgeladene Batterien für längere Zeit bei höherer Spannung zu halten, um so auch grobe Bleisulfatpartikel aufzuladen und damit zu beseitigen. Die reine Aufladung größerer Batterien überlässt man besser stärkeren Ladegeräten, sonst kann das sehr lange dauern.


    Würde man z.B. versuchen eine leere 100Ah-Batterie mit einem 2A Ladewutzel aufzuladen, würde das allein ja schon volle zwei Tage benötigen (2 x 24h x 2A = 96Ah). "Gehen" würde das natürlich auch, jedenfalls wenn man Zeit hat. Man kann Bleibatterien auch mit 0,5% ihrer Kapazität aufladen, also bei 100Ah könnte man auch mit 0,5A laden. Das würde dann rund 200h dauern, zzgl. der Zeit, mit der die Ladeverluste ausgeglichen werden müssten, also praktisch gerechnet etwa 10 Tage. Diese Zeit wird man üblicherweise nicht aufwenden wollen.


    Die Zeit um die Batterie zwei Tage bei 15,5 bis 16V zu halten kommt natürlich noch oben drauf, denn das ist ja der eigentliche Zweck des Wutzels und so lange die Batterie nicht voll aufgeladen ist, steigt die Spannung nicht ausreichend hoch an, sondern dümpelt nur zwischen 12V und 14,5V herum.


    Die oft zu lesenden "empfohlenen" Ladeströme bei Bleibatterien ergeben darüber hinaus keinen wirklichen Sinn. Der kleinste sinnvolle Ladestrom wird durch die Selbstentladerate der Batterie begrenzt. Der Ladestrom sollte die Batterie natürlich schneller aufladen, als sich die Batterie von selbst entlädt. Denn wenn sich eine Batterie zum Beispiel mit einer Rate von 1Ah pro Tag entleert, würde es ja keinen Sinn ergeben, einen Ladestrom anzusetzen, der weniger als 1Ah pro Tag einlädt (das wäre in diesem Beispiel also ein Strom von 1Ah / 24h = 0,042A = 42mA), weil sich die Batterie andernfalls ja trotz anliegendem Ladestrom immer weiter entleere würde. Aber zumindest nach oben hin gibt es bei Bleibatterien keine strikte Grenze, weil die Bleibatterie ihren Ladestrom selbsttätig begrenzen, so dass man für Bleibatterien keine externe Ladestrombegrenzung benötigt. Zumindest bei korekt gewählter Ladespannung ist das der Fall.


    Grüße, Tom

  • Moin zusammen.

    Unser Fuhrpark besitzt überwiegend AGM-Batterien, die unter Kurzstreckenverkehr leiden. Um denen auf die Sprünge zu helfen, schließe ich alle paar Wochen ein Netzteil zur Nachladung an. Die Batterien bleiben dabei eingebaut und angeschlossen.

    Aktuell ist eine 92Ah-Batterie am Ladegerät.

    Spannung ist auf 14,8V und max. Strom auf 2A eingestellt.

    Nach 24 Std lag die Stromaufnahme bei 300mA, danach langsam steigend bis 2A.

    Erwärmung der Batterie habe ich nicht geprüft, dich die erstmal "freibauen" muss. Bei der geringen Stromaufnahme mache ich mir da auch keine Sorgen.

    Was passiert da in der Batterie?

    Desulfatierung oder Zellenschluss?

    Die Ruhespannung der Batterie lag bei 12,8V,auffällig war die nicht im Startverhalten. Die Batterie ist ca. 5 Jahre alt. Leider hat das Auto (Crafter) Start/Stop und Adblue, also auch ein BMS. Der Zielladezustand wird sicher nicht 100% sein. Ich arbeite allerdings an einem Software-Zugang, um das evtl. zu optimieren.


    Frohe Weihnachten euch allen!

  • Das hat weder mit Sulfatierung zu tun noch mit einem Zellenschluss. Die Stromaufnahme der Batterie steigt an, wenn ihre Temperatur durch die zugeführte Ladeleistung ansteigt und sie dann in die Gasungszone gerät (Gasung erzeugt Wärme und die Gasungsschwelle sinkt bei Erwärmung ab). In der Folge dieser Temperaturerhöhung steigt der Ladestrom bei gleichbleibender Ladespannung dann immer weiter an und damit auch die Batterietemperatur. Wenn das Ladegerät strombegrenzt arbeitet, kann dessen Maximalstrom natürlich nicht überschritten werden, weil die Ladespannung bei Erreichen des Maximalstroms in dem Maße zurückgeregelt wird, wie der Strom steigt.


    Dieser Effekt des ansteigenden Ladestroms bei Temperaturerhöhung von Bleibatterien ist auch bekannt als "termal runaway" und sollte möglichst vermieden werden. Im Zuge der Batterie-Alterung verringert sich die Gasungsschwelle von 12V-Batterien von ursprünglich über 17V bis hinunter in den Bereich üblicher Ladespannungen. Wenn dieser Effekt schon bei nur 14,8V Ladespannung auftritt, ist die Batterie am Ende ihrer Lebensdauer angekommen, weil sie sich kaum noch sinnvoll aufladen lässt, also ohne dass es zur Gasung kommt.


    Grüße, Tom

  • Thermisches Durchgehen nennt es die Fachwelt und gehört mehr zu den Lithium-Ionenbatterien. Gelegentlich findet man es aber auch bei AGM-Batterien. Trotz langjähriger Arbeit mit Bleibatterien, habe ich damit erstmals vor etwa 5 Jahren zu tun gehabt. Ein Kunde brachte eine tief entladene AGM (halbes Jahr alt) und nach fast fertiger Aufladung stieg der Ladestrom plötzlich immer stärker an, auf 5 A bei dieser 90 Ah-Batterie und 2 Zellen erwärmten sich mehr als Handwarm. Der Kunde kaufte eine neue Batterie und die AGM ging ein halbes Jahr später mit guten Werten als Gebraucht an einen anderen Kunden.


    Offensichtlich neigen tiefer und tiefentladene AGM`s hin und wieder zum „Durchgehen“.

    Zwei AGM mit je 210 Ah (1 Jahr alt) aus einem LKW, der 4 Wochen still stand, weil der Fahrer krank war, hatten nur noch etwa 2 V. (Durch die ganze Elektronik mit Fahrtenschreiber, fällt ein LKW schon nach 1 Monat, im Gegensatz zum PKW mit 3-4 Monaten, aus). Die Aufladung verlief problemlos, aber eine Batterie zog zum Ladeschluß dann doch mehr Strom und eine Zelle erwärmte sich handwarm. Die Dinger stehen nun seit August unbenutzt und haben mit Hundertstelabweichung 12,8 V eine gute Leistung.


    AGM-Batterie 90 Ah, Baujahr 2007, Ende 2022 gewechselt und aufgeladen, zeigte plötzlich einen Stromanstieg von 0,2 auf 1 A. 2 Stunden später 2 A, 3 Stunden später 3 A und warm. Nach einem halben Jahr kurz aufgeladen (ohne Erwärmung) und nun wieder ein halbes Jahr später zeigt die Batterie Leerlauf 12,7 V (also knapp 90 % Ladung). Test mit 300 A über 20 Sekunden konstant 10,5 V – perfekt.

    Durchgehende AGM`s müssen also nicht gleich defekt sein, können aber im Wiederholungsfall langsam sterben.

    Am besten diesen ganzen Start/Stop-Mist immer ausschalten, dann geht auch eine ganz normale Naßbatterie (600 402).


    Rainer.

  • Spannung ist auf 14,8V und max. Strom auf 2A eingestellt.

    Nach 24 Std lag die Stromaufnahme bei 300mA, danach langsam steigend bis 2A.

    Die Absorptionsphase sollte zeitl. begrenzt sein. (Max. 8 h ? )


    Wird die Batterie warm, wird sie bald hinüber sein .....


    Noch ein Zusatz: Die Batterie immer wieder ganz ganz aufladen. Ev. geht eine Sulfatierung zurück (Innenwiderstand) und die Batterie erwärmt sich beim Aufladen nicht mehr so stark. Erwärmt sich die Batterie, Ladevorgang abbrechen, abkühlen lassen und neu den Ladevorgang starten.

  • Geht von dieser Situation eine Brandgefahr aus oder ist die zugeführt Leistung zu gering dafür?

    :doing: Auf ganz 0 bekommst du das Brandrisiko nicht runter. Die Brandgefahr geht nicht von der Batterie aus, sondern vom Knallgas, welches ausströmen kann. Die Zündenergie vom Wasserstoff ist so gering, dass dieser sich "von selbst" entzünden kann.


    Die Frage ist halt, ob man wegen einer 5 Jahre alten Batterie mit Bauchschmerzen schlafen gehen will.:doing:


    Aber auch ich schätze das Brandrisiko auf "fast nicht vorhanden ein". (Speziell bei AGM oder Gel Batterien, was soll denn da ausdampfen?) Um es dennoch weiter zu reduzieren braucht die Absorptionsphase entweder einen Timer oder die Batterie eine Temperaturkompensation.

  • Eine kurze Frage an die Experten hier:


    Ich habe seit ca. 42 Stunden den Ladewutzel an einer Starterbatterie hängen (eine ganz stinknormale Autobatterie mit 70Ah). Ich habe die Batterie vorsichtshalber abgeklemmt und der Wutzel ist auf 15,7 Volt eingestellt.


    Die Batterie ist 3-4 Jahre alt und im Winter ist das Auto auch bestimmt schon drei bis vier Mal (einmal auf jeden auch schon letzten Winter mit etwas tieferer Entladung) nicht angesprungen und ich habe die Batterie dann immer für ein paar Tage bei Nichtbenutzung des Fahrzeugs an ein Automatik-Ladegerät gehängt. Wenn es keine deutlichen Minusgrade habe ich übrigens keine Probleme ...


    Ich habe vorhin mit einem Zangenmultimeter wieder den Stromfluss gemessen und der ist nach den bereits geschriebenen 42 Stunden unverändert bei etwa 0,3A ... das war von Anfang an so ... Temperatur des Wutzels, sowie der Batterie ist für mich maximal unauffällig. Ich rieche auch nichts an der Batterie, die übrigens unter dem Fahrersitz verbaut ist.


    Meine Frage ist jetzt, ob ich das jetzt erstmal so weiter laufen lassen soll, oder ob sich aus dem Verhalten der unveränderten Stromaufnahme irgendwas ableiten läßt? In der Anleitung des Wutzels ist ja von 24-48 Stunden die Rede und irgendwie ist mir ein bißchen mulmig das z.B. auch über die nächste Nacht einfach so weiterlaufen / -laden zu lassen.


    Die Batterie hatte ich vor dem Wutzel übrigens, wie bereits auch schon einige Male davor, voll aufgeladen ... also zumindest was ein 5A-Automatiklader halt unter voll versteht. Ich dachte halt mit dem Wutzel etwas "Auffrischung" nach den bestimmt schon vorhandenen Strapazen anbieten zu können.


    Danke im Vorraus für eure Einschätzung und danke insgesamt auch für das wertvolle Forum hier. :)

    David

  • Hallo,

    man kann die Batterie auch noch deutlich länger angeschlossen lassen. Besonders wenn ohnehin nicht mehr viel daran zu verderben ist, spielt die Anschlussdauer eher keine Rolle.


    Wenn die Stromaufnahme der Batterie bei 15,7V 300mA beträgt, handelt es sich zu einem Teil um Gasung und zum anderen um Desulfatierung: Ein Teil des Ladestroms wird also für die Wasserzersetzung benötigt und der andere zum Laden des Bleisulfats. Letzteres will man erreichen. Also lass die Batterie ruhig noch ein paar Tage bei 15,7V desulfatieren und mache dann einen Kapazitätstest. Dann bist Du schlauer.


    Grüße, Tom

  • Hallo Tom,


    meine Autobatterie macht mir Kummer und ich bin auf diesen intereressanten Thread gestoßen. Beeindruckend, was hier für ein Fachwissen vorhanden ist und dass so viele persönliche Tests durchgeführt wurden und werden. Ich möchte dich um deinen Rat bitten. Was würdest du mir bei einer Varta 90ah 12V Batterie empfehlen? Deinen Ladewutzel oder einen Batteriepulser? Oder beide als Team? :-) Batteriepulser gibt es für 20€ und für 80€. Es fehlt mir hier leider die Erfahrung, welches Gerät etwas taugt.


    Ich lade meine Batterie seit Jahren alle 2-3 Wochen mit einem CTEK auf. Seit ein paar Wochen ist sie laut Anzeige verdächtig schnell voll, da stimmt also was nicht. Recond hatte ich getestet, ist vermutlich nicht ausreichend gewesen (was ich hier las muss das 1-2 Tage stattfinden, um die Sulfatierung zu beseitigen/bessern). Das Auto wird nur selten gefahren, was natürlich nicht so gut für die Batterie ist.


    Danke fürs lesen. Würde mich sehr über Tipps freuen!


    LG Alex

  • Hallo Alex,

    gegen normale Sulfatierung hilft Laden mit erhöhter Spannung, bei schwerer Sulfatierung muss ein Ladestrom-Pulser ran. Wenn aber nicht Sulfatierung, sondern normaler Verschleiß die Ursache des Kapazitätsabfalls ist, hilft weder das eine noch das andere. Um heraus zu finden was genau die Ursache ist, würde ich als erstes eine längerfristige Ladung bei 15,5V mit dem Ladewutzel ö.ä. versuchen. Verbessert sich damit die Kapazität der Batterie merklich, dürfte Sulfatierung zumindest einen großen Anteil an dem Leistungsabfall haben und das Problem wird durch regelmäßige Ladung mit dem Ladewutzel zu lösen sein. Gerade bei Fahrzeugen, die nur selten bewegt werden, kommt man mit regelmäßiger aber randvoller Aufladung (mit normalen Ladegeräten nicht zu schaffen) meist sehr lange hin.


    Grüße, Tom

  • Hallo Tom,


    herzlichen Dank für deine ausführliche und schnelle Antwort. :-) Ein Pulser wäre natürlich auf Dauer praktischer, weil man den einfach an die Batterie anklemmt. Der Sinn dieses Geräts wird jedoch auch kontrovers diskutiert. Einige behaupten, dass die Spannungsspitzen des Pulsers vom Bordsystem ausgeglichen werden und es somit fast gar nichts bringt. Wie siehst du das? Und welcher ist zu wählen? Kann das als Laie nicht beurteilen.


    Dein Ladewutzel ist sehr interessant, allerdings bin ich unsicher, wie oft ich dann mit ihm "rekonditioneren" muss und mit welcher Spannung. Habe hier einiges gelesen. Je höher die Voltzahl, desto eher fängt die Batterie an zu kochen/gasen. Meine Varta ist leider komplett verschlossen. Ich würde also mit nur maximal 15 Volt laden wollen. Würde es auch etwas bringen, z.B. 8 Stunden damit zu laden und das mehrfach zu wiederholen? Über Nacht ist das hier etwas schwierig (es kann jeder ans Auto). Warum muss der Ladewutzel eigentlich zuerst eingeschaltet werden und wird dann erst mit der Batterie verbunden?

    Bei dem CTEK verbinde ich zuerst Plus, dann Minus an der Batterie und schalte dann das Gerät ein. Muss ich die Batterie vom Bordnetz entfernen, sobald ich über 15 V gehe? Ist es besser das Minus der Batterie zu nehmen oder einen Massepunkt am Auto? Da sehe ich im Kofferaum auch einen, dort sind allerdings schon andere Kabel dran.


    Ich las über Google, dass die Amperezahl des Ladegeräts etwa 1/10 der Ah der Batterie betragen sollte. Bei mir also 9,2 A (stimmt diese Faustformel?). Der Ladewutzel liefert 2,0 A. Ist es also egal, wieviel A ich anschließe? Also würde auch 1 A oder 3 A funktionieren? Wäre mehr dann nicht vielleicht besser? Geht weniger A zu Lasten des Ladegeräts weil es mehr belastet wird? Über einen anderen Laderegler habe ich auch nachgedacht, aber hier ist es wohl so, dass das im Sommer nicht unkritisch ist, mit ehöhtem Strom zu laden. Alles in allem ein interessantes Thema. :-)


    Nochmal lieben Dank, super Forum! :-)


    LG Alex

  • Hallo Tom,


    herzlichen Dank für deine ausführliche und schnelle Antwort. :-) Ein Pulser wäre natürlich auf Dauer praktischer, weil man den einfach an die Batterie anklemmt. Der Sinn dieses Geräts wird jedoch auch kontrovers diskutiert. Einige behaupten, dass die Spannungsspitzen des Pulsers vom Bordsystem ausgeglichen werden und es somit fast gar nichts bringt. Wie siehst du das? Und welcher ist zu wählen? Kann das als Laie nicht beurteilen.

    Du meinst vermutlich sowas wie den "Megapulse" von der Firma Novitec. Ich schrieb über diesen Quatsch schon diverse Male, auch mit dem Herrn Krüger von Novitec hab ich über seinen Goldesel schon intensiv gesprochen. Sein Gerät ist im Grunde ein prima Ladestrompulser, aber so wie er ihn vermarktet, ist er technisch komplett unsinnig. Denn natürlich muss ein Pulser 1. allein an der Batterie angeschlossen sein und 2. muss man natürlich Energie von außen zuführen, damit es funktioniert. Herr Krüger hat allerdings schnell gemerkt, dass die Kunden nicht halb so viel Interesse an einer wirklich gut desulfatierten Batterie haben, wofür sie extra die Batterie abklemmen und ein Netzkabel legen müssen, dafür aber ganz viel Interesse an einem guten Bauchgefühl, ihrer neu eingebauten Autobatterie durch Einbau eines Pulsers ins Auto etwas Gutes zu tun. Nur dass der Megapulse dann nicht mehr so pulst wie geplant, jedenfalls nicht so, dass die Batterie etwas davon hätte (dafür aber so, dass alle elektronischen Steuergeräte voll mitgepulst werden...:pinch:), aber der Kunde denkt eben, der Pulser ist dauernd tätig, also wird er seine Batterie jetzt rund um die Uhr pflegen. Was natürlich Unsinn ist. Denn wie du selbst ja schon mitbekommen hast, bügelt das Bordnetz die Impulse aufgrund der dort vorhandenen Kapazitäten flach, so dass sie in der Batterie nicht mehr wirksam werden können. Also so geht es leider nicht.


    Zitat

    Dein Ladewutzel ist sehr interessant, allerdings bin ich unsicher, wie oft ich dann mit ihm "rekonditioneren" muss und mit welcher Spannung. Habe hier einiges gelesen. Je höher die Voltzahl, desto eher fängt die Batterie an zu kochen/gasen. Meine Varta ist leider komplett verschlossen. Ich würde also mit nur maximal 15 Volt laden wollen. Würde es auch etwas bringen, z.B. 8 Stunden damit zu laden und das mehrfach zu wiederholen? Über Nacht ist das hier etwas schwierig (es kann jeder ans Auto). Warum muss der Ladewutzel eigentlich zuerst eingeschaltet werden und wird dann erst mit der Batterie verbunden?

    Aus diesem Grund liegt beim Angebot wie auch dem Wutzel eine Anleitung bei, wo solche Fragen geklärt werden. Die Spannung kann auch bei geschlossenen Batterien entsprechend hochgezogen werden, nur sollte man eben nach einer Weile mal schauen, ob 1. die Spannung hoch kommt und 2. ob die Batterie warm wird. Erstes sollte sie, zweites nicht.


    Der Ladewutzel muss vor Anschluss an die Batterie auf die richtige Spannung eingestellt werden und dass geht nur, wenn er eingeschaltet und noch nicht an der Batterie angeschlossen ist. Dann wird er an die Batterie angeschlossen, weshalb die Spannung dann zusammenbricht und dann kann der Wutzel arbeiten.

    Zitat

    Bei dem CTEK verbinde ich zuerst Plus, dann Minus an der Batterie und schalte dann das Gerät ein.

    Da ist es egal.

    Zitat

    Muss ich die Batterie vom Bordnetz entfernen, sobald ich über 15 V gehe?

    Nein. Das Bordnetz ist bis hinauf auf 17V spezifiziert. Nur die Lampen sollte man nicht einschalten.

    Zitat

    Ist es besser das Minus der Batterie zu nehmen oder einen Massepunkt am Auto? Da sehe ich im Kofferaum auch einen, dort sind allerdings schon andere Kabel dran.

    Beim Ladewutzel isses egal, der arbeitet mit Gleichspannung. Bei einem Ladestrompulser natürlich nicht, der soll wie bereits erwähnt nur allein an der Batterie angeschlossen werden (der Megapulse natürlich nur zusammen mit einem Netzteil, damit er Energie zur Aufladung der Sulfatkristalle bekommt, denn sich am eigenen Schopf aus dem Moor ziehen kann sich nur Baron Münchhausen - und vielleicht Herr Krüger... ;))

    Zitat

    Ich las über Google, dass die Amperezahl des Ladegeräts etwa 1/10 der Ah der Batterie betragen sollte. Bei mir also 9,2 A (stimmt diese Faustformel?). Der Ladewutzel liefert 2,0 A. Ist es also egal, wieviel A ich anschließe? Also würde auch 1 A oder 3 A funktionieren? Wäre mehr dann nicht vielleicht besser? Geht weniger A zu Lasten des Ladegeräts weil es mehr belastet wird? Über einen anderen Laderegler habe ich auch nachgedacht, aber hier ist es wohl so, dass das im Sommer nicht unkritisch ist, mit ehöhtem Strom zu laden. Alles in allem ein interessantes Thema. :-)


    Nochmal lieben Dank, super Forum! :-)


    LG Alex


    Ja, man sagte immer, dass man Bleiakkus am besten mit etwa einem Zehntel ihrer Nennkapazität lädt. Das galt aber eher für uralte Bleibatterien, die nicht für die Ladung mit hohen Strömen gebaut waren. Heute gilt das nur noch für wenige Batterietypen. Insbesondere Starterbatterien kann man mit hohen Strömen laden, ohne dass das zu besonderen Problemen führt. Man muss aber wissen, dass Bleibatterien ihren Ladestrom selbst wählen. Ladegeräte können ja keinen Strom vorgeben, sondern nur eine Spannung. Aufgrund der Ladespannung des Ladegerätes beginnt dann durch die Batterie ein Ladestrom zu fließen, der zu Beginn der Ladung hoch ist, aber dann schnell abfällt. Dieser Abfall des Ladestroms wird bewirkt durch die Funktion der Bleibatterie. Lädt man z.B. eine Lithium-Batterie mit einer geeigneten Ladespannung, dann nimmt die Lithiumbatterie gnadenlos allen angebotenen Strom auf, bis die Spannung des - unter der Stromlast ächzenden - Ladegerätes zusammenbricht. Daran kann man schon von außen die systemischen Unterschiede zwischen Blei- und Lithium-Systemen erkennen.


    Der Laderegler im Fahrzeug ist meiner Erfahrung nach viel zu oft mit einer deutlich zu niedrigen Ladespannung dimensioniert. Das schont die Batterie zwar bei Hitze, lässt sie bei Kälte aber gnadenlos verhungern. Ich habe noch nie davon gelesen, dass die Ladespannung eines Reglers zu hoch war, so dass er ständig Batterien zerstörte (außer wenn er kaputt war), statt dessen fallen die Batterien durch Sulfatierung aus, was die Folge von zu niedriger Ladespannung und (zu) kurzer Fahr-, also Ladezeiten ist. Die Hersteller wissen ja auch nie, wie die Fahrzeuge benutzt werden. Meistens wohl im Kurzstreckenbetrieb, bei dem Regler mit hohen Ladespannungen günstiger für ein langes Batterieleben sind. Bei Langstreckenbetrieb sind Regler mit niedriger Ladespannung günstiger.


    Grüße, Tom

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