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Benjamin W.

Akku-Kennenlerner

  • »Benjamin W.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 22

Registrierungsdatum: 08.05.2014

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27.01.2019, 20:20

Aussagekraft von Batterietestern

Hallo Forum.
Ich hatte gerade den Fall, dass mich meine Fahrzeugbatterie beinah im Stich gelassen hätte, da ich Sie in der letzten Zeit nicht wirklich gut behandelt habe (mehrfaches starten eines kalten Motors, extremer Kurzstreckenbetrieb und Standheizung :( ).
Jetzt stelle ich mir die Frage, ob die ganzen angebotenen Batterietester etwas bringen und welche sinnvolle Aussage hinter den Test-Ergebnissen steht.
Grob scheint es meiner Meinung nach zwei Kategorien im nicht-profesionellen Bereich zu geben.
1) Digitale Messgeräte die man mit ein paar Grunddaten zur Batterie füttert und nach ca. 1 Sekunde melden ob man die Batterie noch gebrauchen kann oder reif für das Recycling ist
2) Analoge oder digitale Messgeräte, die die Batterie für ca. 1o Sekunden mit 100A belasten und den Spannungsabfall messen. Je nachdem wie stark die Spannung sinkt, wird beurteilt, ob die Batterie noch genug Kapazität aufnehmen kann. Solche Geräte werden in analoger Form schon lange verwendet.

Mich würde interessieren ob diese Geräte tatsächlich Aufschluß über die Batteriegesundheit geben, oder ob es nur schönes LED-Geblinke ist, und ich nachher immernoch nicht weiß, ob ich eine neue Batterie benötige.
Außerdem wüsste ich gerne, wie das Kapazitätsmessgerät hier aus dem Shop im Gegensatz zu den anderen Geräten arbeitet, da hier ein Messergebnis nicht in Sekunden präsentiert wird sondern einen anderen Weg für die Messung wählt...

Gruß
Benjamin

Tom

Moderator

Beiträge: 1 997

Registrierungsdatum: 27.02.2010

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2

27.01.2019, 20:48

Hallo Forum.
Ich hatte gerade den Fall, dass mich meine Fahrzeugbatterie beinah im Stich gelassen hätte, da ich Sie in der letzten Zeit nicht wirklich gut behandelt habe (mehrfaches starten eines kalten Motors, extremer Kurzstreckenbetrieb und Standheizung :( ).
Jetzt stelle ich mir die Frage, ob die ganzen angebotenen Batterietester etwas bringen und welche sinnvolle Aussage hinter den Test-Ergebnissen steht.
Grob scheint es meiner Meinung nach zwei Kategorien im nicht-profesionellen Bereich zu geben.
1) Digitale Messgeräte die man mit ein paar Grunddaten zur Batterie füttert und nach ca. 1 Sekunde melden ob man die Batterie noch gebrauchen kann oder reif für das Recycling ist
2) Analoge oder digitale Messgeräte, die die Batterie für ca. 1o Sekunden mit 100A belasten und den Spannungsabfall messen. Je nachdem wie stark die Spannung sinkt, wird beurteilt, ob die Batterie noch genug Kapazität aufnehmen kann. Solche Geräte werden in analoger Form schon lange verwendet.

Mich würde interessieren ob diese Geräte tatsächlich Aufschluß über die Batteriegesundheit geben, oder ob es nur schönes LED-Geblinke ist, und ich nachher immernoch nicht weiß, ob ich eine neue Batterie benötige.
Außerdem wüsste ich gerne, wie das Kapazitätsmessgerät hier aus dem Shop im Gegensatz zu den anderen Geräten arbeitet, da hier ein Messergebnis nicht in Sekunden präsentiert wird sondern einen anderen Weg für die Messung wählt...

Gruß
Benjamin

An diversen anderen Stellen ist das hier im Forum schon nachzulesen, daher nur kurz umrissen:

Die einzigen Daten, was man in wenigen Sekunden an einer Batterie messen kann, sind Spannung, Spannung unter Last (Innenwiderstand) und ferner vielleicht noch der Maximalstrom, den man bis zum Zusammenbrechen der Spannung auf eine gewisse Mindestschwelle entnehmen kann. Mit diesen Daten kann man feststellen, ob man mit der so vermessenen Batterie noch den Motor starten kann, oder ob starke Leistungseinbußen oder gar Zellenschlüsse vorhanden sind. Völlig defekte oder leere Batterien kann man so recht sicher ermitteln. Aber das war es leider auch schon.

Die Frage, die man aber eigentlich beantwortet haben möchte, ist eine andere, nämlich in welchem qualitativem Zustand sich die Batterie befindet. Also ob sie noch neuwertig ist, oder schon ziemlich verschlissen, oder vielleicht noch dreiviertel-gut. Diese Frage kann durch die o.g. Messgeräte aber nicht beantwortet werden, auch wenn deren Anbieter gerne genau damit werben. Es geht einfach nicht!

Mein Kapazitätsmessgerät geht hier einen anderen Weg: Es entlädt die zuvor voll aufgeladene Batterie bis sie beinahe leer ist und zeigt dann die tatsächlich entnommene Kapazität in Ah an. Der Vorteil: Wenn man eine 100Ah-Batterie hat und die Messung zeigt, dass der Batterie noch 70Ah entnommen werden konnten, dann hat man eine belastbare Aussage, nämlich in welchem Bereich der Batterielebensdauer man sich befindet. Der Nachteil: Diese Messung dauert mehrere Stunden - weshalb sie von Werkstätten auch nur ganz selten durchgeführt wird, denn diese Art der Messung ist einigermaßen unpraktisch und gleichermaßen zeit- wie arbeitsintensiv und damit teuer. Aber dies ist der einzige Weg, eine wirklich brauchbare Aussage über den Batteriezustand zu erhalten.

Der Hintergrund ist, dass auch Batterien, die kaum noch 10% ihrer Nennkapazität besitzen und demnach praktisch komplett am Ende sind, bei einer einfachen Messung des Innenwiderstandes im voll geladenen Zustand überraschend gut abschneiden. Man erkennt anhand der Innenwiderstandsmessung eben nicht, wie viel Aktivmaterial schon aus den Gittern gebröselt ist. Erst wenn umfangreiche Gitterbrüche durch fortgeschrittene Gitterkorrosion vorliegen, ist dies am stark ansteigenden Innenwiderstand zu messen. Nur dass man diese "Messung" auch ganz leicht mit dem Fahrzeuganlasser durchführen kann: Einfach mal den Anlasser den kalten Motor etwas orgeln lassen, dann merkt man sofort, ob der Anlasser voll da ist, oder ob er den Motor nur müde durchdreht. Etwas anderes tut ein "Batteriemessgerät" der üblichen Form nämlich auch nicht.

Grüße, Tom