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Torsten

Akku-Meister

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23.12.2019, 10:05

12 Volt Bleibatterie mit Zellenstopfen / korrodierte Pole

Hallo,
Heute möchte ich mal folgendes Thema besprechen: Das aufladen von Bleibatterien mit Schraubverschlüssen. Im PKW-Bereich werden diese ja immer seltener und zumindest in unseren Breitengraden (ich habe gehört in Heißen Ländern seien diese noch immer Standard, weil durch die Hitze mehr Elekrolyt verdunstet als in der Gemäßigten Klimazonen) zunehmend von den völlig verschlossenen „wartungsfreien“ verdrängt. Da Ich mich noch nicht so lange mit dem Thema beschäftige, sind auch meine Erfahrungen dazu noch gering.

Mir ist vor kurzem ein solches Exemplar in die Hände gefallen, welches seit seinem Ausfall entladen und unbeachtet sein Dasein im Keller fristete. Beim Aufschrauben der Stopfen fiel mir auf, dass in sämtlichen Zellen nennenswert Elektrolyt fehlte. Ich habe also erstmal ordentlich nachgefüllt (genaue Menge weiß ich nicht, aber es waren mindestens 500ml, eher noch etwas mehr), bis die „Zapfen“ (für den Minimalfüllstand) wieder im Wasser hingen. Danach habe ich versucht, eine Wiederbelebung einzuleiten. Obwohl die Batterie bestimmt eine ganze Nacht bei ü-15V hing, ging kaum was los. Der testweise angeschlossene Power-Pulsar zeigte die rote bis gelbe LED an. Dann fiel mir auf, dass die Klemmenspannung der Krokodilklemmen bei den 15,5 angelegten Volt erheblich (fast 2 Volt) von der Spannung an den Polen abwich. Die Ursache dafür war in völlig korrodierten Polen zu finden: Nachdem ich diese rundherum mit Schleifpapier bearbeitet habe, floss endlich Strom in die Batterie! Zwar nur rund 0,5 Ampere, aber was will man auch erwarten nach monate, vielleicht gar jahrelanger Selbstentladung, noch dazu nach einem Ausfall (extrem lange kann es aber nicht gewesen sein, da auf dem Gehäuse das Verkaufsjahr aufgedruckt ist, zwar nicht ausgefüllt aber immerhin: „11, 12, 13“. Wenn man also 3 bis 5 Jahre Mindestnutzdauer bis zum Ausfall durch Ladungsdurchsatz und/oder fehlender Wartung annimmt (vielleicht auch länger) kann sie noch nicht ewig rumstehen.

Jedenfalls habe ich folgende, fragliche Beobachtung gemacht: Ich habe vorsorglich alle Stopfen rausgedreht, um zu sehen was da drin geschieht (normalerweise habe ich ja gar keinen Einblick da hinein)! Nach rund einer Stunde habe ich festgestellt, dass beginnend vom Minuspol an jede zweite Zelle leicht „blubbert“ bzw. kleine schwarze Teilchen über den „Balken“ Gespült werden. Das müsste die viel beschriebene Elektrolyt-Durchmischung sein, richtig? Jedenfalls liefen in jeder zweiten Zelle bis hin zum Pluspol fast keine der beobachteten Prozesse ab! Das ist doch nicht normal ? ?(

Trotzdem kann ich ein Totalversagen durch Zellen(kurz)-schluss weitgehend ausschließen, da dafür nach abklemmen vom Strom die Spannung nicht stark genug gefallen ist (oder man sieht es nicht so schnell, schließlich lade ich sonst nicht mit 15,5 Volt, was mir in diesem Fall aber angemessen erscheint). Nach ein paar Stunden derartiger „Behandlung“ sieht es so aus, als ob zwei weitere Zellen - aber vergleichsweise wenig - mit anfangen wollen lustig zu blubbern. Eine Zelle sieht immer noch völlig flach aus. Aber Power-Pulsar testweise angeschlossen - es leuchtet jetzt bereits die grüne LED, also kann die Batterie an sich nicht absolut rettungslos verloren sein oder? Leuchtet die grüne LED auch, wenn eine Zelle tot (Zellenschluss) ist? Keine der Zellen hat sich übrigens nennenswert erwärmt, alle fühlen sich gleich kalt (Batterie steht im Keller, bei geöffnetem Kellerfenster) an.

Werde jetzt erstmal ein paar Stunden mit dem Power Pulsar „bepulsen“, bevor ich die Batterie wieder mit Spannung versorge...werde weiter berichten!

Tom

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23.12.2019, 13:47

Mojn Torsten,

das was Du festgestellt hast, ist bei alten und gebrauchten Batterien, die längere Zeit entladen rumgestanden haben, normal: Die Zellen befinden sich in ganz unterschiedlichen Zuständen. Sie unterscheiden sich in der Spannung, im Innenwiderstand, in der Selbstentladerate und natürlich in der Kapazität. Nun sind aber 12V-Starterbatterien immer Reihenschaltungen aus sechs Einzelzellen und wie allgemein bekannt ist, soll man bei Reihenschaltungen von Akkuzellen möglichst Zellen gleicher Art und Qualität verwenden. Was dann auch das größte, größte, wenn nicht das allergrößte Problem bei der Wiedererweckung alter "vergessener" Starterbatterien ist. Denn sehr oft driften deren Zellen qualitativ so weit auseinander, dass es völlig unsinnig wäre, sie zu einer Batterie zusammenzuschalten. Nun sind die aber in einem Gehäuse fest zusammengeschaltet, so dass man daran nichts ändern kann. Also versucht man genau das was Du auch gerade tust, nämlich die Zellen irgendwie zusammen ins Leben zurückzuholen, was manchmal gelingt, besonders wenn die Batterie bevor sie vergessen wurde nur kurz im Einsatz und in gutem Zustand war. Oft aber auch nicht, besonders dann, wenn es sich schon vor dem Vergessen um ein totes und hemmungslos verschlissenes Exemplar gehandelt hat.

In Deinem Fall würde ich dazu raten, die meist ziemlich trockenen Zellen zunächst nur zurückhaltend mit Wasser aufzufüllen, denn nicht selten steigt der Elektrolytstand beim Laden beträchtlich an. Sind die Zellen dann überfüllt, besteht akute Gefahr des Überlaufens, was eine elenmde Sauerei ergeben kann, wenn man sie nicht, weise wie man als gebranntes Kind der Batterieregenerierung nun mal ist, in einer Kunststoffwanne gestellt hat. :whistling: Ansonsten bist Du sicher auf gutem Wege, wenn Du einen Lader zusammen mit dem Power-Pulsar angeschlossen hast. Jetzt lass das Gebilde mal zwei Wochen "simmern" und schau dann, wie sich Elektrolytstand und elektrische Werte entwickelt haben.

Grüße, Tom

Torsten

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31.12.2019, 01:18

das was Du festgestellt hast, ist bei alten und gebrauchten Batterien, die längere Zeit entladen rumgestanden haben, normal...also versucht man genau das was Du auch gerade tust, nämlich die Zellen irgendwie zusammen ins Leben zurückzuholen, was manchmal gelingt, besonders wenn die Batterie bevor sie vergessen wurde nur kurz im Einsatz und in gutem Zustand war. Oft aber auch nicht, besonders dann, wenn es sich schon vor dem Vergessen um ein totes und hemmungslos verschlissenes Exemplar gehandelt hat.
Hmm, wahrscheinlich war dann doch letzteres der Fall. Jedenfalls bestand ja anfangs 12 Volt Spannung aber nach einiger Zeit der Aufladung hat sich dann doch eine Zelle verabschiedet - sei es durch Gitterbruch oder Zellen(kurz)schluss - egal, Experiment vorzeitig beendet. Dieser Kandidat ist wegen der Nichtaustauschbarkeit einer Zelle nur noch Schrott.
In Deinem Fall würde ich dazu raten, die meist ziemlich trockenen Zellen zunächst nur zurückhaltend mit Wasser aufzufüllen, denn nicht selten steigt der Elektrolytstand beim Laden beträchtlich an. Sind die Zellen dann überfüllt, besteht akute Gefahr des Überlaufens, was eine elende Sauerei ergeben kann, wenn man sie nicht, weise wie man als gebranntes Kind der Batterieregenerierung nun mal ist, in eine Kunststoffwanne gestellt hat. :whistling:

Zwischenzeitlich habe ich eine andere 12 Volt Batterie mit herausdrehbaren Zellenstopfen erhalten. Leider anfänglich ebenso tot wie die andere. Aber der Blick in die Zellen offenbarte einen völlig anderen Sachverhalt als bei der eingangs benannten: Nichts trocken, alle Zellen sehr gleichmäßig befüllt (leider auch ziemlich voll, obgleich die "Fühler" nur recht recht wenig in der Flüssigkeit hingen) und vom allgemeinen Plattenzustand her (alle gerade und ordentlich, anthrazit-grau - nichts ausgefranst und rostig) - sah diese auch viel besser aus als die erste.

Dennoch nahm dieser Kandidat mit gerade noch rund 6 Volt Klemmenspannung zunächst überhaupt keinen Strom an. Dieser Zustand hielt einige Stunden an, bis sich die Batterie zaghaft ein paar Zehntel Ampere gönnte. Dann Regenerierungsladung im Automatiklader eingestellt und abgewartet. Nachdem dieser die Spannung runtergeregelt hat, mehrmals Neustart der Prozedur - bis man sah dass alle Zellen zu blubbern anfingen. Zwischenzeitlich mehrmals überwacht was die Batterie tut - alles ruhig. Somit zunächst ein vielversprechender Kandidat! Nach rund 60 Stunden - in der selbst bei auf 13,2 Volt heruntergeregelter Spannung immer noch geringfügig Strom (ca. 0,2 Ampere) floss, konnte ich es nicht erwarten und wagte einen Test mit dem 100Ampere Lastromprüfer. Ergebnis: Starker Einbruch auf ca. 8 Volt, dann aber stabil und über die Zeit sogar leichte Erholung bzw. Anstieg der Spannung! Diese Prozedur habe ich nach dem abkühlen des Geräts nochmal wiederholt, aber das Ergebnis war das gleiche: Nach längerem Drücken stieg die Spannung sogar noch leicht an.

Dann habe ich die Batterie wieder an das Victron gehangen und siehe da, der Stromappetit war beachtlich - anfangs saugte die Batterie satte 5 Ampere ob der Belastung. Gleich nochmal Regenerierungsprogramm gefahren. Aber am nächsten Morgen dann die oben erwähnte Sauerei :motz:
- Die Batterie war übergekocht und ausgelaufen, das Elektrolyt um die Batterie ringsherum auf dem Betonboden verteilt. Was für eine Sauerei - das wird mir eine Lehre sein, zukünftig doch grundsätzlich eine Wanne um derlei Regenerierungskandidaten zu hängen. Fragen dazu:

1.) Ist dieses Verhalten (überlaufen) auch bei völlig intakten Batterien zu erwarten, die man nur mal eben "voll laden" möchte?
2.) Kann ein derartiges überlaufen auch beim Anschluss an den (stromschwachen) Power Pulsar geschehen?

P.S.: Die Batterie war übrigens mitnichten wirklich "voll", der Säureprüfer ergab bei fast sämtlichen Zellen nur 1,18 g/l (bei zwei Zellen auch 1,20 g/l) Eine probeweise durchgeführte Erhaltungsladung bei 13,00 Volt war selbst über 24 Stunden hinweg hingegen völlig unauffällig, kein weiteres auslaufen. Der Innenwiderstandstester warf verheerende Werte aus (um die 50A (EN) und 50 oder gar 60 Milliohm Widerstand) Nun werde ich sie mal an den Power Pulsar hängen und schauen was danach passiert. Sieht nach einem gutem Testkandidaten aus :thumbsup:
Ansonsten bist Du sicher auf gutem Wege, wenn Du einen Lader zusammen
mit dem Power-Pulsar angeschlossen hast. Jetzt lass das Gebilde mal zwei
Wochen "simmern" und schau dann, wie sich Elektrolytstand und
elektrische Werte entwickelt haben.

Verstehe ich das richtig, dass man den Power Pulsar und einen Lader zeitgleich anschließen sollte ?(

Darin sehe ich ein Problem: An den Power Pulsar angeschlossene, vorgeladene Batterien schnellen - sofern sie nicht völlig flach sind - sehr bald auf mindesten 14,00 Volt hoch. Ein normaler Lader wird die Batterie alsbald als "voll" erkennen und die Ladespannung absenken. Der Power Pulsar hingegen erhöht die Spannung kontinuierlich. Strom wird so aber keiner fließen. Was also tun als Ausweg aus dem Dilemma?

Grüße Torsten

Tom

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4

31.12.2019, 08:40

Moin Torsten,

wenn alte und unbekannte Batterien einen bemerkenswert hohen und gleichmäßigen Elektrolytstand aufweisen, werde ich instinktiv misstrauisch: Da könnte jemand schon mal vor mir kräftig nachgefüllt haben, sieht jedenfalls fast so aus. Bei solchen Exemplaren steht dann in der Tat zu befürchten, dass sie bei längeren Ladeversuchen, besonders bei höheren Strömen, durch Gasblasenbildung und steigende Temperaturen überlaufen. Mit dem Power-Pulsar kann das übrigens nicht passieren, da die 2 bis 3W effektive Ladeleistung weder eine merkliche Gasblasenbildung, noch eine Temperaturerhöhung zulassen. Daher laufen mit dem Pulsar auch unter ungünstigsten Verhältnissen keine Batterien über. Auch nicht, wenn sich drei Zellen zeitgleich überlegen einen Kurzschluss zu spielen. Dann fließen eben 100mA Effektiladestrom in die so entstandene 6V-Batterie, da lächelt die nur müde drüber.

Ansonsten kommen mir Deine Schilderungen über Strom- und Spannungsverläufe und insbesondere das Verhalten bei Belastung einer in Regeneration befindlichen Batterie sehr bekannt vor. Man muss sich immer klar machen, dass es sich bei den üblichen 12V-Batterien um sechs in Reihe geschaltete Einzelzellen handelt. Behält man das im Kopf, wird einem schnell klar, dass da allermeistens nur eine einzige Zelle wegen notorischer Arbeitsunlust querschlägt, die dann z.B. bei Belastung sofort vom Laststrom umgepolt wird und dadurch den starken Spannungseinbruch hervorruft. Da kann die ganze Batterie längst blubbern wie Spongebob, Schrott bleibt Schrott. -|-

Man kann den Power-Pulsar (genauso wie z.B. auch den Megapulse) zusammen mit einer geeigneten Ladestromquelle zusammen an die zu regenerierende Batterie anschließen. Das bringt den Vorteil mit sich, dass in Phasen, wo die Batterie auch mal zwischenzeitlich in der Lage ist größere Ladungsmengen in kürzerer Zeit aufzunehmen diese Ladung dann auch in entsprechend kurzen Zeiträumen eingeladen wird, während man wegen des sehr niedrigen Effektivladestroms des Pulsars von nur 0,1A schon mal ziemlich lange darauf warten muss (bei einer 100Ah-Batterie, die komplett leer an den Pulsar angeklemmt wird, dauert es ja rein rechnerisch schon 1.000 Stunden die 100Ah überhaupt einzuladen. Das sind ja eben mal eineinhalb Monate... :whistling: ) Also da lohnt es sich bisweilen durchaus, mit etwas mehr Effektivstrom zu arbeiten. Ein Ladegerät würde ich aber nur als drittbeste Wahl zur Parallelschaltung ansehen, weil es sich kaum vernünftig steuern lässt. Der Ladewutzel (oder ein ähnliches regelbares Netzteil) erscheint mir hier weit besser geeignet.

Übrigens steigt die Klemmenspannung einer an den Power-Pulsar angeschlossenen Batterie kaum über 14,5V hinaus, da der Pulsar intern keinerlei Effektivladestrom (also Gleichstrom) mehr abgibt, wenn 13,5V Klemmenspannung erreicht werden. Das was die Klemmenspannung der Batterie dann doch noch weiter steigen lässt, sind die Hochspannungimpulse. Aber die brauchen wir ja nun mal und ohne sie geht es nicht.

Grüße, Tom

psy

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01.01.2020, 10:56

Übrigens steigt die Klemmenspannung einer an den Power-Pulsar angeschlossenen Batterie kaum über 14,5V hinaus, da der Pulsar intern keinerlei Effektivladestrom (also Gleichstrom) mehr abgibt, wenn 13,5V Klemmenspannung erreicht werden. Das was die Klemmenspannung der Batterie dann doch noch weiter steigen lässt, sind die Hochspannungimpulse. Aber die brauchen wir ja nun mal und ohne sie geht es nicht.

ich lass immer bis 15V bepulsen
geht aber nur bei Batterien mit gutem (kleinen) Innenwiderstand

Torsten

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05.01.2020, 15:18

Wenn alte und unbekannte Batterien einen bemerkenswert hohen und gleichmäßigen Elektrolytstand aufweisen, werde ich instinktiv misstrauisch: Da könnte jemand schon mal vor mir kräftig nachgefüllt haben, sieht jedenfalls fast so aus. Bei solchen Exemplaren steht dann in der Tat zu befürchten, dass sie bei längeren Ladeversuchen, besonders bei höheren Strömen, durch Gasblasenbildung und steigende Temperaturen überlaufen. Mit dem Power-Pulsar kann das übrigens nicht passieren, da die 2 bis 3W effektive Ladeleistung weder eine merkliche Gasblasenbildung, noch eine Temperaturerhöhung zulassen. Daher laufen mit dem Pulsar auch unter ungünstigsten Verhältnissen keine Batterien über.

Okay...dann wird es wohl so gewesen sein - oder es handelt sich um eine "Penner-Batterie", die schon beim Händler aufgrund längerer Lagerdauer sulfatiert ist. Weil wie gesagt die Platten noch wie neu aussehen. Bisherige unter die Lupe genommenen Batterien mit Zellenstopfen waren die Platten fast immer etwas "ausgefranst", hier ist alles völlig glatt.

Nun stelle ich mir folgende Frage: Ist dieses nachfüllen "irreversibel", also muss die Batterie zwangsläufig überlaufen (und damit während dessen auch Knallgas freisetzen) oder regelt sich der Elektrolytstand bei langsamer Aufladung von selbst irgendwie?

Ansonsten kommen mir Deine Schilderungen über Strom- und Spannungsverläufe und insbesondere das Verhalten bei Belastung einer in Regeneration befindlichen Batterie sehr bekannt vor. Man muss sich immer klar machen, dass es sich bei den üblichen 12V-Batterien um sechs in Reihe geschaltete Einzelzellen handelt. Behält man das im Kopf, wird einem schnell klar, dass da allermeistens nur eine einzige Zelle wegen notorischer Arbeitsunlust querschlägt, die dann z.B. bei Belastung sofort vom Laststrom umgepolt wird und dadurch den starken Spannungseinbruch hervorruft. Da kann die ganze Batterie längst blubbern wie Spongebob, Schrott bleibt Schrott. -|-
Momentan ist sie das leider auch - Schrott. Da der Innenwiderstand unnatürlich erhöht ist (waren bei 1,18g Säuredichte was um die 50 Milliohm und ebenfalls 50A (EN) wenn ich mich recht entsinne). Aber jetzt steht sie bei etwas über 40 Milliohm, 65A (EN) und bei 1,20g Säuredichte. Bis Voll-Ladung ist also noch etwas Luft und dass sie die Belastung mit dem 100A Prüfer gehalten hat, also der Zeiger nicht weiter gefallen ist macht noch etwas Hoffnung, dass es sich noch bischen zum guten hin entwickeln könnte. Mein "dankbarster" Regenerationskandidat ist von mal ursprünglichen 25 Milliohm und 200A (EN) auf bereits ziemlich praxistaugliche 10 Milliohm und 400A (EN) gefallen/gestiegen. Von daher bieten die Innenwiderstandstester zumindest einen Anhaltspunkt zur Batterigesundheit - den man aber für sich allein nicht für voll nehmen darf - soviel ist mir mittlerweile auch klar geworden.
Man kann den Power-Pulsar (genauso wie z.B. auch den Megapulse) zusammen mit einer geeigneten Ladestromquelle zusammen an die zu regenerierende Batterie anschließen. Das bringt den Vorteil mit sich, dass in Phasen, wo die Batterie auch mal zwischenzeitlich in der Lage ist größere Ladungsmengen in kürzerer Zeit aufzunehmen diese Ladung dann auch in entsprechend kurzen Zeiträumen eingeladen wird, während man wegen des sehr niedrigen Effektivladestroms des Pulsars von nur 0,1A schon mal ziemlich lange darauf warten muss. Also da lohnt es sich bisweilen durchaus, mit etwas mehr Effektivstrom zu arbeiten. Der Ladewutzel (oder ein ähnliches regelbares Netzteil) erscheint mir hier...geeignet.

Da bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob das wirklich so sinnvoll ist. Bisher habe ich es immer so gehandhabt, dass ich ein paar Tage regeneriert habe und dann paar Stunden Ladespannung drauf gegeben habe. Hat die Batterie in der Zeit Strom gezogen hat sich der Aufwand gelohnt. Falls nicht, dann eben nicht. Aber diese Methodik hat den Vorteil, dass man nicht zeitgleich zwei Geräte für eine Batterie "blockt".

Für mich stellt sich vor allem die Frage, wie hoch bei der "2-Geräte-Regeneration" die Ladespannung eingestellt werden sollte? Der Pulsar schafft ja je nach Batterie ziemlich unterschiedliche Klemmenspannungen, meist ist diese aber bereits nach kurzer Zeit auf über 14,00 Volt (vorausgesetzt der zu behandelnde Prüfling wurde vorher konventionell richtig satt vollgeladen). Ich habe nun folgende Beobachtung gemacht:

Fügt man eine Spannungsquelle (Netzteil) hinzu und regelt diese auf praktisch unbegrenzte Zeit verträgliche 13,5 Volt hinab, dann passt sich der Pulsar dieser Spannung an. Das heisst auch wenn ohne Spannungsquelle die Klemmenspannung bei zum Beispiel 14,20 Volt war dann bleibt diese mit Spannungsquelle von 13,50 Volt auch dort - sprich der Pulsar hat die Spannung nicht über diesen Wert hinaus erhöht.

Zurück zur Ladespannung: Ich habe einen Kandidaten (nominal 110Ah), der auf 2 Volt tiefentladen war, aber bereits konventionell nach einiger Zeit lange (über 60 Stunden) nennenswert Strom angenommen hat und mittlerweile schon weit über 5 Wochen bepulst wird (da die Klemmenspannung immer noch ansteigt, habe ich diese fortgesetzt) mit aktuell nunmehr 14,20V Klemmenspannung über den Pulsar. Das oben genannte Experiment hat gezeigt, dass es nicht sinnvoll war die Spannung auf 13,50V hinab zu setzen. Es floss auch kein Strom (lt. Batteriemonitor). Daher habe ich die Spannungsquelle gestern abend mal versuchsweise auf 14,40 Volt heraufgesetzt und gleichzeitig den Pulsar wieder angeschlossen. Im Ergebnis zieht die Batterie jetzt dauerhaft zwischen 0,15Ah und 0,20Ah. So wurden mittlerweile schon über 1Ah an Ladung hinzugefügt. Ist zu erwarten, dass der Stromfluss bei dieser doch recht hohen Spannung irgendwann gegen 0,00Ah wandert? Bzw. ist zu erwarten, dass die Batterie Schaden durch Gitterkorrosion nehmen wird, wenn ich diesen Prozess mehrere Tage fortsetze? Sollte ich gar noch höhere Spannung anlegen? (das würde ich aber ungern tun, da hier kein destilliertes Wasser nachgefüllt werden kann und die Batterie bereits mit 14,40V vor sich hin gast bzw. vernehmbare Geräusche von sich gibt).
Übrigens steigt die Klemmenspannung einer an den Power-Pulsar angeschlossenen Batterie kaum über 14,5V hinaus, da der Pulsar intern keinerlei Effektivladestrom (also Gleichstrom) mehr abgibt, wenn 13,5V Klemmenspannung erreicht werden. Das was die Klemmenspannung der Batterie dann doch noch weiter steigen lässt, sind die Hochspannungsimpulse. Aber die brauchen wir ja nun mal und ohne sie geht es nicht.

Den Absatz verstehe ich nicht so wirklich ?(

Bedeutet dies, dass eine Batterie mit einer Pulsar-Klemmenspannung über 13,5V keinerlei Strom mehr durch diesen zugeteilt bekommt?

Grüße, Torsten

Tom

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05.01.2020, 16:16

Wenn Du dem Pulsar ein regelbares Netzteil parallelschaltest und daraufhin die an den Batteriepolen zu messen Spannung zurückgeht, dann ist entweder die Messung falsch (wie reagiert das Messgerät auf die Spannungsimpulse des Pulsars, die durch das Netzteil ggf. geglättet werden?), oder das Netzteil belastet bei höherer Spannung am Ausgang als eingestellt den Gesamtaufbau, wodurch dann die Spannung dort absinkt.

Der etwas unverständliche Satz am Ende meines letzten Postings sollte bedeuten, dass der Pulsar zwei Art von Ladestrom abgibt: Einerseits Gleichstrom, allerdings fließt der nur bis 13,5V, weil das schlicht die interne Versorgungsspannung des Pulsars ist. Die kann man auch am Ausgang messen. Und andererseits die normalen Hochspannungsimpulse, die, wenn sie gleichgerichtet und geglättet werden, natürlich auch eine messbare Gleichspannung an den Batteriepolen ergeben. Diese Spannung kann theoretisch bis über 50V hinaus ansteigen, allerdings beginnt die Batterie natürlich viel früher schon zu gasen und baut damit eine zu hohe Spannung ab.

Grüße, Tom

Torsten

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06.01.2020, 20:18

Hallo,

hierzu mal ne kurze Rückmeldung (das andere lasse ich erstmal unbeachtet).
Zurück zur Ladespannung: Ich habe einen Kandidaten (nominal 110Ah), der auf 2 Volt tiefentladen war, aber bereits konventionell nach einiger Zeit lange (über 60 Stunden) nennenswert Strom angenommen hat und mittlerweile schon weit über 5 Wochen bepulst wird (da die Klemmenspannung immer noch ansteigt, habe ich diese fortgesetzt) mit aktuell nunmehr 14,20V Klemmenspannung über den Pulsar. Das oben genannte Experiment hat gezeigt, dass es nicht sinnvoll war die Spannung auf 13,50V hinab zu setzen. Es floss auch kein Strom (lt. Batteriemonitor). Daher habe ich die Spannungsquelle gestern abend mal versuchsweise auf 14,40 Volt heraufgesetzt und gleichzeitig den Pulsar wieder angeschlossen. Im Ergebnis zieht die Batterie jetzt dauerhaft zwischen 0,15Ah und 0,20Ah. So wurden mittlerweile schon über 1Ah an Ladung hinzugefügt. Ist zu erwarten, dass der Stromfluss bei dieser doch recht hohen Spannung irgendwann gegen 0,00Ah wandert? Bzw. ist zu erwarten, dass die Batterie Schaden durch Gitterkorrosion nehmen wird, wenn ich diesen Prozess mehrere Tage fortsetze? Sollte ich gar noch höhere Spannung anlegen? (das würde ich aber ungern tun, da hier kein destilliertes Wasser nachgefüllt werden kann und die Batterie bereits mit 14,40V vor sich hin gast bzw. vernehmbare Geräusche von sich gibt).

Heute abend habe ich nachgeschaut, was der Batteriemontor anzeigt. Es wurde tatsächlich rund 5 (!) Ampere Strom gezogen, aber die Strommenge blieb trotz längerem hinsehen dann stabil bei 0,00Ah. Vermutlich reicht eine gelegentliche Kombination aus Pulsar+Netzspannung aus, um den Vorgang der Entsulfatierung nennenswert zu beschleunigen. Die angelegte Spannung von 14,40 Volt scheint sich auch ganz ordentlich zu machen und die erhöhte Spannung auf zwei Tage zu begrenzen lässt hoffentlich keine allzu schädliche Gitterkorrosion befürchten.

Ich werde jetzt erstmal wieder weiter Pulsen und dann den Versuch wiederholen. Mal sehen :thumbup:

Torsten

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10.01.2020, 19:44


Nun stelle ich mir folgende Frage: Ist dieses nachfüllen "irreversibel", also muss die Batterie zwangsläufig überlaufen (und damit während dessen auch Knallgas freisetzen) oder regelt sich der Elektrolytstand bei langsamer Aufladung von selbst irgendwie?

Ansonsten kommen mir Deine Schilderungen über Strom- und Spannungsverläufe und insbesondere das Verhalten bei Belastung einer in Regeneration befindlichen Batterie sehr bekannt vor. Man muss sich immer klar machen, dass es sich bei den üblichen 12V-Batterien um sechs in Reihe geschaltete Einzelzellen handelt. Behält man das im Kopf, wird einem schnell klar, dass da allermeistens nur eine einzige Zelle wegen notorischer Arbeitsunlust querschlägt, die dann z.B. bei Belastung sofort vom Laststrom umgepolt wird und dadurch den starken Spannungseinbruch hervorruft. Da kann die ganze Batterie längst blubbern wie Spongebob, Schrott bleibt Schrott. -|-
Momentan ist sie das leider auch - Schrott. Da der Innenwiderstand unnatürlich erhöht ist (waren bei 1,18g Säuredichte was um die 50 Milliohm und ebenfalls 50A (EN) wenn ich mich recht entsinne). Aber jetzt steht sie bei etwas über 40 Milliohm, 65A (EN) und bei 1,20g Säuredichte. Bis Voll-Ladung ist also noch etwas Luft und dass sie die Belastung mit dem 100A Prüfer gehalten hat, also der Zeiger nicht weiter gefallen ist macht noch etwas Hoffnung, dass es sich noch bischen zum guten hin entwickeln könnte.

Kurzer Zwischenstand zur Regeneration: Diese Batterie war nun seit über einer Woche am Pulsar. Versuche, die Batterie mit einer Spannung von 14,40 Volt und Pulsar zusammen schneller nachzuladen schlugen fehl, da die Klemmenspannung der Batterie mit angeschlossenem Pulsar bereits über 14,40 Volt liegt. Pulsar abgenommen, Deckel abgeschraubt und nach dem Flüssigkeitsstand geschaut: Leider weiter besorgniserregend hoch! Deutlich über den Maximalwerten würde ich mal sagen - es ist ja nur noch wenig Luft zum Zellenstopfen. Die Säuredichte selbst hat sich weiter positiv entwickelt und liegt jetzt bei allen sechs Zellen der Batterie relativ gleichmäßig zwischen 1,22-1,24g/l. Daher habe ich den Pulsar abgeklemmt gelassen, Netzeil dran und siehe da: ein steter Stromfluss von ca. 0,20 Ampere, der auch Stunden später nicht abriss. Mittlerweile zog die Batterie über 6 Amperestunden Strom. Ich werde daher mal schauen wie lange dies noch anhält, bevor ich mir vielleicht noch neue Testmöglichkeiten dazu überlege. Jedenfalls war diese positive Entwicklung im Gegensatz zu ein paar Tagen vorher Anlass für eine neue Zwischenmessung welche vorsichtig optimistisch stimmt: Reduzierung Innenwiderstand um die Hälfte auf nur noch 20 Milliohm, Erhöhung Kaltstartwert auf 135 (EN). Sofern die Batterie nicht unter "galoppierender Selbstentladung" leiden sollte, ist bei einer weiteren Verdopplung beider Werte die Batterie für einen Kleinwagen wieder einsetzbar (vorausgesetzt der Batteriekasten ist groß genug, denn das ist so eine Zwischengröße mit 24cm x 19,5cm x 17,5cm), und natürlich wenn die Kapazität nicht zu stark abgesunken ist.

Übrigens: Mit dem Vorbesitzer der Batterie konnte zufällig gesprochen werden und zum Elektrolytstand befragt werden: Er gab zu, großzügig nachgefüllt zu haben ;( Hatte der Forenmod also mit seiner Vermutung ins Schwarze getroffen :thumbup:



Angeblich war die Batterie im Fahrzeug eingebaut, eine Zeitlang in Betrieb und wurde ausgetauscht als sie nicht mehr tat. Detailangaben wie Nutzungsdauer und -schema fehlen mir leider bisher, auch was außer dem nachfüllen destillierten Wassers noch unternommen wurde als sie den Dienst versagte. Ich werde aber bei Gelegenheit nochmal versuchen genauer nachzuhaken (schon allein deswegen, weil er bei der Gelegenheit beiläufig erwähnte, dass er weitere Batterien in der Garage stehen hat die ich ihm natürlich unbedingt auch aus dem Kreuze leiern muss :D :whistling: )

Grüße, Torsten

Tom

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10.01.2020, 21:17

Gleichmäßige 1.24g klingen nicht schlecht. Ich würde etwas Elektrolyt absaugen, noch eine Weile mit deutlich erhöhter Spannung laden, um die Batterie noch etwas gasen zu lassen (1,28 wären normal) und sie dann wieder ganz normal einsetzen. Hast Du denn eine Anwendung dafür?

Grüße, Tom

Torsten

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17.01.2020, 18:35

Hallo,
eine weitere Woche ist nun ins Land gezogen. Ich wollte eigentlich erst wieder schreiben, wenn die Batterie sich mit Ladung vollgesogen hat, aber der Zeitpunkt bis zu diesem Tag steht wohl immer noch :!: in weiter Ferne. Denn sie zieht immer noch zwischen 0,12 und 0,18A Strom laut Batteriemonitor (er zeigt bereits beinahe 40Ah gezogenen Strom an - die Batterie hat eine Kapazität um die 60Ah). Bei nach wie vor 14,35 Volt angelegter Spannung. Ein Ende scheint in weiter Ferne zu liegen. Das einzige war mir daran etwas Sorge bereitet, ist die hohe Spannung. Sie ist nun bald schon 3 Wochen am Strom. Aber da sie saugt und saugt hoffe ich mal das ist okay und kein Grund sich wegen Gittterkorrosion zu große Sorgen zu machen.

Heute nochmal in allen Zellen die Säuredichte gemessen. Dabei kamen mir übrigens Zweifel, ob ich richtig ablese :?:

Bisher habe ich immer direkt an der Säure abgelesen, also da wo die eingesaugte Säure endet. Heute ist mir das erste Mal aufgefallen, dass im Säureheber etwas weiter oben (es müssten so um die 0,04 g/l höher als der tatsächliche Säurestand sein) ein paar Markierungspunkte in Richtung der Skale zeigen. Die Bedienanleitung des ansonsten hochwertigen Säurehebers der Firma Gefo gibt dazu nichts her. Oder sind die Markierungspunkte nur für die Zentrierung der Senkspindel da?

Jedenfalls bisher kein Anlass zur Sorge: An den beiden Polen nach meiner Ablesart jeweils 1,26 g/l, die 4 mittleren Zellen hatten ziemlich genau 1,28g/l. Somit ist immer noch etwas Luft nach oben und kein Grund, von einem erhöhtem "Ladeleckstrom" bzw. galoppierender Selbstentladung auszugehen, hoffe ich mal. Gründe, stattdessen den Pulsar zu benützen sehe ich außer der erhöhten Gefahr einer höheren Gitterkorrosion aufgrund der über Wochen angelegten höheren Ladespannung nicht. Sie zieht ja nach wie vor Strom und zwar mehr als effektiv durch den Pulsar eingeladen werden würde.

Die Werte vom Innenwiderstandstester haben sich übrigens auch durch die Bank weg erhöht. Zwar zeigt das Gerät immer noch "Replace" an - logisch die Abweichung vom eingestellten Kaltstartreferenzwert 480 A (EN) ist zu immens - aber sie zeigen durchweg nach oben. Direkt nach dem abklemmen von der Spannungsquelle zeigte das Gerät folgende Werte: 190 A (EN) und 14,x Milliohm. Im Vergleich zum Anfang traumhafte Verbesserungen - bin gespannt wie es weiter geht!

Grüße, Torsten
P.S.: Eine direkte Verwendungsmöglichkeit persönlich habe ich nicht, auch wenn ich sie testweise in meinen eigenen Wagen einbauen könnte. Meine Erfahrungswerte haben mir aber gezeigt, das von mir getestete und für gut befundene Batterien stets die geprüfte Qualität gehalten haben, also nicht direkt nach Einbau ausgefallen sind. Von daher ist so ein Praxistest neben den "Labortests" mittels Kapazitätstest, Belastungstest und ggf. Innenwiderstandstest eigentlich nicht erforderlich.

Tom

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18.01.2020, 11:18

Moin Torsten,

wenn die Batterie schon seit drei Wochen am Strom hängt, dann wird m.E. außer Wasserzersetzung nicht mehr viel passieren. Ein gewisser Ladestrom fließt beim Bleiakku ja immer. Auch habe ich es schon öfter erlebt, dann der Ladestrom bei grenzwertig verschlissenen Batterien nach längerer Zeit sogar wieder ansteigt. Ich vermute, dass hier Zersetzungsvorgänge und Feinschlüsse durch die Separatoren hindurch die Ursache sind.

Ich stelle an mir selbst fest, dass ich früher viel mehr Zeit und Energie in den Versuch einer Wiederbelebung defekter Batterien investiert habe, als ich das heutzutage noch tue. Der Hauptgrund ist, dass solche Batterien trotz erheblicher Bemühungen eigentlich so gut wie nie mehr zu alter Frische zurück fanden, sondern immer nur ein Dasein als ziemlich verschlissene, quasi "angeschossene" Exemplare ihrer Gattung fristeten, für die sich hinterher kaum noch eine brauchbare Anwendungsform fand. Wirklicher Verlass war auf sie fast nie mehr. Wie kräftig, frisch und voller Elan stecken dagegen fabrikneue Batterien. Das zusammen mit den heute stark verfallenen Preisen, lässt es für mich immer weniger lohnend erscheinen, noch mehr als ein paar Wochen Bepulsung zu investieren. Was danach nicht wieder 1A funktioniert, lasse ich abholen.

Dieser weit verbreitete Glaube daran, dass alte und anscheinend kaputte Batterien sich doch noch mit ein paar Kunstgriffen wieder ins Leben zurückholen lassen, hat sich bei mir schon allein aus der (eigentlich logischen) Erfahrung verflüchtigt, dass die allermeisten Batterien schlicht bis zuletzt verschlissen wurden. Am Ende ihrer Lebensdauer hat man sie dann meist noch endgültig totgeorgelt, als eine Zelle schon flach war, was einem sehr hohen negativem Ladestrom für die schwächste Zelle entspricht, in dessen Folge den betreffenden Elektroden eine Umpolung aufgezwungen wurde, mit der, wie ich vermute, starke mechanische Schäden einhergingen: Starke Gasentwicklung, weitere Lockerung der Aktivmassen in den Gitterplatten mit Ausfallen derselben. An solchen "toten Fischen" nachträglich noch etwas richten zu wollen, führt leider nie zum Erfolg. Es muss schon eines der Exemplare sein, die entweder im gut erhaltenen zustand "vergessen" wurden und wo dann nach ein paar Wochen Bepulsung sofort wieder erhebliche Verbesserungen zu erkennen sind, oder um fälschlich als defekt ausgesonderte Batterien handeln. Diese beiden Typen findet man leider eher selten.

Grüße, Tom

Reiner106

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13

19.01.2020, 11:28

Übrigens steigt die Klemmenspannung einer an den Power-Pulsar angeschlossenen Batterie kaum über 14,5V hinaus, da der Pulsar intern keinerlei Effektivladestrom (also Gleichstrom) mehr abgibt, wenn 13,5V Klemmenspannung erreicht werden. Das was die Klemmenspannung der Batterie dann doch noch weiter steigen lässt, sind die Hochspannungimpulse. Aber die brauchen wir ja nun mal und ohne sie geht es nicht.

ich lass immer bis 15V bepulsen
geht aber nur bei Batterien mit gutem (kleinen) Innenwiderstand
Ich hab hier ein paar gelbe 24aH 12V AGM "universal" Akkus - die krieg ich mit dem Pulsar nicht auf 14V, selbst nach drei Wochen noch (vorher aufgeladen)... Die Akkus sind mit "for Standby Use" beschriftet - könnte es sein, dass diese Typen anders "eingestellt" sind als "zyklenfähige AGM"? Oder ist da eine Zellschädigung am Start, weswegen die nicht über 14V rausgehen? Innenwiderstand laut Datenblatt sollte 16 Ohm sein, ich messe etwas um die 50 Ohm..
Mache ich das Gleiche mit einer 105Ah AGM, die in einer USV drin war, hat die auch 50 Ohm, kommt aber mit dem Pulser auf 14,8V nach Wochen..

Tom

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19.01.2020, 11:43

Da würde ich meinen, dass deren Selbstentladerate ab 14V Klemmenspannung so stark ansteigt, dass sie die vom Pulsar eingeladene Energiemenge durch Wasserzersetzung und Wärmeabgabe gleich wieder umsetzt. Solche Erfahrungen mit alten Batterien sind bei mir der Hauptgrund, weshalb ich sie nicht mal mehr als Solarbatterien einsetze, obwohl sie rein von der Kapazität her dazu sicher noch eine Weile lang in der Lage wären. Aber mir ist der teuer erzeugte Solarstrom einfach zu schade dazu, in Wasserstoff und Wärme verwandelt zu werden. Je kleiner die Solaranlage und je schlechter das Wetter ist (Winter...), desto eher tritt dieses Problem in der Praxis auf. Bei anderen Anwendungen isses natürlich egal.

Grüße, Tom

Reiner106

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19.01.2020, 11:56

Danke. Das ist ein guter Gedanke in Punkto "Solartauglichkeit" - das muss ich mal verfolgen. Ich lass das gute Stück mal eine Weile rumstehen und beobachte, wie sich die Spannung verhält...

Torsten

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16

08.02.2020, 13:36

Moin Torsten,
wenn die Batterie schon seit drei Wochen am Strom hängt, dann wird m.E. außer Wasserzersetzung nicht mehr viel passieren. Ein gewisser Ladestrom fließt beim Bleiakku ja immer. Auch habe ich es schon öfter erlebt, dann der Ladestrom bei grenzwertig verschlissenen Batterien nach längerer Zeit sogar wieder ansteigt. Ich vermute, dass hier Zersetzungsvorgänge und Feinschlüsse durch die Separatoren hindurch die Ursache sind.

Da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Es ist richtig, dass ein gewisser Ladestrom immer dann fließt, wenn die Spannung ziemlich hoch (14,40V oder sogar noch darüber) eingestellt wurde. Je weiter man aber runter geht, desto weniger ziehen daran angeschlossene Batterien Strom.
Das die Stromaufnahme nach einer Weile wieder angestiegen ist, hatte ich noch nie. Auch das hier beschriebene Expemplar zeigt dieses Verhalten nicht.

Ich stelle an mir selbst fest, dass ich früher viel mehr Zeit und Energie in den Versuch einer Wiederbelebung defekter Batterien investiert habe, als ich das heutzutage noch tue. Der Hauptgrund ist, dass solche Batterien trotz erheblicher Bemühungen eigentlich so gut wie nie mehr zu alter Frische zurück fanden, sondern immer nur ein Dasein als ziemlich verschlissene, quasi "angeschossene" Exemplare ihrer Gattung fristeten, für die sich hinterher kaum noch eine brauchbare Anwendungsform fand. Wirklicher Verlass war auf sie fast nie mehr.
Sicher. Den Zahn habe ich mir auch schon ziehen lassen. Aber: Eingeschränkt weiterleben können diese angeschossenen Expemplare meist noch eine ganze Weile. Zumindest wenn sie den Regenerationsprozess mit anschließenden Kapazitätstest überstehen. Die Batterien die während dessen durch Gitterbrüche, Zellenschlüsse etc. ausfallen - früher habe ich mich darüber geärgert, dachte sogar ich habe was falsch gemacht. Heute weiß ich, dass es sogar ganz gut ist, wenn diese Exemplare während dieses Prozesses ausfallen. Denn so sehe ich eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Batterien welche diese ganze Testerei überstehen, noch einige Zeit halten. Sicher, das ewige Leben haben sie nicht mehr. Aber wenn sie auch nur ein oder zwei weitere Jahre überleben, ist über die Zeit doch schon einiges gewonnen, oder?

Dieser weit verbreitete Glaube daran, dass alte und anscheinend kaputte Batterien sich doch noch mit ein paar Kunstgriffen wieder ins Leben zurückholen lassen, hat sich bei mir schon allein aus der (eigentlich logischen) Erfahrung verflüchtigt, dass die allermeisten Batterien schlicht bis zuletzt verschlissen wurden. Am Ende ihrer Lebensdauer hat man sie dann meist noch endgültig totgeorgelt, als eine Zelle schon flach war, was einem sehr hohen negativem Ladestrom für die schwächste Zelle entspricht, in dessen Folge den betreffenden Elektroden eine Umpolung aufgezwungen wurde, mit der, wie ich vermute, starke mechanische Schäden einhergingen: Starke Gasentwicklung, weitere Lockerung der Aktivmassen in den Gitterplatten mit Ausfallen derselben. An solchen "toten Fischen" nachträglich noch etwas richten zu wollen, führt leider nie zum Erfolg. Es muss schon eines der Exemplare sein, die entweder im gut erhaltenen zustand "vergessen" wurden und wo dann nach ein paar Wochen Bepulsung sofort wieder erhebliche Verbesserungen zu erkennen sind, oder um fälschlich als defekt ausgesonderte Batterien handeln. Diese beiden Typen findet man leider eher selten. Grüße, Tom

Stimmt, diese Batterien sind selten. Aber man findet sie hin und wieder. So wie mir letztens eine 110Ah LKW-Batterie (passend für IVECO Daily-Transporter) mit gerade noch 1 oder 2 Volt Klemmenspannung in die Hand gefallen ist. War laut Angabe wohl als Versorgerbatterie in einem Landrover gedacht, kam aber nie wirklich zum Einsatz und "stand sich, im Fahrzeug angeschlossen tot". Und konnte vom CTEK-Automatiklader nicht mehr zum Leben erweckt werden (das Victron nahm es ohne Problem und lud auch schon ordentlich Strom ein). Nach der 6 bis 8-wöchigen Behandlung, während der auch immer mal wieder zwischendurch nennenswert Strom aufgenommen wurde, habe ich beim Kapazitätstest mit knapp unter 5% Belastung (4,68Ah ist leider das Maximum vom True Blue :wacko: ) immerhin rund 85Ah rausgeholt :thumbup: also für den Privatanwender noch mehr als genug Leistung.
Ein weiteres 80Ah-Exemplar laut Aufdruck hat nach der Behandlung noch rund 60Ah Kapazität. Ich habe aber auch schon viele Exemplare in Behandlung gehabt, welche am Ende nur noch 35-40% der ursprünglichen Kapazität lieferten - selten auch die Teile welche mit 20% Kapazität vom simplen Innenwiderstandstester obwohl eigentlich ziemlich verschlissen doch noch mit "brauchbar" eingestuft wurden. Trotzdem habe ich auch Teile davon im Bekanntenkreis verteilt. Je nach Anwendungsfall sind diese eben immer noch begehrt. Die 20% Kapazität-Batterie beispielsweise habe ich an einen Bastler abgegeben, der sie als "Tester" zum gelegentlichen Starten für sein zu restaurierendes Motorrad benötigte - eine weitere dient als Gleichstromquelle für eine kleine Pumpe zum ölabsaugen. Das nächste schwächelnde, mit 45Ah Originalkapazität reichlich überdimensionierte Expemplar wurde in eine 50km/h Automobile Gehhilfe mit 1 oder 2 Zylinder Dieselmotor eingebaut usw. Anwendungen für diese angeschossenen Exemplare gibt es - man muss sie nur finden :!:

Also - den Glauben habe ich noch nicht verloren, dass ich mit diesem, meinem Hobby die Welt ein klein wenig besser machen kann. Solange es mir Spaß macht, bleibe ich am Ball :thumbsup: