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hgebauer

Akku-Meister

  • »hgebauer« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 61

Registrierungsdatum: 23.12.2012

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1

12.09.2017, 11:05

Frage zur Ausgleichsladung bei einem verschlossenen Flüssigsäure-Akku

Hallo

1. Akku
Neuer EFB-Akku, 105 Ah, Flüssigsäure, Verschlossen (also keine Schraubstopfen, nicht nachfüllbar), Auf dem Etikett steht "wartungsfrei".
2. Ladegerät
Automatisches 7-Stufen-Ladegerät (IUOIOU). Maximaler Ladestrom 10 A. Eine Stufe, die nach der Absorptionsladung gefahren wird nennt sich "Recondition" (Das ist das zweite "I"). Dabei wird für 4 Stunden mit 1,5 A geladen, die Spannung jedoch auf 16 V begrenzt.

Nun meine Frage: Darf die beschriebene Ladestufe "Recondition" (bei der also eine Ladespannung biszu 16,0 Volt auftreten kann) bei einem verschlossenen Akku gefahren werden? Eine solche Ladespannung wird doch den Elektrolyten sicherlich zum Gasen bringen. Habe Bedenken, dass dann Wasserstoff und Sauerstoff irreversibel verloren gehen. Oder ist sowas bei einer "Verschlossenen" und "Wartungsfreien" nicht zu besorgen?

Helmut

Tom

Moderator

Beiträge: 2 081

Registrierungsdatum: 27.02.2010

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2

12.09.2017, 13:01

Sie gehen verloren, wenn kein Katalysator (Platin) zur Rückgewinnung (2 Atome Wasserstoff + 1 Atom Sauerstoff = 1 Molekül Wasser) enthalten ist. Haben normale Batterien leider aus Kostengründen nicht. 1,5h lang 1,5A erscheint mir pauschal auch ziemlich viel, wenngleich eine Batterie mit 105Ah das wohl vertragen wird. Muss wohl ein großes und starkes Ladegerät sein, wenn es diese Dimension nachlädt.

Ausgleichsladungen basieren zwangsläufig auf Verlusten, einerseits durch Elektrolytgasung, andererseits durch Wärmeabgabe, denn irgendwo muss die chemisch nicht mehr speicherbare Energie bei erreichen von 100% Ladezustand ja bleiben. Sinn der Ausgleichsladung ist, den Zellenverbund in einer Batterie definiert auf 100% Ladezustand zu bringen, durch die Gsaung eine Durchmischung des flüssigen Elektrolyten gegen Säureschichtung und so einer Vorbeugung von Sulfatierung zu erreichen. Das geht im Grunde nur auf diese Weise, wenn man nicht gerade lange darauf warten möchten.

Allerdings ist der Elektrolytverlust nicht der einzige Verlust. Weithin unbekannt ist die dabei zwangsläufig galoppierende Gitterkorrosion. Gitterkorrosion beim Bleiakku bedeutet die Umwandlung der Bleigitter in (elektrisch positives, mechanisch aber leider rostartig-bröseliges) Bleidioxid. Ein unerwünschter Prozess.

Grüße, Tom